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Zivilcourage - Helfen oder wegsehen?
18.04.2008 16:48 |
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Bin zufällig über diese Reportage vom WDR gestolpert:
http://medien.wdr.de/download/1208282400...co_20080415.mp4
Was meint ihr dazu? Wie würdet ihr euch verhalten?
Das kommt natürlich auf die Situation an, aber ich geh mal von den Beispielen der Reportage aus.
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Arne Kroger unregistriert
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Eigentlich ganz interessant, das Experiment.
Also, ich würde das gleiche in der U-Bahn machen wie der zweite Typ. Erstmal hingehen und fragen. Wenn dann, wie in dem simulierten Beispiel von dem betroffenen angeblichen Opfer, keine Aussage kommt, dass er Hilfe benötigt und nix sagt, dann hat der das auch voll verdient, eins auf die Fresse zu bekommen. Soll froh sein, wenn ich das dann nicht mache. Solche Situationen habe ich auch schon erlebt, aber ich musste nur aufstehen und da war dann Ruhe in der Bahn.
Ansonsten:
Was in dem Film völlig unterging und erst später erläutert wird, ist eben, warum das so ist:
Der Zeitfaktor. Wenn ich unterwegs bin und wie in letzter Zeit eben ein Vorstellungsgespräch oder sowas habe, dann habe ich keine Zeit dafür.
Wo war denn die Aufforderung, dass Arbeitgeber, die einen Arbeitnehmer, der zu spät kommt wegen einer akuten Hilfestellung, die er geleistet hat, nicht deswegen abmahnen dürfen? Oder die Aufforderung, dass jemand, der zu einem Vorstellungsgespräch muss, und nachweisen kann, dass er weil er geholfen hat, deshalb nicht erschien, bevorzugt berücksichtigt werden muss???
Nee, nee. Das ist blöder Gutmenschenquark, der eben nicht das eigentliche Problem aufgreift, dass in einer sich entmenschlichten Wirtschaftsordnung, es eben keine Hilfe und Solidarität mehr geben kann, was sich auch in sowas abzeichnen wird.
Btw: Wer hilft denn wirklich?
Wer hat denn den ganzen Link gesehen und ist jetzt Knochenmarkspender?
Ich werde da in Münster anrufen und mal anbieten, mich registrieren zu lassen. Mal gucken, was die sagen, wie ein HartzIVler, der ich ja noch diesen Monat bin, nach Münster kommen soll. Ich zahl' das nicht. Dann sollen eben Menschen draufgehen wegen Hartz IV.
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Was ist das denn mal wieder für ne blöde Umfrag?
Wo kann ich auswählen ihn zu fragen, ob er Hilfe möchte?
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Würdest du ein bewusstloses Unfallopfer fragen, ob es Hilfe braucht?
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Ich hab auch was von einem bewusstlosen Opfer geschrieben.
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Leberkrebs unregistriert
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Hatte eigentlich keiner von Euch einen Kurs in Erste-Hilfe?
Maßnahme Nummer 1 ist IMMER, das Opfer anzusprechen. Gegebenenfalls sogar leichte Backpfeife gebeb bei Bewusstlosen.
Bei geringfügiger Bewusstlosigkeit reicht das oft aus, um das Opfer aufwachen zu lassen. Außerdem können mit einem kurzen Gespräch Hinweise über Unfallhergang, Schmerzen, Verletzungen gewonnen werden. Bei tiefer Bewusstlosigkeit ist sowieso der Notruf zwingend nötig.
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Naja, das ist eine Sache, aber das Opfer dann noch zu fragen, ob es Hilfe möchte, ist vielleicht etwas nunja, äh... überflüssig?
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Ich rede von der U-Bahnsache.
Aber wenn du erwartest, dass man mit der einen Frage gleich beide Situationen beantwortet, macht das die Umfrage noch dämlicher.
Ausserdem passt "eingreifen" nicht wirklich zu einem Unfall.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Na gut, habs mal reineditiert.
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Original von atreju
Polizei anrufen käme nicht in Frage. |
Aus nem anderen Forum:
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Original von Reborn
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Original von Alkoholiker*
durfte ich am eigenen leib erfahren. wie sich hier vllt einige erinnern, letzten juni. zitat polizist in der wache "jo und was soll ich jetzt machen? der kollege kommt erst in 2 stunden, ich kann hier nicht weg, ich muss auf einen notfall warten." nachdem ich von 5 typen von hinten niedergeschlagen wurde. |
Ich stand letztens mit nem Kumpel am Hauptbahnhof BLN und wurde wurde 2 Typen angegriffen. Die Bahnhofspolizei hat erstmal ne zeitlang zu geschaut und eingegriffen, als die Typen aufgehört haben auf mich einzuprügeln. War sehr toll! |
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Leberkrebs unregistriert
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Na was gut das es "nur" eine Disco war. Stellt Euch mal vor 60-70 Randalierer greifen ein Villenviertel an? DANN würden die Bullen sofort blankziehn und mit scharfer Muni losballern, das garantier ich Euch.
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Arne Kroger unregistriert
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Jetzt nochmal der Reihe nach.
@Bronstein hat Recht, was die Ersthelfermaßnahmen anbelangt. Nur, wäre das in der Unfallszene auch nicht ganz korrekt.
Erstmal das, was man machen müsste, wenn man eben nach den Sanitätervorschriften vorgeht:
In dem Falle natürlich auch erstmal die Dame ansprechen, die außerhalb des Wagens liegt. Reagiert die nicht, dann muss man die vom Auto wegholen, je nachdem, was man noch im Leben vorhat, kann man sich auch vorher noch Handschuhe anziehen. Vom Auto weg, weil man nicht weiß, ob das Ding noch hochgeht. Dann die Polizei bzw. Rettungsdienst verständigen, und dann auch nochmal sehen, ob der Typ im Auto noch ansprechbar ist. So, wie der da drin hing, sehe ich da allerdings wenig Möglichkeiten, den rauszubekommen. Wenn der bewusstlos ist, macht man da erstmal nix. Dann kann man zur Reanimation der Dame schreiten, sofern Ihre Vitalfunktionen nicht wahrnehmbar sind, ansonsten ab in die stabile Seitenlage und Mund vorher leer machen. Und dann auch evtl. zudecken, nach Schock friert man und man muss auch aufpassen, dass die nicht auf die Strasse rennt.
So, das ist der Idealfall, wie man es in den Erste-Hilfe-Kursen lernt und auch in den Sanitäterkursen (mussten wir ausbildungsmäßig damals in meiner ersten Ausbildung zum Heilerziehungspfleger machen und alle paar Jahre mal erneuern, Erste-Hilfe-Kurs müssen wir jedes Jahr machen).
Dies dazu.
Was ICH allerdings als Erstes machen würde.
Sind die Unfallopfer tatsächlich bewusstlos, dann gilt
Bin ich arbeitslos und habe Zeit (s.o.), dann schaue ich erstmal nach Geld und Wertgegenständen im Auto. Danken tut das einer eh keinem, wenn man hilft, das muss man sich schon selbst besorgen. Dann schaue ich bei der Gelegenheit natürlich auch, mit wem ich es zu tun habe. Finde ich Parteiausweise von CDUCSUSPDFDPGRÜNEN, dann ist das natürlich alles etwas anderes. Oder das Auto hat hinten einen entsprechenden Aufkleber oder sowas wie "Schwarzrotgeil" oder "Steuern runter" oder ähnlicher BLÖD-Mist. Dann hat man natürlich ganz andere Sachen zu berücksichtigen.
Nach dem gründlichen Durchsuchen nach Wertgegenständen, gilt hier:
Füße hochlagern und zwar die eigenen.
Evtl. kann man herankommende Autos beruhigen, dass man schon die Polizei verständigt hat und sie ruhig weiterfahren können oder so.
Wer dümmliche Aufkleber auf dem Auto hat, weiß ja hoffentlich, wo er lebt.
Handelt es sich noch um ein Bonzenauto, oder man findet im Auto Hinweise auf überdurchschnittliche Einkommen, dann sollte man auch das Rauchen einer Zigarette (vor lauter Nervosität ja nicht ungewöhnlich) mit in die Überlegungen einbeziehen, dazu können auch die im Auto eingeklemmten gerne bei Bewusstsein sein, denn man kann denen evtl. noch klarmachen, warum mir gleich meine Kippe in den Tank fallen wird.
Das gilt aber btw nur in Deutschland, anderswo kann man natürlich unbedenklich helfen meines Wissens.
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Leberkrebs unregistriert
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Arne
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Arne Kroger unregistriert
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Eine pflegerische Ausbildung und ein sozialer Beruf bringen einen eben immer weiter.
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