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mensch als kostenfaktor
21.02.2010 23:26 |
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der mensch ist schon immer diskriminiert worden. ob es um nationalitäten ging oder geschlecht - neuerdings geht es um den kostenfaktor.
der kapitalismus erhält immer mehr einzug in das gesundheitssystem. wir können die derzeitige gesundheitspolitik bereits als eine zwei-klassen-gesellschaft, unterteilt in privat- und gesetzlich versicherte beschreiben.
wo die gewinnmaximierung im vordergrund steht, brütet der verfall moralischer werte eine zunft - wenn nicht sogar eine lebenseinstellung - aus. man entfernt sich von allem, was man irgendwie als human bezeichnen könnte, wenn man sich auch noch so ironischer weise fragt: was tut denn schon jemand für mich? und das unabhängig davon, ob bei dem vermögen desjenigen, der sich diese frage stellen würde, überhaupt jemand etwas für diese person tun könnte.
der mensch hat mehr wert, wenn er weniger kostet. im umkehrschluss ist mehr wert, wenn er weniger kostet. die menschen werden durchökonomisiert. das hätten wir schon kommen sehen können, als es hieß: nimm den job, oder nimm sanktionen in kauf! wenn der volksmund von "friss oder stirb" spricht, meint er damit eigentlich, dass nicht geschaut wird, was dahinter steckt. es ist egal, was das für ein job ist oder um welchen menschen es sich handelt. dafür wird der zuständige angestellte nicht bezahlt. und warum sollte er sich näher damit beschäftigen - ihm hilft ja auch niemand weiter..
hat es etwa denselben grund, dass politiker sich für vorlesungen und präsentationen einschreiben und entprechende (zeit-)aufwandsentschädigungen kassieren ohne überhaupt zu erscheinen? und was ist mit dem gezahlten inflationsausgleich für beamte, politiker und eu-abgeordnete? steigen die lebenshaltungskosten denn nur für diese menschen? gerade für diese, deren bezüge im vergleich erstaunlich hoch erscheinen?
die gewinner dieses systems tun ihr möglichstes, um das gestell und gestänge aufrecht zu erhalten. und wackelt es noch so sehr - es gibt wohl immer menschen, denen das gebotene ihren wertevorstellungen irgendwie entspricht. ein gutes beispiel ist unter mehdorns leitung bei der deutschen bahn aufzuzeigen: die s-bahn an die börse zu bringen, große interessenten ranzuschaffen und gelder beiseitezulegen, damit das paket gut verpackt erscheint für eben jene - und das auf kosten der gesundheit derer, von denen alles abhängt - nämlich den fahrgästen - das geht ein, vielleicht zwei unfälle lang gut. das große desaster blieb aus. dafür haben die fahrgäste tagtäglich viele kleine desaster in form von verspätungen und ausfällen, weil vernachlässigte teile repariert oder ausgetauscht werden müssen.
was außerdem getan wird: die beibehaltung des verdienstmodells ost/west, welches in den augen vieler veraltet ist. oder fällt jemandem ein guter grund ein, warum im osten jemand heute weniger verdienen sollte als im westen?
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Zum letzteren gibt es einen durchaus nachvollziehbaren Grund:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,497843,00.html
Und die Deutsche Bahn AG will nur sehr bedingt ihre Nahverkehrssparte an die Börse bringen, die haben sie nämlich alle in sog. "Regio Bahn-Abteilungen" aufgesplittert, weil sie da nie konkurenzfähig sein kann. Gedacht ist einzig und allein, die gewinnbringende Fernverkehrssparta mit der "Deutschen Bahn AG" an die Börse zu bringen.
Bei der Auftragsübernahme im Nahverkehr ist es mittlerweile hinlönglich bekannt, dass die DB da nix hinbekommt, hier in Norddeutschland sind da kaum noch Strecken an die Deutsche Bahn vergeben. Die haben alle Veoila (Eurobahn), Nordwestbahn oder Westfalenbahn bekommen.
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