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Lovecraft

Großer Alter


09.02.2008 19:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Hansi:
Dann seid ihr wohl keine typische WG. Vielleicht weil ihr alle doch recht ähnlich seid?
Aber das sind ohnehin nur kleinteilige Strukturen. Ich sag ja nicht, daß ich mich mit anderen nicht einigen könnte, ohne daß es ein vorgegebenes Regelwerk und Autoritäten geben muß.

Zitat:
Manche Entscheidungen lassen sich durchaus ganz gut durch Mehrheitsentscheide finde. Aber das sind ganz ganz wenige.

Eben. Und für die anderen habt ihr ja mich! smile

Zitat:
Bei vielen Mehrheitsentscheidungen werden bestimmte Gruppen schlichtweg bevormundet ob wohl dies gar nicht nötig wäre.

Wie gut, daß das in einer Anarchie nicht so ist. Daß sich dort z.B. nicht derjenige durchsetzt, der am lautesten schreien kann. Ich mein', nachdem wir von Dir gelernt haben, daß es eh keine Sozialversicherung und ähnliches Brimborium braucht, können wir natürlich damit aufhören, einzelne Gruppen z.B. mit Steuern oder Zwangskrankenkassen zu bevormunden und in die Freiheit entlassen.

@Lonewolf:
Einspruch stattgegeben. Klar ist die Demokratie die 'die dem Kapitalismus adäquate Herrschaftsform'. Oder jedenfalls eine davon. Ich bezog mich hier eher auf Hansi, von dem ich den Eindruck habe, daß ihm nicht ganz klar sei, was Du meinst, wenn Du z.B. schreibst:
"Das heißt weder, dass der Anarchismus nicht die Form einer anderen Art von Demokratie annehmen könnte, noch dass er jede Form von Ordnung oder Recht negiert."
Insofern ist es ein weites Feld und es handelt sich nicht immer um eindeutige, voneinander abzugrenzende Begriffe. (Im grünen Forum fand z.B. jüngst einer heraus, daß man unter Anarchismus auch noch was ganz anderes verstehen kann) Antwort folgt schon noch, an anderer Stelle.

Sollen sie mich doch hassen, wenn sie mich bloß fürchten. (Unveröffentlichtes Abizeitungs-Lebensmotto)
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Leberkrebs
unregistriert
10.02.2008 02:07 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hansi
Lieber verhungere ich, als unter der Herrschaft eines Diktators leben zu müssen. Geld ist bei weitem nich alles. Ich mein, unter Hitler ging es vielen Menschen finanziell auch gut, schon alleine weil es vor der Machtergreifung viele Arbeitslose gab, aber war das nun die Lösung?


Ohne Geld lebst Du aber in unserem System in der Diktatur. Denn diejenigen, die das Geld haben, machen Dir Vorschriften und nutzen das Geld um Dich zu erpressen. Alternativ kannst Du im Bauwagen leben und nur jeden zweiten Tag etwas essen.
Arne Kroger
unregistriert
10.02.2008 04:08 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Lovecraft:
China hat Freihandelszonen, das ist richtig. Ansonsten wäre die chinesische Parteiführung glücklich, wenn ihr Kader mal wirklich das letzte Kaff in den völlig unterentwickelte ländlichen Gebieten erreichen könnte, wenn es um die Einhaltung derer Verfassung geht. Letztendlich versucht China, aus dem Fehler zu lernen, den Lenin und Stalin machten und versucht erst eben die marktbeherrschende Stellung in der Welt einzunehmen, damit es keine kapitalistische Außenhandelskonkurrenz mehr gibt, die ja auch die Ostblockstaaten in die Knie gezwungen haben. Wenn China alle Finanzmärkte beherrscht, kann der Kommunismus kommen.

@Hansi:
Zitat:

Und natürlich ist die beste Lösung um eine Weltmacht los zu werden, eine andere Weltmacht Augen rollen . Nein @Arne, die Macht ist das Problem und wenn es zwei Weltmachten gibt, dann hat sie sich verdoppelt.


totlachen
Ach so, und wenn es nur eine Welt macht gibt, dann gibt es weniger Macht???
Ja klar, warum unterwerfen wir uns dann nicht alle direkt George W.Bush und wir haben ein Problem weniger.
Sag' mal, wie ist das mit logisch-kognitiven Denkvermögen? Macht wird ausgeübt, entweder wirst Du fremdbestimmt oder nicht. Und da wird die Fremdbestimmung nicht geringer, wenn es nur einen gibt, der Dich fremdbestimmt. Wenn sich zwei darum prügeln, über Dich zu bestimmen, dann kannste Dir das wenigstens noch aussuchen, aber die Alternative "Selbstbestimmung total" hat es noch nicht gegeben.

Ach so, und stimmt, @Hansi, die Frage, die Dir @Bronstein stellte, hast Du noch nicht beantwortet, warum Du noch lebst, wenn Du hier eben auch in einer Diktatur lebst.

@Lonewolf:
Dann nenne mir doch mal eine Alternative, die funktionieren könnte, wie man Bewusstsein schaffen soll, ohne das Sein zu berücksichtigen? Das ist mir zu idealistisch, diese Vorstellung, das hat noch nie geklappt.
Hansi
unregistriert
10.02.2008 15:08 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Original von @Lovecraft:
Zitat:
@Hansi:
Dann seid ihr wohl keine typische WG. Vielleicht weil ihr alle doch recht ähnlich seid?
Aber das sind ohnehin nur kleinteilige Strukturen. Ich sag ja nicht, daß ich mich mit anderen nicht einigen könnte, ohne daß es ein vorgegebenes Regelwerk und Autoritäten geben muß.


Naja, was heißt schon "typisch" *schulterzuck*. Und zwei von drei Leuten hier bezeichnen sich als Anarchisten. Und die dritte Bewohnerin hat zumindest nix gegen Anarchie. Und klar teilt man hier mit den Leuten viele bestimmter Ansichten, sonst würde man ja in kein solches Kollektiv ziehen.Ja eben in kleinen Strukturen funkioniert das hervorragend. Warum also nicht diese Nation auflösen (so wie alle anderen) und alle suchen sich eine Region aus wo sie leben möchten (das ergibt sich von selbst). Und natürlich darf man zwischen diesen Regionen hin- und her pendeln. Warum muss das alles in einem so riesigen Rahmen ablaufen wie bisher? Warum soll man über eine gigantische Masse von 80 Mio. Menschen entscheiden. Das geht in kleineren Gruppen die das selber mit sich auskaspern viel besser. Wozu braucht es Staaten? Nationen? Grenzen?

Zitat:
Wie gut, daß das in einer Anarchie nicht so ist. Daß sich dort z.B. nicht derjenige durchsetzt, der am lautesten schreien kann. Ich mein', nachdem wir von Dir gelernt haben, daß es eh keine Sozialversicherung und ähnliches Brimborium braucht, können wir natürlich damit aufhören, einzelne Gruppen z.B. mit Steuern oder Zwangskrankenkassen zu bevormunden und in die Freiheit entlassen.


JA! Nun hast du es verstanden smile !

Original von @Bronstein:
Zitat:
Alternativ kannst Du im Bauwagen leben und nur jeden zweiten Tag etwas essen.


So ungefähr mach ich das ja jetzt schon, nur dass es noch jeden Tag Essen gibt, weil ja die Zeiten "nur" kalt, aber noch nicht eisig sind. Aber im Notfall würd ich lieber nur alle 2-3 Tage essen und hier leben, als zurück ins System zu gehen. Und im Bauwagen leben auch nur ein paar von uns, aber mal gucken, vllt mach ich das auch noch irgendwann smile . Bauwagen sind toll!

Original von @Arne:
Zitat:
Ach so, und wenn es nur eine Welt macht gibt, dann gibt es weniger Macht???
Ja klar, warum unterwerfen wir uns dann nicht alle direkt George W.Bush und wir haben ein Problem weniger.
Sag' mal, wie ist das mit logisch-kognitiven Denkvermögen? Macht wird ausgeübt, entweder wirst Du fremdbestimmt oder nicht. Und da wird die Fremdbestimmung nicht geringer, wenn es nur einen gibt, der Dich fremdbestimmt. Wenn sich zwei darum prügeln, über Dich zu bestimmen, dann kannste Dir das wenigstens noch aussuchen, aber die Alternative "Selbstbestimmung total" hat es noch nicht gegeben.


Also ich lebe hier in keiner Diktatur. Und jetzt komm nicht wieder mit dem Argument, dass nicht jeder aus der BRD hier einziehen kann. Das weiß ich selber. Ich will damit nur sagen, dass sowas tatsächlich funktionieren kann. Und natürlich will ich GAR KEINE Weltmacht. Aber ich denke das ist dir auch schon klar gewesen, bevor ich das schrieb. Noch schlimmer als eine Weltmacht, find ich allerdings mehrere Weltmächte die sich um ihre Kuchenstücke der Macht schlagen.

Lonewolf



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10.02.2008 17:45 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Arne, ich hab nirgendwo behauptet, man solle das 'Bewusstsein ohne das Sein' berücksichtigen. Beides geht Hand in Hand, aber es ist schlichtweg Irrsinn anzunehmen, aus einer Gesellschaft die bereit ist zig Millionen Leben für den 'Modernisierungschub' zu opfern würde irgendwann eine freie neue Welt entstehen, die urplötzlich das bestehende Potential allen zugänglich macht. DAS nenne ich utopisch, und nicht die Vorstellung einer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, die zugleich den Respekt vor den individuellen Rechten nicht verliert. Besser lauter kleine Schritte in die richtige Richtung, als ein großer Sprung nach vorne der über Leichenberge führt.

The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.

Percy Bysshe Shelley


Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Arne Kroger
unregistriert
11.02.2008 02:10 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Hansi:
Zitat:

Das geht in kleineren Gruppen die das selber mit sich auskaspern viel besser. Wozu braucht es Staaten? Nationen? Grenzen?


Na, das hört sich doch schon vernünftiger an. Nur Grenzen wird es schon noch geben müssen, wenn man sich in kleinen Einheiten aufhält, denn die Rechtssprechung wird ja auch unterschiedlich sein in den einzelnen Einheiten und das sollte man dann schon wissen, wo man landet.

Ansonsten macht das krank, wenn man zu wenig isst, stelle ich gerade fest.

@Lonewolf:
Okay, das hört sich schon anders an. Dann nimm' aber auch zur Kenntnis, dass weder @M.F. noch ich, nicht mal Sarah Wagenknecht irgendwo die Verbrechen der Stalinzeit gerechtfertigt hat. Maximal kann man einschränken, dass die faschistische Alternative noch unangenehmer gewesen wäre.
Hansi
unregistriert
11.02.2008 15:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja meinetwegen, wenn man die Grenzen halt zieht um zu sagen: in dem bestimmten Gebiet, gelten die und die Regeln. Grenzübergänge oder sowas braucht es imo aber nicht.
Arne Kroger
unregistriert
12.02.2008 02:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Nee, warum auch?
Jeder, der an Deinen PC will, soll einfach dran gehen.
Hansi
unregistriert
12.02.2008 16:58 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Jetzt hör auf hier Insider zu reißen, die hier eh keiner versteht Zunge raus .
dian
unregistriert
13.02.2008 00:03 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Arne:
Ich finde manches an deiner Argumentation schon ein wenig widersprüchlich.
Einerseits willst du, dass Nationalstaaten abgeschafft werden, weil sie künstliche Gebilde mit willkürlich gezogenen Grenzen sind...
aber andererseits sprichst du ständig davon, dass es eine typisch deutsche Mentalität gibt (oder zumindest eine typisch süddeutsche bzw. typisch preußische)
Wenn es nun aber ein "typisch deutsches Wesen" gibt, und entsprechend auch andere Völker, die andere Eigenschaften besitzen, dann bist du doch gar nicht mehr so weit von der Denkweise der Nazis entfernt. Nur, dass du eben einen anderen Geschmack hast als die Nazis.
Aber letztlich behauptest doch auch du (abgesehen von einigen Ausnahmen), von der Abstammung eines Menschen auf dessen Charakter schließen zu können...
Arne Kroger
unregistriert
13.02.2008 03:50 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ebend!

Erstmal karikiere ich den Gedanken an irgendwelche rassistischen oder chauvinistischen Gedanken immer dadurch, dass ich diesen Rassismus sofort versuche, innerdeutsch zu interpretieren. Ist hier evtl. nur in Ausnahmefälle sinnvoll, wenn "Ossis" oder "Südler" über die USA herziehen (und das so dämlich machen, dass sie nicht mal klarstellen, dass sie die JETZIGE US-Regierung oder das jetzige System in den USA, was ja sowieso das gleiche wie in der BRD ist, meinen), aber wirkt in anderen Foren immer ganz gut. Aber Gedankenlosigkeit in der Verurteilung anderer Nationen habe ich hier auch schon oft genug erlebt.

In einem Punkte sind allerdings mehrheitlich tatsächlich diejenigen, die deutschsprachig sind, ein geringes Bildungsniveau haben und in den Grenzen der BRD leben, sich tatsächlich sehr ähnlich. Sie lassen sich gerne Blödsinn erzählen. Und aufgrund der gerade auch von @MAUS nochmal dargestellten Problematik, dass das deutsche Bildungssystem nunmal dafür sorgt, dass in diesem Staate wesentlich weniger Menschen eine gescheite Bildung bekommen als wie in anderen westlichen Nachbarstaaten, wirkt sich das natürlich dann wieder auf alle aus, die in diesen Grenzen leben müssen. Das führt nunmal zu einer leichten Manipulierbarkeit bei vielen und so kommen immer wieder solche Idiotien heraus wie damals 1933 ff., was eben dazu führte, dass es hier genügend von diesen Idioten gab, die tatsächlich glaubten, dass es ihnen besser gehen würde, wenn man alle Menschen, die mal vor Jahrhunderten einer anderen Religion angehört haben, ausrotten würde.

Und die Gefahr, dass sich sowas wiederholt, kann ich erstmal eben nur in der BRD bekämpfen. Wie soll ich Rassismus in den USA bekämpfen oder sonstwo am Arsch der Welt? Das geht nun mal nur da, wo man lebt. Und aufgrund der idiotischen Grenzen kann ich nichtmal kooperativ sein und jetzt z.B. das in meiner Region machen, weil z.B. jedes Bundesland der BRD für mich regional gesehen weiter weg liegt als die NL.
Und ansonsten werde ich mich mal weiter bemühen, dass sich meine region sich aus der BRD ablöst und sich NL anschließen will, obwohl das maximal sozial noch etwas verbessert und es Coffeeshops dann gäbe. Von der Islamfeindlichkeit sind die auch nicht mehr weit von Deutschland entfernt, wenn nicht sogar noch heftiger.
Hansi
unregistriert
13.02.2008 12:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Erstmal karikiere ich den Gedanken an irgendwelche rassistischen oder chauvinistischen Gedanken immer dadurch, dass ich diesen Rassismus sofort versuche, innerdeutsch zu interpretieren.


Und an dieser Stelle wirst du eben selbst zu tiefst rassistisch in dem du sagst: Alle Deutschen sind Rassisten (oder Ungebildet oder was auch immer du ihnen sonst noch so nachsagst). Aber das ist schlichtweg Blödsinn. Rassismus kennt keine Farbe und keine Nation. Stellen wir uns einmal vor, eines Tages entdecken wir fremdes Leben auf irgend einem Planeten. Selbst da würden viele der Menschen zu blanken Rassisten, weil sie Angst vor die Aliens hätten. Und genauso läuft das überall auf der Welt zwischen verschiedenen Gruppen von Menschen. Und ich frag mich jedes mal warum? Warum gleich auf einander los gehen, so voll von Vorurteilen, obwohl man den Menschen den man gegenüber hat gar nicht kennt? Hauptsache er passt ins eigene Feindbild und darf deswegen beschimpft und diskreminiert werden. Und das das in anderen Foren gut ankommt überrascht mich nu überhaupt nicht, einfach weil es viel zu wenig gute Internetforen gibt (das hier ist vllt das Einzigste, wo es sich lohnt ständig mit zu lesen und zu posten).
dian
unregistriert
13.02.2008 12:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Arne:
Zitat:
Ist hier evtl. nur in Ausnahmefälle sinnvoll, wenn "Ossis" oder "Südler" über die USA herziehen (und das so dämlich machen, dass sie nicht mal klarstellen, dass sie die JETZIGE US-Regierung oder das jetzige System in den USA, was ja sowieso das gleiche wie in der BRD ist, meinen)

Ok, ich kann schon nachvollziehen, dass man auf "Scheiß Ami!"-Rufe mit "Scheiß Deutsche!"-Rufe reagiert, um irgendwelchen MTV-Kiddies mal den Spiegel vorzuhalten, was sie da eigentlich von sich geben.
Ist halt nur die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, die einen Vorurteile durch andere Vorurteile bekämpfen zu wollen, oder ob man am Ende dadurch nicht nur doppelt so viel Vorurteile und doppelt so viel gegenseitiges Unverständnis hat.

Zitat:
Und die Gefahr, dass sich sowas wiederholt, kann ich erstmal eben nur in der BRD bekämpfen. Wie soll ich Rassismus in den USA bekämpfen oder sonstwo am Arsch der Welt? Das geht nun mal nur da, wo man lebt.

Wenn jeder so denken würde wie du, würde das sogar funktionieren.
Nur das Problem, das du scheinbar verkennst, ist eben, dass es nicht die Deutschen waren, die damit angefangen haben, sich in amerikanische Angelegenheiten einzumischen und deren Politik zu kritisieren... vielmehr sind die USA ja nunmal seit Jahrzehnten absolute Weltmeister darin, statt vor ihrer eigenen Haustür zu kehren die halbe Welt befreien oder belehren zu wollen.
Es hat meines Erachtens sogar viel zu lange gedauert, bis sich in der deutschen Öffentlichkeit auch mal etablierte Politiker und Medien getraut haben, diese Tatsache offen auszusprechen und von der seit den frühen Tagen des Kalten Krieges gepflegten Nibelungentreue zu den USA wieder ein wenig abzukommen.
Also ich habe vollstes Verständnis für jeden, der etwas gegen die Politik der Bush-Regierung hat, und der jenen Teil der Amerikaner, der eine solche Regierung gewählt hat, für geistig unterbelichtet hält.
Ich halte ja auch einen Großteil der Deutschen für unterbelichtet, weil die CDU wählen. Also kann ich ja wohl auch das selbe über die Amis behaupten.
Du sagst zwar, man solle erst mal in seinem eigenen Land aufräumen, bevor man die Regierungen anderer Länder kritisiert.
Aber ehrlich gesagt, ich fühle mich überhaupt nicht als Deutscher... und ich habe auf die deutsche Regierung wohl auch genauso wenig Einfluss wie auf die amerikanische oder die Regierung von Afghanistan.
Also kann ich entweder alle kritisieren oder keine. Aber nur die deutsche Regierung zu kritisieren, weil ich halt nunmal laut meinem Pass Deutscher bin... das hieße ja, diesen Pass in gewisser Weise auch ernst zu nehmen, und damit auch die Grenzen ernstzunehmen, die irgendwelche Politiker irgendwann mal gezogen haben.
Ich nehme das aber nicht ernst. Ich sehe mich allein als Individuum und nicht als Bürger irgendeines Staates, auch wenn andere das anders sehen. Also kann ich auch jeden Staat kritisieren, den ich will, und nicht nur dieses komische Gebilde namens "Deutschland".
M.F
unregistriert
13.02.2008 18:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von dian
Aber ehrlich gesagt, ich fühle mich überhaupt nicht als Deutscher... und ich habe auf die deutsche Regierung wohl auch genauso wenig Einfluss wie auf die amerikanische oder die Regierung von Afghanistan.
Also kann ich entweder alle kritisieren oder keine. Aber nur die deutsche Regierung zu kritisieren, weil ich halt nunmal laut meinem Pass Deutscher bin... das hieße ja, diesen Pass in gewisser Weise auch ernst zu nehmen, und damit auch die Grenzen ernstzunehmen, die irgendwelche Politiker irgendwann mal gezogen haben.
Ich nehme das aber nicht ernst. Ich sehe mich allein als Individuum und nicht als Bürger irgendeines Staates, auch wenn andere das anders sehen. Also kann ich auch jeden Staat kritisieren, den ich will, und nicht nur dieses komische Gebilde namens "Deutschland".

sceptic

Das hat doch nichts mit deinen Pass zu tun.
Du lebst aber hier und nicht in Afghanistan.
Und wenn du keinen Einfluss nimmst/nehmen willst/ glaubst keinen nehmen zu können, dann solltest du am besten gar nichts kritisieren!
Sich hinsetzen und sagen alles ist scheiße und ich kann eh nichts ändern, kann jeder.
dian
unregistriert
13.02.2008 18:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja, weißt du, wenn ich nach der Logik vorgehen würde, nur auf das Einfluss zu nehmen, was unmittelbar vor meiner Haustür passiert und mich persönlich betrifft, dann bräuchte ich mir wirklich überhaupt keine Gedanken mehr über irgendwas zu machen.
Ich bin nämlich eigentlich relativ zufrieden mit meiner persönlichen Situation. (zumindest, was die materiellen Dinge angeht)
Ich muss nicht mehr in die Schule gehen, ich habe finanziell genug, dass es einigermaßen zum Leben reicht, und mit der Staatsgewalt habe ich im Grunde auch wenig Probleme, weil man hier auf dem Land aufgrund von Polizistenmangel im Normalfall eh nicht kontrolliert wird. (wenn man nicht gerade Freitag oder Samstag Nacht mit dem Auto unterwegs ist)
Ich leide nicht unter irgendwelchen Krankheiten, meine Nachbarn sind freundlich zu mir... oder man ignoriert sich zumindest höflich. Ist ne ganz nette Wohngegend.
Ich habe keine lästigen Freunde, die mir auf den Nerv gehen, die Verwandtschaft stirbt zunehmend aus,und dank Internetanschluss kann ich mir so ziemlich jedes Lied und jedes Videospiel besorgen, das ich jemals haben wollte.

Wenn ich also nun nach deiner Logik vorgehen würde, könnte ich in der Tat sagen: Mir geht's ja eigentlich ganz gut hier, also halte ich in Zukunft einfach die Klappe! Sollen doch jene gegen das Schulsystem sein, die noch darunter zu leiden haben. Sollen doch jene für Anarchie sein, die von ihren Eltern oder ihren Vorgesetzten unterdrückt werden. Sollen doch die Arbeiter und Hartz4-Empfänger für bessere Lebensbedingungen auf die Barrikaden gehen. Was geht das mich an??
Und die Afghanen sollen sich um Afghanistan kümmern, sollen dort meinetwegen ihre Frauen steinigen (ist ja nicht mein Problem, ich wohne ja ganz woanders und bin eh keine Frau), und die Amerikaner sollen sich um Amerika kümmern und um alles, was sie sonst noch für sich beanspruchen. Geht mich ja nix an, so lange sie nicht hier in Schorndorf einmarschieren.
Ich kümmere mich nur noch um das, was mich persönlich ganz konkret in meinem ganz konkreten Umfeld stört.
Und das ist eigentlich relativ wenig. Es gibt hier in der Umgebung halt keinen Coffeeshop, ok, das ist schade... und die Dorfjugend ist ziemlich verblödet. Aussichtslos, da irgendwelche Gleichgesinnten zu rekrutieren oder Freunde zu finden. Tja, Pech. Aber ansonsten kann ich mich echt nicht beklagen über das, was ich so sehe, wenn ich vor die Haustür schaue.
Also halte ich in Zukunft einfach die Klappe, höre auf, davon zu reden, dass alles scheiße ist, und wähle CDU wie meine Nachbarn auch.
Wäre das dann in deinem Sinne?
Wäre das besser und ehrlicher?
Würde es dadurch irgendjemandem besser gehen?
Mir jedenfalls nicht. Da käme ich mir ja vor wie ein Spießer... Augenzwinkern
M.F
unregistriert
13.02.2008 19:31 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Naja bis auf das CDU wählen wäre das ja gar kein großer Unterschied.
Aber sieh mal du willst Coffeeshops, also hast du nen Grund für Legalisierung von Drogen zu kämpfen.
Du kannst aber auch dich für bestimmte Dinge einsetzen, einfach um das Gefühl zu haben gebraucht zu werden oder so.
Es geht ja nicht nur um materielle Sachen.
Wenn du jemanden hilfst, dann hast du ja auch was von.
dian
unregistriert
13.02.2008 20:02 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Du kannst aber auch dich für bestimmte Dinge einsetzen, einfach um das Gefühl zu haben gebraucht zu werden oder so.

Ja was meinst du denn eigentlich, was ich hier tue?
Das ist vielleicht nicht so die klassische Form des Engagements, wie beispielsweise auf der Straße Flugblätter verteilen oder Steine gegen Polizisten schmeißen. Die Flugblätter sind halt virtuell, und die Steine lass ich momentan stecken, weil ich keinerlei Chance sehe, auf diese Weise irgendwas zum Besseren zu wenden...
Trotzdem bin ich mal so frech und behaupte: Ich habe durch meine Texte und das Unity-Forum schon mehr in den Köpfen der Menschen bewegt als manch ATTAC-Aktivist durch gefährliche Abseil-Aktionen oder sonstiges spektakuläres, illegales Zeug, womit man sich meistens eh nur Ärger einhandelt, ohne dass sich daraufhin irgendetwas verändert.
Ich kann dir das nicht beweisen, und es klingt auch irgendwie großkotzig... aber immerhin sind aus der Unity-Idee schon ein paar konkrete Sachen hervorgegangen. Halt jetzt nicht direkt, aber eben so indirekt, in dem sich jemand durch irgendwas, was er hier gelesen hat, bestätigt gefühlt hat und darauf den Mut aufbrachte, sein Leben zu verändern oder irgendetwas zu wagen, was er sich sonst vielleicht nicht getraut hätte.
Natürlich ist das noch viel zu selten passiert, und ich weiß auch, dass es hier momentan mal wieder ziemlich nach Leerlauf aussieht...
aber trotzdem ändert das nichts daran, dass (zumindest für mich) genau DAS der Weg ist, den ich zu gehen habe.
Andere mögen andere Wege besser finden, die ihnen persönlich mehr zusagen. Wer Nervenkitzel braucht, soll sich halt mit den Bullen kloppen, und wer gern mit Menschen zusammen ist, soll die Leute auf der Straße ansprechen und irgendwelche Gruppen bilden.
Ich mag keine Menschen und ich mag auch keinen Nervenkitzel.

Ok, das ist jetzt auch irgendwie offtopic, aber ich kann's halt echt nicht mehr hören, wenn mir ständig irgendwelche Leute raten "Jetzt krieg endlich mal deinen Arsch hoch und tu was für die Revolution" oder so.
Ihr steht mittendrin in der Revolution! Wenn das die 80 Millionen anderen Deutschen nicht erkennen wollen, ist das deren Problem, und nicht meins. Augenzwinkern
M.F
unregistriert
13.02.2008 20:20 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

So hört sich der Dian ja wieder gut an. Augenzwinkern
Ja mehr brauch ich eigentlich nicht zu zu sagen, mach weiter so!
Hansi
unregistriert
13.02.2008 20:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

hm Und wieso hast du jetzt @Dian versucht sone Moralpredigt zu halten @M.F.?
M.F
unregistriert
13.02.2008 20:40 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hansi
Und wieso hast du jetzt @Dian versucht sone Moralpredigt zu halten @M.F.?

banghead

Naja damit er eben schreibt was er geschrieben hat.
Teilweise hat Dian ja sein Unity-Projekt wenig optimistisch betrachtet, da tut dem das bestimmt gut, wenn er sowas schreibt.
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