dian unregistriert
 |
|
Kommunikationswahn
18.04.2008 13:17 |
 |
Ich finde es immer wieder lustig, wenn man Jugendliche (vor allem auf dem Land) darüber klagen hört, dass sie in ihrem Kaff so wenig Freizeitmöglichkeiten haben. Manche begründen sogar ihre kriminellen Karrieren damit, dass ihnen langweilig war, weil ihnen von der Gemeinde kein Jugendtreff zur Verfügung gestellt wurde, wo sie sich besaufen und mit anderen rumblödeln konnten.
Wenn ihr mich fragt, wollen die nur davon ablenken, dass sie zwar vielleicht über "Sozialkompetenz" verfügen, aber nicht über Kompetenz im Umgang mit sich selbst.
Ich meine, ich bin auch auf dem Land aufgewachsen... und ich haben während meiner ganzen Jugendzeit nicht ein einziges Mal Gedanken gehabt wie: "Schade, dass es hier keine Disco gibt" oder sowas in der Art.
Das örtliche Jugendzentrum habe ich genau einmal betreten, und das auch nur widerwillig, weil ich genau gewusst habe, was für asoziales Pack da verkehrte.
Im Gegensatz zum Rest meiner Altersgenossen konnte man mich durch das bloße Ankündigen von irgendwelchen Events und "coolen Veranstaltungen" regelrecht in die Flucht schlagen.
Ok, es gab auch mal Phasen, wo ich etwas mehr Anschluss gesucht habe und mit ein paar Leuten aus meiner Klasse Billard spielen gegangen bin.
Aber im großen und Ganzen wollte ich nach dem anstrengenden Vormittag in der Schule einfach nur meine Ruhe haben... wollte mich in irgendwelchen Filmen und Videospielen verlieren, oder einfach nur in meinen Gedanken.
Auch heute hat sich das nicht wesentlich geändert.
Letzte Woche war ich nach langer Zeit mal wieder auf einem Konzert, einer chaotischen Massenveranstaltung mit über 20.000 Besuchern...
Alle anderen um mich herum schienen das voll super zu finden, dass da so ein Gedränge herrschte und man kaum noch was von der Bühne sehen konnte.
Ich dachte mir hingegen eher: "Ohne die ganzen Menschen könnte das hier richtig Spaß machen"..
Und gestern im Kino dachte ich auch wieder: "Netter Film. Aber ohne die ganzen anderen Leute drumherum wäre es noch besser."
Ich empfinde Menschen als störend. (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen)
Ich empfinde es in der Regel auch als anstrengend, mit ihnen zu interagieren, weil ich genau weiß, das jede Aktion von mir in ihren Köpfen eine Reaktion auslöst, und weil ich weder Lust darauf habe, mich anzustrengen, damit die Reaktion in ihren Köpfen positiv ausfällt, noch mich nicht anzustrengen und so eventuell eine negative Reaktion zu bewirken.
Das mag der eine oder andere vielleicht als eine Art "soziale Phobie" bezeichnen.
Aber ich sehe mich nicht als krank oder irgendwie beeinträchtigt an.
Ich habe eher den Eindruck, dass ich gesund bin, während ganz viele andere Menschen dem krankhaften Zwang erlegen sind, sich ständig mitteilen zu müssen.
Meine Mutter beispielsweise verbringt schätzungsweise ein Drittel ihres Lebens mit Telefonieren.
Und wenn sie sich eine Tierdoku über süße Eisbären im TV ansieht, muss sie mir unbedingt hinterher davon erzählen... auch, wenn sie noch so sehr weiß, dass es mir eigentlich komplett am Arsch vorbeigeht.
Ein solch unkritisches Mitteilungsbedürfnis habe ich jedenfalls schon bei sehr vielen Menschen beobachtet...
es scheint fast so, als ob für viele Menschen das, was sie erlebt haben, überhaupt nicht real ist, so lange sie nicht mindestens einen anderen Menschen finden, dem sie darüber ausführlich Bericht erstatten können.
Nicht umsonst verschulden sich Jugendliche, um zu Telefonieren, sich SMS oder Fotos zu schicken... Als ob sie befürchten würden, in dem Moment, wo sie sich nicht mehr anderen mitteilen, von der Gesellschaft ausgestoßen zu werden und nur noch unbeteiligter Zuschauer ihres eigenen Lebens zu sein.
Nun ist das hier ja bekanntlich ein Internetforum. Das kann logischerweise nur funktionieren, wenn es auch genügend Leute gibt, die meinen, dass ihre Gedanken in irgendeiner Weise mitteilungswürdig wären.
Auch ich selbst habe, da ich hier schreibe, wohl ein gewisses Mitteilungsbedürfnis. Wäre das anders, könnte ich meine Posts und Bücher ja auch einfach nur für mich selbst schreiben und niemand anderen daran teilhaben lassen...
Es soll in diesem Thread daher auch gar nicht darum gehen, Kommunikation in irgendeiner Weise zu verdammen oder von den Menschen zu verlangen, dass sie sich die Zunge rausreißen und in eine dunkle Gruft einmauern.
Ich möchte vielmehr darüber reden, ab wann Kommunikationsbedürfnis krankhaft wird... und ob Menschen, die andere auf Teufel komm raus zutexten, weniger zur Selbstreflexion in der Lage sind als andere, und daher eine potentielle Gefahr für die Gesellschaft darstellen.
Ich meine, um andere Menschen herumzukommandieren oder sich selbst herumkommandieren zu lassen, muss man ja schon mal irgendwie geil auf zwischenmenschliche Interaktion sein.
Ich hingegen will meistens einfach nur meine Ruhe...
und die habe ich eben weder, wenn mich jemand zusammenstaucht und ich nach dessen Pfeife tanzen muss, noch, wenn da irgendwelche Leute sind, die ich ständig zusammenstauchen und herumkommandieren muss, weil es meine gesellschaftliche Position so von mir verlangt.
Wer weiß, vielleicht bin ich ja damals nur deshalb Anarchist und nicht Faschist geworden, weil man als Fascho (oder sonstiger Fan hierarchischer Ordnungen) immer in irgendeiner ekligen Menschenmasse mitmarschieren oder zumindest mit ihnen interagieren muss.
Als Anarchist kann ich zur Not auch ganz für mich allein bleiben, ohne mich in irgendetwas anderes einbetten zu müssen.
Wie seht ihr das?
Sind die meisten Menschen nicht nur mitteilungsbedürftig, sondern regelrecht mitteilungssüchtig?
Macht das Übermaß an Kommunikation in der heutigen Gesellschaft die Menschen eher klüger oder dümmer? Toleranter, oder letztlich doch nur ichbezogener?
Und habt ihr auch schon mal jemandem Urlaubsfotos von euch gezeigt, obwohl das euren Gesprächspartner nicht die Bohne interessiert hat? (das scheint mir jedenfalls ein weitverbreitetes Phänomen zu sein, nicht nur bei Spießern...)
|
|
|
|
|
|
Leberkrebs unregistriert
 |
|
Das paradoxe ist: Je mehr Kommunikations(über)angebot es gibt, desto einsamer oder egozentrischer werden die Menschen. Ich habe das Gefühl Mitteilungsbedürfnisse sind bei vielen Menschen bereits ein gewisser Ausdruck von Egoismus. Gerade weil man jemand anders etwas erzählt, was diesen nicht im Geringsten interessiert. Man zwingt sozusagen eigene Erlebnisse jemand anderem mit auf. Das hat den selben Beigeschmack wie Zurschaustellung von dicken Autos, Schmuck, Designerkleidung. Den Mitmenschen der nur an seine nächste Mahlzeit denkt, widert das an. Aber genau dieses ist wohl der gewollte Effekt der Selbstdarstellung ?
Was mich angeht: Menschen stören mich auch besonders da, wo ich sie eben gerade nicht sehen möchte, ihnen aus dem Weg gehen möchte.
Eine Familie mit 2 plärrenden Kleinkindern beim Sonntagsspaziergang kann mir zB das Erlebnis "Wald / Natur" völlig vermiesen. Nicht weil ich kinderfeindlich wäre, sondern weil man kilometerweit an die Anwesenheit von Menschen erinnert wird, wo man keine Menschen erleben will. Sehr störend ist auch immer essen in Restaurants. Egal wo man sich hinsetzt, irgendwer gafft einen beim Essen immer an. Oder noch schlimmer: Das gegenübersitzen in Bus und Bahn. Wo man zum gegenseitigen Angaffen gradezu gezwungen wird.
|
|
|
|
|
|
|
|
Da muss ich doch mal meine Abwesenheit unterbrechen
| Zitat: |
Original von dian
ich haben während meiner ganzen Jugendzeit nicht ein einziges Mal Gedanken gehabt wie: "Schade, dass es hier keine Disco gibt" oder sowas in der Art.
Das örtliche Jugendzentrum habe ich genau einmal betreten, und das auch nur widerwillig, weil ich genau gewusst habe, was für asoziales Pack da verkehrte.
Im Gegensatz zum Rest meiner Altersgenossen konnte man mich durch das bloße Ankündigen von irgendwelchen Events und "coolen Veranstaltungen" regelrecht in die Flucht schlagen. |
Geht mir genauso.
Allerdings hab ich selber immer so einen Mitteilungsdrang, dann laber ich meine Mitmenschen zum Beispiel mit Dingen über Computer voll, an denen sie entweder nicht interessiert sind oder von denen sie keine Ahnung haben.
Ansonsten empfinde ich Menschen, insbesondere einen Großteil meiner Altersgenossen, auch eher als störend. Deshalb verbringe ich meine Freizeit größtenteils damit, bei runtergelassenem Rollo in irgendwelchen Internetforen und/oder -chats abzuhängen. Ein typischer Computer-Geek eben.
|
|
|
|
|
zanthia unregistriert
 |
|
| Zitat: |
Ein solch unkritisches Mitteilungsbedürfnis habe ich jedenfalls schon bei sehr vielen Menschen beobachtet...
es scheint fast so, als ob für viele Menschen das, was sie erlebt haben, überhaupt nicht real ist, so lange sie nicht mindestens einen anderen Menschen finden, dem sie darüber ausführlich Bericht erstatten können. |
| Zitat: |
"Es ist dunkel", sagte er. "Ja", sagte Ford Prefect, "es ist dunkel." "Kein Licht", sagte Arthur Dent, "dunkel, kein Licht."
Eins von den Dingen, die Ford Prefect an den Menschen immer sehr schwer begreiflich fand, war ihre Angewohnheit, sich das Allerselbstverständlichste ständig zu bestätigen und zu wiederholen. Zum Beispiel :Schöner Tag heute oder Sie sind sehr groß oder Du meine Güte, Sie sehen aus, als wären Sie in einen zehn Meter tiefen Brunnen gefallen, geht's Ihnen gut? Ford hatte sich eine Theorie zurecht gelegt, um für dieses merkwürdige Verhalten eine Erklärung zu finden. Wenn die Menschen ihre Lippen nicht ständig in Bewegung halten, dachte er, rosten sie wahrscheinlich ein. Nach ein paar Monaten Nachdenken und Beobachten gab er diese Theorie zugunsten einer neuen auf. Wenn sie ihre Lippen nicht ständig in Bewegung halten, dachte er, fangen ihre Gehirne an zu arbeiten. Nach einer Weile verwarf er auch diese Theorie, weil sie ihm allzu zynisch vorkam, und er gelangte zu dem Schluß, daß er die Menschen eigentlich ganz gern habe. Trotzdem trieb es ihn manchmal zur Verzweiflung, über wie wahnsinnig viele Dinge die Menschen überhaupt nichts wußten.
"Ja", bestätigte er Arthur, "kein Licht." |
(aus "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams )
|
|
|
|
|
|
Leberkrebs unregistriert
 |
|
Ich frage mal so: Was sind ECHTE Sozialkontakte und was ist nur blabla?
Meine Antwort: 99,9% ist blabla. Dazu kommen noch etwas intelligenter vorgetäuschte Sozialkontakte und Beziehungen, weil mindestens einer der beiden Partner sich materielle Vorteile dadurch erhofft. Oder auch eine Gelegenheit für einen geilen fick.
|
|
|
|
|
|
|
|
sozialkontakte..das müssten wir erstmal auseinander nehmen.
reden wir von saufkumpanen, mit denen man sich (objektiv gesehen sinnlos) die birne zudrescht, oder reden wir von echten freunden, die für einen da sind wenn man sie braucht?
|
|
|
|
|
|
Arne Kroger unregistriert
 |
|
Also, letzteres ist mir eigentlich ziemlich schnuppe.
Irgendwie gibt es schon soziale Kontakte, die einen erfreuen. Und die sollte man auch eben wertschätzen.
Dass viel Kommunikation irgendwas mit mangelnder Selbstreflexion zu tun hat, sehe ich auch nicht.
Ich gehöre ja nun mal auch zu den Menschen, die jeden Mist von sich geben, zu denen man gefragt wird oder auch nicht gefragt wird.
Im Gegensatz zu den deutschen Küstenbewohner sind die Niederländer z.B. auch eher ein sehr redseliges Volk; man sagt in den Niederlande, dass das berühmte Konsensmodell sowieso nur darauf zurückgeht, dass der ganze Lebenssinn von denen aus Quatschen besteht.
Mich belästigt das nicht. Ich finde Gespräche mit Menschen immer noch interessanter als eben in mich selbst verliebt mit einem ipod im Ohr durch die Gegend zu spazieren und für Kommunikation nicht zur Verfügung zu stehen.
Und ich finde auch nach wie vor die Spiele im rl wesentlich interessanter als im vl.
|
|
|
|
|
|
|
|
sozialkontakte..das müssten wir erstmal auseinander nehmen.
Seltsamer Wortschatz, hmmm..
|
|
|
|
|
|
|
Dazu fällt mir nur der Typ aus einem anderen Forum ein, der so ziemlich zu jedem Thread seinen Senf dazu gibt, und sei es noch so themenfremd. Wir stellten letztens fest, dass der sogar bei einer Teamspeak-Sitzung "spammen" kann, und wie es aufm Con wird wollen einige schon gar nicht mehr wissen...
Früher sagte man "Klatsch und Tratsch" dazu, heute heißt es "Spam". Und was einige Leute von sich geben, kann man wahrlich nur noch als (akustischen) Spam bezeichnen. Auf der anderen Seite stelle ich aber bei mir selbst dann ein entsprechendes Gegenphänomen fest: Ich schalte immer öfter auf "Durchzug" und höre nicht wirklich zu, weil ich in Gedanken woanders bin. Das kann zu einer lästigen Angewohnheit werden, wenn man dann bei den Nicht-Spam-Gesprächen einige Konzentration aufbringen muss, um nicht unhöflich zu erscheinen.
Ist das unaufgeforderte Belabern von anderen Leuten nun höflicher Smalltalk oder einfach nur unhöflich und lästig?
|
|
|
|
|
Arne Kroger unregistriert
 |
|
Ich finde es einfach nur ganz natürlich, sofern die nicht extra in meine Wohnung kommen und das machen bzw anrufen. Das finde ich auch nervig.
Telefon ist eine Einrichtung, die man abschaffen sollte, jetzt, wo es das Internet gibt.
|
|
|
|
|
|
sandu mehta unregistriert
 |
|
es scheint wirklich, als waere das nicht real, was nicht mit anderen geteilt - und in diesem zuge durch ihre wahrnehmung und reaktion gerechtfertigt - wird.
selbst wenn ich alleine rumhocke, nachdenke, phantasiere oder traeume - es dreht sich doch fast immer um - wennauch imaginaere - soziale kontakte. nur in eher seltenen phasen von tranceaehnlichen zustaenden, wenn man arg muede ist, sich irgend einer kunst oder sowas hingibt, gehts auch ganz ohne menschlichkeit.. (bei mir jedenfalls, aber ich schaetze, diese tendenz gilt allgemein, oder noch schlimmer sogar)
und dieses rumphantasieren schließlich stellt mich auch nur dann gleichermaßen zufrieden wie "reale" soziale kontakte, wenn sie selbst genug "realitaet" haben. (und wenn es natuerlich tolle vorstellungen - bzw kontakte sind.)
daher stehen menschen, wenn sie alleine sind, schaetzungsweise eher auf z.b. filme als auf kopfkino, weil das kopfkino ihnen zu "blaß" ist. (was beide vorteile vereint, ist das traeumen
weswegen ich so gern schlafe.)
aber auch, weil wir wohl zu wenig zugang zu kreativer eigengestaltung haben, und einfallslos sind und uns schnell langweilen, wenn nicht von aussen immer irgend etwas neues und tolles hereinkommt.
halten wir fest: unser denken ist arg eingeschraenkt, weil wir 1. fast nur in sozialen kategorien oder problemen denken und 2. kreative eigengestaltung der wirklichkeit bzw. der wahrnehmung nicht gewohnt sind und 3. trancetechniken kaum beherrschen.
aus diesen einschraenkungen kann sich ergeben, dass, wenn uns die vorgegebene (vor allem soziale) realitaet als entfremdend vorkommt, wir kaum moeglichkeiten haben, uns ihr zu entziehen. die meisten werden vielleicht aus diesem grunde aufgeben und wenigstens irgendwelche sozialen kontakte hegen, bevor sie ganz alleine dastehen. andere wiederum versuchen vielleicht verzweifelt, die welt zu verbessern; noch andere werden langwierig versuchen, ihre wahrnehmung zu aendern (die ganzen asketen).
wer ganz verzweifelt ist, wird vielleicht verrueckt oder bringt sich um..
und nun?
wolln wir uns lieb haben?
|
|
|
|
|
|
|
|
Viel relevanter, als, wie gross die Datenmenge ist, die über mündliche Kommunikation übertragen wird ist doch, wie gross die Informationsmenge ist. Und in dem Sinne kommunizieren die Leute zu wenig.
|
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
|
|
|
|
|
|
Leberkrebs unregistriert
 |
|
Sehe ich überhaupt nicht.
Es gibt täglich ein Übermaß an Informationen die man aufnehmen kann oder sogar aufnehmen muss. Dieses nochmehr zu steigern ist völliger Irrsinn.
|
|
|
|
|
|
|
|
| Zitat: |
Original von Leberkrebs
Sehe ich überhaupt nicht.
Es gibt täglich ein Übermaß an Informationen die man aufnehmen kann oder sogar aufnehmen muss. Dieses nochmehr zu steigern ist völliger Irrsinn. |
Nö, der Informatiosgehalt von den meisten Gesprächen und Medien ist meistens sehr niedrig.
|
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
|
|
|
|
|
|
Leberkrebs unregistriert
 |
|
Aus diesem Grund sind die meisten Gepräche Zweitverschwendung.
Zeitverschwendung zu steigern, ist Irrsinn.
|
|
|
|
|
|
|
|
Kommunikation - per se - auf gleicher Augenhoehe - im Wechselspiel zwischen
interessiertem Hoerer und Erzaehler ist etwas ganz wundervolles.
Man is a story-telling animal. Das fing in der Urzeit am Lagerfeuer an...
Die Kommunikation im Kommunikationszeitalter ist m.E. etwas voellig Anderes.
Sie steigert sich zu einem omnipraesenten "weissen Rauschen" - Alle reden, nur nicht miteinander.
In Hierarchien (Job, Army u. degl.) kann ebenfalls keine echte Kommunikation stattfinden.
|
|
|
|
|
|
|
| Zitat von (s)AINT: |
Kommunikation - per se - auf gleicher Augenhoehe - im Wechselspiel zwischen
interessiertem Hoerer und Erzaehler ist etwas ganz wundervolles.
Man is a story-telling animal. Das fing in der Urzeit am Lagerfeuer an...
Die Kommunikation im Kommunikationszeitalter ist m.E. etwas voellig Anderes.
Sie steigert sich zu einem omnipraesenten "weissen Rauschen" - Alle reden, nur nicht miteinander.
In Hierarchien (Job, Army u. degl.) kann ebenfalls keine echte Kommunikation stattfinden. |
du bist ne echte bereicherung fürs forum wenn ich das mal so sagen darf^^
viele menschen wissen gar nicht wie unglaublich schön ein tiefes gespräch mit einer vertrauten person sein kann. wo man ganz offen sein kann. nicht nur konsumieren von geschichten oder rumposern mit eigenen geschichten. eine wechselbeziehung in der gefühle und erfahrungen ausgetauscht werden.
super toll sowas !!!
|
|
|
|
|
|
|
|
Der Vorteil eines Chats liegt meiner ASnsicht nach darin, daß ich ein Thema welches mich interessiert gleichzeitig mit mehreren Personen besprechen kann ohne , daß eine Meinung im Durcheinander des geschreis untergeht.
Leider ist durch Gruppenzwang, emotionale Bindung und Schamgefühl sowie Angst seine Poition in der Gruppenhirarchie durch eine falsche Äußerung zu verlieren das Chatten in meinen Augen nicht mehr ernst zu nehmen. Wenn ich mit einer Person alleine reden will, so rufe ich sie an und diskutiere mein Thema.
Da es im Chat nicht möglich zu sein scheint muss ich also dennoch jede Person einzeln anquatschen ? Wozu zur Hölle gibt es dann den Chat ?
Ist er nur noch als Plattform für verbale Showkämpfe geeignet um vor dem auserwählten Bunny als der schlaue Heinz da zu stehen ?
Da geh ich doch lieber in den Puff und vögel das Bunny vor dem ich nicht erst koketieren muß.
...
|
|
|
|
|
|
|
Interessanter thread, hab' ich wohl irgendwie übersehen - danke für's Ausgraben!
Kommunikation mag ich, wenn's darum geht sich über ein interessantes Thema auszutauschen, wenn ich das Gefühl habe, dass zwischen mir und meinem Gesprächspartner ein tiefes beidseitiges inneres Verständnis vorhanden ist, und / oder wenn man einfach gemütlich zusammen quatscht.
Was ich nicht ausstehen kann ist, wenn irgendwer meint Kommunikation wäre ein Kampf, bei dem man versucht die eigene Redezeit zu maximieren, und die des Gegenüber zu minimieren, oder dann noch lauter zu werden wenn einem die Position des Gegenüber nicht passt. Wenn jemand mich zulabern will, aber nicht mal an meiner Meinung interessiert ist hat das echt keinen Zweck. Ich will da auch nicht jedem, der so rüberkommt eine böse Absicht unterstellen; manche scheinen ja auch z.B. zu denken, wenn das Gegenüber einem nicht ständig ins Wort fällt muss man immer weiter reden, dass keine unangenehme Gesprächspause entsteht.
|
|
|
|
|
|
|
Ich finde das die Person, mit der das Gespräch geführt wird, von großer Bedeutung ist. Wenn mir jemand sympathisch ist, ist es mir eigentlich ziemlich egal, wieviel Info in seinem Output steckt. Ich konzentriere mich dann auf die Nonverbale Kommunikation. Wenn man seinem Gegenüber aufmerksam zuhört und ihn beobachtet, kann man eine Menge über den Menschen lernen.
Es gibt auch Tage wo ich mich auch garnicht über wichtige Sachen unterhalten will. Da genieße ich es richtig wenn mir jemand erzählt was so letztens im Fernsehen lief, oder was er so beim Einkafen erlebt hat.
A: Salatgurken kosten jetzt 0,98 €
B: Nein
A: Doch
B: Ohhh
Die Sympathie ist für mich ausschlaggebend. Jemand den ich nicht mag, muss sich schon etwas wahnsinniges interessantes zu erzählen haben, damit ich zuhöre. Und ich hasse es wenn man versucht mich mit seinem Gerede zu beeindrucken...
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Veritas am 24.02.2012 19:42.
|
Dunkel, die andere Seite ist....... Schnauze Yoda! Iss deinen Toast!
|
|
|
|
|
|
|