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die Dummheit auf Reisen
06.08.2009 03:47 |
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So, um das Thema "Kurzgeschichte einmal im Fokus zu behalten, poste ich hier mal eine der meinen. Auf Lesungen ein Dauerbrenner, bin ich gespannt, was ihr dazu sagt:
Sieben Uhr vierzig sollte mein Zug gen Leipzig fahren. In aller Herrgottsfrühe schälte ich mich, noch benommen vom Suff der letzten Nacht, aus dem Bett. Und es viel schwer, denn diese letzte Nacht endete erst drei Stunden bevor der Wecker seine hässlichen Töne in mein Ohr spuckte, mich aus dem wohligen Schlaf zu reißen. Eben war ich noch baden in der warmen Südsee, und nun stehe ich schon in einem kalten Bad, mitten in der heiß geliebten Kleinstadt.
Träumen kann so schön sein!
Wenn man nicht früh raus muss!
Schlimm genug, dass der Katzenschiss in meinem Mund auch nach zehn Minuten Zähne putzen hartnäckig seine Schlupfwinkel verteidigt, nun erklärt mir auch noch die Uhr, dass es bereits sieben Uhr sechzehn ist. Ich sollte schon lange die Schuhe an meinen Füßen haben und fertig sein, zum Aufbruch. Nun aber schnell! Im Eiltempo verfrachtete ich die Waschtasche in den Rucksack, schwing mir die Jacke über, drehe mir eine Zigarette und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Auf halber Strecke ein kurzer Blick auf die Kirchturmuhr zu Linken. „Das schaff ich locker!“ höre ich mich sagen, behalte aber den Stechschritt bei. Schließlich muss ich mir noch ein Ticket holen.
Sieben Uhr vierzig, pünktlich auf die Minute fuhr der Zug. Allerdings ohne mich. Ich hörte noch das schwere Schnaufen der Maschine, die sich gerade über die Brücke zog, unter der ich eben durchlief, keine fünfzig Meter entfernt vom Bahnhof. „Nein!“ dachte ich und gab nicht auf. Doch es war tatsächlich eben der Zug, den ich hätte nehmen müssen.
Ein Blick auf die Fahrplanauskunft und ich wusste, dass ich nun zwei Stunden warten müsste. Durchgeschwitzt stand ich im Kalten und überlegte, ob sich der Weg nach Hause lohnt, rechnete kurz und entschied mich, zu gehen.
T-Shirt wechseln, doch noch ne Scheibe Toast in den Hals und den Termin für die Wohungsbesichtigung in Leipzig absagen, den ich um elf gehabt hätte.
Diesmal lief ich rechtzeitig los. So rechtzeitig, dass ich trotz gemütlichen Bummelschritts auch ohne Kenntnis der Bedienung des Fahrkartenautomaten mir hätte zwanzig Tickets holen und obendrein noch acht Zigaretten rauchen können.
Das Telefon klingelte und mir wurde gesagt, dass die Wohnung, die ich mir hätte ansehen wollen, nun weg ist. Scheiß Tag, dachte ich.
Endlich fuhr der Zug ein. Ich betrat ihn in der Mitte und stellte fest, dass es beinahe egal ist, in welche Richtung ich gehe. Einen Sitzplatz würde ich wohl nicht finden. Selten hab ich um diese Zeit, in dieser Region so überfüllte Waggons gesehen. Also links entlang, nach oben und siehe da, sogar ein Zweisitzer bot sich mir an. Ich hatte nicht vor, diesen mit irgendwem zu teilen, also stellte ich meinen Rucksack samt Jacke neben mich und erst jetzt stellte ich fest, wohin ich geraten war. Ich saß inmitten einer zehnten, elften Klasse auf Herbergsfahrt ins Erzgebirge. „Ach du scheiße!“ dachte ich. Was kann es Schlimmeres geben, als am frühsten Morgen, völlig verkatert und ohnehin schon schlecht gelaunt zwischen postpupertierenden, aufgekratzten Jugendlichen zu sitzen, die ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol machen, dies aber schon so professionell tun, dass um kurz vor zehn die Flaschen zum „vierten Prost“ erhoben werden?! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Schräg gegenüber saßen vier gackernde Hühner, die sich erst darüber unterhielten, was Mutti alles in die Tasche gepackt hat und dann allerhand Süßkram verteilten.
Dahinter fand der „männliche“ Teil Platz. Solche schleimigen Typen mit Mode-Iro, Tunnelimitaten im Ohr, und so rotzcool, dass der Schnee draußen vor Neid erblich.
Man sprach in einer Lautstärke, dass selbst der Lockführer am anderen Ende des Zuges einen Gehörsturz kriegen musste und der ganze Zug nun weiß, dass sich der Sportsfreund Blondgefärbt am „ganzen Körper eincremt, jeden Tag“, Sportsfreund Schwarzgefärbt Creme nur ins Gesicht schmiert und Sportsfreud Dick, der alles andere als SPORTsfreund ist, gar nicht eincremt, weil er das eklig findet.
Eine viertel Stunde später kannte ich die letzte Folge von Switch in vierfacher Version und Ausführung. Schlimm, wenn Laien versuchen, Laien zu imitieren, die einen Star imitieren. „Aber den Stefan Raab, den macht der eins zu eins nach… einfach geil!“
Ich versuchte wegzuhören, doch drängten sich die schrillen Stimmen der noch immer mit Süßigkeitenvergleich beschäftigten Hühner in meine Windungen. Vier mal Britney Spears, mit dem Hirn von Paris Hilton, der Stimme von Veronika Feldbusch (oder wie auch immer die Frau des derzeit bekanntesten Pleitegeiers jetzt heißt) und dem Temperament eines Daniel Kübel(böck) (wars nicht der Jakob Apfelböck, der bei Brecht die Eltern ermordete? Da geht doch was nicht mit rechten Böcken äh… Dingen zu).
Mamba grün, so weiß ich jetzt, schmeckt wie Huba Buba, und wenn man von letztrem drei Stück kaut, kann man zwar „Hammer große Blasen machen, sich aber auch anschließend die Haare abschneiden“. Das hat sie nämlich mal ausprobiert, die eine Britney Paris Feldböck und ihre Mutti ist ausgerastet, wegen der schönen Haare, so sehr, dass unsn Feldböckchen eine Woche Chatverbot hatte. Schlimme Zeiten sind das, wo Rabeneltern ihren Kindern wegen der versauten Frisur die Kommunikation verbieten.
Naja, da hilft ja noch lesen. Die Bravo haben alle vier abonniert, die Girl kauft man sich so und Wendy… "naja Wendy, aus dem Alter ist man doch nun raus". Das letzte Buch, das man in der Hand hatte, war das Tagebuch der stinkenden Nachbarstochter von den Hartz Vierern, weil sie es aus dem Ranzen der Viertklässlerin geklaut haben, um etwas zu haben, sich lustig zu machen. „Und die hat geheult wie ein Schlosshund. Selber schuld, mit solchen Eltern!“
Heino hat drei Mal die Woche Sex, die nächsten drei Folgen von „GZSZ“ werden verdammt spannend und "die blöde Sandy is selber schuld, wenn Boris das so auffasst, was sie schreibt und dann Schluss ist". Leider hab ich nie erfahren, was denn die blöde Sandy geschrieben hat, aber es wird schon alles so stimmen.
Ein Glück, dass ich irgendwann einschlief und erst kurz vor Plagwitz wieder aufwachte. Leider keine Südsee, nicht einmal ein kleiner Lottogewinn, sondern nur Bilder von der „Kleenen von den Hartz Vierern“, wie sie weinend auf der Treppe vorm Neubaublock sitzt und sich schämt, weil ihre Gedanken durch die Siedlung posaunt werden.
Träumen kann so hart sein...
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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So, dann haben wir doch hier mal einen Text, mit dem man auch was anfangen kann.
Zuerst mal, bevor das wieder in Undeutlichkeiten untergeht.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das ein literarischer Text ist und keine Erlebnisschilderun. Und, um auch das klar zu sagen, bei einer Erlebnisschilderung würde ich wohl sagen, dass es eine Situation ist, die viele von uns mit Sicherheit schon erlebt haben. Ich habe es mir irgendwann abgewöhnt, da zuzuhören, wenn ich in der Bahn auf solche Gruppen treffe und habe aus dem Grunde immer irgendwas zu fressen, zu trinken und vor allen Dingen was zu lesen dabei.
Lustig wird das allerdings, wenn man mit einem gleichaltrigen Jugendlichen z.B. zusammen unterwegs ist, der sich dann in die Gespräche einmischt und auf ziemlich deutliche Weise zu der einen oder anderen Aussage seine Meinung kundtut und dies nicht mir, dem Mitreisenden, sondern direkt den dort redenden.
(ich neige allerdings auch dazu, wenn ich mich mal,was selten vorkommt, von Menschen durch Lautstärke gestört fühle dazu, die entsprechenden, auch nicht immer in der gebotenen Höflichkeit anzusprechen.)
Literarisch sehe ich da aber noch was anderes, was eben interpretiert werden könnte.
Da werden zwei offenbar unterschiedliche Lebensentwürfe gegenübergestellt.
Die des Erzählers mit denen, der Jugendlichen.
Die der Jugendlichen ist relativ einfach auszumachen, da wir ja nur die Sichtweise des Erzählers erfahren und da wenig Spielraum zugelassen wird für Interpretationen.
Beschrieben wird da die Konversation, die innerhalb von Gruppen stattfindet und in erster Linie Belanglosigkeiten enthält, wie den Austausch über Fernsehprogramme (vermute ich mal, dass "Switch" sowas ist), was zumindest einen Rückschluß auf die Unterhaltungsart der Dargestellten zulässt.
Viel sagen kann man da eigentlich über die Jugendlichen da nicht, da ein Gespräch in einer Klassengemeinschaft zumeist gruppendynamischen Aspekten unterliegt, d.h., man kann nicht auseinanderhalten, wer sich äußert, um in der Gruppe dazuzugehören oder wer das, was er sagt, ernst meint. Klar ist zumindest, dass die 8 Personen, die der Erzähler wahrnimmt, interessiert sind an einem bestimmten Status in ihrer Gruppe.
Neben den Äußerlichkeiten, die eben schon auf Modeberücksichtigungen schließen lassen, die wahrscheinlich heute als "in" gelten, wenn man in einer Gruppe anerkannt werden will, wird das nochmal verdeutlicht, als die Mädchen über ein weiteres Mädchen reden, dass offenbar in der näheren Umgebung der Mädchen lebt, was zumindest einen kleinen Rückschluiß auf die soziale Herkunft auch der anderen dort beschriebenen Mädchen gibt, denn das Mädchen wird mit finanzieller Deklassierung der Eltern durch Hartz IV von den anderen beschrieben.
In dem Moment geschieht es interessantes. Man bemerkt an den erzählten Aussagen, dass sich die erzählenden Mädchen deutlich von diesem Mädchen abgrenzen. Allerdings scheint dieses Mädchen auch altersmäßig sowieso nicht in den normalen Umgang der anderen Mädchen zu passen, da es jünger ist.
Als interessanter Gegenentwurf beschreibt der Erzähler seine Situation da.
Da sind zwei Teile deutlich unterteilt. In dem ersten Teil beschreibt er durch Darstellung des Tages, den er erlebt, seine momentane Lebensitution ansatzweise.
Wir wissen, er sucht eine Wohnung, an der wohl ein Interesse hat. Sein sozialer Status scheint aber auch nicht der zu sein, wo er sich sich erlauben kann, die Vermieter bei sich antanzen zu lassen, denn das Objekt wird dann vergeben, ohne dass der Vermieter ihn sich angehört hat. Offenbar ist er nicht in der luxeriösen Situation, dass er es sich erlauben kann, den Termin einfach sausen zu lassen.
Dennoch erfahren wir, dass er trotz dieses Termines es vorzog, sich die Nacht um die Ohren zu hauen und dann relativ ungepflegt erst zu planen zu dem Termin zu erscheinen, diesen dann aber auch noch zu verpassen.
Zufrieden mit seiner Lebensituation scheint der Erzähler nicht zu sein, denn er träumt in dem Text eher von Klischees wie "Südsee" und stellt seine jetzige Situation zumindest ambivalent dar (das Bad ist kalt, aber die Stadt, in der er jetzt lebt, ist heißgeliebt von ihm, sofern dies nicht als Ironie zu verstehen ist, weil der Begriff "heißgeliebt" nicht unbedingt üblich ist für eine Stadt und daher auch irnoisch gemeint sein kann, was ja auch die Suche nach einer Wohnung in einer Großstadt bestätitgen würde). Ansosnten bekommen wir wenig Aussagen über den Erzählenden, maximal noch das sein Bildungsstand auch nicht so hoch sein kann, da das Wort "fiel" von "es fällt schwer, aufzustehen" hier mit "v" wie "viel" geschreiben wurde, was aber der einzige Hinweis auf den Text auf eine fehlerhafte sprachliche Bildung des Erzählers bleibt. Evtl. soll dies auch nur noch einmal unterstreichen, dass der Erzähler eben gerade nicht zu dem Moment des Aufstehens ganz fit ist.
Wir können also davon ausgehen, dass auch das Leben des Erzählers nicht perfekt verläuft aus seiner Sicht.
So, jetzt passiert das Interesante.
Er trifft auf eine Gruppe von Menschen, denen es offenbar, laut seinen Beschreibungen, so ergeht, dass diese sich für perfekter halten, sie tragen modische Frisuren (Jetzt mal unterstellt, dass sie das machen, um irgendwo anerkannt zu werden.), halten sich für besser als Viertklässler, deren Eltern Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen und scheinen, soweit ich das beurteilen kann, mit den Themen vertraut zu sein, die man braucht, um anerkannt zu werden.
Auffällig ist dabei, dass dies auch alles Sachen sind, die der Erzähler kennt. Ich persönlich könnte mit Begrifflichkeiten wie "switch", "Wendy" oder "girl" nix anfangen, ordne sie aber mal so ein wie man eben als 12jähriger Bravo einordnete. Auch zeigt der Erzähler, da er sich am Schluß direkte Bilder von dem beschriebenen ausgegrenzten Mädchen macht, dass er dazu neigt, sich schnell Bilder von Menschen zu machen, die ihm oberflächlich begegnen.
Interessanterweise wird es jetzt aber deutlich, warum hier der Erzähler als "Ich"-Erzähler auftriit. Er will mit der Geschichte eben deutlich machen, dass er auch die Gedanken des Erzählers wiedergeben kann. Und er gibt eben dann doch tatsächlich Gedeanken wieder, die er auch gleichzeitig bei der Gruppe von Jugendlichen, insbeondere der Mädchen, ausmacht.
Während die Mädchen als Menschen beschrieben werden, die sich über andere erheben aus z.B. finanziellen Gründen, macht der Erzähler nix anderes. Er nutzt dann das Medium der Erzählung, um uns genau in der Form, wie sich die Mädchen über die Viertklässlerin erhoben haben, um sich über die Klasse, mit der in einem Zug sitzt, zu erheben. Er macht uns, den Lesenden deutlich, was ihm nicht passt. Die Frage, warum er sich nicht in die Gespräche einmischt und direkt einzugreifen, wenn ihm etwas abstößt, bleibt unbeantwortet. Daher leigt es nahe, dass die Geschichte eben den Ersatz dazu darstellen soll.
Hier findet das gleiche statt. Statt einem entwendeten Tagebuch werden die (Selbst-)Darstellungen der Jugendlichen, die sie offen wiedergegeben haben, aber immer unter den Eindruck, dass sie sich in erster Linie äquivalent zu ihrem Klassenverband verhalten wollen, aufgegriffen und in einer Darstellung übernommen, die ebneso wertend ist, wie die, die der Erzähler den Mädchen unterstellt hat.
Insgesamt kann man sagen, dass die Geschichte interessant gemacht ist, um Paralellen der beiden Geschilderten aufzuführen:
-Erzähler hört den Mädchen zu, die sich über andere erheben
-Leser hört dem Erzähler zu, der sich über andere erhebt
Dies führt auch dazu, dass der Leser zuerst selber eingebunden wird und evtl. gar nicht bemerkt am Anfang, dass er zu einer Rolle gehört. die in der Geschichte beschrieben ist. Ich mag das, wenn eine Form, wie hier die Erzählung dann so genutzt wird, dass der Leser irgendwann ums Selbstreflektieren nicht mehr herum kommt.
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dian unregistriert
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Interessant zu Tode interpretiert, Arne.
Du hättest sicher einen guten Deutschlehrer abgegeben.
Interessanter wäre nur noch, wenn man diese Geschichte mit der "Kurzgeschichte" Gayclub von Ron kombinieren würde.
Mein Vorschlag für einen veränderten Schluss:
| Zitat: |
"Als das wasserstoffblondgefärbte Modeopfer schräg gegenüber dann auch noch anfing, die Furz- und Brechgeräusche ihres Klingeltons zu imitieren, und die nebenan sitzenden Jungs die neueste Hit-Single von Bushido anstimmten, hatte ich endgültig genug.
Ich griff in meinen langen, dunklen Mantel, den ich mir extra für Anlässe wie diesen gekauft hatte, und zog meine vor Erregung vibrierende Pumpgun hervor.
Es schien mir, als würde das Blei in ihrem Lauf förmlich darum betteln, sich durch das weiche, zarte Hühnerfleisch der gegenübersitzenden Schnepfen fressen zu dürfen.
Ich räusperte mich. Das übermütige Gaggern und Hüpfen um mich herum verstummte.
Zerberstendes Urvertrauen. Blicke, wie sie nur von einem Embryo stammen konnten, der gerade realisierte, dass seine Mutter ihn abtreiben lässt...
Blicke, die genau wussten, dass ihre Kindheit nun für immer ausgeträumt war, trafen mich, und wurden von mir eiskalt zu ihren Absendern zurückgeschmettert. Dann ballerte ich drauf los. Einmal, zweimal, dreimal. Blut und Handysplitter spritzten durchs Abteil.
Dem schwulen Schaffner, der vorbeikam und von mir wissen wollte, ob ich Fahrkarte und Waffenschein besaß, schnitt ich den Schwanz ab und schleuderte ihn in einen der überquillenden Aschenbecher.
Jetzt hatten auch die vorlauten, besoffenen Jungs weiter hinten registriert, dass ich trotz meines fiesen Blickes und meiner uncoolen Frisur nicht zum Bahnpersonal gehörte.
Ich griff mir den ersten von ihnen und zog ihm bei lebendigem Leibe die Vokuhila vom Kopf. Er schrie vor Scham und Pein... denn er wusste genau, ohne den modischen Skalp würde keiner seiner Freunde mehr mit ihm im selben Abteil sitzen wollen.
Bei der Gelegenheit riss ich ihm auch noch den Ohrring raus, und warf ihn zusammen mit seinem Ohr zum Schwanz des schwulen Schaffners.
Dann sprengte ich mit einer in meinem Mantel versteckten Atombombe den Zug und das ganze Land in die Luft, und ging weiter ins nächste Abteil, um meinen blutigen Rachefeldzug fortzusetzen..." |
@Skeptiker:
Sorry, das konnte ich mir jetzt irgendwie nicht verkneifen.
Aber ich mag deine Geschichte auch so, wie sie ist. Ist einfach gut beobachtet... Ich denke, jeder, der mal mit einem Zug gefahren ist, kennt solche nervigen Teenager, und hat danach entweder ein ungutes Gefühl, was die Zukunft der Menschheit angeht, oder konkrete Amoklaufgedanken.
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Megapolis unregistriert
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Blicke, wie sie nur von einem Embryo stammen konnten, der gerade realisierte, dass seine Mutter ihn abtreiben lässt...
mensch dian jetzt lässt du deine schwarze seele ganz schön weit raushängen - aber eins muss man dir lassen die formulierung ist nicht schlecht
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ho ho, ich bin begeistert, ob der Mühe, die du dir gemacht hast, Arne, meinen Text zu interpretieren. Leider, verbessere mich, wenn ich da falsch liege, lese ich an einigen Stellen deutlich den Versuch, mit ironisch- sarkastischen Bemerkungen das Ganze -literarisch, als auch meinen Lebensinhalt und -Stil - auf eine platte Attitüde zu reduzieren.
In gewissen Dingen gelingt dir die Analyse meines Seins sogar ganz gut, denn "perfekt" läuft mein Leben tatsächlich nicht. Allerdings ist das nichts anderes, als das Horoskopprinzip diverser Tageblätter und/ oder das eines Wahrsagers, denn allgemeine Wertungen solchen Ausmaßes aufzustellen, ist und bleibt unschwer. "Perfektion" im Sein bedeutet Zufriedenheit, was Stagnation bedeutet. Hier bilden sich gleich zwei Kontrapunkte: zum einen neigt der Mensch im Allgemeinen zu Unzufriedenheit, folglich ist das Leben sehr weniger Menschen perfekt. Zum anderen führt Resignation zum Stillstand (was ja bereits im Wortsinne liegt) woraus folgt, dass eine Weiterentwicklung im Ist des Lebens ausgeschlossen wird. Ich jedoch bin stets bestrebt, wie viele, viele andere Menschen auch, mich weiterzuentwickeln, dazuzulernen und eben NICIHT stehen zu bleiben. Ergo relativiert sich diese deine Aussage.
Eines jedoch, dass ich tatsächlich in die Kreide bringen will. DieTatsache, eines (zugegeben fatalen) Rechtschreibfehlers aufzuweisen, in einem Text, der gar manche eigene Exemplare dieses Kalibers aufweist, ist nicht besonders klug und schon gar nicht dann, wenn dieser Rechtschreibfehler zu einer Schlussfolgerung auf den Intellekt des Autors führt. Dann nämlich, lieber Arne, wenn man solche Aussagen macht, sollte man die eigenen Worte einer Prüfung unterziehen, damit einem selbst dies nicht passiert, was man selbst eben ankreidet. Und da in deiner Interpration, sowie in so manchem anderen deiner Posts sowohl ortographische, als auch grammatikalische Fehler auftreten, solltest du, um dich selbst mit deiner Schlussfolgerung auf den Intellekt nicht lächerlich zu machen, derlei Aussagen bedenken.
Dein Fazit bezüglich meines Textes wiederum schmeichelt mir, denn natürlich bin ich bestrebt, mit meinen "Werken" den Leser in eine "andere Welt" zu (ent-)führen, was mir gelungen scheint.
Abschließend also zu dir Arne: danke für die Interpratation und die ausführliche Darlegung der Meinung eines Lesers (was durchaus ernst gemeint ist!), denn es ist immer gut, zu erfahren, wie Texte beim Leser/ Hörer ankommen.
Dian: dein alternatives Ende der Story finde ich nicht schlecht. Hier ist in Wort und Schrift auch der künstlerische Charakter zu erkennen.
Ich habe das eigene Weiterführen auch keineswegs so aufgefasst, dass dir mein Text nicht gefällt. Von daher:
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Hansi unregistriert
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Ich fands gut und hab mir gestern abend gleich mal das letzte Exemplar deines Buches bei Amazon bestellt @Skeptiker
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mit sowas muss ich mich in ruhe beschäftigen. momentan habe ich leider nicht viel zeit, aber morgen abend oder sonntag werde ich die zeit finden und meinen beitrag editieren.
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Das freut mich zu lesen, Hansi. Alsbald werde ich die Welt der Literatur mit einem zweiten Buch verseuchen. Diesmal nicht nur Lyrik, sondern auch solche Sachen, wie eben die oben stehende. Es wird im Gesamten etwas bunter, zuweilen aber auch abstrakter, da die neuen Gedichte eher surrealer Natur sind.
Natürlich wird auch der Humor seinen Platz bekommen. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich Kolumnen, die ich für meine Seite und ein anderes Forum schreibe, manifestieren werde, da diese ja einen terminologischen Bezug haben.
Wir werden sehen.
Kurz: ich denke, Ende Oktober erscheint das Buch "Gedanken eines Kleinstadtpissers" diesmal im Culex Verlag.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von derSkeptiker am 07.08.2009 22:22.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Also, @Dian, auch Deutschlehrer mögen es nicht besonders, wenn man aus Texten was heruasholt, was nicht in irgendwelchen Interpretationsvorgaben steht.
Ein Deutschlehrer, der Hesse mag, wird eben nicht so erfreut sein, den Begriff "Klemmschwuchtel" bei einer Interpretation von "Unterm Rad" und ähnlichen Texten zu lesen. (Ja, Kritik an Hesse hatte ich schon lange, bevor ich es je erahnen konnte, dass ich mal in einer Anstalt meine Ausbildung machen würde, wo er als Patient war, wenn auch zu einem früheren Zeitpunkt.)
Ich kann auch eigentlich gar nicht gut interpretieren, ich kann das evtl. noch bei Lyrik und Schauspielen manchmal.
Was ich kann, ist Psychogramme von Personen in Geschichten sehr gut herausfinden. Das mag mittlerweile beruflich bedingt sein, KA.
Ansonsten ist der Schluß, insbesondere das mit Schaffner, natürlich sehr unterhaltsam und Du solltest öfters das Talent verwenden, solche unterschiedlichen Stile mal zu parodieren und zu verknüpfen. Habe mich selten so gut amüsiert hier.
Mir persönlich hätte es ja aus meiner moralischen Sicht besser gefallen, wenn eines der Mädchen mit einer Pump-Gun plötzlich aufgestanden wäre (die sie für solche Zwecke immer unter der Gucci-Bluse hat) und erst ihre Kolleginnen da hingemetzelt hätte mit der Erläuterung, dass sie sich wie die letzten Vollspacken benehmen, wenn sie meinen, sie seien besser als andere. Dann evtl. noch mit ähnlichen Begründungen die männlichen Mitschüler abgeknallt hätte und der Erzähler dann unter Sitz verkrochen ist und abgeknallt wird mit der Begründung, er sei ja wohl auch ein Arsch, sich sowas anzuhören und nicht einzugreifen in das Gespräch. Das würde dann noch einen Gedankenstoß mehr versetzen.
Aber, @Skeptiker, eben nicht.
Ich bin hier auch wieder nur von der Erzählerrolle ausgegangen. Wenn Du was über Dich erzählen willst, dann nehme ich das eh nicht über Texte zur Kenntnis, die ich erstmal für Fiction halten kann.
Den Wahrheitsgehalt einer Aussage, die eine Person im Internet über sich macht, kann man eh nicht überprüfen. Wenn dann noch etwas als Geschichte oder Erzählung dargeboten wird, gehe ich eher davon aus, dass der Autor sagen will: Das bin nicht ich, über den ich da schreibe.
Und Du wirst einige Schwierigkeiten haben, hier im Forum jemanden zu finden, der meint, ich hätte an "Deutsch" irgendein höherwertiges Interesse. Ich versuche so oft es geht, diese Sprache zu vermeiden, lebe nicht umsonst an einer Sprachgrenze und es ist bestimmt nicht mein Wille, irgendetwas auch noch
fehlerfrei deutsch zu machen. Wenn man zweisprachig fast ist, merkt man, dass Deutsch in sehr vielen Punkten nicht das widergeben kann, was man in einer anderen Sprache meint mit dem Wort oder dem Satz.
Insofern wäre es mir ziemlich schnuppe, wie Du personlich schreibst. Genausowenig wie es mich interessiert, ob ich Fehler da mache.
Ich habe es wirklich als eine Möglichkeit angesehen, ein Psychogramm auch des Erzählers anzufertigen. Und an dem hätte ich dann wirklich zu kritiseiren, dass es einfach etwas arrogant ist, zu sagen, man sei besser als andere, ohne mal u.U. wirklich die Paralellen zu den eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren bzw. hätte man auch bei fremden Menschen in einem Abteil, in dem man nicht rauskann, mal das Gespräch mit den Gescholtenen anzufangen können, was sie da für eine Scheiße labern. Das wäre ein anderes Vorgehen gewesen.
(Oder ganz einfach so wie bei Dian!)
Das betrifft nicht nur Dich, sondern diese Sattheit des Denkens "Ich bin besser als andere", manchmal ohne zu untersuchen, ob das wirklich so ist oder ob man sich unter anderen Umständen anders verhalten würde, existier hier oft. (Mich gelangweilt bei solchen Gesprächen über Fernsehprogramme zu beteilligen, wenn man am Beginn einer Klassenfahrt ist, könnte ich mir durchaus vorstellen. Hätte ich auch so mit 16, 17 auch gemacht, wenn ich die Menschen dort nicht so genau kenne,)
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User, die diesen Beitrag interessant fanden, interessierten sich auch für "Sabine Leutheusser-Schnarrenberger" und "Abgelaufenes Dörrobst".
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Nun, genau das hatte ich in zweiter Sicht, weswegen ich ja um Verbesserung bat, sollte ich falsch liegen. Inhaltlich wie auch im Ausdruck las ich da -nun dargestellt fälschlicher Weise- den Versuch mich aus dem Häuschen zu locken, ob des Zwistes in dem von Ron eröffnetenThread.
Es wäre auch vermessen, anhand eines Schriftstückes ein Psychogramm zu erstellen.
Ein Arsch zu sein, weil man seinen Mund nicht aufbekommt, halte ich auch nicht unbedingt für wahr und richtig. Es gibt vielerlei Gründe, still zu sein in derartigen, wie auch anderen Situationen. Ein mir bekannter Schriftsteller zum Beispiel ist in der Öffentlichkeit extrem verklemmt, schüchtern und hat extreme Schwierigkeiten, mit Menschen verbal in Kontakt zu treten. Genau das allerdings ist es, was seine Storys unvergleichlich macht, weil er eben nur beobachtet, Schlüsse zieht und dies dann niederschreibt. Ich denke, er ist oft sehr unzufrieden mit sich, weil er nicht aus sich herauskommt, obschon er will, es ihm aber einfach nicht gelingt. Er verglich das einmal mit einer Art Brett, das sich ihm in den Hals schiebt. Hin und wieder ist er auch so von Konzentration blockiert, zu reden, dass er nicht mehr wirklich Denken kann.
Dies nur als Beispiel, dass es eben Situationen und Menschen gibt, die darlegen, dass nicht reden nicht bedingungslos bedeuten muss, ein Arsch zu sein.
Auch soll der Erzähler nicht als etwas Besseres dargestellt sein, denn eher als Dokumentator der Dummheit, vieler Leute. Das allein stellt den Erzähler jedoch nicht auf den Standpunkt der Überlegenheit. Der arrogente Charakter der Erzählung selbst lässt Schlüsse zu, dass der Beabachter sich als besseren Menschen sieht, zugegeben, jedoch war im Anfang die Arroganz des Erzählers als würzende Essenz geplant, den Text in eine doch eher humoristische Ecke zu bringen.
Betrachten wir beim Thema doch einmal Aussagen diverser Kabarettisten, die zweifelsohne nicht selten auf persönliche Arroganz schließen lassen könnten. Mir fallen da spontan Volker Pispers und Georg Schramm ein. Einige Poenten gehen da doch recht nahe Richtung Gürtellinie und man fragt sich, bleibt man bei der kritischen Betrachtung, wie arrogant ein Mensch sein muss, solcherlei Witze zu machen. Doch aber wissen wir, dass das Mittel des Kabaretts auf jeden Fall eine gewisse, wenn auch gespielte Erhabenheit sein muss.
Nun will ich meinen Text keineswegs als kabarettistisches Stück ausweisen, denn vielmehr die Sicht auf die Dinge weiten.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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das rundherum mit dem "träumen kann so schön/hart sein" finde ich ganz gut gemacht. auch den erzählerstil finde ich gut gelungen.
folgendes stört mich:
die ausführungen über den störfaktor der story sind mir etwas zu umfangreich. eine kurzgeschichte, die sich gemütlich liest..und dann liest man drei absätze nur darüber, was den erzähler stört. mir war es zu ausformuliert.
| Zitat: |
| vom Suff der letzten Nacht |
ist das gewohnheit..wird immer gesoffen? saufen hat genau genommen die bedeutung des zulaufen-lassen..ist das beabsichtigt?
| Zitat: |
| ein Zweisitzer bot sich mir an. Ich hatte nicht vor, diesen mit irgendwem zu teilen, also stellte ich meinen Rucksack samt Jacke neben mich |
so ein verhalten kann ich absolut nicht leiden. zwar mag ich es auch nicht,wenn neben mir plötzlich jemand steht, der mit dem finger auf den platz neben mir deutet und damit sagen will "mach mal platz". aber oft genug bin ich auch derjenige, der sich einen platz im vollen zug suchen muss, weil ich nicht die ganze zeit stehen will.
auch kommt es oft vor, dass sich jemand mit seinen beinen so breit macht, dass man selbst geradezu eingeengt wird. absolut asoziales verhalten, sowas.
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dian unregistriert
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Schreib doch mal ne Kurzgeschichte darüber, quaid...
oder soll ich das für dich erledigen?
"Matthias saß in der S-Bahn und starrte auf den Typen, der so widerlich fett war und seine Beine so weit ausbreitete, dass niemand den Sitz gegenüber in Beschlag nehmen konnte.
Sowas hasste Matthias wie die Pest..."
Sind wir nicht alle ein bisschen Amok?
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mich wundert dein kommentar, dian. du warst es doch, der eine thematik über ein ganzes buch ausgebreitet hat, ohne das einem dabei auch nur der gedanke kommen konnte, eine seite zu überspringen.
gibt übrigens auch genug leute, die mit schlankem körper viel platz einnehmen.
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@Skeptiker:
Es ist natürlich unmöglich, aus einer Kurzgeschichte ein richtiges und noch dazu vollständiges Psychogramm einer Person zu erstellen. Man kann eben nur die Fakten verwerten, die in der Geschichte vorkommen.
Bei so einer Verkürzung, die ja auch kaum Platz lässt von der Zeit her, genauere Hintergründe zu schildern (die ja nicht nur der Erzähler haben dürfte, sondern auch z.B. die Girlies, die da so scheiße drauf sind), wird wahrscheinlich wirklich das meiste rätselhaft vorkommen müssen, was eine Einzelperson macht.
Ist btw auch mein Problem bei der ganzen Gattung, ich kann meistens nur mit sehr wenigen Kurzgeschichten was anfangen.
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Um deine Fragen offen zu beantworten, quaid, will ich sagen, dass nicht jeden Tag "gesoffen" wird und dann auch nicht mit der puren Absicht des sich "zulaufen" lassens, wennschon ich von mir sagen kann/ muss, Alkoholiker zu sein. Jetzt klingelt es ganz sicher in einigen Köpfen und Klischeebilder wandern von links nach rechts, aber nein, nur soviel: ich trinke max. jeden zweiten Tag und auch nur ColaBier. Dies -und das kann gern unglaublich klingen- zum Zwecke des Schreibens, des Diskutierens und/ oder des besseren Denkens. Ich weiß, dass auch an dieser letzten Stelle jetzt Stimmen laut werden die sagen, dass im Rausch ein "besseres Denken" unmöglich ist. Ich aber kann behaupten, dass dem bei mir nicht so ist. Ich war einige Male "trocken" und es ging nichts. Kein Satz viel aufs Blatt, kein weicher Gedanke war, und alles fühlte sich kalt und nur logisch an.
Außerdem spielt das Wort "Suff" eine eher abgeschwächte Rolle, denn ich trinke niemals so viel, dass ich zu nichts mehr imstande bin, am nächsten Tag nichts mehr weiß oder ähnlich. Spiegeltrinker, wird das genannt. Soviel also dazu.
Assoziales Verhalten per Definition, da hast du recht, quaid. Doch aber habe ich noch immer, wenn ich denn angesprochen wurde, meinen Kram beiseite zu räumen, um Platz zu schaffen, dies auch getan. Entschuldigt das die Tatsache?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von derSkeptiker am 09.08.2009 12:54.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Hansi unregistriert
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Nuja, die meisten guten Autoren sind Alkoholiker
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| Zitat: |
Original von derSkeptiker
Um deine Fragen offen zu beantworten, quaid, will ich sagen, dass nicht jeden Tag "gesoffen" wird und dann auch nicht mit der puren Absicht des sich "zulaufen" lassens, wennschon ich von mir sagen kann/ muss, Alkoholiker zu sein. Jetzt klingelt es ganz sicher in einigen Köpfen und Klischeebilder wandern von links nach rechts, aber nein, nur soviel: ich trinke max. jeden zweiten Tag und auch nur ColaBier. Dies -und das kann gern unglaublich klingen- zum Zwecke des Schreibens, des Diskutierens und/ oder des besseren Denkens. Ich weiß, dass auch an dieser letzten Stelle jetzt Stimmen laut werden die sagen, dass im Rausch ein "besseres Denken" unmöglich ist. Ich aber kann behaupten, dass dem bei mir nicht so ist. Ich war einige Male "trocken" und es ging nichts. Kein Satz viel aufs Blatt, kein weicher Gedanke war, und alles fühlte sich kalt und nur logisch an.
Außerdem spielt das Wort "Suff" eine eher abgeschwächte Rolle, denn ich trinke niemals so viel, dass ich zu nichts mehr imstande bin, am nächsten Tag nichts mehr weiß oder ähnlich. Spiegeltrinker, wird das genannt. Soviel also dazu.
Assoziales Verhalten per Definition, da hast du recht, quaid. Doch aber habe ich noch immer, wenn ich denn angesprochen wurde, meinen Kram beiseite zu räumen, um Platz zu schaffen, dies auch getan. Entschuldigt das die Tatsache? |
Nachtrag:
Wenn du sagst, Quaid:
"zwar mag ich es auch nicht,wenn neben mir plötzlich jemand steht, der mit dem finger auf den platz neben mir deutet und damit sagen will "mach mal platz"
dann setzt doch die Tatsache des Auffordners Platz zu machen vorraus, dass dieser selbsthin belegt ist, von Gepäck, oder Füßen, oder anderem dir gehörenden Zeug, sonst müsste man ja nicht sagen "mach mal platz", oder?
@Hansi: danke, dass du das erwähnst, denn es ist tatsächlich so, auch, wenn ich mich an dieser Stelle nun nicht unbedingt als "guten Autoren" bezeichnen würde.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von derSkeptiker am 09.08.2009 16:18.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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| Assoziales Verhalten per Definition, da hast du recht, quaid. Doch aber habe ich noch immer, wenn ich denn angesprochen wurde, meinen Kram beiseite zu räumen, um Platz zu schaffen, dies auch getan. Entschuldigt das die Tatsache? |
natürlich. mal abgesehen davon, dass eh kaum jemand sich es bieten lassen würde, dass jemand sein zeug nicht weg nimmt. ich hatte auch mal nen richtig schlechten tag und überhaupt keine lust auf irgendwas. wenn mir dann meine beinfreiheit genommen wird (der typische 4sitzer in der bahn), nehme ich das natürlich auch nur zähneknirschend hin.
auch kommt die frage auf, um welches gepäckstück es sich handelt. meinen alten rucksack stell ich kategorisch auf den boden.
mein kommentar bezog sich eher auf "..hatte ich nicht vor, den platz mit jemandem zu teilen..".
ich muss allerdings zugeben, dass es ein interessantes experiment wäre. was, wenn man in einem vollen zu verweigert, seine beine einzuziehen oder das gepäck wegzunehmen? wie weit würde das eskalieren oder zu solidarisierung und lästerei oder gar aufstand führen?
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...dies auszutesten jedoch will ich anderen überlassen. Es gebietet die Menschlichkeit, SPÄTESTENS nach Frage den Platz zu beräumen. Obschon ich dir recht gebe, interessant wäre das allemal.
Und naja, was den Satz angeht, so war dieser so gemeint, dass ich, solange es möglich ist, den Platz neben mir freizuhalten, dies auch vor hatte, aber das haben wir ja nun bereits geklärt.
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Original von Hansi
Nuja, die meisten guten Autoren sind Alkoholiker
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Ja? Ich habe eben mal zufällig die Liste der Büchner-Preisträger z.B. gesehen, da fielen mir nur zwei auf, von denen bekannt ist, dass sie Alkoholprobleme haben bzw. hatten.
Ich bin sie allerdings eben beim Überfliegen auch nicht auf diesen Gesichtspunkt durchgegangen, muss ich gestehen.
(Bei einem, der meinen Lieblingsroman geschrieben hat, hätte ich mir auch sehr gewünscht, er würde (noch) mehr saufen, damit er danach nicht mehr soviel schreibt und vor allen Dingen zu besoffen ist, um öffentliche Reden zu halten.)
Nenn' doch mal ein paar Beispiele, Hansi!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Arne Reload am 10.08.2009 03:28.
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