dian unregistriert
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Umgang mit der NS-Zeit
08.02.2009 19:29 |
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In Zeiten, wo katholische Priester den Holocaust leugnen, und sich auf der anderen Seite eitle, selbstverliebte Koksnasen wieder in Talkshows als moralische Instanz aufspielen, scheint es mir angebracht, ein wenig genauer zu beleuchten, wie heutzutage mit der unerfreulichen deutschen Vergangenheit umgegangen wird.
Prinzipiell glaube ich, je länger das Dritte Reich zurück liegt, desto lächerlicher wird die ganze öffentliche Diskussion darüber, da ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung die damalige Zeit ohnehin nur noch vom Hörensagen kennt.
Ok, das Papst war wenigstens noch in der Hitlerjugend und weiß, wovon er redet. Aber die meisten jüngeren Leuten?
Die kennen vom Dritten Reich doch nur noch das Bild, das ihnen von den Medien bzw. von der Schule vermittelt wurde. Sie wissen, dass Hitler ein böser Mensch war, sie kennen das Tagebuch der Anne Frank, und sie meinen zu wissen, dass die Bevölkerung damals eben furchtbar verblendet war. (ganz anders als heute, wo natürlich alle aufgeklärt und unmanipuliert sind.
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Ich weiß nicht, wie bei euch in der Schule das Dritte Reich thematisiert wurde... Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, muss ich jedenfalls feststellen, dass man vor allem in den späteren Klassen regelrecht damit zugemüllt wurde.
"Zugemüllt" schreibe ich deshalb, weil es zwar quantitativ jede Menge Begegnungen mit dieser Thematik gab, die jedoch qualitativ erschreckend an der Oberfläche geblieben sind. Es wurde viel erzählt über die Verbrechen der Nazis und darüber, wie sie damals politisch an die Macht gekommen sind.
Eine echte Analyse des Faschismus und seiner tieferen Ursachen fand jedoch nicht statt.
Im Nachhinein scheint es mir, als ob der wichtigste Grund, warum man Kids überhaupt im Tagebuch der Anne Frank lesen lässt, der ist, dass sie dankbar sein sollen für die wunderbar demokratische Weltordnung, in der sie heute aufwachsen dürfen.
Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch, wie viel man in der Schulzeit über die Leiden der jüdischen Bevölkerung oder den Widerstand einzelner demokratischer Pfaffen erfährt, und wie wenig im Vergleich dazu auf die anderen Opfer des Regimes, auf Homosexuelle, Kommunisten, Anarchisten, Deserteure, Behinderte etc. eingegangen wird.
Kein Wunder, dass viele Jugendliche heute wahrscheinlich denken: "Nazizeit? Das war doch die Zeit, die deshalb so schlimm war, weil da so viele Juden ermordet wurden."
Und dann machen sie zuhause die Glotze an, und was sehen sie?
Michel Friedman, wie er was von einer ewigen Verantwortung der Deutschen faselt, und Politiker, die sich nicht trauen, mal irgendwas gegen die Politik Israels zu sagen, weil wir Deutschen ja aufgrund unserer historischen Schuld da immer ganz besonders diplomatisch vorgehen müssen.
Ich denke, das ist sehr gefährlich.
Es klingt ein bisschen wie:
"Weil du Deutscher bist, musst du dem israelischen Staat gegenüber grundsätzlich freundschaftlich eingestellt sein, und du musst immer brav auf das hören, was der Zentralrat der Juden zu sagen hat."
Hmm... sich auf eine bestimmte Weise verhalten zu müssen, weil man einer bestimmten Nation angehört...
eine offizielle Lehrmeinung akzeptieren zu müssen, weil manche Dinge einfach so sind, wie sie sind, ohne dass es alternative Ansichten dazu geben darf...
sind es nicht genau solche Denkweisen, die Faschismus in der Vergangenheit überhaupt erst möglich gemacht haben?
Ich fürchte, die ganzen Politiker und sonstigen Moralinstanzen merken gar nicht, wie ihre hilflosen Schüsse gegen nationalsozialistisches Gedankengut zunehmend nach hinten losgehen. Sie kapieren nicht, dass die meisten jungen Leute einfach nur noch genervt sind, wenn ihnen da schon wieder irgendein alter Sack aufgrund einer Sache, die vor 70 Jahren passiert ist, ein schlechtes Gewissen einreden möchte.
Und es ist ja irgendwie auch völlig verlogen.
Man kann in den Knast kommen, wenn man den Holocaust leugnet... mit der Begründung, dass dies das Andenken an die vielen jüdischen Opfer beschmutzt.
Wenn jemand sagt: "Die Juden sind unser Unglück!", dann ist er sofort sein öffentliches Amt los und wird sozial geächtet. (meines Erachtens auch zurecht).
Aber wenn man das selbe über Schwule sagt, gilt es nach wie vor als einigermaßen gesellschaftsfähig. In der Bibel steht es ja schließlich auch, und der Papst hat auch erst neulich mal wieder betont, dass die Schwulen unsere schöne Welt vernichten wollen, so wie der Regenwald durch die zunehmende Abholzung vernichtet wird (oder so ähnlich).
Wo ist der Zentralrat der Schwulen, der den Rücktritt des Papstes und die Indizierung der Bibel fordert? In den Medien bekommt der jedenfalls nicht all zu viel Sendezeit zugesprochen.
Und dass Kommunisten die Welt ins Unglück stürzen, glaubt eine Mehrheit der Bevölkerung sowieso... nicht viel anders, als damals auch die Nazis über Kommunisten und Sozis gedacht haben.
Sind ermordete Schwule und Kommunisten also weniger wert als die ermordeten Juden?
Herrlich verlogen war auch die Aufregung, als neulich die Zeitschrift "Zeitungszeugen" beschlagnahmt wurde.
Wer es nicht weiß: Dieses Magazin besteht eigentlich nur aus einem Umschlag mit ein paar Kommentaren, in dem sich mehrere Original-Druckerzeugnisse von damals befinden... unter anderem eben lustige Parteizeitungen der NSDAP und ähnliches.
Da haben sich etliche Politiker aufgeregt, dass man solch menschenverachtendes Gedankengut nicht verbreiten darf... und aus Bayern kam anscheinend auch das Argument: "Diese Nazi-Zeitungen dürfen nicht verbreitet werden, weil das Land Bayern die Verwertungsrechte dafür besitzt."
Hä?! Die halten das also für menschenverachtenden Schwachsinn, aber bestehen dennoch darauf, dass das Zeug alles ihnen gehört?
Da kann ich eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln.
Ich habe mir neulich mal eine Ausgabe der Zeitungszeugen gekauft... und ich finde eigentlich, das ist eine nette Idee, um den Menschen die Geschichte näher zu bringen.
Es setzt natürlich reife Leser voraus, die in der Lage sind, kritisch mit den dort enthaltenen Informationen umzugehen. Da sind sich einige Politiker wohl nicht so sicher, ob das dumme Volk mit so einer Verantwortung umgehen kann. Sie gestehen den Bürgern zwar gerne zu, wählen zu gehen und so ihre Zukunft mitzugestalten... aber dass sie ohne Gängelung und Aufsicht durch einen Moralapostel die Vergangenheit studieren können, das traut man ihnen dann anscheinend doch nicht zu. Oder, mit anderen Worten: Sie sind zwar klug genug, um Wählen zu dürfen, aber nicht, um wirklich zu erkennen, was gut und was schlecht für sie ist.
Ok, zugegeben, ich nehme dem englischen Verlag, der hinter den Zeitungszeugen steckt, irgendwie nicht ab, dass er mit den Blättern in erster Linie über die Propaganda-Methoden der Nazis aufklären möchte.
Viel eher scheint es mir, da hat jemand erkannt, dass sich mit sowas gutes Geld verdienen lässt. Anders kann ich mir nicht erklären, dass da sogar in bester Poster-Qualität alte Nazi-Plakate beiliegen, die man sich an die Wand heften kann.
Ich meine, wer käme schon auf die Idee, sich ein Poster ins Zimmer zu hängen, auf dem "Schafft Arbeit! Deutsche Gartenbauerzeugnisse kaufen!" steht??"
Doch nur ein paar durchgeknallte Freaks wie ich... und ansonsten halt jede Menge Nazis, die froh sind, sowas nicht länger für teures Geld aus Polen oder Tschechien importieren zu müssen.
Mehr Infos findet ihr auf
www.zeitungszeugen.de
Wie ist eure Meinung dazu?
Ist sowas Aufklärung, Kuriositätenkabinett oder doch eher verkappte Nazipropaganda?
In jedem Fall ist es freakig und unterhaltsam, sich mit der "Nationalzeitung" an den Frühstückstisch zu hocken... man fühlt sich auf einmal so wunderbar arisch... naja, zumindest, wenn man meinen Sinn für Humor teilt (was hier im Forum ja offensichtlich nicht jeder tut.)
Vor allem manche Werbeinserate der damaligen Zeit sind echt zum Schießen.
Etwa: "Keine jüdische Hautcreme mehr benutzen! Lovana-Creme ist mindestens gleich gut, ist billiger und rein deutsch."
Ja, das kann ich verstehen. Ich achte beim Einkaufen ja auch immer darauf, dass meine Hautcreme nur arisches Blut enthält.
Meinen Lieblingsartikel aus der aktuellen Ausgabe will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten:
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Waffenfunde in Graz.
In den gestrigen Nachmittags- und Abendstunden wurde in den Räumen der sozialdemokratischen Großeinkaufsgenossenschaft der österreichischen Arbeiter-Konsumvereine eine Suche nach Waffen vorgenommen.
Es wurden eine große Anzahl Waffen gefunden und beschlagnahmt.
Man fand u.a. ein schweres Maschinengewehr, 134 Infanteriegewehre, 23 Maschinengewehrläufe und 65000 Schuss Munition. |
Ich sag's ja immer wieder: Die Sozialdemokraten sind heute auch nicht mehr das, was sie mal waren.
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Anne Frank wäre an meiner alten Schule nicht mal erwähnt worden, hätte das nicht irgendein Klassenkamerad getan. Es wurde aber viel über die schrecklichen Judenmorde geheult (ja, unsere damalige Klassenlehrerin hat bei Schindlers Liste geheult).
Über den Rest, der dran glauben musste, wurde kein Wort verloren.
Ich finde es auch reichlich schwachsinnig, dass ich für die Sünden meiner Vorfahren geradestehen soll. Diese Verlogenheit wird ja auch von anderen Ländern gnadenlos ausgenutzt, um so mehr je öfter wir versuchen, uns für die vielen Toten zu entschuldigen.
Diejenigen, die das zugelassen haben, sollen ruhig weiter den "Opfern" in den Arsch kriechen, aber was bitte hab ich damit zu tun?
Die Zeitung halte ich grundsätzlich für keine schlechte Idee, sieht interessant aus. Das mit den Postern ist in der Tat sehr.. freakig
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Ich finde es auch reichlich schwachsinnig, dass ich für die Sünden meiner Vorfahren geradestehen soll. Diese Verlogenheit wird ja auch von anderen Ländern gnadenlos ausgenutzt, um so mehr je öfter wir versuchen, uns für die vielen Toten zu entschuldigen.
Diejenigen, die das zugelassen haben, sollen ruhig weiter den "Opfern" in den Arsch kriechen, aber was bitte hab ich damit zu tun? |
this
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Beim Zurückdenken an schulischen Geschichtsunterricht muss ich zugeben, dass ich mich an nicht viel erinnern kann. VOR ALLEM die Teile, welche die Zeit des Nationalsozialismusses (schreibt man das so?) in Deutschland behandelt ist bei mir nicht mehr im Gedächtnis.
Bedauerlich angesichts der Tatsache, dass wir in Schulzeiten sehr an deren Wichtigkeit erinnert wurden. Dieses "verbotene" Thema, bei dem man so viel falsch machen kann war natürlich von großem Interesse für mich. Zumindest solange, bis es wirklich auf dem Lehrplan stand :-)
Da wurde nämlich deutlich, dass auch hier mehr Wissen, als wirkliches Verständnis transportiert und vermittelt werden soll.
"Was soll das?" - habe ich da gedacht? Da sind viele gestorben und dass mit den Juden war auch zwar auch sehr schlimm, aber warum soll ich mich deshalb schuldig fühlen? Für Dinge, die mein Großvater nur als junger Erwachsener am Rande miterlebt hat!
Dieses Bewusstsein entstand erst später bei mir, als ich mich bewusst mit dem dritten Reich auseinandersetzte und versuchte zu verstehen, wie so jemand wie ich damals wohl gelebt und gedacht hätte. Erst als ich mir diese unendlich fernen Fakten in emotionale Nähe holte, begann ich zu erahnen, was der Holocaust oder das Regime der Nazis bedeutet hat. Erst seid diesem Zeitpunkt kann ich auch wirklich kein (absolut und überhaupt gar kein) Verständnis mehr für rechtsradikales Gedankengut aufbringen und beginne diese nackten und kalten Fakten in ihrer Grausamkeit zu begreifen.
Da frage ich mich natürlich, warum mir nicht schon im schulpflichtigen Alter dieses (anscheinend) wichtigste Thema der deutschen Bildung auf eine Weise näher gebracht wurde, die eben näher an mir selbst ist. Vielleicht frage ich meine Geschichtslehrerinnen mal.
Aus diesem Blickwinkel heraus berurteile ich auch die Idee von diesem "zeitzeugen" erst einmal durchaus positiv. Die Menschen bekommen gezeigt, dass die Nazis damals ihre dreckigen Finger in jedem Bereich des Geistes haben wollten ("Der deutsche Geschäftsmann inseriert in der deutschen Nationalzeitung!").
Der Schmutz sickert in ihr alltägliches Leben, wenn sie zwischen Zeitungsanzeigen nationalsozialistisches Gedankengut finden und selbst eine Reklame nicht mehr unschuldig ist.
Seit dem ich mich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt habe, konnte ich mich auch dazu durchringen einen Stolz für einige Aspekte Deutschland und unserer deutschen Nachkriegsgeschichte zu entwickeln. Ich bin stolz ein Europäer und ein Deutscher zu sein! Ich bin stolz darauf, dass wir in einem Land leben, in denen Muslime Moscheen bauen dürfen und Türken Restaurants eröffnen. Ich bin stolz darauf, dass ein Deutscher katholischer Pfarrer mir einem jüdischen Rabbi in einem Kaffee über den letzten Bundesligaspieltag reden können ohne auch nur schief angeschaut zu werden.
Wäre ich zu einer eher positiven Einstellung einer multikulturellen Gesellschaft gekommen, hätte ich mit dem Wissen geschlossen, das mir die Schule (und damit auch indirekt die herrschende Klasse) zugestehen wollte?
Keine Ahnung - ich bin jedoch froh, dass ich so denke.
Jedoch komme ich eben aus jener Erkenntnis heraus auch nicht umhin den Mord der Israelischen Regierung an muslimischen Zivilisten genauso zu verurteilen, wie der Versuch eine Gesellschaft mit der "Ihr-seid-Schuld"-Waffe in Schach zu halten.
Ich finde es traurig, das Menschen, deren Vorfahren zu tausenden gefoltert und abgeschlachtet wurden, in unserer Zeit ohne öffentlich geäußertes Bedauern oder Bendenken den Tod von unschuldigen in Kauf nimmt und darüber hinaus noch Kritik an diesem Vorgehen versucht zu unterbinden!
Ich finde es engstirnig zu sagen: "Die Juden wurden ermordert". Es waren Mütter und Väter - sie waren verliebt und wurde geliebt - das waren Menschen mit Ideen und Träumen.
Ist es dabei nicht erst einmal zweitrangig welcher Religion sie angehören? Würdet ihr nicht alle euren Freund oder eure Freundin vermissen? Egal ob sie Christ, Jüdin, Muslime oder irgend etwas anderes ist?
Würdigen wir dese Menschen nicht herab, wenn wir sie auf nur auf ihre Religion reduzieren und sie nicht als ganzes erfassen.
Scheiße.
Jetzt gerade beim Schreiben stelle ich mir vor, wie mir bewaffnete Männer meine Freundin aus den Armen reißen und sie immer wieder schlagend und schubsend in einen Eisenbahnwaggon einsperren.
Das macht verdammt traurig. Und diese Trauer möchte ich auch gegenüber den Menschen empfinden, die damals ermordet wurden. Nicht weil sie Juden, sondern weil sie eben Menschen waren und ich mich schämen würde, sie auf weniger zu reduzieren.
Wollten mir meine Geschichtslehrer auch eine solche Sicht ermöglichen, als sie mirr ein Arbeitsblatt "Der Holocaust in Deutschland" ausgeteilt haben?
Ich weiß es nicht - Jedoch finde ich, dass eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Holocaust in deutschen Schulen wohl nur in Ausnahmen stattfindet und ich bin auch der Meinung, dass die israelische Regierung mit ihrer Haltung gegenüber extremistischen Palästinenser und eigenen Kritikern ihrer Verantwortung NICHT nachkommt.
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Nun, das war auch der Grund, warum meine Klassenlehrerin bei Schindlers Liste geheult hat. Aber dass die Nazis damals unmenschlich grausam waren, ändert nix an meiner Meinung, dass ich dafür nicht geradezustehen hab.
(Ich habe es in meinem Post "Judenmorde" genannt, weil es eben so in der Schule vermittelt wurde.)
Ich selbst bin ja ein Feind von Religionen. Auch wenn viele von ihnen als Wegweiser zu einer besseren Welt gesehen werden können, richten sie doch mehr Schaden an als dass sie Menschen helfen, mit ihrem Leben klarzukommen. Es gibt viel zu viele Möglichkeiten der Fehlinterpretation und Ausnutzung selbiger.
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Seneca unregistriert
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Ich halte das so: Geschichte ist Geschichte. Und Geschichte ist dafür da, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und Zusammenhänge versteht.
Rumheulerei oder ähnliches ist da nur sehr sekundär angebracht.
Zu dem jüdischen Opfern. Dass dies damals eine schlimme Sache war, keine Frage. Dass es den Holocaust gab, ebenfalls keine Frage.
Dies rechtfertigt jedoch nicht, dass Israel zur Zeit teilweise die schlimmsten Kriegsverbrecher der Nachkriegszeit beherbergt und diese auch noch als Politiker aktiv sind dort. GERADE DIE sollten nämlich eigentlich aus der Vergangenheit gelernt haben.
BTW: Im zweiten Weltkrieg kamen fast 30 Millionen Sowjetbürger (1/3 der Bevölkerung) ums Leben. Kanntet ihr diese Zahl? Wenn nein, wieso nicht, wo doch schon 6 Millionen wahnsinnig viel sind?
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Hansi unregistriert
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@befstan: Sorry, als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich spontan an dieses Lied denken: http://www.youtube.com/watch?v=voRjmUVoveU . Das trifft zwar nicht direkt die Thematik, aber der Effekt den es beschreibt ist der selbe. Klar ist es scheiße und verurteilenswert was damals passiert ist, keine Frage, aber ich sehe das wie @Luck3r, was habe ich bitte damit zu tun? Auf meinem Perso steht zwar, dass ich "Deutscher" bin, aber ich fühl mich nicht mal als einer. Ich fühle mich als Mensch der in seiner Schulzeit (und natürlich erst recht in seiner späteren Lebzeit) mit etwas konfrontiert wurde, was für ihn aus heutiger Sicht nur sehr schwer begreif- und fassbar ist. Es war ohne jede Frage ein beschissenes, riesiges, unglaubliches Verbrechen an der Menschheit, wohl viel zu groß um es heute nachvollziehen zu können, ich weiß nur eins - es darf nie wieder passieren und werde als Mensch der ich bin alles tun was in meiner Macht steht um eine Wiederholung zu verhindern. Es ist halt sehr abstrakt sich abscheuliche Dinge vorzustellen, die man selbst nie erlebt hat und auch nie erleben möchte. Wenn @Luck3rs Lehrerin anfängt bei Schindlers Liste zu heulen, dann ist das für mich eher ein Zeichen für Mimosenhaftigkeit, Verweichlichung und falscher Betroffenheit ohne verstanden zu haben, worum es wirklich geht. Wurde euch in der Schule erklärt wieso Hitler überhaupt an die Macht kommen konnte? Wurde auch nur in einem Satz über die Wirtschaft gesprochen, die sich dem neuen Führer an den Hals geworfen hat? Es wurde im Geschichtsunterricht immer nur auf die Tränendrüse gedrückt. Wenn man dann noch an so einer verkackten Dorfschule war wie ich, wo 80 % meiner lieben Mitschüler Möchtegern-Nazis waren und das alles sehr faszinierend und toll fanden, dann möchte man am liebsten kotzen wenn man an den Geschichtsunterricht zurück denkt.
Ich erinnere mich an eine sehr witzige Anekdote. Wir sollten für die nächste Geschichtsstunde natürlich den Stoff noch mal aufarbeiten. Dann kam diese Stunde und wir schrieben eine Überraschungsarbeit darüber. Da ich für die Schule so gut wie nie etwas gemacht oder gelernt habe und einfach scheiße wütend war, dass wir sone dämliche Kontrolle ohne Ankündigung schreiben füllte ich ein bisschen der Fragen aus (im Prinzip so gut wie gar nix) und fing danach an auf der Rückseite Anti-Nazi-Parolen zu kritzeln. So lustige Sprüche wie:"Hitler war schwul!", "Nazis stinken" etc. Ich weiß heute nicht mehr wirklich ob mein spärlich ausgefülltes wissen oder die Parolen dafür verantwortlich waren, auf jeden Fall bekam ich eine 3- obwohl ich mit einer glatten 5 oder 6 gerechnet hatte und wurde danach von unserem Obernazi-Spacken angemacht wie ich denn den Führer so verunglimpfen könnte
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In der Schule hat mich dieses Thema nur gelangweilt oder gar genervt und auch das ist ein Punkt, den ich in diesem Zusammenhang eher für bedenklich halte, denn das wäre wirklich wissen, was für uns alle bedeutsam wäre, wird aber so vermittelt, dass es entweder keinen interessiert oder vom Nachwuchs der braunen Soße gefeiert wird. Es darf sich gern ausführlich damit beschäftigt werden, wenn man tatsächlich daraus lernen möchte und die einzig folgerichtigen Schritte daraus ableiten möchte, dieses emotionale Rumgeheule halte ich jedoch für genauso vermessen, da man in keinem direkten emotionalen Bezug zu der Sache steht.
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Original von Hansi
Wenn @Luck3rs Lehrerin anfängt bei Schindlers Liste zu heulen, dann ist das für mich eher ein Zeichen für Mimosenhaftigkeit, Verweichlichung und falscher Betroffenheit ohne verstanden zu haben, worum es wirklich geht. |
Seh ich eigentlich auch so.
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| Original von HansiWurde euch in der Schule erklärt wieso Hitler überhaupt an die Macht kommen konnte? Wurde auch nur in einem Satz über die Wirtschaft gesprochen, die sich dem neuen Führer an den Hals geworfen hat? |
Ein Bisschen, aber die wenigsten Schüler, die damals aufgepasst hatten, dürften sich jetzt noch daran erinnern.
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Hmm - findet ihr emotionale Nähe hierzu generell unangebracht oder könnt ihr das unter gewissen Umständen akzeptieren?
Wenn, ja - unter welchen?
Oder findet ihr, dass dies eine persönliche Sache ist, die jeder mit sich ausmachen sollte um nicht zu versuchen andere zu beeinflussen?
Meint ihr, dass man ohne diese Nähe die nötige Sensibilität entwickeln kann um ähnlich Dinge heutzutage bereits in ihren Frühstadien zu erkennen und zu verhindern? Oder würde sich so etwas heute "von selbst" erledigen?
WIe sehen das wohl die heutigen Holocaust-Leugner? Wie groß wird wohl deren Wissen um geschichtliche Fakten sein?
@Seneca: Deine Aussage zur Verantwortung Israels finde ich gut.
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Hansi unregistriert
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Hmm - findet ihr emotionale Nähe hierzu generell unangebracht oder könnt ihr das unter gewissen Umständen akzeptieren?
Wenn, ja - unter welchen?
Oder findet ihr, dass dies eine persönliche Sache ist, die jeder mit sich ausmachen sollte um nicht zu versuchen andere zu beeinflussen? |
Also wenn jemand zum ersten mal davon erfährt, dann darf er von mir aus gerne auch schockiert, erschrocken und danach wachgerüttelt sein. Klar darf es einen berühren, aber deswegen muss man nun nicht für alle Zeit in Heulkrämpfe verfallen, denn das nützt auch keinem was. Irgendwann sollte man sich einfach damit abfinden was damals passiert ist um wieder klar denken zu können, wie man eine Wiederholung vermeiden kann. Der Punkt ist halt einfach, richtige emotionale Nähe kann man nur zu etwas aufbauen, dass man persönlich kennt und erlebt und das einen selbst betrifft. Es wird eben bei solchen Themen immer schnell die Keule der Betroffenheit geschwungen, obwohl die betroffenen Leute in 90 % der Fälle gar nicht betroffen sind.
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| Meint ihr, dass man ohne diese Nähe die nötige Sensibilität entwickeln kann um ähnlich Dinge heutzutage bereits in ihren Frühstadien zu erkennen und zu verhindern? Oder würde sich so etwas heute "von selbst" erledigen? |
Natürlich, denn spätestens dann, wenn sich so etwas wiederholen sollte, ist man tatsächlich selbst betroffen davon und jeder der vernünftig denken kann, möchte so etwas unter keinen Umständen miterleben. Allerdings glaube ich kaum (wie @Dian ja auch schon schrieb), dass die Menschen all zu viel daraus gelernt haben und ich denke auch, die Gefahr das es noch einmal passiert ist wesentlich größer als wie sie immer geredet wird.
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| WIe sehen das wohl die heutigen Holocaust-Leugner? Wie groß wird wohl deren Wissen um geschichtliche Fakten sein? |
Die sehen das aus ihrer eigenen, kleinen, beschissenen, verschrobenen Sicht. Da sie ja jede Menge Verschwörungstheorien um das Thema aufbauen sieht deren "Wissen" völlig anders aus.
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Wichtig ist zu begreifen, dass es bei dem Gedenken an NS und Holocaust nciht um irgendeinen "Schuldkult" geht, oder sich heute lebende Menschen die an den damaligen Ereignissen nicht beteiligt waren, in irgendeiner Form rechtfertigen sollen. Genau das ist Nazi-Propaganda, mit dem Ziel eventuelle Minderwertigkeitskomplexe in einen aggressiven Nationalismus umzulenken. Das Einfordern eines "Schlusstriches" bezeugt aber nur eines: Die Wahrnehmung des 8. Mai 1945 als Niederlage, und nicht als Befreiung. Wenn ich die totale Zerschlagung Nazi-Deutschlands als Sieg begreife, fällt es mir auch nicht schwer in der Erinnerung etwas positives zu sehen. Klar, wer an den Kategorien Nation und Volk festhalten will, dem kann es natürlich übel aufstoßen, dass sein geliebtes Deutschland solch schreckliche Schandflecke aufzuweisen hat - Geschichtsrevisonismus ist hier vorprogrammiert. Wer es hingegen nicht nötig hat, in nationalen und völkischen Denkmustern zu verharren, dem kann's auch völlig egal sein ob irgendein patriotischer Stolz gezeigt werden "darf " oder nicht.
Zur Judenverfolgung, darf eben nicht vergessen werden dass dahinter eine Ideologie der Vernichtung stand, die mit einer Gründlichkeit und Unausweichlichkeit praktiziert wurde, wie es auf keine andere verfolgte Gruppierung in dem Maß zutraf. Antisemitismus ist ein elementarer Bestandteil der NS-Ideologie, dessen Verständnis ich einen größeren Platz in der Erziehung einräumen würde, als das momentan geschieht. Gedenken soll sich nicht nur auf die Vergangenheit beziehen, sondern insbesondere die Ideologien und gesellschaftlichen Verhältnisse in den Blickpunkt rücken, die auch heute noch gefährliches Potential in sich bergen.
Zu Israel: Sorry, aber was erwartet ihr? Israel ist ein souveräner Nationalstaat, der sich mit einer Bedrohung konfrontiert sieht. Natürlich schlagen sich die Vertreter anderer souveräner Staaten wie Deutschland oder die USA auf die Seite Israels, weil sie exakt denselben Anspruch erheben, sich in Zeiten des Terrorismus gegen solche Bedrohungen zur Wehr zu setzen. Was würde denn bitte in Deutschland passieren, wenn regelmäßig Raketen auf deutsches Territorium fliegen würden?
Dass Israel sein Vorgehen mit der Vergangenheit moralisch legitimiert (zurecht wie ich meine), ändert daran nichts.
Dass man sich auf den ersten Blick durch die Erinnerungskultur bedrängt fühlt ist vielleicht noch vertsändlich, wenn man sieht wie sie praktiziert wird. Ich sehe das allerdings so: Eine besondere Verantwortung Deutschlands interessiert mich nicht die Bohne, da ich mich in keiner Form positiv auf den Nationalstaat oder die "nationale Identität" beziehe. Der NS ist auch oder vorallem als Reaktion bzw. Krisenlösungsstrategie der modernen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft zu begreifen - ökonomisch, sozial, psychologisch und auch quasi-religiös. Diese Gesinnung zu bekämpfen, passiert für mich vor dem Hintergrund einer generellen Ablehnung dieser nationalstaatlichen, kapitalistischen Weltordnung. In dem Sinne ist das Gedenken keine lästige Pflichtübung, sondern im Gegenteil die Chance, mit seiner Kritik an den Verhältnissen auf's Ganze zu gehen und auch heute eine emanzipatorische, revolutionäre Perspektive gegen Staat, Nation und Kapital anzustreben.
Übrigens finde ich es sehr schade, dass die Zeitschriften wohl demnächst nicht erhältlich sein werden, da sich hier sehr gut nachvollziehen lässt, was das "deutsche Volk" damals tatsächlich hätte wissen bzw. erkennen können, und was nicht.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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dian unregistriert
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Hmm - findet ihr emotionale Nähe hierzu generell unangebracht oder könnt ihr das unter gewissen Umständen akzeptieren?
Wenn, ja - unter welchen? |
"Emotionale Nähe" ist doch eigentlich etwas Schönes.
Allerdings leben wir ja nun mal in Zeiten, in denen für nahezu alles emotionale Nähe erzeugt wird, beispielsweise in jeder x-beliebigen Fernsehwerbung, oder in der Daily Soap, oder wenn die Moderatorin von "Hallo Deutschland" tief betroffen von einer "schrecklichen Tragödie" faselt, weil drei besoffene Jugendliche auf der Heimfahrt von der Disco gegen einen Baum geknallt sind.
Mit allem sollen wir mitfühlen... mit den Helden von "Unter Uns", mit dem Mädchen, das bei DSDS auftritt und was von ihrem früh verstorbenen Vater erzählt, mit dem Kerl aus der Fernsehwerbung, dem irgendein tollpatschiges Missgeschick passiert...
Ja, und dann kommen die Lehrer und sagen: "Ihr müsst mit den Opfern des Nationalsozialismus mitfühlen!"
Gut, so sagen sie es nicht direkt... aber das ist meines Erachtens das Hauptziel ihres Unterrichts bei diesem Themen-Komplex, weil sie vermutlich ernsthaft glauben, dass das die beste Waffe gegen faschistoides Gedankengut wäre.
Ich finde, emotionale Nähe herzustellen, ist sicher nichts Falsches, und kann natürlich dazu beitragen, dass man später den Faschismus ablehnt... aber erstens gibt es wie gesagt in der heutigen Zeit ein Überangebot an emotionaler Betroffenheit, und zweitens glaube ich, dass es mit den Wurzeln des Faschismus so gut wie nichts zu tun hat.
Waren die Menschen, die Hitler damals gewählt haben, etwa alle so emotional abgestumpft, dass sie nichts mehr für andere Menschen empfinden konnten? Hätte man ihnen einfach nur "Mitleid" beibringen müssen?
Ich denke nicht. Mein Opa war auch überzeugter Nazi... trotzdem war er wohl ein sehr liebevoller Vater, tierlieb und überhaupt ein sehr freundlicher, emotionaler Mensch, der nur das Beste für seine Familie und seine Nachbarn wollte.
Es ist ein dämliches Hollywood-Klischee, dass Nazis keine Gefühle hatten und den ganzen Tag nur übers Judentöten nachgedacht hätten.
Viele waren vielleicht gar nicht sonderlich glücklich darüber, wie man mit den Juden umging, aber sie glaubten halt, dass es nunmal notwendig war, die Juden zu beseitigen, um das eigene Volk zu schützen.
Und hier würde ich auch als Erstes ansetzen, um jungen Leuten die Gefahren und die Verlockungen des Faschismus klarzumachen:
Bei ganz alltäglichen Fragen, wie: "Wie viel deiner Freiheit würdest du persönlich aufgeben, um den Rest deines Lebens in Wohlstand und absoluter Sicherheit leben zu können?"
"Findest du es eine gute Idee, eine Schuluniform zur Pflicht zu machen, damit dich niemand mehr mobben kann, weil er schicker gekleidet ist als du?"
Klar wird an Schulen gelegentlich über Schuluniformen diskutiert... aber ich denke, der Zusammenhang mit dem Faschismus wird da eher selten hergestellt.
Oder beispielsweise ist es ja auch eine gängige Praxis, zumindest unter jüngeren Schülern, einander zu verpetzen und beim Lehrer anzuschwärzen.
Und wenn ein Schüler irgendwas verdächtiges bemerkt, irgendeine Sachbeschädigung passiert ist oder gar jemand eine Drohung gegen einen Lehrer ausgesprochen hat, soll er das sofort einem Erwachsenen melden... man könnte auch sagen: Er soll denunzieren... und zwar zum Wohl der Gemeinschaft.
Denunziation, optische Gleichschaltung, Verzicht auf Freiheit für ein Leben in Wohlstand... dazu noch Gruppenzwang, Autoritätsgläubigkeit und die Lust daran, in der sozialen Rangordnung aufzusteigen... das sind meines Erachtens (neben die bereits angesprochene Ausländerfeindlichkeit) die Hauptgründe dafür, dass sowas wie das Dritte Reich passieren konnte.
Aber es wird eben irgendwie fast immer auf den Rassismus bzw. den Antisemitismus reduziert. (kein Wunder... alles andere ist ja schließlich auch heute in unserer Gesellschaft noch gang und gäbe...)
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| WIe sehen das wohl die heutigen Holocaust-Leugner? Wie groß wird wohl deren Wissen um geschichtliche Fakten sein? |
Ich denke, tendenziell wissen Holocaust-Leugner recht viel über die Geschichte des Reichs, weil sie sich schließlich für diese Periode besonders interessieren.
Sie ziehen nur eben andere Schlüsse aus den geschichtlichen Fakten... und das ist ja gerade auch der Grund, warum Verschwörungstheorien so boomen und auch so verdammt schwer aus den Köpfen der Leute zu kriegen sind...
Diese Theorien sind meist nicht völlig absurd oder lächerlich, sondern sie werden, zumindest auf den ersten Blick, relativ plausibel begründet, und enthalten meist auch irgendwo einige wahre Elemente.
Beispielsweise gibt es ja solche Rechnungen, warum die Kapazitäten in Auschwitz gar nicht ausgereicht haben konnten für eine massenhafte Vergasung... diese sind dann noch mit überzeugenden Skizzen versehen, mit angeblich seriösen Dokumenten, etc.
Irgendwie kann man fast alles plausibel begründen, wenn man nur von einem anderen Blickwinkel draufschaut und sich eben unter der Flut von Beweismittel genau die paar Beweise raussucht, die der allgemeinen Lehrmeinung widersprechen. So kann man ohnehin alles "beweisen"... selbst, dass im englischen Königshaus in Wahrheit keine Menschen, sondern außerirdische Echsenmenschen das Sagen haben, oder dass wir in Wirklichkeit nicht auf der Erdoberfläche, sondern im Inneren des Planeten leben, etc.
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Seneca unregistriert
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| dessen Verständnis ich einen größeren Platz in der Erziehung einräumen würde, als das momentan geschieht |
Und eben da liegt IMHO der Denkfehler. Dass es damals die Juden getroffen hat ist jedem bekannt, aber betrachtet man die Ideologie als solche unabhängig vom genauen Fallbeispiel, so spielt es keine Rolle, welche Bevölkerungsgruppe nun das Opfer der Vernichtung ist. Dass es damals die Juden waren liegt nicht daran, dass es vom Denkmuster her so vorgegeben war, sondern daran dass es diese Gruppe damals getroffen hat, weil die Gesamtbedingungen eben entsprechend waren. Gleiches Regime und Ideologie an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit und es wären evt andere Bevölkerungsgruppen dem zum Opfer gefallen.
Und wer meint, man könne das nicht verallgemeinern, sondern müsse beim konkreten Beispiel der Juden bleiben, weil das ja damals so war, der irrt. Denn so argumentiert könnte man genauso sagen: Das Thema kann man vergessen, denn die damalige NS-Zeit ist ja vorbei. Es gibt aber eben nicht "das" faschistische System, genauso wenig wie es die Juden als "das" Opfer gibt.
Ziel muss es sein solchen Entwicklungen für die Zukunft vorzubeugen. Und dafür ist ein allgemeinerer Umgang von Nöten.
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Zu Israel: Sorry, aber was erwartet ihr? Israel ist ein souveräner Nationalstaat, der sich mit einer Bedrohung konfrontiert sieht. Natürlich schlagen sich die Vertreter anderer souveräner Staaten wie Deutschland oder die USA auf die Seite Israels, weil sie exakt denselben Anspruch erheben, sich in Zeiten des Terrorismus gegen solche Bedrohungen zur Wehr zu setzen. Was würde denn bitte in Deutschland passieren, wenn regelmäßig Raketen auf deutsches Territorium fliegen würden?
Dass Israel sein Vorgehen mit der Vergangenheit moralisch legitimiert (zurecht wie ich meine), ändert daran nichts. |
Es geht nicht um Verteidigung. Es geht zum Beispiel darum, dass Israel sein Territorium, welches dem Staat per UN-Resolution "zugeteilt" wurde über die Jahre hinweg eigenmächtig erweitert hat auf Gebiete, welche ihm nicht zustehen. Der Staat Israel überschreitet seine Kompetenzen als Nationalstaat in einer Art und Weise, wie es sich sonst kein Staat erlauben könnte.
Deutsche Städte an der Grenze zu Frankreich können doch auch nicht einfach mal kurz Baugebiete im Elsass ausweisen nur weil ihnen danach ist.
Israel darf sich schützen, Israel darf auch einen Sperrwall bauen. Dann bitte aber auch auf israelisches Gebiet und nicht quer durch palästinensische Siedlungen. Hat sich jemand von euch den Verlauf schonmal angeschaut? Der wäre bei jedem anderen Staat ein Grund zu einer Kriegserklärung.
Zu den Raketen und den Luftangriffen Israels: Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei?
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@Seneca:
zum ersten Punkt: Natürlich KANN es auch andere Gruppen treffen, und genau deswegen muss auch der Antisemitismus vor dem sozio-ökonomischen Hintergrund betrachtet werden, vor dem er stattfindet. Es wird ja auch zum Teil vom strukturellen Antisemitismus geredet , womit im wesentlichen eine verkürzte Kapitalismuskritik verstanden wird, die personifiziert und zugleich exterritorialisiert.
Historisch und aktuell sind aber nunmal die Juden die Leidtragenden dieser Denkweise. Und es ist nicht abzusehen, dass sich dieses Feindbild in absehbarer Zeit erledigen wird. Daher stellt der Schutz von Juden, wozu auch die Verteidigung der Existenz (!) Israels gehört, eine historische Notwendigkeit dar. Das heißt natürlich nicht, mit der Politik der israelischen Regierung einverstanden sein zu müssen. Auch in Israel gibt es genug Gegner von Siedlungspolitik und Kriegsführung, weswegen es ohnehin Nonsens ist, hier von Israel zu sprechen, als seien damit alle Israelis oder gar alle Juden gemeint.
Deswegen halte ich auch den zweiten Punkt, sprich die Kritik an dieser Politik für gerechtfertigt, solange dieser Unterschied gesehen wird.
Die Gründung und die Verteidigung von Nationalstaaten ist als solcher ein gewaltätiger Akt, der sich von Eroberungs- und Vertreibungskriegen bis zu massenhaften Deportationen von Volksfremden und aggressiver Außenpolitik erstreckt, die nicht immer kriegerisch, sondern auch wirtschaftlich vor sich geht. Das ist eine Tatsache, die ich hier als letzter legitmiere, auch nicht im Falle Israels. Bloß halte ich es für sehr interessant, dass ausgerechnet hier sich nun das Weltgewissen gerade derjenigen regt, die sich doch selbst affirmativ auf den Nationalstaat beziehen. Entweder ich lehne das Konzept von nationaler Ein- und Ausgrenzung als solches ab, oder ich erkenne auch an, dass eine Politik wie sie Israel aktuell praktiziert auch nichts anderes als eine sehr aggressive Umsetzung dieses Konzepts darstellt. Das ist weniger eine Frage davon was sich Israel angeblich aufgrund der Vergangenheit "erlauben" kann, sondern eher eine Folge dass a) kein souveräner palestinensischer Staat existiert, den man respektieren müsste, und b) Israel sein Vorgehen mit der tatsächlichen Bedrohung tatsächlich bis zu einem gewissen Grad legitimieren kann.
Die Frage von Henne oder Ei st im Übrigen für'n Arsch, weil es nichts ander aktuellen Situation ändert. Wobei es hirnvebrannt ist anzunehmen, die antisemitische Vernichtungsideologie der klerikal-faschistischen Hamas sei in irgendeiner Form eine verständliche Reaktion auf die israelische Siedlungspolitik. Wie konkret soll denn deiner Ansicht nach mit einer Gruppierung umgegangen werden, die die Vernichtung Israels in ihren Statuten stehen hat und sich skrupellos hinter den eigenen Zivilisten verschanzt?
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Seneca unregistriert
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| Zitat: |
| aktuell sind aber nunmal die Juden die Leidtragenden dieser Denkweise. |
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| Daher stellt der Schutz von Juden, wozu auch die Verteidigung der Existenz (!) Israels gehört, eine historische Notwendigkeit dar. |
Die Juden leiden in erster Linie darunter, von denen, die sie angeblich schützen wollen in die Opferrolle gedrängt zu werden.
Ich sehe in der breiten Bevölkerung keinerlei Ansätze von Judenhass in der Form wie sich das früher zugetragen hat. Die junge Generation kann sich mit so etwas auch nicht identifizieren, da das zusammentreffen verschiedener Kulturen, Religionen und Lebensweisen inzwischen Alltag geworden ist. Ausschließlich über die Juden eine schützende Hand zu halten bewirkt genau das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte. Es drängt die Juden in eine Sonderrolle und da liegt das Problem.
Natürlich muss man differenzieren. Aber das darf eben nicht pauschal passieren.
Mal ein sehr primitives Beispiel: Eine Person macht einen schlechten Judenwitz (nein, keinen geschmacklosen Holocaustwitz, sondern wegen mir einen über irgendwelche jüdischen Traditionen).
Diese Person würde wahrscheinlich sofort moralisch geächtet, vom Arbeitgeber gekündigt und wegen irgendwelcher Straftaten angezeigt.
Macht eine andere Person einen dämlichen Witz über Türken, so ist das schlimmste was passieren kann, dass keiner drüber lacht (wobei die Leute wahrscheinlich eher lachen würden als nicht).
Was ich damit sagen will: In beiden Fällen werden Menschen bzw. Kulturen ins Lächerliche gezogen, was ich natürlich nicht gut finde. Ich finde solche Witze auch grundsätzlich geschmacklos. Dennoch fallen die Reaktionen unbegründet verschieden aus.
Nur um dir mal einen Einblick zu geben @lonewolf: Geh mal auf www.politikstube.de und lies. Da posten lauter "ehrenwerte" christliche Leute, die Israel ohne jede Begründung auf voller Linie verteidigen und gleichzeitig Muslime (nein, nicht nur den Islam, sondern die Menschen dahinter) pausenlos erniedrigen und am liebsten am langen Arm verrecken lassen würden.
Eine solche Pauschalunterscheidung ergitb keinen Sinn, weder historisch noch aus andern Gründen.
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Original von Seneca
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| aktuell sind aber nunmal die Juden die Leidtragenden dieser Denkweise. |
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| Daher stellt der Schutz von Juden, wozu auch die Verteidigung der Existenz (!) Israels gehört, eine historische Notwendigkeit dar. |
Die Juden leiden in erster Linie darunter, von denen, die sie angeblich schützen wollen in die Opferrolle gedrängt zu werden.
I. |
Klar doch, schließlich ist die Schändung hunderter jüdischer Friedhöfe allein im letzten Jahr, die in weiten Teilen der Bevölkerung anzutreffenden antisemitischen Klischees und die Hass-Ideologie der Neonazis ebenso reine Einbildung wie die Mordrohungen, die jüdisch Personen des öffentlichen Lebens ständig erhalten. Antisemitismus ist eine reale Bedrohung, und wenn Juden nicht im Alltag Übergriffen ausgesetzt sind liegt das wohl vorallem daran, das sie nicht als solche erkennbar sind (im Gegensatz zu Menschen mit schwarzer Hautfarbe oder südländischem Aussehen). Gegen reale Bedrohung vorzugehen hat nichts mit angeblichen Opferrollen zu tun, sondern mit simpler (Selbst)verteidigung. Deshalb ist deine Aussage, mit Verlaub, ein Griff ins Klo, obwohl ich schon ahne wie sie gemeint war. Wenn der Eindruck entsteht, Juden müssten irgendwie einen priviligierten Schutz genießen, ist das eine verzerrte Wahrnehmung und kann gegenteilige Reaktionen hervorrufen - natürlich ist es vollkommen egal, wer aus welchen Gründen als Vertreter seiner tatsächlichen oder imaginierten "Herkunft" diskriminiert wird. Bloß hat der Antisemitismus eine besondere Qualität, die sich deutlich von dem abhebt was als Rassismus andere Personen betrifft. Das heißt nicht dass Juden in dem Sinne eine Sonderrolle einnehmen sollen, sondern dass die Ideologie als solche gesondert untersucht werden muss.
Hier noch ein Klassiker zum Thema: http://www.antisemitismus.net/theorie/adorno.htm
Was ich mit dem Link zu dieser "Politikstube" anfangen soll ist mir nicht so ganz klar. Natürlich gibt es religiöse Spinner, die im Nah-Ost-Konflikt einen religiösen oder kulturellen Dualismus ausmachen wollen und sich daher auf die eine oder andere Seite schlagen. Das Existenzrecht Israels leitet sich aber imho lediglich aus der Tatsache ab, dass der Staat Israel den weltweiten Zufluchtspunkt für die Menschen darstellt, die vom Antisemitismus verfolgt sind. Eine andere Legitimation für diesen Staat (oder jeden anderen), sehe ich nicht.
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Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Original von quaid
warum? |
Der katholische Gott ist von einem Standpunkt, der nur berücksichtigt, was wahrscheinlich wahr ist, ein bis zur Lächerlichkeit absurdes Konzept.
Dass es den Holocaust in der behaupteten Form nicht gab liegt dagegen vollkommen innerhalb dessen, was hätte passiert sein können. Er ist nur eins von vielen geschlichtlichen Ereignissen mit dünner Beweislage.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Es ist um Welten plausibler, dass es den Holocaust nicht gab, als dass es Gott gibt.
Ich seh da also keinen Grund zur Aufregung.
Bzw wenn, dann sollte man damit anfangen, dass er Katholik ist.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Seneca unregistriert
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| Klar doch, schließlich ist die Schändung hunderter jüdischer Friedhöfe allein im letzten Jahr, die in weiten Teilen der Bevölkerung anzutreffenden antisemitischen Klischees und die Hass-Ideologie der Neonazis ebenso reine Einbildung wie die Mordrohungen, die jüdisch Personen des öffentlichen Lebens ständig erhalten. |
1. Sry, ich kenne keiner Leute, die man als weite Teile der Bevölkerung ansehen könnte und die irgendwelche antisemitischen Klischees auf Lager hätten.
2. Das Neonazi-Problem ist kein Problem der Juden, sondern aller.
3. Zum schänden hunderter jüdische Friedhöfe reichen Notfalls 10 Personen, was nicht sooo die Masse wäre.
Und falls du mit "Personen des öffentlichen Lebens" Michel Friedmann oder Frau Knobloch meintest, dann ist ersterer ein arrogantes Arschloch und zweitere eine Frau, die sich ständig in Dinge einmischt, die sie nichts angehen. Ich kann daher durchaus nachvollziehen, dass Menschen, die etwas von Mordrohungen halten, sich solche Leute dafür aussuchen. Da ist eine jüdische Abstammung sehr sekündär.
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