Unity-Forum
RegistrierungTeammitgliederMitgliederlisteHäufig gestellte FragenSucheZur Startseite Texte Homepage chat

Unity-Forum » :: Diskussionen :: » Le café unité » Ein Buch schreiben... » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag | Druckvorschau | Thema zu Favoriten hinzufügen |
Seiten (2): « vorherige 1 [2] Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Ein Buch schreiben...  
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
sandu mehta
unregistriert
28.12.2008 03:40 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ich hab schon einiges geschrieben, wie gesagt, und gerade aus dem grunde, dass es fragmentarisch ist, hab ich bisher noch kein buch draus gemacht. aber auf meiner hp kannst du ja was einsehen.

ansonsten gibt es sicher schon einige literatur, die nicht in dein schema passt, aber es kann auch sein dass du das nicht liest, weils dir nicht gefällt. spontan fällt mir z.b. kein buch ein, aber die filme von david lynch.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von sandu mehta am 28.12.2008 03:42.


Engel des Süden

Engelskind im Exil

images/avatars/avatar-363.jpg


28.12.2008 04:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@sandu mehta -das was Du geschrieben hast habe ich schon gelesen Augenzwinkern
- es mag Dich vielleicht erschrecken, aber es sind klassische Kurzgeschichten - wunderbar strukturiert - ich meine die etwas längeren, die ganz kleinen Frakmente sind halt nur Frakmente Augenzwinkern mit ihrer eigenen Aussage.

Alle beginnen wie 99 % aller Kurzgeschichten "in media res" haben einen knackigen Verlauf, eine Message und klare abschliessende Sätze meist mit offenen Ende. Da sehe ich nichts Neues, und sie gefallen mir auch Augenzwinkern

Ich glaube Dir auch das Du sie ungeplant geschrieben hast, das funktioniert bei Kurzgeschichten wunderbar. Ich bezog mich auf ein komplettes Buch, eine durchlaufende Story und keine Sammlung von Kurzgeschichten, vielleicht hätte ich das vorher klarer sagen müssen unglücklich
Mach ich nun jetzt - Prämise: Roman -kein Sachbuch- keine Gedichte - keine Kurzgeschichten - kein abstraktes Kunstwerk - ein Roman mit Inhalt, Story, Handlung zum Lesen - anlaog ein Spielfilm, keine Dokumentation, keine experimentelle Kunst, ein Film mit Inhalt, Story, Handlung.

Die Filme von david lynch schaue ich mir mal an. Dann dazu mehr Augenzwinkern

Saludos

Engel

Edith sagt : Du berücksichtigst sogar den klassischen Bezug den man im idealfall nehmen sollte vom Anfang auf das Ende und anders herumg großes Grinsen nachlesbar Syd Field Handbuch für (Dreh)bücher Augenzwinkern - hatte ich nur noch nicht erwähnt.

Bei deinem ältesten Werk auf der Seite

nachts
es beginnt mit "
"meine augen waren offen.
ich hatte es erst viel spaeter bemerkt."
.......
und leitet das ende ein mit:
"dass meine augen geoeffnet darauf starrten, hatte ich jedoch erst viel spaeter bemerkt.

und auch noch bei deinem neuesten Werk:
feenspiegel:

Anfang:
in einem spiegel raunen worte zu mir her. ich flüster leise nach, was der letzte rest von meinem leben mir noch sagt.
........

Einleitung des Ende:
jetzt sitzen sie bei mir; sitzen wir da, und trinken tee. beobachten, was mit all den halbleeren worten passiert, die wir in den raum geprustet haben.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 28.12.2008 04:19.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Meine Posts erheben keinen Anspruch auf universelles Wissen.
Nimm Dir was Du brauchst,
verwerfe was Du willst.
Finde Deine eigenes Bild und lebe wie DU es willst.
E-Mail an Engel des Süden senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
sandu mehta
unregistriert
28.12.2008 06:27 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Ich glaube Dir auch das Du sie ungeplant geschrieben hast, das funktioniert bei Kurzgeschichten wunderbar. Ich bezog mich auf ein komplettes Buch, eine durchlaufende Story und keine Sammlung von Kurzgeschichten, vielleicht hätte ich das vorher klarer sagen müssen unglücklich

nun kommt es manchmal vielleicht vor, dass jemand keine "lust" hat, einen "klassischen roman" zu schreiben - und das vielleicht sogar mit guten gründen, wie sie teilweise schon genannt wurden: fehlende authentizität durch erzwungene, intellektualisierte schemen, vielleicht sogar die reproduktion nerviger wirklichkeitsverhältnisse im denken, wie z.b. des egozentrismus (hauptdarsteller), scheinheiliger moral oder verklärter hoffnungen (das ende als abschluss und damit auch als moralische bilanz), o.a. (das auszuschweifen lassen wir besser doch mal)

ein buch kann man u.u. aber trotzdem drucken; oder man macht eben etwas weniger linear strukturiertes wie z.b. eine digitale sammlung - was ja auch zu manchen arten von kunst und der sympathisierung von z.b. mehrdimensionalen realitäten und denkweisen ganz gut passt.

im übrigen ist eine solche "sammlung" nun nicht unbedingt völlig zusammenhangslos und beliebig. viele der einzelnen fragmente die ich z.b. schrieb, nehmen bezug zueinander. vielleicht erkennt man das nicht so gut, ist ja alles auch nicht so ausgereift, weil ich das nur so ein bisschen vor mich hin stümpere. aber es gibt sicher auch welche, die das besser können..

Zitat:
Du berücksichtigst sogar den klassischen Bezug den man im idealfall nehmen sollte vom Anfang auf das Ende und anders herumg großes Grinsen

bei genauerer betrachtung kommen diese bezüge nicht nur am anfang und am ende vor, sondern an vielen stellen. ob das jetzt ein idealfall ist oder nicht.. weiss ich auch nicht. es ist oft meine denkweise. aber ich muss auch gestehen, oft gefallen mir nur teile meiner werke richtig gut, und oft verhunz ich das ende dann doch, weil ich zwischendurch immer wieder anfange, vernünftig und planend darüber nachzudenken, was denn nun was bedeute, oder worauf ich eigentlich hinaus wolle oder wie ich es am besten weiterführe und abschließe. ich hasse diesen bewusstseinszustand, er macht alles kaputt..



achja.. darauf ging ich noch nich ein:
Zitat:
Alle beginnen wie 99 % aller Kurzgeschichten "in media res" haben einen knackigen Verlauf, eine Message und klare abschliessende Sätze meist mit offenen Ende. Da sehe ich nichts Neues, und sie gefallen mir auch Augenzwinkern

in media res fangen sie glaub ich schon alle an, was ein "knackiger verlauf" ist, weiss ich nun nicht genau, und über die message bin ich mir leider oft selbst nicht so im klaren, aber gefühlsmäßig vermitteln die geschichten natürlich schon irgendwie was. ist nur die frage, ob das immer so eindeutig zu bestimmen und bei jedem das gleiche ist. klar sind meine geschichten wohl überhaupt selten, auch von ihrer struktur her - das zumindest nach den rückmeldungen der meisten leser zu beurteilen ^^

ob es neu ist, interessiert mich aber auch nicht wirklich. gut, ich brachte den spruch mit altmodisch und so, aber eigentlich nur zu rhetorischen zwecken, um mal der sogenannten "postmoderne" zu huldigen, weil das sonst ja öfter mal vernachlässigt wird..

Dieser Beitrag wurde 13 mal editiert, zum letzten Mal von sandu mehta am 28.12.2008 07:12.


Engel des Süden

Engelskind im Exil

images/avatars/avatar-363.jpg


28.12.2008 12:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von sandu mehta

nun kommt es manchmal vielleicht vor, dass jemand keine "lust" hat, einen "klassischen roman" zu schreiben - und das vielleicht sogar mit guten gründen, wie sie teilweise schon genannt wurden: fehlende authentizität durch erzwungene, intellektualisierte schemen, vielleicht sogar die reproduktion nerviger wirklichkeitsverhältnisse im denken, wie z.b. des egozentrismus (hauptdarsteller), scheinheiliger moral oder verklärter hoffnungen (das ende als abschluss und damit auch als moralische bilanz), o.a. (das auszuschweifen lassen wir besser doch mal)


Alles was Du da genannt hats, auch wenn du es geschickt in die Möglichkeitsform gestellt hast unterstellt das der Inhalt von der Form abhängt.
Tut es aber nicht.

Warum du unterschwellig die Schreiber von Romanen beschuldigst einfache Reproduktionsfiguren der Gesellschaft zu sein erschliesst sich mir nicht, warum ein Romanschreiber eine scheinheilige Moral hat auch nicht, verklärte Hoffnung keine Ahnung. Und sind Deine Enden moralische Instanzen ? Ich frage nur weil Du das suggerierst.

Im übrigen gibt es schon Definitionen für Dinge und die sind teilweise anders, als du sie darstellst.

Als Hauptfigur wird dasjenige bezeichnet, was die zentrale Rolle in der Geschichte spielt, dies kann eine Person, eine Personengruppe, ein Gebäude, sogar nur eine Emotion sein oder was auch immer. Immer die Sache deren Geschichte erzählt wird. Jede Geschichte hat sie, auch Deine

Zitat:
Original von sandu mehta
im übrigen ist eine solche "sammlung" nun nicht unbedingt völlig zusammenhangslos und beliebig. viele der einzelnen fragmente die ich z.b. schrieb, nehmen bezug zueinander. vielleicht erkennt man das nicht so gut, ist ja alles auch nicht so ausgereift, weil ich das nur so ein bisschen vor mich hin stümpere. aber es gibt sicher auch welche, die das besser können..


Die Zusammenhänge sind sogar sehr klar zu erkennen, und man könnte sie sogar verketten, allerdings wäre das dann die böse Art etwas zu konstruieren ...

Zitat:
Original von sandu mehta
bei genauerer betrachtung kommen diese bezüge nicht nur am anfang und am ende vor, sondern an vielen stellen.

das nennt sich Leitmotiv

Zitat:
Original von sandu mehta
ob das jetzt ein idealfall ist oder nicht.. weiss ich auch nicht. es ist oft meine denkweise. aber ich muss auch gestehen, oft gefallen mir nur teile meiner werke richtig gut, und oft verhunz ich das ende dann doch, weil ich zwischendurch immer wieder anfange, vernünftig und planend darüber nachzudenken, was denn nun was bedeute, oder worauf ich eigentlich hinaus wolle oder wie ich es am besten weiterführe und abschließe. ich hasse diesen bewusstseinszustand, er macht alles kaputt..


Ich finde es sollten sich viel mehr Leute Gedanken darüber machen, was sie eigentlich mit ihren Worten ausdrücken, das ist nämlich ebenfalls eine Krankheit dieser Gesellschaft, das jeder nur irgendwelchen unreflektierten Mist daher erzählt ohne sich darüber Gedanken zu machen was es für einen anderen Menschen bedeutet und was es mit anderen Menschen macht.

Mit einen Wunsch nach unreflektierten Umherwerfen von Dingen näherst du dich der Gesellschaft eher an, als das du dich entfernst, das ist mittlerweile Standard.


edith:

Und das wichtigste vergessen großes Grinsen soviel zur Struktur *g*

Um Form und Inhalt noch einmal zu verdeutlichen:

Ein Rad ist rund, weil man bisher keine bessere Form gefunden hat, die ihren Zweck erfüllt. Und nur weil es andere so sehen würde man nicht auf die Idee kommen es dreieckig zu bauen. (klar kann man, aber dann würde man wahrscheinlich nicht mehr den Zweck erfüllen können)

Was das Rad nun anstellt (Inhalt) ist so vielfältig wie die Unendlichkeit - vom Rad auf dem man gefoltert werden kann bis zum Rad das Mehl mahlen kann, bis zum Rad das einen Fortbewegt, das Feuerrad .....

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Engel des Süden am 28.12.2008 12:32.



-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Meine Posts erheben keinen Anspruch auf universelles Wissen.
Nimm Dir was Du brauchst,
verwerfe was Du willst.
Finde Deine eigenes Bild und lebe wie DU es willst.
E-Mail an Engel des Süden senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
sandu mehta
unregistriert
28.12.2008 16:46 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

laangweilig..
ich geh lieber wieder woanders spielen.

Yog-Sothoth




28.12.2008 18:06 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Habe ich mich wirklich so undeutlich ausgedrückt? verwirrt

Zitat:
Original von Engel des Süden
Hmm - das wirft die Frage auf ob den Roman dann noch jemand lesen möchte - und ob er nicht abruppt zu Ende wäre, einfach so großes Grinsen

Ob jemand meine Romane lesen würde weiß ich nicht, die Frage kann man sich aber auch bei jedem stellen der gerade seinen ersten Roman geschrieben hat. Aber falls ich zufrieden mit ihm wäre gäbe es auch sicher andere, denen er gefällt, und wenn nicht wäre es mir auch egal. Ein abruptes Ende ist natürlich nicht notwendig, da ich natürlich immer noch beschließen kann an welcher Stelle die Geschichte abbricht (wieso auch nicht?). Wär evtl. auch ein interessanter Effekt, hängt aber letztendlich (natürlich) davon ab ob es mir gefällt.

Zitat:
Original von Engel des Süden
Stellen wir uns vor sie hätten die Waffen nicht gefunden und es taucht auf einmal eine "konstruierte Spinne auf, die nur mit den Waffen bekämpft werden kann, dann ist die Geschichte vorbei ... vielleicht noch: << ... und sie laufen heute noch vor der riesen Spinne weg ...>>

Wenn ich die Geschichte nicht von hinten aufrollen will, so dass sie "funktioniert" heißt das nicht, dass ich sie von hinten aufrolle, so dass sie nicht mehr "funktioniert"; allerdings wäre das auch eine witzige Idee eine Boss-nicht-besiegbar-da-Item-in-Dungeon-5-Truhe-#3-liegengelassen-Situation als Anspielung für die Spieler-Generation einzubauen, falls mir danach ist. ^^

Zitat:
Original von Engel des Süden
Ich denke Du machst die Sache komplizierter als sie ist. Jede Geschichte ist ein Konstrukt, weil es ist ja eine erdachte Geschichte. Es liegt am Autor, ob er es schafft das ganze fliessend und ruckelfrei schreiben zu können. Sprich das Talent des Autors ist es die Spannungsbögen und inneren Storys zu einem Ende zu bringen (jedenfalls, wenn man einen Roman schreibt).

Falsch: Die Sache ist so kompliziert, wie ich sie mache! Zunge raus
Und dass gerade unkonventionelle Romane spannend, witzig und / oder die Gehirnzellen anregend sein können dürfte wohl niemand bezweifeln, oder?
Davon mal abgesehen: Natürlich gehe ich von Konstrukten aus, was glaubst du warum ich in meinem letzten Beitrag als Beispiel einen Werwolf genommen habe? Weil ich paranoid bin, und an deren Existenz glaube?

Zitat:
Original von Engel des Süden
Um das einmal zu verdeutlichen, was ich sagen möchte zurück zur Gegenwelt
... es ist konstruiert, das die Figuren sich auf den Bahngleisen treffen (nach deiner Definition) und unser Hauptdarsteller nicht gleich überfahren wird, es ist konstruiert, das die Engelskinder in der Kirche auftauchen und es ist konstruiert das die Pistolen so oft "KLICK" machen ... das nur einmal als wenige Beispiele.

Sicher, sicher, so ist das mit Ergebnissen kreativer Denkprozesse: Sie sind bloß konstruiert, und finden in der Realität nicht statt. Aber so weit war ich auch schon...

Kannst du mir noch mal auf die Sprünge helfen welche Definition das ist auf die du dich beziehst?

Zitat:
Original von Engel des Süden
Und es ist super gut konstruiert, es macht Spass diese geschichte zu lesen und die Figuren auf ihren Weg zu begleiten, so soll für mich ein Buch sein, es ist nichts zu langartmig und nichts zu abwegig (für einen Phantasyroman Augenzwinkern )

Kein Einwand hier schätze ich, auch wenn ich dian's 3. Roman noch nicht gelesen habe - ich warte noch bis zur großen Buchlieferung, da ich das ungern am Bildschirm lese.

Zitat:
Original von Engel des Süden
Und doch ist es wenn man das Buch sezieren will nur ein aneinderhängen von Konstrukten. Eine Szene nach der anderen und es gibt tausend hoch tausend hoch tausend andere Variationen, die man mit --ja, aber wenn das nicht passiert wäre, dann hätte es nicht funktioniert --- das ist aber nichtd er Zweck eines Buches. Ein Roman soll unterhalten, Spannung vermitteln, damit man gerne liest, schlüssig sein in den Charakteren und Überraschungen bereit liegen haben.

Wer will denn ein Buch sezieren? Und klar hab' ich nichts dagegen wenn eine Figur in der Lage ist sich ein Butterbrot zu schmieren, weil sie vor langer Zeit mal in Besteck investiert hat - es geht mir hauptsächlich um Plausibilität. Dass dieser Superdolch bei Herr der ringe ab und zu nützlich ist ist ja auch in Ordnung, mir ging es vor allem aber darum, dass bei kaum einer (oder gar keiner?) Reisestation nichts passiert, was fundamentale Bedeutung für spätere Ereignisse hat.

Zitat:
Original von Engel des Süden
Ich denke Wir reden auch über zwei verschiedene Dinge - Du aus der Sicht des Lesers und der soll das Ende natürlich nicht kennen großes Grinsen

Wieder falsch: Ich wollte hauptsächlich darüber erzählen wie ich Romane schreiben würde, bis du mich gebeten hast das an einem konkreten Buch festzumachen, ich hatte eigentlich auch keine Lust irgendwelche Bücher auseinanderzunehmen. Natürlich sind beide Perspektiven wichtig, Author wie Leser, aber in erster Linie geht's ja hier um das Schreiben von Büchern.

Edit: Ups, ich hätte ein wenig aufmerksamer lesen sollen, hab' die Pointe zuerst nicht bemerkt. Augenzwinkern

Genau diese Leser-Perspektive hat aber den Vorteil, dass ich ständig da bin wo der Leser gerade ist, und besser mit dem interagieren kann, was dieser sich zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich vorstellt.
cool

Zitat:
Original von Engel des Süden
Und ich aus der Sichtweise des Schreibers, der ja etwas ausdrücken will, eine Message rüberbringen und das geht nur, wenn man sich über dem Stoff im Klaren ist. Wie gesgat das im Schreibprozess viele Dinge weggelassen werden, neue hinzukommen und das ganze eigentlich ziemlich dynamisch ist, darüber brauchen wir nicht reden.

Aber was ist der Sinn warum möchtest DU ein Buch schreiben ?
Was ist Deine Aussage ?
Und stellst Du dann nicht die Frage nach dem - Wie bringe ich das am besten rüber?
Wie fängst du an ? Warum fängst Du an ?
Willst Du Deine Message schon am Anfang erzählen ? Weil wie es endet weißt Du ja nicht ?

Meine Message wäre u.a. die, dass der Leser sich nicht auf clichés verlassen kann, und dafür muss ich das Ende nicht wissen. Weitere messages wären wahrscheinlich die, dass es zu vielen Fragen nicht bloß eine richtige, sondern mehrere denkbare gibt, kommt natürlich auf den Spezialfall an. Die Motivation läge hauptsächlich darin, etwas interessantes zu schaffen, und selber an dem Schaffensprozess Spaß zu haben, und dabei etwas zu lernen.

Zitat:
Original von Engel des Süden
Und mein Standpunkt ist für mich sehr richtig, weil ich habe schon einmal ein Buch genau so geschrieben, wie Du es vorschlägst. Besser gesagt ich habe ein Drittel Buch geschrieben, danach sind mir die Figuren abgehauen, weil sie etwas anderes zu tun hatten, als auf ein Ende hinzuleben, das keiner kennt, daraufhin haben sie ihr eigenes Ende gefunden, allerdings war es dann auch das Ende des Buches, aber auch wieder nicht, weil bis dahin war es ein Buch ohne Aussage. Spannung, die ins nichts führt ... so ungefähr als wenn ich den Tagesablauf von meiner Nachbarin protokolliere, zwar alles superplausibel, aber auch super langweilig großes Grinsen

Die von mir beschriebene Art ist eine sehr freie, und wo klare Regeln fehlen muss man sich auf seine Intuition verlassen. Klar, dass jeder da sehr unterschiedliche Ergebnisse hat. Ich hatte es ja auch nicht direkt vorgeschlagen, sondern nur gemeint dass ich das so machen würde.

Zitat:
Original von Engel des Süden
Aber es gibt einen ganz guten Tipp von mir: Mach es einfach einmal genauso, wie Du es Dir vorstellst, dann weisst Du ob es funktioniert, oder auch nicht.

Ich denke das kann man nur selbst erleben.

Hehe - genau das hatte ich vor. Ob es funktioniert kann ich natürlich nicht sagen, aber im schlimmsten Fall habe ich Spaß daran, auch wenn kein vorzeigbares Ergebnis dabei raus kommt.

---------------------------------------------------------------

Ansonsten noch mal zwei Zitate von mir, um das noch mal klar zu stellen:

Zitat:
Genau das meine ich ja: Das Leben besteht aus wild durcheinander geworfenen Dingen, während die Ereignisse einer Geschichte meist künstlich verkettet sind. Das kann oft auf gute oder sogar großartige Ergebnisse hinauslaufen, wirkt aber oft etwas künstlich.


Zitat:
Natürlich sind das bloß alles Theorien, die ich nicht 1:1 in der Praxis anwenden, aber mit einbeziehen würde, und anhand von Spezialfällen entscheiden würde wie ich vorgehe...denke ich mal, ich hab' noch keinen Roman geschrieben. ^^


...ich kann mich also auch an Werken die weniger meinem persönlichen Stil entsprechen (wie dem großartigen "Herr der Ringe") erfreuen, und setze mir auch keine klaren Grenzen, sondern arbeite im wesentlichen intuitiv, während ich dieses Konzept bloß im Hinterkopf habe, aber nicht zwangsweise anwenden muss.
E-Mail an Yog-Sothoth senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

deldenker

Freund der Nacht

images/avatars/avatar-826.png


04.01.2009 17:31 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wie ja die meisten von euch wissen, schreibe ich auch gelegentlich und habe bereits eine Geschichte hier zum lesen freigegeben (ich pisse jedem ans Bein, der diese meine peinlichkeit jetzt hierherverlinkt!).
Und zufälligerweise habe ich am Silvesterawbend auf der letzten LAN meinen neuesten Roman von Lucker überarbeitet und in .pdf gekriegt smile . Es ist nicht wirklich toll oder so, aber dazu mehr, wenn ich es zur allgemeinen Erheiterung hochgeladen habe; sobald ich mich um meinen anderen Kram gekümmert habe.

Ansonsten habe ich noch 9 verschiedene Buchanfänge auf meinem Rechner rumliegen, denen ich mich sporadisch widme, wenn ich mal Bock habe.

Am einfachsten ist mMn immer der Anfang. Man hat Lust zu schreiben, weiß ungefähr, was man will und die ersten Seiten bis Kapitel flutschen wie frisch gewichst.
Schwierig wird es dann beim Mittelteil.
Wenn ich bisher Ideen für Romane bekommen hatte, hatte ich entweder einen ziemlichen genauen Anfang und ein ungefähres Ende im Kopf oder umgekehrt. An diesen beiden "Randstücken" habe ich gedanklich so lange herumgebastelt, bis ich mir gesagt habe: "Okay, das ist gut, damit kannst du erstmal anfangen."
Dann wollte ich meinen Anfang schreiben und dabei sind mir immer mehr und mehr Sachen eingefallen, die ich dann dazugeschrieben habe. Wenn ich dann mit dem Anfang fertig war, blieb ich erstmal hängen, weil ich dann dachte, dass ich ja nicht schon zum Ende kommen könnte. Hier treten dann die ersten bis Monate andauerden Pausen auf, die meist damit enden, dass ich einfach weiter schrieb.
Zwischendurch sind mir aber noch -zig andere Sachen eingefallen, wie man den ganzen Roman besser machen könnte, also befasse ich mich auch noch damit, lasse alles irgendwo in den Roman einfließen und komme dem Ende Schritt für Schritt näher.
Und zumindest war es dann bei meinem letzten Roman so, dass das Ende da war und ich überrascht vorm Rechner saß und mich nur noch fragte: "Was?! Das kann´s ja doch noch nicht sein!" (Drum hab´ ich einfach nen Epilog dran gehängt, der dann das Ende war großes Grinsen )

Unschön war dann die Überarbeitung, weil viele Sachen, wie ich sie am Anfang erzählt habe, später im Buch absolut widersprochen wurden; einfach, weil mir die spätere Version besser gefiel als die, die ich zuerst im Sinn und aufgeschrieben hatte. Es wurde dann ´ne Mordsarbeit, die ganzen Inhaltlichen Sachen zu korrigieren, aber ich denke, das ist normal huch .

"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
E-Mail an deldenker senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
dian
unregistriert
04.01.2009 20:28 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Am einfachsten ist mMn immer der Anfang. Man hat Lust zu schreiben, weiß ungefähr, was man will und die ersten Seiten bis Kapitel flutschen wie frisch gewichst.

Ja, das kann ich bestätigen.
Aber irgendwie erscheint es mir immer als ziemlich vergeudete Kreativität, wenn ich nach ein paar Kapiteln wieder aufhöre... daher versuche ich mir das in Zukunft zu verkneifen.
Neulich hatte ich auch schon ein paar schön durchgeknallte Ideen für die Eröffnungsszene in meinem neuen Roman. Doch so lange ich die gesamte Story nicht einigermaßen fertig im Kopf habe, werde ich mich zurückhalten und das nicht ausführlicher ausformulieren... sonst habe ich hinterher wieder das Problem, dass ich zwar eine schöne Eröffnungsszene habe, die ich aber dann wieder komplett umschreiben muss, weil sie sich mit einigen erst später hinzugekommenen Handlungssträngen beißt.

Zitat:
Und zufälligerweise habe ich am Silvesterawbend auf der letzten LAN meinen neuesten Roman von Lucker überarbeitet und in .pdf gekriegt smile . Es ist nicht wirklich toll oder so, aber dazu mehr, wenn ich es zur allgemeinen Erheiterung hochgeladen habe; sobald ich mich um meinen anderen Kram gekümmert habe.

Ja, jetzt mach mal hinne!! Du hattest schon mehr als genug Zeit, und ich will endlich was Neues zum Lesen haben.
Reicht mir ja schon, wenn es so ähnlich ist wie deine letzte "Peinlichkeit"...
Ich persönlich lese jedenfalls lieber einen unkonventionellen Amateur-Roman, der von Herzen kommt, als ein steriles, massenkompatibles Meisterwerk aus den Bestsellerlisten.

quaid

their law


04.01.2009 22:55 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

hinne machen..peinlichkeit..amateurroman..
harte worte, herr dian ^^
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
dian
unregistriert
07.01.2009 19:36 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

So, ich bin jetzt schon ein ganzes Stück weiter gekommen bei den Überlegungen zu meinem neuen Roman.

Zunächst hatte ich ja nur ein paar zusammenhanglose Szenen im Kopf, hatte eine gute Idee für den Anfang und so eine ganz verschwommene Vorstellung davon, wie meine Helden beschaffen sein sollen.
Dann habe ich eine Weile einfach in Gedanken experimentiert (meist vor dem Einschlafen), etwa, wie die Helden zusammenkommen, was sie gemeinsam erleben könnten, und wer ihnen das Leben schwer machen könnte.
Dabei bin ich auf einige ziemlich durchgeknallte Gedanken gekommen... ein paar davon habe ich zu Ende gedacht und dann wieder verworfen, weil sie für einen epischen Roman einfach nicht getaugt hätten...
Aber es hat sich dann doch recht schnell ein roter Faden herauskristallisiert, an dem ich das ganze aufziehen kann.

Also ich habe jetzt zumindest mal eine Grundstruktur, extrem kaputte Helden und noch kaputtere Bösewichte... und, was noch wichtiger ist: Es ist eine sehr freie Grundstruktur, in die ich nahezu beliebig einbauen kann, was immer ich noch zusätzlich an Gedanken einbringen möchte, denn es gibt darin ziemlich viele Möglichkeiten für Traumsequenzen, Rückblenden und was auch immer... der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und seit "Gegenwelt" lasse ich mich ja sowieso nicht mehr nur auf die uns bekannten Dimensionen begrenzen.
Wenn ich das, was mir gerade vorschwebt, bis zum Jahr 2012 wirklich umsetzen kann, dann macht euch schon mal auf eine völlig durchgeknallte, epische und dramatische Anarcho-Geschichte gefasst, die ihr so noch nie erzählt bekommen habt (und anders vermutlich auch noch nicht. großes Grinsen )

Details zu Setting und Handlung verrate ich an dieser Stelle natürlich noch nicht.
Als Nächstes werde ich erstmal schauen, dass ich die Helden etwas deutlicher vor mir sehe, und dass mir dann vielleicht auch schon mal ein paar passende Namen für sie einfallen...
Würde mich nicht wundern, wenn ich dann im Sommer schon wieder am Schreiben bin.
(aber kann natürlich auch alles ganz anders kommen.)

quaid

their law


07.01.2009 19:47 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

wie er mir ausm weg geht wegen meinem kommentar.. smilie38

warum gibste nich mal ne grundstruktur so wie deldenker?
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
dian
unregistriert
07.01.2009 20:04 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Das mit dem "Amateurroman" etc. hab ich doch schon ausführlich richtig gestellt, quaid. Weiß ja auch jeder, wie's gemeint war.

Und nein, es gibt noch keine weiteren Infos oder gar eine Inhaltsangabe...
zum einen muss ich ja die Spannung aufrecht halten, und zum anderen kommt am Ende wahrscheinlich dann eh wieder was ganz anderes raus.
Stellt euch einfach vor, wie man "Gegenwelt" noch steigern bzw. auf eine völlig neue Ebene bringen kann, ohne dass ich meine Gesellschaftskritik vom letzten Buch wiederkäue oder ihr auf die typischen Dian the Saint-Elemente verzichten müsst.
Ach, ich würde ja eigentlich sehr gern ein bisschen plaudern und euch an dem Kreativitäts-Feuerwerk, das da gerade in meinem Kopf stattfindet, teilhaben lassen... aber da müssen wir jetzt wohl durch. Wenn ich was Konkretes ausplaudere, würden das eh nur einige in den falschen Hals kriegen, und es kämen dann Fragen wie: "Hältst du das wirklich für eine gute Idee?" oder "Hä? Warum schreibst du jetzt auf einmal über sowas??"... noch ohne, dass irgendwer das Endprodukt kennt...
Ich schweige, und lass euch noch knapp vier Jahre zappeln.
Oder vielleicht wird's ja auch früher fertig. Wer weiß das schon.

quaid

their law


07.01.2009 20:12 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

so frag ich halt:
hälst du das wirklich für ne gute idee, uns informationen vorzuenthalten?
und:
hä? warum schreibst du jetzt auf einmal nichts?
Zunge raus
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Hansi
unregistriert
08.01.2009 01:02 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

smilie4

Kebap

porno jüngling aus der hölle


12.01.2009 20:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Illuminatus! is ein lustiger Roman, der diese ganze Struktursache auf zahlreiche neue Ebenen bringt, nur zu empfehlen und weil der Engel nach Empfehlungen frug, aber eben nicht für alle, manche mögen ja auch ihre althergebrachten Strukturen.

Abgesehen davon gibts ja neben Romanen oder warens beim Engel nicht vorher Drehbücher? noch jede Menge andere Buchformen und das was Yog da im Threadstart schrieb hörte sich zumindest für mich doch eher nach nem Sachbuch an. Da gibts ja nun wiederum noch völlig andere Strukturierungsmöglichkeiten und ich fänd eine schön und sinnvoll, die auch mit der neuartigen Struktur der Musiktheorie zusammenhängt. Da kann man bestimmt lustige Sachen komponieren. An dieser Stelle kommt jetzt wieder Werbung und zwar für ein anderes wohltemperiertes Buch, das hat Douglas Hofstaedter komponiert und beschäftigt sich unter anderem aber bei weitem nicht nur mit Gödel, Escher, Bach. Mixt auch sehr schön Sachbuch und Kurzgeschichten, wie zuletzt nur Terry Pratchets Gelehrte der Scheibenwelt. Toll! Ich hör ja schon auf.

Question Authority ~ Think for Yourself
E-Mail an Kebap senden Fügen Sie Kebap in Ihre Kontaktliste ein
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

Kobin



images/avatars/avatar-323.jpg


Ein Buch schreiben... 21.11.2011 13:33 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Aus: planet-hoffnung.de
(Autor: cryce)


Zitat von cryce:
Ein Buch zu schreiben, war für mich lange Zeit ein Traum. Anders als viele andere, die kontinuierlich schreiben und bereits Dutzende Seiten verfasst haben, blieben es mir zwei bis drei. Ich kann mich auch nicht wirklich dahinter verstecken, dass ich ein Perfektionist bin, seit Monaten hätte ich mir als genug Zeit gehabt, endlich einmal neu anzufangen, aber etwas hielt mich davon ab. Ich glaube, es ist meine Angst vor dem eigenen Versagen, nach Hunderten von Zeilen einen Zusammenbruch zu erleiden und das ganze Buch womöglich, die Arbeit von Monaten, in den Papierkorb zu befördern. Genau genommen fühle ich mich nach wie vor nicht bereit, als Autor tätig zu werden. Ich formuliere gerne meine Gedanken aber es braucht weit mehr als das, ein gutes Buch zu schreiben, es braucht Ideen, die vielleicht nicht habe.

Zwei Buchprojekte kommen mir in den Sinn. Zum einen reizt es mich, ein Buch über die Gesellschaft zu schreiben und kritisch meine Meinungen und Gedanken niederzulegen, andererseits ist da die Vorstellung, ein phantastisches Kinderbuch zu schreiben, auch sehr verlockend. Lange Zeit habe ich mit anderen Leuten im Netz auch verschiedenen Portalen, Rollenspiele geschrieben und die moderne Phantastik, auch neudeutsch „Fantasy“ genannt, ist in den letzten Jahren so stereotypisch geworden, dass es geradezu danach schreit, ein solches Buch zu schreiben.

So genau kann ich gar nicht sagen, was mich bis jetzt davon abhält. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die hier Einfluss üben, aber von trivialer Natur sind. Studium, Arbeit, überhaupt alles, was mit der modernen Leistungsgesellschaft verbunden ist, wäre kein wirklicher Hinderungsgrund. Nein, ich scheitere, wie so oft, an mir selbst. Ein gutes Buch muss man für sich selbst schreiben, und nicht für andere, so wie ich diesen Text aus einer Laune herausschreibe und nicht als Abriss meiner Persönlichkeit für interessierte Leser. Ich bin Realist genug, jedenfalls meine ich das zu wissen, dass der deutsche Büchermarkt mehr und mehr an Bedeutung verliert. Autoren, die in Englisch ein gutes Buch verfassen, können sehr wohlhabend werden, während in Deutschland der größte Teil, gemessen am Arbeitsaufwand, kaum etwas dafür bekommen. Ausnahmen wie populärliterarische „Schriftsteller“ bestätigen nur das traurige Bild. Selbst, wenn ich perfekt Englisch könnte, wären das Ergebnis nicht annähernd so stimmig, als wenn ich in meiner Muttersprache schreiben würde.

Ich sprach eben Populärliteratur an. Das möchte ich ein wenig erläutern. Das Problem ist vielleicht nicht einmal das eigentliche Schreiben des Buches, sondern die Vermarktung. Man muss sich vorstellen, dass interessierte Leser nur einen begrenzten Rahmen ihrer Zeit dem Lesen von Büchern widmen. Beim Kauf eines Buches findet meiner Meinung nach, deswegen eine harte Auslese statt. Bestsellerautoren machen es angehenden Schriftstellern schwer, sich zu etablieren, besonders, wenn sie sich Themen widmen, die in der Bücherwelt kaum behandelt werden. Um es ein wenig salopp auszudrücken, ist es einfach unglaublich schwierig, sich neben mehrheitsfähigen und immer wiederkehrenden Schreibmustern durchzusetzen. Gerade die moderne Phantastik ist dafür ein trauriges Beispiel, dass in beinahe grenzloser Weise ad absurdum geführt wird.

Wenn ich in die Zukunft schaue, ist die Ära großer deutscher Schriftsteller vorbei. Selbst die hoch gefeierte Nachkriegsliteratur war nur ein Schatten der einstigen Blütezeit. Es fehlt vor allem an thematischen und philosophischen Tiefgang. Viele potenziell gute Werke verkommen durch die partielle Ausrichtung auf mehrheitsfähigem Gedankengut und gehen nur unterschwellig auf Thematiken ein, die abstrakterer Natur sind, aber für unsere Zeit, eine Bereicherung darstellen würden. Es scheint mir so, als ob man heutzutage sein eigentliches Wesen gut verpacken müsse um gelesen zu werden. Als müsste man sein wahres Wesen verstecken und stattdessen etwas zu Papier bringen, von dem man meint, es würde anderen gefallen und viele Autoren scheinen dieser Strategie nur allzu bereitwillig zu folgen.

In diesem hart umkämpften und mir eigentlich verhassten Gebiet, möchte ich mich nicht auch noch präsentieren müssen. Es würde ohnehin schwer werden, einen Verlag zu finden, der das Werk nicht entstellen würde. Wenn ich ein Buch schreibe, kann man sich sicher sein, dass jedes Wort stimmt, und genau so auch gesetzt und gedruckt werden soll. Aber letztendlich sind das alles Gründe, die angesichts meiner Motivationslosigkeit verblassen und eher trivial, ja beinahe nichtig erscheinen. Es könnte also noch etwas dauern, bis ich hier die ersten Auszüge aus meinen geplanten Werken vorstelle.
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

Shinobi

Erneuerung

images/avatars/avatar-1053.gif


21.11.2011 15:40 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Illuminatus habe ich irgendwo bei Atlantis als sie auf die Illuminaten trafen abgebrochen und da war noch was mit diesem Goldenen Apfel, den Diskordianismus finde ich ganz geil, aber das Buch war mir dann doch zu 68er mäßig und zu verwirrend geschrieben und irgendwie konnte ich die ganzen vorkommenden Personen nie wirklich verarbeiten. ^^

Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.


“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”


„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
E-Mail an Shinobi senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

Kobin



images/avatars/avatar-323.jpg


21.11.2011 16:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Mit Erlaubnis von Hungerkuenstlerin veröffentliche ich aus planet-hoffnung.de ihre Erfahrung zu dem Schreiben von Büchern:

Zitat von Hungerkuenstlerin:
Wie fängt man eigentlich an, ein Buch über sein Leben zu schreiben? Wie bekommt man alles in eine vernünftige Reihenfolge, ohne zu viel Chaos zu verursachen? Und wie soll man überhaupt so ein chaotisches Leben in eine Ordnung bringen, die es doch in meinem Leben gar nicht gibt.

So fängt das Buch an, das ich über mein Leben schreiben möchte… Über meine Kindheit, meine Jugend und wie das Leben das ich jetzt führe. Ehrlich gesagt… Ich finde meinen Anfang nicht gerade berauschend. Es gibt mit Sicherheit viel bessere Anfänge für ein Buch. Naja… Ein Vorwort hab ich immerhin auch schon geschrieben, mit dem ich einigermaßen zufrieden bin. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass da einfach noch etwas fehlt.

Ich bin inzwischen beim 3. Kapitel angelangt. Meine Kapitel sind recht kurz… Vor allem wenn man bedenkt das ich erst 17 DIN A5 Seiten habe. Und die 17. Seite ist noch nicht mal voll geschrieben. Ich bin wenig begeistert über das, was ich geschrieben habe. Es ist in meinen Augen zu durcheinander und zu chaotisch. Einfach etwas, das nicht lesenswert ist. Die totale Katastrophe… Aber mein Mann meint, es wäre gar nicht chaotisch und er fände es gut. Frau Sonnenigel hat mir das in einer Mail auch geschrieben. Hatte ihr die paar Seiten zu gemailt, damit sie es lesen und auch verbessern kann. Wie praktisch das sie ja unter anderem auch Deutschlehrerin ist. *lach*

Heute habe ich noch gar nicht an meinem Buch weiter geschrieben. Gestern Abend auch nicht, obwohl ich mir das vorgenommen hatte. Aber dann war ich so mit chatten beschäftigt und habe in Foren gelesen…. Tja…. Irgendwie scheint alles immer wichtiger zu sein, als das Buch weiter zu schreiben. Dabei ist es wirklich mein großer Traum mal ein Buch zu veröffentlichen. Und wenn das 1. Buch meine Lebensgeschichte ist, dann ist das auch okay.

Vor einigen Jahren habe ich angefangen ein Buch zu schreiben. Ein Buch über die Insel Tajintana im Meer Heronias. Es ist für mich eine sehr besondere Geschichte und ich wünschte mir, ich könnte endlich dort weiter schreiben. Aber ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich einfach nicht weiter komme… Wo ich feststecke und nicht weiß, wie ich mich da wieder hinaus manövrieren kann. Diese Geschichte hat viel mit Phantasie zu tun, aber es ist nicht unbedingt ein Fantasyroman. Es ist eher die Geschichte einer gequälten Seele, die ihre Zuflucht in der phantastischen Dissoziation sucht.

Ich denke das es ein sehr gutes Buch werden könnte. Ich selber finde es wirklich nicht schlecht. Und es gibt einige die die ersten 3 Kapitel gelesen haben und sehr begeistert waren. Ach… Ich wünschte mir, das ich eine Lösung für mein Problem finden würde und endlich die Geschichte weiter schreiben könnte. Die Geschichte ist zu schön um einfach ungeschrieben zu bleiben. Auch wenn nicht alles der 100%igen Realität entspricht.

Was bleibt also anzumerken?
Ich habe zwei angefangene Bücher die weiter geschrieben werden wollen. Und stattdessen verbringe ich meine Zeit im Internet um weniger sinnvolles los zu werden. Einfach so viel Smalltalk und Nichtssagendes. Sinnleerer Text und doch irgendwie gehaltvoll. Ich hoffe, morgen wird ein besserer Tag, was das Schreiben angeht. Vielleicht sollte ich mir erstmal ein paar Gedanken zu Tajintana machen und daran weiter arbeiten. Obwohl es mir noch sehr leicht fällt an meiner Lebensgeschichte zu schreiben. Aber mir das dann auch noch mal wieder richtig durchzulesen was ich aufgeschrieben habe, das bringe ich einfach nicht fertig. *seufz*

So ist das immer… Ich kann die Worte die meiner Seele und meinem Geist entspringen nicht wieder in mich aufnehmen und lesen. Sie sind für andere Menschen geschrieben, die es lesen wollen. Nicht für mich selber. Obwohl ich öfters mal nicht mehr genauer weiß, was ich eigentlich geschrieben habe.
Aber vielleicht ist das ja auch Sinn der Sache?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Kobin am 21.11.2011 16:12.

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen

tomtom




Schreiben 21.11.2011 19:47 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich schreibe gerne meine Gedanken auf. Es ist wie ein Ventil für den Wirrwarr, der mir durch den kopf schwirrt. Ein irren Irrer Gedanken, wie mir auch oft zu verstehen gegebn wird. An lust am Schreiben fehlt es mir nicht, aber der antrieb die Texte noch einmal zu überarbeiten und an einer echten handlung zu arbeiten, dazu ist mein Wille (noch?) nicht stark genug.
Ich hatte einmal die Idee, dass "Gedankenausspucker" sich zusammen tun und sehen was sie aus sich heraus holeb können, gemeinsam aus unterschiedlichen betrachtungswinkeln.
Ich galube dass vieles des konsumverhaltens angezüchtet ist. Es wird überall angepriesen, wie toll der neueste bestseller wieder ist, ein leistungsdenken und zudem ein preisniveau, welches dem kleinen autor ein wenig fruchtfares feld beschert.

anstatt die symptome zu bekämpfen sollten die menschen sich mit den ursachen auseinander setzen.
E-Mail an tomtom senden
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen
Seiten (2): « vorherige 1 [2] Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Unity-Forum » :: Diskussionen :: » Le café unité » Ein Buch schreiben...

Schnellantwort
Benutzername:
Überschrift:  
Optionen:




Antworten:

Powered by Burning Board 2.2.2 © 2001-2004 WoltLab GmbH | Impressum