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Acta, bilderüberflutete Websiten, Foren, die wie Eintagsfliegen sterben...
Das Internet stirbt. Aus dem einst wissentschaftlichen Netz und seinen ungeahnten Möglichkeiten wird ein Einheitsbrei. Noch ein paar Jahre und unser unstillbares Sicherheitsverlangen wird eine neue Art von Herrschaft schaffen, die sich nur die entziehen können, die biedermeierlich schweigen und sich zurückziehen oder ausgewählten Technikfreaks, die das nötige Wissen haben um weiterhin ungefiltere Informationen zu bekommen, während die Piraten eher einem Wolf im Schafpelz gleichen und im gut gemeinten Engagement nur noch schneller dazu beitragen.
Der Käfig für uns wird nur noch blendender.
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Dieser Einschätzung wage ich zuzustimmen. Ich sehe ja bei mir selbst, wie oft ich mich in den unendlichen und nur dem Zweck der Unterhaltung dienenden Weiten des Netzes verliere.
„Ich will ja gar nichts anderes, als daß die Welt so eingerichtet wird, daß die Menschen nicht ihre überflüssigen Anhängsel sind, sondern daß in Gottes Namen die Dinge um der Menschen Willen da sind und nicht die Menschen um der Dinge Willen, die sie noch dazu selbst gemacht haben.“
- Theodor W. Adorno
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Nicht nur das Netz stirbt...
Die Occupy-Bewegung ist erst der Anfang... sprechen wir uns in nem Jahr nochmal
Wobei... das es ja so ewig dauert, bis die neuen Beschlüsse durchgesetzt werden, könnte das evt. n isschen länger dauern...
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Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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dian unregistriert
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Ich würde sagen, man kann die Entwicklung des Internets mit der einer Kommune vergleichen, die einst von ein paar Idealisten gegründet wurde.
So lange in dieser Kommune nur 3 oder 4 Menschen lebten, die alle ähnliche Ideale hatten und sich gut miteinander verstanden, funktionierte alles prima.
Doch dann kamen immer mehr Menschen in die Kommune, weil sie sich von der Freiheit und den Möglichkeiten, die es dort gab, angezogen fühlten.
Je mehr es sich herumsprach, welche Vorteile einem das Leben in der Kommune bot, desto mehr wollten etwas von diesen Vorteilen abbekommen. Und alle brachten sie ihre eigenen Sitten und Gebräuche mit, oft ohne die Idee, die einst hinter der Kommune stand, überhaupt verstanden zu haben.
Plötzlich gab es Streit darüber, wer den Abwasch erledigen sollte, wer für Ordnung sorgte und wer haftete, falls es Ärger gab oder etwas kaputt ging... denn die Bewohner der Kommune waren einander fremd und vertrauten sich nicht, so wie es bei den Gründern der Fall gewesen war.
Die Gründer hingegen hatten nichts mehr zu melden, sie waren in ihrer eigenen Kommune ganz demokratisch überstimmt worden, und fristen nun in ihrer eigenen Schöpfung ein Außenseiterdasein. Ja, sie müssen inzwischen richtiggehend froh sein, überhaupt noch von der Masse geduldet zu werden. Und so suchen sie sich eine Nische, in der sie noch ihre Ruhe haben, oder machen sich auf, um irgendwo anders eine neue kleine Kommune zu gründen.
Nun, das hört sich ziemlich ernüchternd an... aber so ist wohl einfach der Lauf der Welt.
Alles, was man da machen kann, ist immer wieder für die Idee des freien, unzensierten und unregulierten Informationsaustauschs zu werben, in der Hoffnung, dass diese wichtige Message bei der Mehrheit noch rechtzeitig ankommt.
Und falls das nicht gelingt, werden die Freigeister und Pioniere, die einst das Internet prägten, schon neue Möglichkeiten des Austauschs finden. Nur die Masse wird da dann eben außen vor bleiben... aber da die Masse ja ohnehin stört und alles nur kaputtmacht, ist das vermutlich zu verschmerzen.
Ich denke, es wird so oder so irgendwie weitergehen. Es geht immer weiter.
Nebenbei bemerkt reden wir hier über Luxusprobleme, die ich als Jugendlicher gerne gehabt hätte.
"Ohje, mein geliebtes Internet wird demnächst total zensiert werden"
Leute... in früheren Zeiten gab es sowas wie ein Internet überhaupt nicht! Da musste man sich Briefe noch per Post schicken, und manchmal dauerte es mehrere Tage, bis sie beim Empfänger ankamen.
Zum Einkaufen musste man in die Stadt gehen, und wenn man sein Lieblingslied hören wollte, musste man erst mal die Kassette zurückspulen und hoffen, dass es keinen Bandsalat gab.
Also was ich sagen will:
Natürlich ist es notwendig, sich über die Freiheit des Internets Gedanken zu machen und sich auch dafür einzusetzen. Für übertriebene Schwarzmalerei sehe ich aber aktuell keinen Anlass. Es gab schon Zeiten in der Geschichte der Menschheit, als es um den freien Informationsaustausch wesentlich schlechter bestimmt war als heute.
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ist doch beim fernseher genauso gewesen. Ein paar kluge Köpfe habe extra eine röhre erfunden, haben verkabelt und entworfen, um jeden der es will mit nötigsten Informationen wie z.B. den Nachrichten zu versorgen. Gut, schenkt man den Verschwörungen glauben, ist der Fernseher die ausgeburt des teufels oder ein ebenso teuflischer plan der illuminaten. Glaub ich aber eigentlich nicht. So, da versorgt man also die Leute mit den Infos, auch wenn diese Infos schon anfangs leicht angehaucht von den Meinungen des nachrichtenstudios, der führenden leitkultur, der regierung oder sonstwas waren. jedenfalls bekam man in erster linie information. Und wie siehts heute aus? alle 20 minuten werbung für unnützen schrott, die nachrichten werden auch von allen seiten angehaucht und liefern nicht immer eindeutige und klare infos wie sie es eigentlich sollten. Und was schliessen wir daraus?
wenn eine Tür zugeht, geht ne andere auf. Irgendwer hat bestimmt bei der Übernahme des Fernsehens durch Grosskonzerne irgendeinen weltuntergang befürchtet, weil die tür "fernseher" schlagartig zuging, und daneben ging zuerst ungemerkt die Tür "internet" auf. Bis sich die grosskonzerne und die regierungen nicht endlich mal besinnen, wird das immer so weitergehen. ausserdem ist das internet nicht weg, nur eben kontrolliert. und die leute meinen es im endeffekt auch nur gut, wenn sie es auch nur gut für ihr kapital meinen ^^
Oh, und beim Radio, bei der Zeitung und bei bestimmt noch 100 anderen Dingen ist es genauso gewesen. Klar, die ursprünglichen ziele und ideen mögen nicht immer so freiheitlich und aufklärend gewesen sein wie beim internet *HUST HUST*, aber im hinterkopf hatte doch jeder damals Information. Welche art vom information hing später oder manchmal auch gleich zu beginn vom Monarchen, vom göbbels oder von der regierung ab.
Vielleicht hat sich die Tür nach dem internet schon geöffnet
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von VeggiePower am 13.04.2012 02:24.
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| Zitat: |
http://www.sueddeutsche.de/digital/google-mitgruender-fuerchtet-um-internet-freiheit-die-freiheit-die-sergey-brin-meint-1.1333980
Nun hat sich Brin wieder zu Wort gemeldet. Im Guardian warnt er, dass die Internetfreiheit in Gefahr ist. "Sehr mächtige Kräfte haben gegen das Internet Position bezogen, auf allen Seiten und überall auf der Welt. Es ist unheimlich", so der 38-Jährige. Länder wie China, Saudi Arabien und Iran seien durch ihre Zensur- und Überwachungsanstrengungen eine Bedrohung, aber auch Unterhaltungskonzerne, die sich mit der Lobbyarbeit für Netzsperren und Gesetze wie SOPA und PIPA "selbst ins Knie oder an schlimmere Stellen schießen" würden. Und: Auch Apple und Facebook sorgten dafür, dass viele Informationen heute nicht mehr im freien Netz verfügbar seien, sondern über Apps und geschlossene Portale in die Inhalte-Silos der Konzerne gepresst würden. [...]
Wenn im Jahr 2010 deutsche Geheimdienste 37,3 Millionen E-Mails und Datenverbindungen überprüft haben, weil die Nachrichten eines von 15.000 Schlagwörtern zum Thema Rüstung, Terrorismus und Schlepperwesen enthielten, ist das nicht mehr akzeptabel (zumal sich daraus gerade einmal 213 Hinweise ergaben).
Wenn der Patriot Act amerikanischen Behörden theoretisch den Zugriff auf Daten europäischer Kunden erlaubt, die diese bei US-Clouddiensten gespeichert haben, haben wir eine Stufe des Kontrollverlusts erreicht, der jeder Beschreibung spottet. Kein Wunder, dass Brin sich wünscht, "mit einem Zauberstab zu wedeln und nicht Gegenstand der US-Gesetzgebung zu sein". |
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Kobin am 16.04.2012 18:17.
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