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Vermögenssteuer
25.11.2009 20:50 |
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gerade erst habe ich von der vermögenssteuer gelesen. in einer umfrage waren weniger als ein fünftel dafür. wie sich wohl jeder denken kann, war ein verschwindend geringer teil unentschieden und die mehrheit dagegen.
leider waren keine beweggründe für die entscheidung ersichtlich. ich glaube, diese wären interessanter als das umfrageergebnis an sich.
ich erinnere mich noch gut an die reaktion meines damaligen chefs über erstmalige diskussionen der vermögenssteuer - er regte sich regelrecht darüber auf. er hat sie wohl immer von einer anderen seite gesehen als ich.
ein paar leitfäden:
soll die vermögenssteuer kommen?
-ja
-ja, ab 1mio. vermögen
-nein
-nur, wenn die steuerlichen mehreinnahmen sinnvoll verwendet werden (was wäre sinnvoll?)
warum?
-misgunst
-verallgemeinerung der begünstigten ("das sind doch allesamt ...")
-zielgerichtete entscheidung zwecks umverteilung (z.b. für die 'weniger reichen')
welche mittelbaren folgen wären nach der vermögenssteuer denkbar in bezug auf die vermögenden (einsparungsneigung?) oder dem staat?
ich hoffe, ihr könnt ein paar neue aspekte zum thema beitragen, damit wir dem leser eine möglichst vielseitige ansichtsweise ermöglichen können.
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Wir hatten hier ja schon mal einen Thread, der sich intensiv mit realpolitischen Gedanken zur Steuerpolitik auseinandersetzte.
Ich war und bin der Ansicht, dass es eigentlich ausreicht, die Einnahmen zu versteuern. Und das möglichst gerecht mit starrem Steuersatz, aber entsprechend hohen Freibatrag (in der BRD am BSP gemessen, was durchaus 1500 € pro zu versorgender Person ausmachen könnte, also eine vierköpfige Familei würde bis 6000 € brutto 0 € Steuerrn zahlen.)
Vermögen, dass nicht als Produktionsmittel zur Ausbeutung eingesetzt ist, schadet irgendwie auch nix. Es sei denn, man will direkt Nägel mit Köpfen machen und das Privateigentum weitesgehend begrenzen.
Da denke ich allerdings, dass es da sinnvollere Möglichkeiten geben könnte als eine Vermögenssteuer, wenn man das will.
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ich meine, mal gelesen zu haben, dass die einkommenssteuer eher zu lasten der geringverdiener geht und die momentane situation die "reichen" eher begünstigt. wenn das so war - hat sich denn etwas geändert?
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wave unregistriert
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| Zitat: |
| ich meine, mal gelesen zu haben, dass die einkommenssteuer eher zu lasten der geringverdiener geht und die momentane situation die "reichen" eher begünstigt. |
Das verwechselst du mit der Mehrwertsteuer, die benachteiligt diejenigen, die ihr Geld auch ausgeben.
Es gibt da im Grunde zwei Hauptargumente gegen eine Vermögenssteuer und die sind sehr stark:
1. Es findet eine Doppelbesteuerung statt, d.h. man versteuert die Kohle schon wenn man sie einnnimmt und dann nochmal.
2. Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass diejenigen, die ihr Geld lieber auf der Bank bunkern für ihre Sparsamkeit bestraft werden während die, die es verprassen fein raus sind.
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M.F unregistriert
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| Zitat: |
Original von wave
2. Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass diejenigen, die ihr Geld lieber auf der Bank bunkern für ihre Sparsamkeit bestraft werden während die, die es verprassen fein raus sind. |
Kommt auf die Situation an.
Das kann durchaus sinnvoll sein, zb während einer Deflation.
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quaid:
Also, Einkommenssteuer kann nur dann zu Lasten der kleinen Einkommen gehen, wenn z.B. jemand, der z.B. 1000 € verdient prozentual mehr Steuern zahlen müsste als jemand der 1 000000 € verdient. Das ist aber selbst in der BRD noch nicht eingeführt worden.
Der niedrigste ist 14%, der höchste 42%.
Seneca:
Ob jedes Vermögen mal Einkommen gewesen ist, was versteuert wurde, weiß ich nicht. Es muss ja nicht unbedingt aus Einkommen entstanden sein. Da müsste dann eher, um diesbezüglich Gerechtigkeit zu schaffen, z.B. auch jede Erbschaft wie Einkommen versteuert werden, das ist in der BRD nicht der Fall.
Ich finde btw auch, dass Steuern nicht unbedingt eine Möglichkeit sein müssen, Gerechtigkeit irgendwie und irgendwo zu erzeugen. Gerecht ist es evtl. wenn bestimmte Verbrauchssteuern wie z.B. Benzinsteuer die Kosten, die sie durch Umweltschäden verursachen, auch wieder einbringen. Im Einkommensbereich gibt es in der BRD in keinster Form irgendeine Gerechtigkeit. Egal, nach welchen Gesichtspunkten man das ausrichten möchte. Weder wird die Anstrengung, die jemand in einer Arbeit erbringt, entsprechend besoldet noch hat der Lohn irgendwas mit Markt oder so zu tun. Die Löhne sind willkürlich entstanden und daher sind auch alle Möglichkeiten, Gerechtigkeit dadurch zu schaffen, in dem man diese besteuert ungeeignet.
Deshalb finde ich solche Argumente wie "Doppelbelastung" letztendlich nicht stichhaltig.
Zum zweiten Punkt hat ja nun auch Kebap schon mal grundsätzlich wohl Bedenken geäußert, wenn er meint, dass Geld z.B. in der Form von Spareinlagen nicht unbedingt sinnvoll hält.
Wobei mich, Kebap, mal interessieren würde, wie Du denn Geld benutzen würdest oder wie Du es ersetzen möchtest.
Xoc hatte auch öfters schon so freiwirtschaftliche Wirtschaftsmodelle vorgestellt. So ganz konnte ich dem nie ganz folgen, was damit volkswirtschaftlich erreicht werden soll.
Ich selber, seneca, habe es eigentlich auch noch so gelernt, dass alles Sparen erstmal in einer Volkswirtschaft als Investition gilt. Dennoch halte ich eben auch hier wieder die Argumentation, dass man niemanden bestrafen darf, der sein Geld nicht verjubelt für fragwürdig. Solange er in Finanzmarktwerte ausschließlich investiert, ist es nicht nachvollziehbar, wieso der dann gegenüber demjenigen, der lieber konsumiert keine Belastung durch Mehrwertsteuer erfährt. Und außerdem ist es auch hier nicht Aufgabe des Steuersystems irgendwelche Gerechtigkeiten herzustellen.
Jeder, der nicht mehr in dem Alter ist, in dem er noch für die "Zukunft" sparen müsste, ist sowieso doof. Ein 99jähriger Rentner wäre eigentlich eher gut beraten, jetzt allmählich mal das Ersparte auszugeben, anstatt drauf zu hoffen, dass er damit in fünf Jahren noch eine Weltreise machen kann.
Desweiteren ist es imo auch so, dass ich es volkswirtschaftlich eigentlich sinnvoller halte heutzutage, Geld auszugeben anstatt es nur Banken zur Spekulation zu überlassen.
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