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ich denke daß vieles auch nicht in vergessenheit geraten ist. die hausbesetzerszene in berlin und amsterdam der 70er und 80er jahre, die anarchie in spanien, der ukraine und in südamerika. auch wenn nicht alles langen fortbestand hatte. die ideen und der spirit leben weiter.
wie ich hier auch schonmal an anderer stelle geschrieben hatte bin ich auch eher ein anhänger der taz (nicht das käseblatt ist gemeint sondern die temporären autonomen zonen). ich würde wohl einen vergänglichen augenblick im geiste der freiheit eintauschen gegen ein leben in einer roboterwelt. stellt sich nur die frage warum ich den schritt noch nicht gemacht habe?
machbär wär sowas denke ich auf jeden fall. gibt auch heutzutage genügend die es vormachem in autarken, autonomen oder anarchistischen gemeinschaften zu leben wie die rainbow gathering etc... wünsche jedem erfolg der sich an solchen aktionen anschließt oder was eigenes auf die beine stellt.
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| Wie wäre es mit dem Robin-Hood-Weg? Das System außen mit den Mitteln des äußeren Systems "bedienen", um im Inneren das zu REALISIEREN, was Politiker nie hinbekommen werden: Bedingungsloses Grundeinkommen, für alle, die INNEN sind? |
Wenn wir ein Grundeinkommen einführen wollen, müssen wir es auch finanzieren. An dieser Stelle wäre es wohl auch nicht verkehrt sich Gedanken über eine eigene Währung zu machen, ohne Zinsen, und die üblichen Raffinessen der Banken und des Geldsystems. Grundeinkommen und eine eigene Währung funktionieren dann natürlich nur innerhalb unseres Systems, wir werden aber wohl am Anfang vor allem auf Gelder außerhalb unseres Systems angewiesen sein. So lange jedenfalls, bis wir eigenständig genug sind, um uns selbst über Wasser halten zu können und weiter zu wachsen.
Wir sollten allerdings keinen Wachstum wie in der heutigen Wirtschaft mehr anstreben, wir brauchen eine nachhaltige und ressourcenbasierte Wirtschaftsform, welche nur so stark wächst, wie es unsere Ressourcen zulassen, und es überhaupt von bedarf ist zu wachsen.
Dies wird sich natürlich nur Stück für Stück durchsetzen lassen und nicht von heute auf morgen geschehen, und anfangs wird es weit weniger spektakulär, ja sogar entmutigend sein, aber aller Anfang ist schwer.
Ich finde ein weiteres Ziel sollte es sein irgendwann von Geld und Besitz vollkommen frei zu sein, aber bis dahin ist es noch ein weiter weg, (wenn überhaupt) und wir müssten, wie jeder andere auch, ganz klein unten anfangen.
| Zitat: |
| Aber es ist nicht nötig, Leute mit Know How zu finden. Es würde schon reichen, wenn sie willens und fähig wären, es sich anzueignen, und die Power hätten, es durchzuziehen. |
Das sehe ich auch so.
So, und nun back on topic, ich denke wie sind vom eigentlichen Thema des ''Experiments'' abgekommen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Shinobi am 22.02.2011 12:35.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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Also wenn wir bei dem Thema sind unsere eigne Währung einzuführen und das ganze dann bitte ohne Zins gibt es da ne Idee falls ihr die noch nicht kennt. Die schon mal ausprobiert wurde im kleinen Rahmen aber auch ausversehen mal im Mittelalter. Nämlich die Freiwirtschaft hier der Wikipedia artickel darüber. Ps ich find die Idee toll
http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft
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PlateauTrivial unregistriert
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Autobahnen im Verstand / re:
22.02.2011 14:57 |
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(Autor: nemesus)
Zunächst allgemein:
Wenn wir über gewisse Themen öfter nachdenken, fällt es uns leichter, diese gedanklichen Wege zu beschreiten. Daher vielleicht auch das Sprichwort:"Aller Anfang ist schwer." Ich vermute sogar, dass es einen Zusammenhang zu "Depressionen" gibt. - Wenn man seinen Verstand darauf schult, immer mehr nach Negativem zu suchen, wird dieses Unterfangen gute Ergebnisse hervorrufen. Unausgewogene zwar, aber in der Hinsicht gut, dass es uns viel leichter fällt, beliebigen Themen negativ statt anders zu begegnen. In diesem Thread wird es daher öfter vorkommen, dass wir in "alte Gedankenmuster" fallen, die wir alle in der Unity schon unzählige Male besprochen haben. - Es fällt uns ja leichter.
@Zarathustra
Schön, dass Du hier bist.
Du schreibst:
| Zitat: |
| ich denke daß vieles auch nicht in vergessenheit geraten ist. die hausbesetzerszene in berlin und amsterdam der 70er und 80er jahre, die anarchie in spanien, der ukraine und in südamerika. auch wenn nicht alles langen fortbestand hatte. die ideen und der spirit leben weiter. |
Das mag sein. Aber wäre es nicht innovativer, nachzusehen, warum diese Dinge nicht immer fortbestanden, die "Fehler" zu analysieren und aus ihnen zu lernen, um eigene Projekte in dieser "Richtung" einem längerfristigen Bestand oder zumindest der Möglichkeit darauf, zu bescheren?
@Shinobi:
| Zitat: |
| Wenn wir ein Grundeinkommen einführen wollen, müssen wir es auch finanzieren. An dieser Stelle wäre es wohl auch nicht verkehrt sich Gedanken über eine eigene Währung zu machen, ohne Zinsen, und die üblichen Raffinessen der Banken und des Geldsystems |
Ich muss zugeben, dass ich im Nachhinein nicht glücklich mit meiner Wortwahl bin. Ich wählte das Wort Grundeinkommen, weil es am ehesten beschreibt, worauf ich hinaus möchte. Das Problem ist folgendes: Wenn ich einen Rasenmäher optimiere, wird daraus ein besserer Rasenmäher. Allerdings gibt es in den USA einen begeisterten Flieger, der extrem kleine Flugzeuge baut (zu kaufen, unter 10000 Euro). Besonders stolz ist er auf sein "günstigstes" Model, weil es die Kraft von einem getunten Rasenmäher-Motor bekommt.
Man könnte auch sagen, der Rasenmäher wurde zu etwas umgebaut, was die alte Kategorie weit "überfliegt" (entschuldige das Wortspiel)...
Das Glück von dem Typen ist, dass es vor seiner Innovation bereits die Kategorie Flugzeug gab, weshalb jeder seinen Umbau versteht. Hätte er aber aus dem Ding etwas gebaut, was durch die Luft fliegt, aber einen völlig anderen physikalischen Effekt benutzt, um durch die Luft zu gleiten(z.B.. den weit weniger bekannten "Bodeneffekt"), hätte er ein gewisses Erklärungsproblem. - Er müsste das Ding zunächst umschreiben, bis es so bekannt wird, dass ein Eigenname Sinn macht.
Folgen wir also Deiner Aufforderung:
| Zitat: |
| So, und nun back on topic, ich denke wie sind vom eigentlichen Thema des ''Experiments'' abgekommen |
und gehen zurück:
Wenn wir feststellen, dass Alternativen zu den gängigen Lebensmodellen oft wenig Bestand haben, dann sollten wir vielleicht eine Alternative bauen, die weniger alternativ anmutet. Hier in diesem Forum sind 300 Leute. Wenn jeder von denen bereit wäre 10 Euro pro Monat einzusetzen, wären das immerhin 3000 Euro pro Monat. Für diesen Preis könnte man schon eine Haushälfte mieten, mit Gästezimmer für Leute, die woanders wohnen wollen und es als Treffpunkt nutzen. Der Staat könnte juristisch nichts daran ändern.
Andererseits könnte man auch ein Jahr warten (Die Unity ist ja schon alt) auf ein Jahr kommt es auch nicht mehr an. Aber nach diesem Jahr wären 36000 Euro auf dem Konto. Damit könnte man schon ein größeres Objekt kaufen. - Oder zumindest eines mit der Bank kaufen und dann die Raten bezahlen.
Aber wenn wir 2 Jahre investierten. Eines davon, um uns fit zu machen, in unserem persönlichen Bereich mehr Geld zu verdienen, dann würden uns vielleicht, wenn wir alles richtig machen, 100 Euro so vorkommen, als wären 10 Euro. - Dann könnten wir noch weiter hinaus.
Nebenbei: Im Plateau habe ich zum gemeinsamen Kauf einer Südsee-Insel aufgerufen. Bei 200 Leuten wäre die notwendige, einmalige Beteiligung für jeden 3750 Euro, weniger als ein neuer Kleinwagen.
Oder anders: In Berlin gibt es einige Leute, die alleine (meist mit der Bank) die Summe von 750000 Euro aufbringen (Preis einer Südseeinsel), um ein Einfamilienhaus zu bauen, dort einzuziehen und gemeinsam mit der Familie zu verblöden.
Aber das ist alles noch zu große Zukunftsmusik.
Stellen wir uns satt dessen einen viel kleineren Rahmen vor. Gehen wir von einem Kreis von 20 Ambitionierten aus. Diese Leute könnten im Internet nach ähnlich Ambitionierten suchen. Wenn jeder sich das Ziel setzen würde, 3 Freunde zu gewinnen, und damit meine ich Freunde, auf die man sich verlassen kann, dann wären das schon 60 Menschen. Und wenn dann die dazugehörigen Leute wieder 3 wirkliche Freunde hinzufügen könnten... Dann hätten wir ein hübsches Schneeballsystem ins Rollen gebracht, was sogar gesetzlich legal ist.
Für all das braucht man keine eigene Währung. Und hier kommen wir zu Joker:
@Joker:
Im kapitalistischen System gibt es sogenannte "Geldmaschinen".
Das kann alles mögliche sein. Als Beispiel: Sagen wir, irgendjemand hätte ein gut gehendes Café. Dieses Ding hat Kosten: Miete, Wartung, Personal, Heizung, usw. Wenn wir alles addieren und feststellen, dass am Ende des Monats mehr eingespielt wird als abgeht, dann wäre das eine "Geldmaschine". Wenn wir mehr Menschen hätten, die funktionierende Geldmaschinen haben, dann könnte das Kapital zusammengesetzt werden und regelmäßig auf die Insel transferiert werden. Mit einer Hotelanlage auf der Insel könnte ebenfalls eine Geldmaschine entstehen.
Und weil das Inselleben so isoliert ist. *g* Könnte es bedeuten, dass alle Anschaffungen, die das Herz von geschulten Leuten begehrt, einfach vorgenommen werden könnten. Die Leute auf der Insel müssten nicht arbeiten, werden es aber wollen, um die Arbeit zu genießen.
Meine Spekulation. Unter solchen inspirierenden Arbeitsbedingungen (ohne Zwang, mit Leuten, die einem gefallen, könnten auch Produkte entstehen, die die Welt noch nicht gesehen hat.
Und diese Produkte könnten dann jenseits der Inselwelt positioniert werden und Geld machen, welches dann wieder zurück auf die Insel kommt. Mit der Zeit könnte sich ein solches System ausbreiten, auf eine zweite oder dritte Siedlung, es muss nicht immer eine Insel sein.
Die andere Welt hätte hübschere Produkte, die Insel könnte expandieren und alle hätten Vorteile von Bestand. (Star Trek lässt grüßen).
Diese Idee mag utopisch anmuten. Aber für mich wirkt sie sehr viel sinnvoller, als mich über einen Staat zu beklagen und gleichzeitig darauf zu hoffen, dass dieser etwas ändert.
Soweit.
nemi-Gruß
P.s.: Grüße an >>Gedankenverbrecher<<, dessen Thread "Lerngruppe" mir als Ansatz gut gefällt. Allerdings wird ein solches Unterfangen mehr brauchen als nur diesen Thread.
Dieser Beitrag wurde 6 mal editiert, zum letzten Mal von PlateauTrivial am 22.02.2011 15:18.
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| Zitat: |
| Das Glück von dem Typen ist, dass es vor seiner Innovation bereits die Kategorie Flugzeug gab, weshalb jeder seinen Umbau versteht. Hätte er aber aus dem Ding etwas gebaut, was durch die Luft fliegt, aber einen völlig anderen physikalischen Effekt benutzt, um durch die Luft zu gleiten(z.B.. den weit weniger bekannten "Bodeneffekt"), hätte er ein gewisses Erklärungsproblem. - Er müsste das Ding zunächst umschreiben, bis es so bekannt wird, dass ein Eigenname Sinn macht. |
Verstehe, so gesehen macht es natürlich mehr Sinn vom Grundeinkommen zu sprechen, das erspart einem lange Erklärungen, und man kann von dessen bereits erreichten Bekanntheitsgrad zusätzlich profitieren.
| Zitat: |
| Hier in diesem Forum sind 300 Leute. Wenn jeder von denen bereit wäre 10 Euro pro Monat einzusetzen, wären das immerhin 3000 Euro pro Monat. |
Man kann auch einfach mal Blutspenden gehen, sofern man die nötigen Voraussetzungen dafür erfüllt, bei mir sind das fast 26 euro alle zwei Monate, in einem Jahr wären das bereits 156€ und man rettet nebenbei, durch seine spende, Menschenleben. Da die meisten Unity User inaktiv sind, gehe ich nur mal von 100 usern aus, und auch das sind eigentlich noch zu viele, dann hätten wir nach einem Jahr ganze 15600€ zusammen!
Möglichkeiten gibt es genug.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Shinobi am 22.02.2011 23:45.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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PlateauTrivial unregistriert
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re: Shinobi
23.02.2011 02:32 |
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(Autor: nemesus)
| Zitat: |
| Da die meisten Unity User inaktiv sind, gehe ich nur mal von 100 usern aus, und auch das sind eigentlich noch zu viele, dann hätten wir nach einem Jahr ganze 15600€ zusammen! |
*g* Ich gehe nicht ´mal von 5 aus.
Aber das Beispiel sollte zeigen, wozu das Internet gut sein könnte, wenn man fähig wäre, die richtigen Leute zusammenzutrommeln.
Das müssten jedoch Leute sein, so meine Überzeugung, die an sich arbeiten. Leute also, die nicht aufgeklärt werden müssen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass nichts mehr zu tun sei, im Gegenteil. Das sich Nähern ist ein langer und harter Prozess. Eine der Grundlagen für derartige Aktivitäten wäre Vertrauen. Und Vertrauen muss erarbeitet werden.
Dies ist übrigens ein ewiger Streitpunkt zwischen dian und mir. Wenn seine "Aufklärung" wirklich etwas nützen würde, würde ich in diesem Forum nicht nur von einer Hand von Leuten ausgehen, mit denen man mehr anfangen kann... - Theoretisch.
Dies ist übrigens keine Kritik am Forum oder den Leuten darin. Jedes Internetprojekt spiegelt zu einem gewissen Teil die nicht virtuelle Welt. Die Verteilung ist so gering, dass ich in einem anderen Projekt einst von der Suche nach Nanonadeln im Heumeer gesprochen habe.
Gruß,
nemesus
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Zitat:
ich denke daß vieles auch nicht in vergessenheit geraten ist. die hausbesetzerszene in berlin und amsterdam der 70er und 80er jahre, die anarchie in spanien, der ukraine und in südamerika. auch wenn nicht alles langen fortbestand hatte. die ideen und der spirit leben weiter.
Das mag sein. Aber wäre es nicht innovativer, nachzusehen, warum diese Dinge nicht immer fortbestanden, die "Fehler" zu analysieren und aus ihnen zu lernen, um eigene Projekte in dieser "Richtung" einem längerfristigen Bestand oder zumindest der Möglichkeit darauf, zu bescheren? |
sicherlich. dem stimme ich zu. ich finde es aber mindestens ebenso interessant zu analysieren warum so manche aktion in die tat umgesetzt wurde, wobei es viele grupierungen oder individuen nicht über die planungsphase herausschaffen.
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PlateauTrivial unregistriert
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re: Zarathustra
23.02.2011 12:06 |
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(Autor: nemesus)
| Zitat: |
| ich finde es aber mindestens ebenso interessant zu analysieren warum so manche aktion in die tat umgesetzt wurde, wobei es viele grupierungen oder individuen nicht über die planungsphase herausschaffen.. |
Hm? Etwas in die Tat umzusetzen ist doch etwas anderes als nicht über die Planung hinausgekommen zu sein. Oder meinst Du damit, Du würdest gerne sowohl Projekte analysieren, die in die Tat umgesetzt wurden als auch in der Planung hängen blieben?
Wenn das so stimmen sollte: Da müsste man jedes Projekt einzeln analysieren, was es unwahrscheinlich machen würde, selbst noch für sich voranzukommen. Allgemein möchte ich sagen, dass jede Gruppierung aus Individuen besteht. Wenn die Dumpfbacken sind, wird das Projekt auch nicht viel besser.
Deshalb halte ich besonders viel von Projekten, die zunächst das Wachstum der beteiligten Menschen fordern. -
Ein solches Projekt, kann bestenfalls die Funktion einer Halle von Heimtrainern übernehmen. Strampeln muss jeder selbst, auch wenn es gemeinsam mehr Spaß macht.)
Sehr viel später kann dann entschieden werden, wohin die gemeinsame Reise geht. Traurig aber wahr: Das, was hier, in der Unity, meist "Politik" genannt wird, halte ich in den meisten Fällen nur für eine bequeme Ablenkung von sich selbst.
Es ist leichter, sich über die "katastrophalen" Missstände "des Systems" aufzuregen, als sich mit den Missständen in der eigenen Person auseinander zu setzen.
Letzteres jedoch könnte tatsächlich irgendwann das Know-How mit sich bringen, die "Systemfehler" Außerhalb zu reduzieren.
Ohne inneres Wachstum keine äußere Veränderung.
(Wie viele Lichterketten und Demos sind eigentlich erträglich?)
nemi-Gruß
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dian unregistriert
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Ok, Lichterketten sind bürgerliche Scheiße und in etwa so effektiv wie Onlinepetitionen oder Briefe von Amnesty International an irgendwelche fiesen Diktatoren in Afrika mit der Bitte, dass sie doch freundlicherweise etwas weniger Regimegegner foltern mögen.
Ich glaube, das ist einfach nur eine bequeme Art, das eigene Gewissen zu beruhigen... so nach dem Motto: "Ich hab ja was für die Freiheit getan. Ich kaufe fair gehandelten Kaffee und habe Gaddafi einen wütenden Brief geschrieben. Dann kann ich mir jetzt ja auch mal ein bisschen Luxus gönnen."
Dass auf diese Weise nie eine Umwälzung der Verhältnisse geschehen wird, sollte klar sein.
Die Frage ist, wie es aussehen würde, wenn die Menschen statt blindem Aktionismus zu frönen, sich auf das Überwinden ihrer eigenen inneren Grenzen konzentrieren würden.
Und da finde ich doch, dass in diesem Thread etwas die konkreten Beispiele fehlen, wie man sowas denn nun eigentlich deiner Meinung nach anstellen soll... seine Grenzen erweitern... sich selbst verbessern...
Ok, du hast angeregt, dass jeder 10 Euro im Monat zur Seite legen könnte für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt.
Schadet natürlich nichts, diese Idee mal zu erwähnen. Aber ganz ehrlich, kein Mensch, der klar bei Verstand ist, würde das wenige Geld, das er besitzt, in irgendeine ominöse "Gemeinschaftskasse" einzahlen, nur weil man davon irgendwann mal, wenn noch ein paar hundert andere User zusammengekommen sind, theoretisch eine Wohnung oder eine Südseeinsel kaufen könnte... Da kann ich ja gleich bei einem beliebigen Pyramidenspiel meines Vertrauens teilnehmen.
Also bevor man sowas verwirklicht, was großes Vertrauen benötigt, müssten doch erstmal ganz andere Schritte passieren, um dieses gegenseitige Vertrauen zu entwickeln und zu rechtfertigen.
Und an dieser Stelle finde ich, dass dein Thread dem User mehr verspricht, als er letztlich halten kann. Du wiederholst mehrmals, dass sie den Fehler nicht im System, sondern erstmal bei sich selbst suchen sollen. Aber wie genau man das nun macht, wie man "an sich selbst arbeitet", so dass das auch wirklich einen Effekt hat und nicht nur als bequeme Rechtfertigung dafür dient, keine Lichterketten oder sonstigen Proteste mehr veranstalten zu müssen... da bleibt das, was du sagst, doch sehr allgemein und irgendwie auch "beliebig".
Klar, jeder Mensch ist anders, und was nemi zur Selbstoptimierung braucht, mag für andere User etwas völlig anderes sein. Aber eine Anleitung, die etwas greifbarer ist, solltest du schon geben, wenn du ernsthaft möchtest, dass dieser Thread mehr Eindruck beim Leser hinterlässt als die hundert anderen Threads, in denen wir uns schon darüber unterhalten haben, was theoretisch alles machbar wäre, wenn man denn genügend motivierte Mitstreiter dafür finden würde...
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PlateauTrivial unregistriert
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re: dian
23.02.2011 21:17 |
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(Autor: nemesus)
| Zitat: |
| Ok, du hast angeregt, dass jeder 10 Euro im Monat zur Seite legen könnte für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. |
Es geht mir in diesem Thread um das Überwinden der eigenen Grenzen, hin zu größerer Freiheit. Das Geld-Beispiel sollte nur illustrieren, dass es sehr viele Alternativen zum "Hausbesetzertum" geben kann, sofern der Verstand sie denn fähig ist, zu erdenken. Die Grundvoraussetzung zum Weiten von Grenzen ist die Erkenntnis über die eXisTEnZ von Grenzen.
| Zitat: |
| Aber ganz ehrlich, kein Mensch, der klar bei Verstand ist, würde das wenige Geld, das er besitzt, in irgendeine ominöse "Gemeinschaftskasse" einzahlen, nur weil man davon irgendwann mal, wenn noch ein paar hundert andere User zusammengekommen sind, theoretisch eine Wohnung oder eine Südseeinsel kaufen könnte... Da kann ich ja gleich bei einem beliebigen Pyramidenspiel meines Vertrauens teilnehmen. |
Apropos eigene Grenzen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Immobilienfonds
| Zitat: |
| Und an dieser Stelle finde ich, dass dein Thread dem User mehr verspricht, als er letztlich halten kann. |
Als ich die Unity zum ersten mal wahrnahm, wohlgemerkt vor einigen Jahren, war meine erste Kritik, dass sie zu politisch und zu wenig psychologisch sei. Wenn Du Dir ´mal alle anderen Threads ansiehst, wirst Du bemerken, dass das pöse System mit den noch pöseren Massenmedien immer noch Gesprächsthema Nummer 1 ist. Selbst die "Lerngruppe", die nach meinem Thread eröffnet wurde, hat mal wieder hauptsächlich mit einer Gegendarstellung zu tun.
Ich kann vorerst die Moderation in diesem Thread übernehmen aber dies hier soll im Laufe der Zeit ein ausgeglichener Thread werden. Und das braucht Zeit, insbesondere deshalb, weil die Unity sich die letzten Jahre und/oder das letzte Jahrzehnt nur auf Politik und "Anders-Sein" versteift hat. - Kein Gedanke daran, dass "Anders-Sein" Resultat einer Leistung ist, die von innen kommt.
| Zitat: |
| Aber eine Anleitung, die etwas greifbarer ist, solltest du schon geben, wenn du ernsthaft möchtest, dass dieser Thread mehr Eindruck beim Leser hinterlässt als die hundert anderen Threads, in denen wir uns schon darüber unterhalten haben, was theoretisch alles machbar wäre, wenn man denn genügend motivierte Mitstreiter dafür finden würde... |
Du willst ein Patentrezept? Wie unerwartet... Okay.
Das einfachste wäre wohl, Fragen zu stellen: Angenommen, Ihr würdet Euch selbst über den Weg laufen, fändet Ihr Euch ansprechend? Wärt Ihr ein guter Gesprächspartner? Hättet Ihr Euch etwas gehaltvolles zu sagen? Sprühtet Ihr vor Leben? Hättet Ihr Witz und/oder Stil? Würdet Ihr denken, wau, gutes Aussehen? Würdet Ihr Euch als emotional ausgeglichen empfinden? Wärt Ihr von Euch angezogen?
Oder würdet Ihr nur schweigend dasitzen, erschüttert über den Blick in den Spiegel.
Die nächsten Fragen: Fühlt Ihr Euch gut? Könnt Ihr Eure romantischen Vorstellungen verwirklichen? Habt Ihr soviel Geld, wie es Euch gefällt? Könnt Ihr alles, was Ihr fühlt in Worte packen? Könnt Ihr so schreiben oder reden, dass es Eure Mitmenschen fesselt?
Ich kann keine dieser Fragen mit ja beantworten. Also sorge ich dafür, dass ich mich diesem ideal annähere. Dazu wären dann die nächsten Fragen: Was will ich eigentlich wirklich und wie bzw. durch was kann ich es erreichen.
Ach ja. Und für die tiefgründigen unter Euch eine abschließende Frage: Was haben Eure Eltern mit dem ganzen Scheiß zu tun.
Die kurze Antwort vorab: Beunruhigend viel.
nemi-Gruß
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Also ich gehe mal zu der Psychologischen Diskusion aus und fange mit mir an. Nemus du hast bei mir eine sehr gute Frage gestellt warum habe ich die Ideale die ich vertrete und warum haben das nicht andere? Also ich kann diese Frage nicht beantworten das ist ne Frage die ich früher damit beantwortet habe das ich wahnsinnig bin. Ich war stolz darauf wahnsinnig zu sein ich habe meinen Wahnsinn glorefiziert. Ich bin erst dann vom Denkmodell weggekommen als ich psychisch krank wurde. Und mich mal wirklich mit Wahnsinn auseinandersetzen mußte. Okay du fragst was haben da meine Eltern mitzutuen? Nun erstmal das sie mich nicht positiv unterstüzt haben und eine offne Diskusion über meine Denkweise nicht stattgefunden hat sondern das sie mich von Artzt zu Artzt geschlept haben um rauszukriegen was mit mir nicht stimmt. So lernte ich das was mit mir nicht stimmt. Was habe ich denn groß falsch gemacht. Ich habe alles hinterfragt ich haben mich it allen intensiver auseinandergesetzt und ich glaub das schlimmste was mir vorgeworfen wurde war das ich eine sehr grosse fantasietätigkeit hatte. Also das war dann ein punkt an dem ich angreifbar war weil Träumer in der Gesellschaft nicht erwünscht sind. Gut ich sage mal ich bin für mich in einen represiven Umfeld großgeworden und habe immer gespürt das etwas nicht mit mir stimmt. Das schlimme war das ich als ich spät ein Umfeld fand das mich scheinbar so akzeptierte wie ich bin das ich alle meine Ideale verkauft habe und beliebig geworden bin. Arogant und eitel. Erst durch meine Krankheit bin ich wieder zu mir selbst gekommen. Weil ich mir meine umgebung nicht mehr schön saufen konnte und ich gemerkt habe das mein Umfeld nicht das ist was ich mir wünsche. Sozusagen das ich hier meine Freiheit aufgegeben habe um akzeptiert zu werden.
So was du meinst das ein Mensch sich seine Freiheit erarbeiten muß, nun ich sehe die Unity als Training an. Hier wird diskutiert wie man es besser machen soll. Hier trifft man auf Leute die einen seine These grundsätzlich zerpflücken kann also kann man hier schon mal Besser diskutieren als bei Youtube wo Worthülsen aufeinanderprallen man einfach scheiße sagen kann und den Raum wieder verlassen. Also das sich hier Mensche finden die diskutieren die sich gegenseitig auseinander nehmen können ist schon mal ein Fortschritt als dauernd Leute um sich zu haben die nach den Dritten Bier zu allen Ja und amen sagen.
Nun Kritik findet sich daran das wir diskutieren und nichts machen. Nun man hat uns und auch mir ein Leben lang das gefühl gegeben nichts machen zu können. Das wir indem bestmöglichen System leben und das unsere Vorschläge wenn sie nicht systemkonform sind nicht benötigt werden. Uns steht ein Heer gegenüber das uns immer und immer wieder erzählt die Welt wäre so gut wie sie ist und auch das die Welt zu Komplex ist das wir das nicht sehen können das sie das ist. Also das ist auch eine nette Lüge im Christentum das Gott alles zu guten wendet und deswegen die Welt schön ist. Aber gleichzeitig sollen wir (Also ich als Christ) mich auf Amargedon freuen weil dann diese böse falsche Welt untergeht. Wir als Menschen hinterfragen nichts mehr sondern haben alles erreicht was es zu ereichen gibt und sagen jetzt ist es fein. Und das Leben ist für uns Europäer ja auch schön wir haben Fernseher und Handy wir haben genug zu essen und haben wenn wir uns nur genug in Europa anpassen auch bald ein Auto. Und wenn es Probleme mit der Welt gibt liegt das nicht an der Welt sondern an uns selber. Wir sollen nur auf uns schauen und unser Leben optemieren anstatt zu schauen wo wir für die Welt verantwortung zeigen. Also mit diesen Gedankenkomplex stehen wir einen mächtigen Feind gegenüber und sehen uns als kleines Licht an das versucht ein Meer von Dunkelheit zu erhellen. Und wenn wir dann uns entschliesen in die Politik zu gehen also zu der Elite anzugehören die anderen Vorschreibt wie sie zu leben haben wird uns das immer als ein Weg aufgezeigt der so schwierig und Opferfordernt ist das wir denn nicht gehen wollen.
Also fazit meiner ganzen Exesgesse ist das du recht hast das man sich erst selbst optemieren sollte. Aber das dazu ertmal die Motivarion geschaffen werden muß. Der erste Schritt ist es den ersten Schritt gehen zu wollen. Und en nimmt uns die erzeihung die Motivation. Nicht nur die Eltern sondern die Lehrer die uns zu Konformität erzeihen soll. Dann die Eltern die von System reich für Anpssung belohnt wurde Denn Leuten den man begegnet die einen Sagen das es so wie es ist gut und richtig ist. Also muß man um frei zu sein alles hinterfragen und da kommen sachen raus die einen nicht schmecken. Wie zum Beispiel das es beim Film Braveheart nicht um Freiheit geht sondern darum das sie einfach einen eignen König haben wollten.(Okay vieleicht ein Dummes Beispiel aber das finde ich da ein bißchen passend). Und die Leute wollen es gut haben nicht belästigt werden und einfach weiter glauebn das alles recht und gut ist was passiert. Das Moslems alle Terroristen sind und man sie deswegen alle ausgrenzen soll, das Afrikaner einfach rückständig sind und man sie deswegen am besten wieder Kolonisieren sollte etc.etc. etc. Wie will man sich da ausprobieren wie will man da selbstreflektiert agumentieren können. Und wie will man sich da Gedanken entwickeln können es besser zu machen. Also deswegen ist Unity da der erste Schritt sich selbst zu verbessern aber es sollte nicht der letzte Schritt sein.
Gedanken eines Neulings tschuldigung das es etwas länger geworden ist
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PlateauTrivial unregistriert
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re: Joker
24.02.2011 13:18 |
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(Autor: nemesus)
Joker, ich mache es kurz: Ich bin von Deinem Post begeistert. Für mich eindeutig mit das beste, was ich je in der Unity gelesen habe (den Keller, DER NICHT MEHR EXISTIERT (Coole Arbeit, Xoc; die meisten Unity-User haben es ja auch nicht besser verdient)) nicht inbegriffen.
Fassen wir also folgendes zusammen:
1) Es ist möglich, große Veränderungen zu bewirken (Beispiele: Gründer von Wikipedia, Gründer von WikiLeaks, Gründer von Apple)
2) Dazu gehört immer zunächst die Änderung in einem selbst (Steigerung der eigenen Fähigkeiten und Konzentration auf den ursprünglichen Fokus (unverfälscht von dem, was die Eltern/sonstiges Umfeld in einen legten)
3) Andere Menschen können dazu hilfreich sein, wenn man die Chance nutzt und andere als Spiegel verwendet (kein Wortspiel). Das würde dann zu einem völlig anderen Gebrauch, zum Beispiel eines Forums führen.
4) Gemeinsam und durch regen, komplexen und langen Austausch, kann man, trotz aller eventuellen Unterschiede, eine gemeinsame Basis finden, die nichts mit Kompromissen zu tun haben muss.
Mich würde interessieren, ob Du den 4 Punkten erstmal so zustimmen würdest (Immerhin wäre das schon eine Art Basis (wenn auch nicht so umfangreich, wie sie sein könnte. - Aber wir müssen es ja dabei nicht belassen.)
Abschließend:
Ich warte nun erstmal Deine Antwort ab. Eventuell können wir danach beleuchten, wie ein System (z.B. Internet-Projekt) aufgebaut werden könnte, um die oben genannten "Effekte" zu verstärken und somit die User bestmöglich bei Ihrer Optimierung zu unterstützen.
Mit meinen besten Wünschen,
nemesus
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kobin unregistriert
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Wahrer Frieden und echte Freiheit
24.02.2011 23:39 |
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Verzeih mir nemesus, wenn ich die Themen nacheinander in aller Ausführlichkeit chronologisch durchgehe und meine eigenen Gedanken dazu darlege. Ich habe kurz vorher überlegt, wie man am besten auf einen solchen Thread antworten könnte und dabei fiel mir auf, dass mir die Themen zu schnell wechseln, und dadurch, meiner Meinung nach, nichts halbes und nichts ganzes dabei rauskommen kann. Meiner Meinung sollte man erst einmal bei einem Thema bleiben, es bis zur Neige erörtern und die Querverweise nicht direkt bzw. sofort als neues Thema annehmen.
Beginnen wir mal mit deinem Einleitungspost.
| Zitat: |
| Fruendschaft, Menschlichkeit, die Fähigkeit aufeinander einzugehen, das sind Werte, die nicht einfach von Politik beeinflusst werden können. Und ich denke, sie sind wichtiger und können mehr befreien als alles andere. |
Deine These hier finde ich etwas gewagt, schon deshalb nicht, weil ich nicht weiß, wie du einfach betont haben möchtest. Das einfach kann in diesem Zusammenhang sehr unterschiedlich gedeutet werden. Freundschaft, Menschlichkeit, Sozialkompetenzen sind für dich schwer beeinflussbare Werte? Oder meinst du es dahingehend, dass es Werte sind, die nicht von der Politik beeinflusst werden dürfen?
Im ersteren Fall dürfte uns die Geschichte zweifellos eines besseren belehren, allen voran die Zeit des Dritten Reiches. Freundschaften brachen aufgrund von ideologischen Gedankengut wie Strohhalme auseinander, und die Menschlichkeit bestand sich nicht darin, die Augen zu schließen und bei Hausverkäufen das Mobilar, ermordeter, vergaster Juden zu ersteigern, was vielen zu dem Zeitpunkt durchaus bewusst gewesen sein dürfte. Es gab Einzelbeispiele, wie Martin Niemöller, Dietrich Bonhöfer, Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf, Kurt Huber und andere, zahlreiche und zumeist namenlose Aktivisten. Die breite Masse jedoch konzentrierten sich überwiegend auf ihr eigenes Wohl. Ich zitiere hierbei einmal die weiße Rose:
| Zitat: |
| Warum verhält sich das deutsche Volk angesichts all dieser scheußlichsten menschenunwürdigsten Verbrechen so apathisch? Kaum irgend jemand macht sich Gedanken darüber. Die Tatsache wird als solche hingenommen und ad acta gelegt. Und wieder schläft das deutsche Volk in seinem stumpfen, blöden Schlaf weiter und gibt diesen faschistischen Verbrechern Mut und Gelegenheit, weiterzuwüten und diese tun es. Sollte dies ein Zeichen dafür sein, daß die Deutschen in ihren primitivsten menschlichen Gefühlen verroht sind, daß keine Saite in ihnen schrill aufschreie im Angesicht solcher Taten, daß sie in einen tödlichen Schlaf versunken sind, aus dem es kein Er-wachen mehr gibt, nie, niemals? |
Politik kann Freiheitsbestimmend sein, in vielen Fällen ist sie das auch, wie man das anhand von vielen Ländern erkennen kann, die eine diktatorischen Staatsform besitzen. Dass Politik nicht alles ist und alles sein kann, dahingehend stimme ich dir zu aber ich habe das Gefühl, dass du die Politik mit reiner Rhetorik verwechselst, Augenwischerei, die keine nennenswerten Auswirkungen auf das Miteinander haben.
Natürlich sind die von dir genannten Werte wichtiger und können potenziell auch tatsächlich mehr befreien als alles andere. Dennoch wäre es meiner Meinung zu kurzsichtig, wenn man behauptet, dass Politik keinen großen Einfluss auf die Freiheit des Menschen nimmt. Betrachtet man ausschließlich Deutschland, wäre die These unter anderem angebracht, betrachtet man die Welt ist sie es in meinen Augen keinesfalls.
Original von quaid:
| Zitat: |
da scheint ein obrigkeitsgefühl zu sein, wie man das schon aus der geschichte kennt: man folgt jemandem, und wenn man feststellt, dass dieser jemand für einen denken - ja vielleicht sogar mit verantwortung für einen übernehmen - kann, dann stellt man auf geistigen leerlauf.
insofern könnte man sagen, dass die kritik an der politik bei der kritik der menschen selbst anfängt bzw. anfangen sollte, und alles weitere ergibt sich dann. |
Für meine Begriffe zeigen die Menschen zu wenig Bereitschaft, sich für Belange, die sie unmittelbar betreffen, einzusetzen. Vielleicht ist das tatsächlich eine Nachwirkung aus der Geschichte, dass man machtlos vor einem alles bestimmenden Machtapparat resigniert, weil man selbst schnell aufgibt, und vielleicht etwas bequem ist, für die schlummernden Gedanken und Überzeugungen sozusagen, auf die Straße zu gehen, sich einzusetzen und gegebenenfalls etwas zu riskieren. Andererseits könnte das offensichtliche Kollektivdenken eine weitere Ursache sein. Anscheinend müssen erst sich immer einige Leute versammeln, an Größe und Zahl gewinnen bis endlich auch einige andere bereit sind, mitzuwirken, oftmals leider ohne eine genaue Vorstellung von dem eigentlich Thema. Für mich sind viele Menschen geistig ermattet. Und gerade die junge Generation, die seither für eine Erneuerung eintrat, scheint außerhalb des universitären Bereich wenig interessiert an gesellschaftlichen Themen zu sein.
Viele verstecken sich hinter den Vorstellungen der Perspektivlosigkeit, die so gar nicht vorhanden wäre, wenn sich die junge Generation aufraffen könnte, wohlgemerkt bereit wäre, eigenständige Gedanken zu entwickeln und ihrer eigenen, persönlichen und individuellen Überzeugung gemäß zu handeln. Dass wir davon meilenweit entfernt sind, beweißt die momentane Situation. Wir besitzen die potenzielle Freiheit, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen aber wir sind von unserem Lebensstandart anscheinend so gesättigt, dass wir uns zu fein geworden sind, unsere Freiheit auch wieder einmal tatsächlich zu nutzen. Das 2000 Jahre alte Brot und Spielsystem hat anscheinend nichts an seiner Gültigkeit verloren.
Und natürlich hat quaid in dem Beispiel dann recht, wenn er sagt, dass wir nicht andere dafür zur Verantwortung ziehen können sondern in erster Linie uns selbst. Dass allerdings alles weitere sich daraufhin de facto von selbst entwickelt, so weit würde ich nicht gehen wollen.
Original von Joker:
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| Ganz einfach weil eine Revolution unpraktisch ist. Was hat eine Revolution bisher gebracht als ein neue Diktaktur hevorzubringen. |
Die rhetorisch gemeinte Frage kann ich dir gern beantworten. Durchaus eine Verbesserung. Oder würdest du die Bundesrepublik als Diktatur einschätzen wollen? Das wäre mir allerdings neu.
Die Friedensdemos und die friedliche Revolution haben gezeigt, dass Revolutionen nicht einfach unpraktisch sind, sondern das sie durchaus etwas bewegen können. Man kann darüber philosophieren, ob die DDR auch ohne die friedliche Revolution überlebensfähig gewesen wäre, aber das ist in diesem Sachverhalt nicht von entscheidender Natur. Revolutionen können etwas bewirken, sie sind sogar wichtig, wie man bereits auch in der Geschichte beobachten konnte. Das Wahlrecht, die Grundrechte, alle fundamentalen Freiheiten, die du heute in Deutschland durch das Grundgesetz zugestanden bekommst, ist ein Produkt aus zahlreichen Revolutionen. Und ich bin ihnen persönlich dafür ganz dankbar, auch wenn ich mir nur zu oft wünsche, dass sie gewaltfreier ablaufen würden.
Original von nemesus:
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| Du darfst in Deutschland diverse Drogen nicht besitzen. Viel-Ehe ist verboten, der Besitz von diversen Büchern, oder Sex mit der eigenen volljährigen Schwester (im gegenseitigen Einvernehmen) wäre verboten. Insofern schränkt der Staat schon das Leben all jener ein, die anders leben wollen. |
@nemsus: Deine Freiheitsvorstellungen laufen, glaub ich, darauf hinaus, dass für die Ausführung von erweiterten Freiheiten, der Betreffende damit einverstanden ist. Das Beispiel mit den Drogen ist eine Sache, die ich Deutschland nicht prinzipiell schlecht finde. Über Gras kann man sich sicherlich streiten aber gerade was die „harten“ Drogen angeht, ist es vielleicht angebracht, den Besitz unter Strafe zu stellen. Wie du bestimmt weißt, werde viele Verbrechen wegen der Sucht begangen, die sogenannte Beschaffungskriminalität, die mehr als genug Schaden anrichten dürfte. In diesem konkreten Fall fände ich eine okkupierende Haltung des Staates für sinnvoll. Dass man sich bei den anderen Dingen darüber streiten kann, ist richtig. Obgleich ich die Inzestproblematik bezüglich der Vererbung von Genmaterial zumindest als ein betrachtenswerter Anlass für ein solches Verbot anerkennen muss.
| Zitat: |
| Theoretisch ja. Aber warum sollten sich die Menschen ändern? Dian redet immer gerne von seiner Aufklärung. Aber inwiefern hat seine Aufklärung auch nur den kleinen Teil der Menschen in diesem Forum verändert? |
Ich würde dians Arbeit bei aller Zuneigung nichts als Aufklärung bezeichnen. Es ist ein Denkanstoß nicht mehr und nicht weniger. Man kann auch nicht erwarten, dass Menschen wohl einfach von heut auf morgen, aufgeklärt sein können. Dafür muss die innere Bereitschaft gegeben sein, ansonsten bleibt die äußere Stimme, die versucht die innere zum Reden zu bringen, ungehört.
Abgesehen davon, was hast du eigentlich vorzuweisen? Sicherlich, dein Forum, die Wiki, die Zeitung und das Inselprojekt. Aber wie viele Menschen sind wirklich an deinen Themen interessiert? Wäre es anders, dann würdest du nicht einen Teil deiner Zeit opfern um dich mit uns über pseudophilosophische Themen zu unterhalten. Das soll keine Beleidigung sein, aber mir klang deine Erläuterung dahingehend viel zu einseitig.
Ich stimme dir aus vollem Herzen zu, dass die eigenen Grenzen, die eigentlich gar keine Grenzen sein müssten, meist unüberwindbarer sind, als die der Politik. Allerdings frage ich mich dann, ob du überhaupt auch selber über dich reflektierst. Du erscheinst mir so von deinem Selbstverwirklichungsdrang eingenommen, dass du nicht bereit bist, dich auch einmal fallen zu lassen, Frieden zu schließen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du in eine absolute Sinnkrise kommen würdest, wenn dir jemand sägte, dass du morgen stürbest. Auch das ist eine Form von Freiheit, die im Sinne der Stoa vielleicht am wichtigsten wäre, die zu mehr Gelassenheit führen würde und damit in meinen Augen auch zu einem besseren Miteinander.
Ebenfalls habe ich die dumpfe Ahnung, dass du dich, vielleicht auch ganz unbewusst,
so exessiv für eine Verbesserung stark machst, um dir später vorhalten zu können, dass du es wenigstens versucht hast. Das wäre die zynische Variante. Dein Selbstbewusstsein in allen Ehren aber manchmal sehe ich anhand deinen Posts, dass du scheinbar auch sehr von dir selbst eingenommen bist.
Original von Shinobi:
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| Wenn Kinder in einem System erzogen werden, welches auf Gewalt und Egoismus zur Erziehung und Vermittlung von Werten der Gesellschaftlichen Moral, und zur Erreichung von Zielen setzt, wie es in der Vergangenheit oft der Fall war, und auch heute noch alltägliche Praxis ist, können dabei auch nur Gewalttätige und Egoistische Erwachsene bei herauskommen. |
Das ist, ohne dies vorher gelesen zu haben, auch der Punkt gewesen den ich ganz am Anfang aufgegriffen habe. Allerdings würde es nicht stimmen zu sagen, dass dabei „nur“, also ausschließlich Gewalttätige und egoistische Erwachsene dabei herauskommen können. Im Gegenteil, solche System bringen auch verstärkt Menschen hervor, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind, über ihr Ego hinausgehen und sich für ihr Umfeld stark machen. Manchmal sogar stärker als zu Friedenszeiten.
Bei allen debattierten Freiheiten, die hier angesprochen worden, ist die größte Freiheit, die innere Freiheit, die sich nicht an die Welt oder an die Gesellschaft bindet sondern nur an sich selbst, bzw an die eigene Existenz. Und diese Erkenntnis, die ich durch das Schreiben dieser Zeilen einmal mehr empfinde, lässt mich mit diesen Zitat aus der Bhagavad-Gita zu Ende kommen:
| Zitat: |
| Vers 55: Die höchste Persönlichkeit Gottes sprach: O Partha, wenn ein Mensch alle Arten von Sinnesbegierden aufgibt, die den Wunschvorstellungen des Geistes entspringen, und wenn sein geläuterter Geist im Selbst allein Befriedigung empfindet, dann sagt man von ihm, er sei im reinen transzendentalen Bewusstsein verankert. |
Denn wahre Freiheit bedeutet echter Frieden und wahrer Frieden bedeutet echte Freiheit.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von kobin am 24.02.2011 23:44.
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PlateauTrivial unregistriert
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re: Kobin
25.02.2011 02:46 |
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(Autor: nemesus)
*g* Wau. Da hat man Dir in einem anderen Thread ja ganz schön den Spiegel vorgehalten, mein Bester. Na wenn Du schon hier bist, sieht der Spiegel vielleicht auch mal vorbei. Ich brenne darauf, ihn zu fragen, ob er selbst ´mal Kinder möchte, und wie er sie gedenkt, "aufzuziehen".
Zu Deinem Post:
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| Meiner Meinung sollte man erst einmal bei einem Thema bleiben, es bis zur Neige erörtern und die Querverweise nicht direkt bzw. sofort als neues Thema annehmen. |
Meiner Meinung "sollte" man genau das Gegenteil. Themen anschneiden, nächste Themen einstreuen, hin und her springen, um am Ende den Bogen zu kriegen. Alles andere macht ja gleich viel weniger Spaß.
| Zitat: |
| Das einfach kann in diesem Zusammenhang sehr unterschiedlich gedeutet werden. Freundschaft, Menschlichkeit, Sozialkompetenzen sind für dich schwer beeinflussbare Werte? Oder meinst du es dahingehend, dass es Werte sind, die nicht von der Politik beeinflusst werden dürfen? |
Witziger Weise sind beide möglichen (von der Betonung abhängenden?) Aussagen wahr. Ein System bräuchte massive Gewalt, um das Verhalten von Menschen in Sachen Freundschaft zu modifizieren. - Du hast ja nicht umsonst Nazi-Deutschland als Beispiel genommen. "Gewaltausübung" ist auch ein Aufwand.
Aber auch, wenn ich eigentlich auf die andere Version hinaus wollte, lass Dir gesagt sein, dass es in "harten Zeiten", nicht nur mehr Verräter sondern auch tiefere Freundschaft geben kann. Immerhin könnte das Leben bedroht sein, wenn man seinen Verpflichtungen als Freund nachkommt. Und es gab auch in Nazi-Deutschland ziemlich viele Leute, die das erhöhte Risiko, der Freundschaft wegen, in Kauf nahmen.
Was ich mit meinem Sätzchen sagen wollte:
Es kann/können nicht einfach ein Staat oder pseudopolitische Spinner auftauchen, und kollektive Bewusstseinserweiterung oder tiefere Freundschaft erzwingen. Sie könnten vielleicht eine Lichterkette bilden, doch ich befürchte, die würde weder im Verstand der Passanten noch in dem der Aktivisten für mehr Erhellung und zwischenmenschliche Wärme sorgen.
Der Entschluss, sich geistig weiterzuentwickeln, neue Konzepte auszuprobieren und tieferen Freundschaften eine Chance zu geben, kann nicht von anderen erzwungen werden. Die Menschen müssen es selbst wollen, oder eben auch nicht.
Dein Zitat von der Weißen Rose war eigentlich nicht nötig. Aber dennoch ganz nett. - Wobei ich in dem Fall auf die Frage "Warum?" am liebsten mit "Angst!" geantwortet hätte. Aber die längere Version klingt hübscher. *g*
| Zitat: |
| Politik kann Freiheitsbestimmend sein, in vielen Fällen ist sie das auch, wie man das anhand von vielen Ländern erkennen kann, die eine diktatorischen Staatsform besitzen. |
Sag ´mal Kobin, wolltest Du nicht beim Thema bleiben, wenn ich es schon nicht tue? Mein Thema ist der Raum, in dem wir MOMENTAN leben. Keine Diktatur, kein Nazideutschland, kein Sozialismus, nur das hier und jetzt. (Und vielleicht ein klein wenig Zukunft, nicht zu weit weg).
Wenn ich in der Unity schreibe, rechne ich auch nicht damit, dass die ganze Welt "horcht". Mit anderen Worten: Meine Thesen befinden sich in einem engen BEZUGSSYSTEM. Den Rest der Welt, untergegangene Kulturen und außerirdisches Leben habe ich vorerst nicht berücksichtigt.
Deinen Abschnitt mit dem Quaid-Zitat ist mir zu pathetisch. Außerdem hat Dir Spiegel schon diesbezüglich die Meinung gesagt. - Du gehörst der jungen Generation an und sprichst von der jungen Generation als wärst Du 200 Jahre älter und über sie erhaben. Tut mir leid, für so etwas bin ich zu jung.
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| Über Gras kann man sich sicherlich streiten aber gerade was die „harten“ Drogen angeht, ist es vielleicht angebracht, den Besitz unter Strafe zu stellen. Wie du bestimmt weißt, werde viele Verbrechen wegen der Sucht begangen, die sogenannte Beschaffungskriminalität, die mehr als genug Schaden anrichten dürfte |
Viele Drogen, die in unserem System verboten sind, verdienen den Begriff "hart" viel weniger als beispielsweise Alkohol. Aber letztendlich spielt das gar keine Rolle.
Der Staat ist leider manchmal so wechselhaft, wie Du zuweilen in Deinen Posts oder bei der Wahl Deiner Nicknames.
Wenn der Staat sagt, dass man mit 18 bzw. 21. voll zurechnungsfähig ist (und somit voll haftbar ist), dann wäre es in meinen Augen nur konsequent, einem auch die Wahl der Drogen freizustellen. Und wenn wir schon von leicht schizophrenen Handlungen reden... Wenn der Staat ein zweites Nazi-Deutschland verhindern will, verstehe ich es. Wenn er dies aber mit dem "Giftschrank" zu tun gedenkt, einer Erfindung von Nazi-Deutschland, dann finde ich das sehr fragwürdig. (Im Giftschrank landete früher, was die Nazis "Entartete Kunst" nannten, heute sind es Nazi-Bücher.) Ich finde nicht, dass das die Sache besser macht.
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| Abgesehen davon, was hast du eigentlich vorzuweisen? Sicherlich, dein Forum, die Wiki, die Zeitung und das Inselprojekt. Aber wie viele Menschen sind wirklich an deinen Themen interessiert? |
Und das Aquädukt... Ach ne, das waren die Römer beim Monty Python Film "Leben des Brian"
Für irgendetwas muss es ja gut gewesen sein, sonst hättest Du vielleicht nicht dian in einem anderen Thread den Vorschlag gemacht, seine Software zu updaten, eine Wiki einzuführen, auf phpBB umzusteigen... Das erinnert schon ziemlich ans Plateau.
Aber abgesehen davon... Warten wir erstmal ab, wie die Erstausgabe von TRIVIAL ankommt, und ob sie demnächst auch im iTunes-Store zum Download bereitsteht. Erwähnte ich schon, dass ich gerade im Dialog mit Apple Deutschland bin?
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| Wäre es anders, dann würdest du nicht einen Teil deiner Zeit opfern um dich mit uns über pseudophilosophische Themen zu unterhalten. |
Meine Gründe, diesen Thread zu eröffnen, hatte ich bereits am Anfang genannt. Auslöser war eine Diskussion zwischen dian und mir im verborgenen Bereichs des Plateau-Forums.
Sieh mal auf die Linkliste, unten im Unity-Forum. Da findest Du einen Verweis auf dieses Forum, einen Verweis auf den nicht mehr existierenden Keller und einen Link auf das nicht mehr existierende Mind-Riot. (Wo ist eigentlich das ältere Unity-Archiv abgeblieben?)
Einst stand da auch der Link zum Plateau. Aber dieser wurde auf meinen Wunsch entfernt. - Und das schon vor langer Zeit. - Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe.
| Zitat: |
| Ich bin mir ziemlich sicher, dass du in eine absolute Sinnkrise kommen würdest, wenn dir jemand sägte, dass du morgen stürbest. |
Ich sprach mich zwar für mehr Psychologie in der Unity aus aber nicht für pedantisches Psychogewäsch. Ich glaube, es fragt sich jeder Mensch, der klar bei Verstand ist, nach dem Sinn, wenn er gesagt bekommt, (was war das???), dass er bald "stürbe".(die Form kannte ich noch gar nicht.)
Und was "Vers 55" betrifft: Ich bin ja der festen Überzeugung, dass wirklich jeder Mensch zu wenig Sex hat. Aber Leute die den zitieren, so meine nicht "dumpfe Ahnung", müssen wirklich verdammt wenig Sex haben.
In diesem Sinne,
nemesus.
@Joker:
Bitte nicht die 4 "Sätze" aus den Augen verlieren. Mich würde interessieren, ob Du denen zustimmen würdest.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von PlateauTrivial am 25.02.2011 03:01.
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kobin unregistriert
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| Und was "Vers 55" betrifft: Ich bin ja der festen Überzeugung, dass wirklich jeder Mensch zu wenig Sex hat. Aber Leute die den zitieren, so meine nicht "dumpfe Ahnung", müssen wirklich verdammt wenig Sex haben. |
Falle aufgespannt, gewartet und zugeschnappt. Genau so etwas in der Richtung hatte ich von dir erwartet. Allerdings war ich mir nicht hundert Prozent sicher, dann fiel mir beim Schreiben des Zitats ein, dass es unter Umständen dein eigentliches Wesen zeigen würde. Es zeigt mir wieder einmal, dass zu wenige Menschen bereit sind, oder es nicht können, abstrakt zu denken. Vers 55 war keineswegs im apodiktischen Sinne gemeint, sondern ausschließlich auf den Kern bezogen. Du warst in deiner Verteidigungsrede mal wieder anscheinend so darauf bedacht, jedweden Angriffspunkt zu nutzen, dass du nicht mal hier halt machen konntest.
Tut mir leid, aber ich fühle mich meines Willens hier in diesem Thread zu schreiben, leider ziemlich beraubt. Und genau das meinte ich auch damit, wenn ich schrieb, dass du viel zu sehr auf einen hohen Ross sitzt und du unsagbar in deine scheinbar so vollkommenen Geisteshaltung verliebt bist.
Man kann mit Leuten wirklich nur konstruktiv diskutieren, die keine zu selbstbezogene, (bzw. selbstverliebte) Haltung einnehmen und bereit sind auch mal aus sich rauszugehen.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von kobin am 25.02.2011 08:29.
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PlateauTrivial unregistriert
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OffTopic
25.02.2011 10:10 |
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(Autor: nemesus)
@Kobin
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| Falle aufgespannt, gewartet und zugeschnappt. |
Das letzte Mal, als jemand glaubte, mir in der Unity eine äußerst pöse Falle gestellt zu haben, war das User Hansi.- War ein echter Brüller.
Bei Dir sieht das ähnlich unbeholfen aus. Oder anders: Wenn Du auf 1/7 eines Posts "eingehst", und die restlichen 6/7 nicht beantwortest, erweckt das, zumindest bei mir, den Eindruck, dass Du argumentativ nichts entgegenzusetzen hast, und nun versuchst, mit einem Taschenspielertrick, nicht ganz so dämlich dazustehen. - Von mir aus.
Eine interessantere Frage ist, inwiefern User der Unity allen Ernstes glauben, dass sie das Klima der Unity verbessern, wenn sie vorsätzlich mit "Fallen" arbeiten. Besonders gerne machen das die Leute, die nicht müde werden zu betonen, wie schlecht das Klima durch die anderen sei. - Aber das hat Dir ja schon Spiegel geschrieben.
| Zitat: |
| Vers 55 war keineswegs im apodiktischen Sinne gemeint, sondern ausschließlich auf den Kern bezogen |
Und mit unpassenden Fremdworten um sich werfen, hilft in dem Fall auch nicht weiter. Ich meine, was bitte soll irgendwer mit der Auskunft anfangen:"Das Zitat war auf den >>Kern<< bezogen."
Es hat schon seine Gründe, weshalb mir Leute unsympathisch erscheinen, wenn sie ´mal wieder glauben, von der Religion (welcher auch immer) geküsst worden zu sein. Dieses "Gutmenschentum", was mir da "entgegenstrahlt", ist mir wirklich unerträglich.
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| Tut mir leid, aber ich fühle mich meines Willens hier in diesem Thread zu schreiben, leider ziemlich beraubt. |
Glücklicher Weise gibt es ja noch viele andere interessante Threads in der Unity, in denen Du nicht fürchten musst, dass ich Dich Deines Willens beraube.
@all:
Meine Hoffnung ist, dass sich der Rest der hier beteiligten User wieder auf das Vorhergegangene besinnt. Zur Erinnerung, ich hatte folgende Thesen aus Jokers Post abgeleitet:
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1) Es ist möglich, große Veränderungen zu bewirken (Beispiele: Gründer von Wikipedia, Gründer von WikiLeaks, Gründer von Apple) 2) Dazu gehört immer zunächst die Änderung in einem selbst (Steigerung der eigenen Fähigkeiten und Konzentration auf den ursprünglichen Fokus (unverfälscht von dem, was die Eltern/sonstiges Umfeld in einen legten) 3) Andere Menschen können dazu hilfreich sein, wenn man die Chance nutzt und andere als Spiegel verwendet (kein Wortspiel). Das würde dann zu einem völlig anderen Gebrauch, zum Beispiel eines Forums führen. 4) Gemeinsam und durch regen, komplexen und langen Austausch, kann man, trotz aller eventuellen Unterschiede, eine gemeinsame Basis finden, die nichts mit Kompromissen zu tun haben muss. |
Ich hatte zwar expliziert Joker gefragt, ob er diese Thesen bestätigen könne (immerhin war sein Post ja der Anlass), fände es aber natürlich auch sehr interessant, was Ihr alle dazu zu sagen habt.
nemi-Gruß
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| Wie du bestimmt weißt, werde viele Verbrechen wegen der Sucht begangen, die sogenannte Beschaffungskriminalität, die mehr als genug Schaden anrichten dürfte. In diesem konkreten Fall fände ich eine okkupierende Haltung des Staates für sinnvoll. |
Da muss ich wiedersprechen, diese Verbrechen werden doch gerade aufgrund der Illegalisierung von Drogen begangen. Hier wäre es sinnvoller wenn der Staat Dealer spielen würde, das würde auch den abhängigen zugutekommen, da der Stoff dann nicht mehr mit irgendwelchen Substanzen gestreckt werden würde, und es nicht so leicht dazu käme, dass Leute an einer Überdosis sterben, außerdem würden dann einheitliche preise herrschen, in Folge dessen würde auch die Beschaffungskriminalität zurückgehen.
| Zitat: |
| Das ist, ohne dies vorher gelesen zu haben, auch der Punkt gewesen den ich ganz am Anfang aufgegriffen habe. Allerdings würde es nicht stimmen zu sagen, dass dabei „nur“, also ausschließlich Gewalttätige und egoistische Erwachsene dabei herauskommen können. Im Gegenteil, solche System bringen auch verstärkt Menschen hervor, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind, über ihr Ego hinausgehen und sich für ihr Umfeld stark machen. Manchmal sogar stärker als zu Friedenszeiten. |
Gut, da hat du natürlich recht und sicherlich wird eine neue Generation, auch immer gegen die vorherige aufbegehren, solange sie das Gefühl hat das diese Fehler macht, was in der Vergangenheit wohl immer irgendwie der Fall war.
Auch wenn es selten so leicht war sich gegen die eigenen Eltern und die herrschenden aufzulehnen, wie heute, was natürlich auch damit zusammenhängt, dass sich schon Teile der Generation unserer Eltern, zu gewissen teilen gegen das vorherige Regime aufgelehnt haben. So entsteht, das siehst du schon richtig, immer auch ein Stück mehr Freiheit, sollte es jedenfalls.
Jedoch ist das System in welchem wir leben, im Grunde immer das Gleiche geblieben, nur scheint es jetzt so, als hätten wir mehr Mitspracherecht bekommen und könnten nun demokratisch darüber abstimmen, wer am besten dazu geeignet ist uns zu regieren.
Anstatt sie uns wie früher einfach ihre Regentschaft auf diktieren, stimmen wir nun selbst darüber ab, wer über uns bestimmen soll.
Wir leben heute in einem freundlichen System, das macht es auch so schwer sich dagegen aufzulehnen. Lehrer sind jetzt die verständnisvollen Kumpel typen und Polizisten gleichzeitig liebende Familienväter, ach ja, und Politiker sind auch nur Menschen die Fehler machen, das zeigen uns doch ihre liebenswürdigen skandälchen in den Medien.
Welche uns rund um die Uhr mit gehaltlosem Mist, Desinformation, PR, und guter Laune bombardieren, ab und zu dringen auch mal ein paar Krawalle von außerhalb bis zu uns durch, aber das kümmert uns nicht weiter.
Der deutsche, denkt gar nicht sich gegen ein System aufzulehnen in dem es so toll ist wie in der BRD, so habe ich jedenfalls das Gefühl, und wenn die Politiker in den Medien erzählen das es in Deutschland nun mehr Beschäftigungsverhältnisse gibt denn je, und die Wirtschaft immer weiter wächst, freuen sich plötzlich alle und bemerken scheinbar gar nicht, auf wessen Kosten dies geschieht und das weder die Löhne steigen noch die abgaben sinken, und stattdessen die Preise immer weiter ansteigen, dass angesichts dieser Tatsache Deutschlands Wirtschaftswunder welches nur über das flackern des Bildschirms bei den meisten Leuten ankommt, nur eine bloße Fassade sein könnte kommt den meisten dabei jedoch nicht in den Sinn.
Wie du schon sagtest die geistige Freiheit ist die größte Freiheit aber über dieser muss man sich erst bewusst werden, und ich habe das Gefühl, dass die Menschen in diesem Land darum am meisten beraubt wurden. Darüber können uns auch keine 24 Zoll Plasmabildschirme hinwegtäuschen, in denen rund um die Uhr gezeigt wird, dass Konsum und Wachstum, Freiheit und Wohlstand bedeuten und Gesetze für mehr sicherheit sorgen müssen.
So und nun genug Politik ist nämlich auch nicht gerade mein Lieblingsthema.
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| 1) Es ist möglich, große Veränderungen zu bewirken (Beispiele: Gründer von Wikipedia, Gründer von WikiLeaks, Gründer von Apple) 2) Dazu gehört immer zunächst die Änderung in einem selbst (Steigerung der eigenen Fähigkeiten und Konzentration auf den ursprünglichen Fokus (unverfälscht von dem, was die Eltern/sonstiges Umfeld in einen legten) 3) Andere Menschen können dazu hilfreich sein, wenn man die Chance nutzt und andere als Spiegel verwendet (kein Wortspiel). Das würde dann zu einem völlig anderen Gebrauch, zum Beispiel eines Forums führen. 4) Gemeinsam und durch regen, komplexen und langen Austausch, kann man, trotz aller eventuellen Unterschiede, eine gemeinsame Basis finden, die nichts mit Kompromissen zu tun haben muss. |
Also ich finde das klingt durchaus vernünftig, vielleicht werde ich später auch noch näher darauf eingehen.
@nemesus @Kobin
Ich finde der Thread wird an dieser Stelle zu persönlich, genauso gut hätten du kobin, dian oder ich diesen Faden eröffnen können, es sollte hier nicht um die Person gehen, wenn euch etwas an der Aussage des anderen stört, geht konstruktiv auf das geschriebene ein, dies gilt natürlich auch für nemesus und alle anderen.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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RE: Joker
25.02.2011 13:36 |
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Original von PlateauTrivial
(Autor: nemesus)
Joker, ich mache es kurz: Ich bin von Deinem Post begeistert. Für mich eindeutig mit das beste, was ich je in der Unity gelesen habe (den Keller, DER NICHT MEHR EXISTIERT (Coole Arbeit, Xoc; die meisten Unity-User haben es ja auch nicht besser verdient)) nicht inbegriffen.
Fassen wir also folgendes zusammen:
1) Es ist möglich, große Veränderungen zu bewirken (Beispiele: Gründer von Wikipedia, Gründer von WikiLeaks, Gründer von Apple)
2) Dazu gehört immer zunächst die Änderung in einem selbst (Steigerung der eigenen Fähigkeiten und Konzentration auf den ursprünglichen Fokus (unverfälscht von dem, was die Eltern/sonstiges Umfeld in einen legten)
3) Andere Menschen können dazu hilfreich sein, wenn man die Chance nutzt und andere als Spiegel verwendet (kein Wortspiel). Das würde dann zu einem völlig anderen Gebrauch, zum Beispiel eines Forums führen.
4) Gemeinsam und durch regen, komplexen und langen Austausch, kann man, trotz aller eventuellen Unterschiede, eine gemeinsame Basis finden, die nichts mit Kompromissen zu tun haben muss.
Mich würde interessieren, ob Du den 4 Punkten erstmal so zustimmen würdest (Immerhin wäre das schon eine Art Basis (wenn auch nicht so umfangreich, wie sie sein könnte. - Aber wir müssen es ja dabei nicht belassen.)
Abschließend:
Ich warte nun erstmal Deine Antwort ab. Eventuell können wir danach beleuchten, wie ein System (z.B. Internet-Projekt) aufgebaut werden könnte, um die oben genannten "Effekte" zu verstärken und somit die User bestmöglich bei Ihrer Optimierung zu unterstützen.
Mit meinen besten Wünschen,
nemesus |
OKay okay schlag mich nicht ich habe nochmal drüber nachgedacht und festgestellt das das was hier passiert also nicht nur in dem Thread sondern im Forum ist meine Erwartungen sind. Also mit Menschen mich auszutauschen mich überzeugen lassen und das ein oder andre Projekt zu starten. Also stimme ich deinen 4 Thesen zu.
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| Original von Kobin: |
Original von Joker:
Zitat:
Ganz einfach weil eine Revolution unpraktisch ist. Was hat eine Revolution bisher gebracht als ein neue Diktaktur hevorzubringen.
Die rhetorisch gemeinte Frage kann ich dir gern beantworten. Durchaus eine Verbesserung. Oder würdest du die Bundesrepublik als Diktatur einschätzen wollen? Das wäre mir allerdings neu.
Die Friedensdemos und die friedliche Revolution haben gezeigt, dass Revolutionen nicht einfach unpraktisch sind, sondern das sie durchaus etwas bewegen können. Man kann darüber philosophieren, ob die DDR auch ohne die friedliche Revolution überlebensfähig gewesen wäre, aber das ist in diesem Sachverhalt nicht von entscheidender Natur. Revolutionen können etwas bewirken, sie sind sogar wichtig, wie man bereits auch in der Geschichte beobachten konnte. Das Wahlrecht, die Grundrechte, alle fundamentalen Freiheiten, die du heute in Deutschland durch das Grundgesetz zugestanden bekommst, ist ein Produkt aus zahlreichen Revolutionen. Und ich bin ihnen persönlich dafür ganz dankbar, auch wenn ich mir nur zu oft wünsche, dass sie gewaltfreier ablaufen würden.
Also um nochmal darauf zurück zukommen. Bisher haben revolutionen andere Diktakturen hervorgebracht. Inbesonderen die Französische und die Russische. Gut wir haben jetzt in Europa durch den Geist der Französischen die Demokratie. Was ich früher als die Diktaktur der Mehrheit angesehen habe und jetz als eine Freiwillige Diktaktur der Parteien ansehe. Auch wenn die jetzige Partei meine Zustimmung hätte wäre es nicht anderesals eine DIktaktur gut wir genioesen jetzt mehr Freiheit als in einer wirklichen tolalitären Regierungsform es sei denn du scherst aus dem System aus. Dann wirst du genauso mit Represion behandelt wie in einer Totalitären Regierung. Nur muß der staat darauf achten das die Represion den anschein einer Legementation hat weil sonst sie Abgewählt wird und dann die Oposition dann am drücker ist. Was eben wie du sagst ein Fortschritt ist. Aber ich halte Revolution für eben nicht geeignet um meine politischen Ziele zu erreichen weil wir dann eben wieder zu dem Mittel der Unterdrückung und später der der Represion greifen würden um unsere Ziele zu erreichen und tada wir hätten wieder eine Diktaktur.
Also im allgemeinen sehe ich die Sache so das die Menschen nach mehr Freiheit schreien in einer Revolution und man wenn sie dann geschehen ist mir Brot wieder ruihgstellt damit dann die Regierung ihr Ding wieder durchziehen kann. Und wenn man es mal kritisch betrachtet, ging es in den meisten Revolutionen um Brot.
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PlateauTrivial unregistriert
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(Autor: nemesus)
Danke soweit an Joker und Shinobi.
@dian:
In diesem Thread gibt es nun also bereits drei User, bei denen es so aussieht, als könnten sie sich auf die von mir vorgeschlagenen Thesen verständigen.
Du kennst das ja schon, aber für alle anderen:
Ich hatte mir irgendwann den Spaß gemacht und ca. 300 Posts aus dem Plateau-Forum analysiert, um die Ähnlichkeiten zu isolieren. Die Auswertung findet Ihr unter:
http://www.plateau-trivial.de/phpBB3/viewtopic.php?f=17&t=145
Wäre übrigens auch etwas für Spiegel. - Schön bunt.
Aber um auf Dich zurückzukommen, dian: Deine Rede ist noch immer, dass es in einem Projekt voller "Individualisten" keine Übereinkunft geben könne, da alle Einstellungen zu unterschiedlich seien.
Könnte es nicht statt dessen sein, dass das bisherige Nicht-auf-einen-Nenner-kommen einfach nur daran liegt, dass die Beharrlichkeit fehlte, um zu einem Schluss zu gelangen, der von allen als Optimum und nicht als Kompromiss behandelt wird?
Könnte es nicht sein, dass das, was die meisten von uns als Individualität empfinden, nicht in Wirklichkeit nur viel subtiler eXistiERt? (Stichwort: Reduzierung unterschiedlicher Bildungsniveaus)
nemi-Gruß
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von PlateauTrivial am 25.02.2011 14:44.
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dian unregistriert
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Sorry, wenn wir uns jetzt sehr weit vom ursprünglichen Thema entfernen... aber das hast du dir dann schon selbst zuzuschreiben, wenn du mir solche Fragen stellst.
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| Deine Rede ist noch immer, dass es in einem Projekt voller "Individualisten" keine Übereinkunft geben könne, da alle Einstellungen zu unterschiedlich seien. |
Kommt drauf an, was du unter Übereinkunft verstehst. Dass zu gewissen Themen fast alle User im Forum ähnliche Ansichten haben, bestreitet ja keiner.
Unter anderem deshalb macht es ja auch wenig Sinn, jetzt hier etwa ausführlich über die Lage in Libyen oder über Guttenbergs Doktortitel zu diskutieren.
Wenn du auf das anspielst, was ich im Plateau geäußert habe... nämlich dass ich befürchte, dass die Menschen mit wachsender geistiger Freiheit zunehmend inkompatibler zueinander werden, weil sie sich, je mehr Möglichkeiten es gibt, immer weiter auseinanderentwickeln...
das bezog sich jetzt nicht unbedingt auf gesellschaftspolitische Auffassungen oder intellektuelle Ansichten zu bestimmten Themen, sondern eher auf die ganz banale zwischenmenschliche Ebene.
Ich will es mal mit einem Beispiel aus der Musikwelt verdeutlichen:
1968 haben die jungen Leute, die sich nach einer Veränderung sehnten, fast alle Ton Steine Scherben gehört, und ansonsten vielleicht noch irgendwelche HippieMusik aus den USA.
Wenn nun ein paar von ihnen aufeinandergetroffen sind, hatten sie gleich wunderbar viel Gesprächsstoff, weil jeder die Songtexte kannte und die damit verbundenen Empfindungen. Man hat einfach ne Gitarre genommen und gemeinsam abgerockt. (also ich war damals natürlich nicht dabei, aber so stell ich mir das jetzt einfach mal vor)
Heute hören die einen Ska, die anderen Metal, wieder anderen hören lieber Hardcore, Grunge, Postpunk, Hiphop, Reggae, Deutschpunk, Liedermacher, Gangstarap, Chillout, Jazz, Klassik, Techno, Eurodance, New Wave, Dark Wave, Cold Wave, EBM, Futurepop, Minimal Electro, neue deutsche Härte, Visual Kei, türkische Hirtenmusik, kasachische Weihnachtslieder und weiß der Teufel was noch alles.
Wenn irgendwer im Musikthread ein Lied postet, das ihm gut gefällt, muss der schon viel Glück haben, dass überhaupt irgendein anderer User was damit anfangen kann.
In der Regel wird es einfach nur kurz angeklickt und die Leute denken sich "Ist nicht meine Musikrichtung. Interessiert mich nicht."
Nachdem ich das zwanzigste mal was von E-Type gepostet habe und es immer noch keinen interessiert hat, habe ich es dann auch irgendwann aufgegeben.
Anderen Usern wird es mit der Musik, die ihnen gefällt, ganz ähnlich gehen.
Und jetzt gehen wir mal wieder weg von der Musik, weil das wirklich nur ein Beispiel von ganz vielen sein sollte... betrachten wir allgemein die große Vielfalt, was Filmgeschmack, literarische Vorlieben, bevorzugte Computer/Konsolen-Spiele, Rollenspiele, Brettspiele oder sonstige Hobbys angeht.
Da sehe ich nunmal eine Welt, die sich immer mehr auseinanderentwickelt... ist ja auch irgendwie gut so, weil wir ja keine Lemminge wollen, die alle der selben Mode nachrennen.
Nur... wo bleiben die Gemeinsamkeiten, wenn du unter 100 Leuten nicht mal jemanden findest, der mit dir auf ein Konzert deiner Lieblingsgruppe gehen würde? Wenn du unter 100 Leuten niemanden findest, der sich die selben Filme anschauen möchte, auf die selbe Weise Sex haben will oder auch nur die selbe Stimmung gut findet?
Die einen zieht's an die Südsee, die anderen nach Norwegen.
So... und jetzt kommt der Nemi-Guru daher und will uns sagen, dass wir uns nur alle noch ein bisschen weiterentwickeln müssen, damit wir alle auf einmal ganz ähnlich ticken und uns nicht mehr auf den Geist gehen, wenn wir irgendwann in ferner Zukunft mal zusammen auf der selben Insel leben sollten.
Ich behaupte jetzt einfach mal, das wäre dann eine Insel voller Autisten, wo jeder auf seiner eigenen Palme hockt, mit Kopfhörer auf und völlig in seiner eigenen Welt vertieft... und der arme Nemesus müsste ständig von Palme zu Palme rennen und die Leute runterschütteln, damit sie sich auch mal am Gemeinschaftsleben beteiligen. Babylon war nichts dagegen!
Oder sehe ich das jetzt zu pessimistisch? Tu ich zu sehr von mir auf andere schließen?
| Zitat: |
| Könnte es nicht sein, dass das, was die meisten von uns als Individualität empfinden, nicht in Wirklichkeit nur viel subtiler eXistiERt? (Stichwort: Reduzierung unterschiedlicher Bildungsniveaus) |
Ich glaube nicht, dass es etwa am unterschiedlichen Bildungsniveau liegt, dass die einen ständig Trubel und viele Leute um sich haben wollen, und die anderen lieber die Stille genießen... dass sich die einen in eine Welt der Ritter und Drachen träumen, und andere lieber vom Raumschiff Enterprise schwärmen... dass das eine Kind Feuerwehrmann werden möchte und das andere Lokomotivführer.
Es gibt Unterschiede, die sind einfach da... und dass ich als Kind beispielsweise Müllmann werden wollte, liegt jetzt auch nicht unbedingt an meinem Bildungsniveau oder an dem Bildungsniveau meiner Eltern...
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