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klar ist gewalt scheiße. aber die realität ist nun mal kein internetforum.
die gewalt im spanischen bürgerkrieg ging nicht von seiten der anarchisten oder der spanischen republik(1936-39) aus, sondern von dem general franco (welcher zu beginn des bürgerkrieges noch in afrika stationiert war glaube ich)
da finden sich millionen menschen zusammen und versuchen eine völlig neue gesellschaft aufzubauen in der niemand zu irgendwas gezwungen wird und dann kommt dieser verfickte militärfuzzie und ballert erstmal direkt los.
also ganz ehrlich leute. wenn ihr da irgendwie die gewalt der anarchisten in frage stellt, dann check ich eure logik ma absolut gar nich
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Ich bin kein Politischer Anarchist, ich bin auch kein Ideologischer Anarchist, wenn man es genau nimmt bin ich gar kein Anarchist… Ich bin ein Mensch! Ein Mensch, der Gewalt und Herrschaft verabscheut und ablehnt, weil ich sehe was es anrichtet. Und als solcher habe ich festgestellt, dass Gewalt nicht in gute oder schlechte Gewalt einzuteilen ist, ich habe festgestellt, dass Dualistisches Denken konkret zu Ende gedacht, immer zu Konflikten und Gewalt führt und es daher auch kein Gegenteil zur Gewalt geben kann, genauso wenig wie es gerechtfertigte und ungerechtfertigte Gewalt gibt, es gibt nur die Gewalt als solche, diese ist weder gut noch schlecht, und dies ist ein Tatsache, diese Tatsache zu Akzeptieren setze ich als Grundvoraussetzung für ein Friedliches Miteinander voraus.
Fakt ist, es kann keinen Frieden geben, solange es Konflikte und Ideale gibt, nur durch Akzeptanz lässt sich Frieden schaffen. Ich habe selbst geschrieben, dass ich wenn sich Gewalt vor meinen Augen abspielt, ich einschreiten würde, dies aber nicht weil ich die Gewalt für Gerechtfertigt oder gut halte, sondern weil es meine Menschlichkeit von mir verlangt einem Menschen in Not zu helfen, da (um wieder zum Topic zu kommen) für mich alle Menschen gleich viel Wert sind.
Ein Ideal an sich ist schon widersprüchlich und führt unweigerlich zum Konflikt, weil es sich mit der Realität stößt. Vollkommenheit kann es nur in er Akzeptanz des unvollkommenen geben..
Oder um es mit den Worten von Tyler Durden zu sagen:
| Zitat: |
| Ich sage: Fühl dich nie vollständig. Ich sage: Schluss mit der Perfektion! Ich sage: Entwickeln wir uns. |
Ich denke damit ist das Thema dann für mich auch abgeschlossen… ich wollte das nur noch klarstellen.
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Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
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Bazinga
jeder Moment ist wie ein ganzes Leben

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so, zu diesem thema kann ich auf gar keinen fall meine klappe halten.
Das folgende bezieht sich auf den gesamten thread, ich bin allerdings gegen ende beim lesen ehrlich gesagt etwas nachlässig geworden, aber es ging ja auch viel nicht mehr direkt um das thema „wert“.
einige punkte die ich erwähne wurden dann auch später im thread genannt, ich hatte jetzt nur keine lust deshalb alles zu korrigieren, also, könnte sich kram wiederholen.
@kalliopata
ein mensch ist nicht automatisch mehr wert als ein anderer, sondern das ist deine persönliche definition, dass du mehr wert denen gibst, die etwas in deinen augen gutes tun.
Außerdem kommst du da, wenn du das konsequent weiterdenkst ganz schnell in teufelsküche, denn was ist zb. mit leuten die aufgrund sozialer oder anderer einschränkungen gar nicht die möglichkeiten haben, etwas gutes zu tun, weil sie täglich ihren arsch retten müssen. Und wie viel gutes ist „gut“? Geb ich einem penner 2 euro oder 5. bin ich mit 5 euro „gut“ oder ist das eigentlich assi, weil ich ihm eigentlich 20 geben könnte und was ist mit dem nächsten penner, der an der nächsten straßenecke hockt.
Ich seh da auch wie veggiepower gefahr von „nationalsozialismus gedankengut“, warum soll die denn geringer sein, wenn du dich auf jemand sozial wertvollen beziehst, als wenn du dich auf jemanden, der viel leistet, beziehen würdest?
Gäbe es im himmel ein wesen... also wenn wir das mal ans analogie annehmen, dann macht es eben keinen sinn aus unserer menschlichen sicht zu überlegen, wie dieses wesen entscheiden würde. Auch wenn wir davon ausgehen dass dieses wesen ultra weise ist, so kann man sich auch nur die form von weisheit vorstellen, die im eigene hirozont beinhaltet ist.
Auch veggiepower macht das, indem er davon ausgeht dieses wesen würde wert anhand von guten eigenschaften bewerten. Dabei wüsste man gar nichts über so ein wesen, wer weiß, vielleicht gibt es so ein wesen ja tatsächlich um mal hier ein wenig agnostisch zu werden, dann wissen wir aber nichtmal ob sowas wie ein wertsystem für dieses teil überhaupt eine rolle spielt.
@veritas:
typisch schwarz weißes denken: menschen in gut und böse einteilen, das ist ein sehr vereinfachendes weltbild, aber wir sind hier nunmal nicht in herr der ringe (den satz bitte nicht allzu ernst nehmen
). Schade, sag ich dazu immer. Wäre man frodo wäre alles so einfach: man wäre gut, die anderen böse, es gäbe nur eine sache zu erledigen und entweder schafft man das, oder scheitert. Unsere welt halte ich aber für komplexer. Obwohl du dann paradoxerweise dich sogar später mit dem „braunen“ widerlegst, der zwar scheiße labert aber nett zu seinen freunden ist. Dazu fiel mir spontan der charakter „mackie“ aus der serie shield ein, bei dem kann man nämlich überhaupt nicht sagen was er ist, so als liebenswertes arschloch. Von für andere aus reiner zuneigung selbstlos aufopfern bis jemandem drohen, dass er ihn fertig macht, nur um seinen eigenen arsch zu retten macht der kerl alles.
An irgendeiner stelle sprichst du von opfern. Ich finde, es gibt keine opfer, sondern nur menschen, denen schaden zugefügt wird. Sobald man von opfern spricht legitimiert man dinge, die sie dann tun, die man eigentlich verurteilen würde, wie zum beispiel rache ausüben.
@dorfkind:
qualitativer utilitarismus – damit kenn ich mich nicht aus, aber mal so ein spontangedanke: das mit dem abwägen einer tat gemäß freude und leid stell ich mir problematisch vor. Was ist denn in einem fall, in dem man das leid eines anderen in kauf nimmt um daraus für sich freude zu gewinnen? Dann gibt es auch so viele verschiedene auffassungen von dem, was „leid zufügen“ ist, von denen ich manche (zb. mit ner eistenstange auf den kopf hauen) vernünftig finde, andere weniger (zb. wenn man zum geburtstag kein yes törtchen geschenkt bekommt). Und wohl noch enige mehr problematische punkte, oder die zumindest geklärt werden müssten, bevor man daraus eine ethik bastelt.
Die frage nach dem töten von den 10 leuten ist ja so ein moralisches dilemma. Also ich muss ehrlich gesagt noch weiter darüber grübeln... allerdings für speziell den fall, dass man den tod von 10 in kauf nimmt um danach interessanten input vom mörder zu bekommen würde ich das töten ablehnen, da man die leute dann als mittel zum zweck benutzen würde und das wird immer sehr schnell problematisch, wenn man überlegt, wie das enden kann, wenn man einmal angefangen hat, das zu erlauben. Aber ganz grundsätzlich ist jemanden umbringen manipulation. Das vorzeigebeispiel für sowas ist das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Trolley-Problem
Zu der kritischen bemerkung von yog-sothoth, ob nun hitler nicht unschuldig sei, wenn er nach bestem gewissen gehandelt hat: an dieser stellte muss ich einen filmtrailer posten, der genau diese themtaik behandelt, auch wenn ihn viele von euch wohl schon kennen: http://www.youtube.com/watch?v=Pl-2q6AlE_A
also der film sagt: schaden verursachen lässt sich nicht dadurch entschuldigen, dass es unbewusst oder gut gemeint war und ist selbsterklärend darin, warum er das meint und ich find den gedanken dazu ziemlich interessant und cool. Ist zwar ein ganz anderes thema als das mit den werten, aber kam halt auf.
@yog-sothoth:
ich sehe da ein problem bei deinem vorschlag von wegen auf freiwilliger basis zusammenleben: die tatsache, dass wir uns diesen planeten teilen, also dass es diesen größeren zusammenhang gibt und man sich nicht so einfach voneinander abgrenzen kann
@Daniel Roth:
es gibt eigentlich noch x weitere kriterien wonach man menschen bewerten kann, oder aber, man bewertet sie nach gar keinem, also weder aus „menschlicher“ noch aus „evolutionärer“ sicht, sondern aus dem standpunkt, dass sichtweisen nur prozesse in unseren köpfen sind die nichts reales aussagen.
so - und jetzt zum eigentlichen text:
ich persönlich halte es für ein riesen problem, ja, für vielleicht das problem der menschheit schlechthin menschen in werte einzuteilen und viele in diesem thread denken so, zumindest mal die hälfte würde ich schätzen. Ich hab eigentlich nur 2 – 3 positionen gelesen, die auch pro wertfreies denken sind.
Daher denke ich auch nicht wie zb. reset, dass manche menschen kranke werte haben, sondern finde wenn überhaupt werte an sich krank, da sie realitätsfern sind.
Wenn ich zb. eine blume anschaue, die blume schön finde, sie anbrülle, sie toller finde als den löwenzahn daneben oder mir denke „verpiss dich du wertloses blumen arschloch“ - ändert das irgendwas an der blume? Treffe ich damit wirklich irgendeine aussage darüber, was sie ist? Dann könnte ich magie. Oder ist „die blume“ in ihrem wesen etwas, das ich mit meiner sicht nicht berühren kann?
Werte sind meiner meinung nach nur gepimpte erfindungen. Ich mein, ich könnte mich ebenso hinstellen und sagen: schlanke sind mehr wert als fette, weil sie geiler aussehen, oder fette sind wertvoller, weil sie durch ihre masse mehr raum einnehmen und mehr existieren als andere (*hehe*). Und wenn ich zur passenden zeit am passenden ort das anbringe würde es sich sich vielleicht zu einem allgemein gesellschaftlichen wert entwickeln, so wie alle anderen werte bisher eben auch.
Wohin führt das, wenn wir menschen in werte einteilen und werden wertesysteme nicht sowieso an irgendeinem punkt widersprüchlich?
Ich würde eine ganz scharfe grenze ziehen zwischen dem bewerten von eigenschaften und dem bewerten von menschen. Natürlich kann man sagen es gibt menschen, die der allgemeinheit mehr genützt haben als andere, oder nettere, oder hübschere, etc.
ein mensch ist und bleibt egal was er tut ein mensch. Ich werde bei dem punkt oft falsch verstanden, so, als würde das gleichzeitig eine entschuldigung für schaden den er verursacht implizieren. Das meine ich aber nicht. Wenn mir jemand ans bein pisst, werde ich weggehen. Wenn er mir ein messer an den hals hält, werde ich mit diesem menschen wohl nicht mehr ins kino gehen. Das alles kann man machen und sollte man sogar wie ich finde, wenn man ihn ernst nimmt. Aber ich finde, man sollte ihm nicht seine menschlichkeit nehmen, indem man sich ihm moralisch überlegen sieht, nachdem er einem geschadet hat.
hier kommt mein logik argument: es gibt – wie weinhaus meinte – verschiedene bezugssysteme innerhalb deren man eigenschaften bewerten kann. zb. schule, arbeit, gemeinschaft, wissenschaft, etc. und je nach system wird die bewertung anders ausfallen, also zb. ein schüler eine bessere leistung haben als ein anderer. Aber bezugssysteme gelten nur innerhalb unseres denkens. Außerhalb unseres denkens gibt es aber keine bezugssysteme da dies nur eine eigenschaft innerhalb des denkens ist! Das ist jetzt derselbe punkt wie meine blumen-analogie. Dementsprechend folgt, dass wert meiner meinung nach nicht messbar ist.
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| Zitat von Bazinga: |
Zu der kritischen bemerkung von yog-sothoth, ob nun hitler nicht unschuldig sei, wenn er nach bestem gewissen gehandelt hat: an dieser stellte muss ich einen filmtrailer posten, der genau diese themtaik behandelt, auch wenn ihn viele von euch wohl schon kennen: http://www.youtube.com/watch?v=Pl-2q6AlE_A
also der film sagt: schaden verursachen lässt sich nicht dadurch entschuldigen, dass es unbewusst oder gut gemeint war und ist selbsterklärend darin, warum er das meint und ich find den gedanken dazu ziemlich interessant und cool. Ist zwar ein ganz anderes thema als das mit den werten, aber kam halt auf. |
Ich denke der wesentliche Punkt ist, dass es Definitionssache ist, ob "Unschuld" voraussetzt dass man sich bewusst sein muss, ob man sich ethisch korrekt verhalten hat. Wenn ja, dann kann es sein dass man zu recht sagen kann, dass Hitler "unschuldig" war. Wenn nicht, dann ist evtl. auch ein kleines Kind nicht "unschuldig", wenn es von seinem Taschengeld Schokolade kauft, und damit Ausbeutung unterstützt.
| Zitat von Bazinga: |
@yog-sothoth:
ich sehe da ein problem bei deinem vorschlag von wegen auf freiwilliger basis zusammenleben: die tatsache, dass wir uns diesen planeten teilen, also dass es diesen größeren zusammenhang gibt und man sich nicht so einfach voneinander abgrenzen kann |
Ich bin nicht ganz sicher worauf du hinaus willst (habe da mehrere unterschiedliche Vermutungen) - könntest du das näher ausführen?
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pffr, fetter beitrag, bazinga
Es kommt aber auch drauf an, was ein Mensch im Lauf seines Lebens als "gut" beigebracht bekommen hat. Wenn du deinem kind einredest, leid ist gut und lustig, der tod gehört dazu, und die ziele sind was weiss ich, die überbevölkerung verhindern, dann wird das kind damit groß. wenn es dann später auf jemanden stösst, der von liebe und mitgefühl predigt, dann ist das ja gegen das ziel, die überbevölkerung zu verhindern, dann wird er ihn als minderwertig einstufen, weil er seinem plan/seinen vorstellungen widerspricht. Und da ist der Knackpunk: Die Mehrheit der gesellschaft findet Gutes gut. klar, fast jeder wurde damit groß, aber es geht auch andersrum. Oder, hat Gott schon wieder mit Steintafeln um sich geworfen, wo drauf steht, was eindeutig GUT und SCHLECHT ist? ^^ Dürfte er wohl schonmal gemacht haben. Jedenfalls waren das auch nur die ansichten der Bibelautoren. uuuuuund, wie bazinga sagt, Egal, welche werte man verfolgt, es kommt immer zu überschneidungen, komplikationen und widersprüchen. Entweder sind alle gleich viel, gleich wenig werd, oder es gibt sowas wie "wert" garnicht, weil man menschenleben nicht in den kapitalismus pressen kann, wo alles seinen in geld umtauschbaren wert hat. Streiten sich tiere, wer mehr wert hat? Oder Bäume? (Blöder vergleich -.-) ...
Pff, also wie gesagt, ausnahmslos gleich viel oder gleich wenig, oder überhaupt nichts wie "menschen in werte unterteilen".
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| Zitat von bazinga: |
| Daher denke ich auch nicht wie zb. reset, dass manche menschen kranke werte haben, sondern finde wenn überhaupt werte an sich krank, da sie realitätsfern sind. |
hä wo hab ich das denn gesagt?
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Hier:
| Zitat von reset: |
| fänd ich mal ganz witzig einige menschen nach ihren eigenen kranken werten zu beurteilen. vielleicht merken sie dann mal was für gefühlslose arschlöcher sie sind...naja eher nich |
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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ach das
hoffe du hast auch meine anderen beiträge danach gelesen
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Langsam fange ich an der marxistischen These zuzustimmen, dass der Anarchismus (bzw was sich so nennt)) oft nichts anderes ist als kleinbürgliche Ideologie.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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| Zitat von Lonewolf: |
| Langsam fange ich an der marxistischen These zuzustimmen, dass der Anarchismus (bzw was sich so nennt)) oft nichts anderes ist als kleinbürgliche Ideologie. |
und wieso?
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Ich beziehe mich auf jeden "Anarchismus", der sich zum einen auf absolute Gewaltfreiheit (dank der Verkürzung "Gewalt=Herrschaft) beruft sowie primär auf aufklärerische, moralistische und idealistische Positionen setzt. Sowohl (und das gehört schon zu den oeben genannten Punkten dazu) im Grunde einen rein individualistischen Standpunkt einnimmt, also meint, die Gesellschaft von der Veränderung/"Aufklärung" des Individuums her verändern zu können - sprich bürgerlich-liberalen Humanismus praktiziert.
Bestenfalls kommen hier marginale Gegenwelten heraus, und ein bißchenj Reformismus, während die bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse unangetastet bleiben.
Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass nach den Erfahrungen der reaktionären Antworten auf den Kapitalismus (und weder Marx noch Bakunin haben dies so voraussehen können) JEDE soziale bzw revolutionäre Bewegung einen zur Not auch militanten Antifaschismus praktizieren muss, um zu überleben und ihre eigenen Grundlagen verteidigen zu können. Dass das nicht immer friedlich bzw "anti-autoritär" (so wie es manche definieren) ablaufen kann, ist leider ziemlich deutlich geworden.
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Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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| Zitat von Lonewolf: |
| Ich beziehe mich auf jeden "Anarchismus", der sich zum einen auf absolute Gewaltfreiheit (dank der Verkürzung "Gewalt=Herrschaft) beruft sowie primär auf aufklärerische, moralistische und idealistische Positionen setzt. |
Ich denke auch, dass eine Unterscheidung zwischen Herrschaft und Gewalt wichtig ist. M.A.n. beschreibt Herrschaft ein Machtungleichgewicht, während Gewalt ein Mittel ist, die Herrschaftsverhältnisse zu ändern, und sowohl benutzt werden kann, um ein Machtungleichgewicht zu erreichen / erhalten (-> Herrschaft), als auch ein Machtgleichgewicht (-> Anarchie). Folglich steht Gewalt nicht nur nicht im Widerspruch zur Anarchie, sondern kann in bestimmten Situationen auch notwendig sein, um Anarchie zu erreichen / erhalten.
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dian unregistriert
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@ Lonewolf:
| Zitat: |
| Langsam fange ich an der marxistischen These zuzustimmen, dass der Anarchismus (bzw was sich so nennt)) oft nichts anderes ist als kleinbürgliche Ideologie. |
Ich finde deine These, dass der konsequente Rückzug aus der Gesellschaft ins Private mit spießbürgerlicher Anpassung verglichen werden kann, schon etwas arg kurz gegriffen... und es erscheint mir in etwa genauso polemisch, wie wenn ich im Gegenzug behaupten würde, dass jeder Versuch, politische Arbeit zu leisten und Andersdenkende zu bekämpfen, mit Faschismus gleichzusetzen ist.
Das Problem bei den Spießbürger ist nebenbei bemerkt nicht, dass sie sich ins Private zurückziehen, weil sie auf die Gesellschaft scheißen... sondern dass sie sich einerseits in ihrer künstlichen Idylle einzementieren, gleichzeitig aber auch noch glauben, der Gesellschaft gegenüber verantwortlich zu sein und anderen die eigene Meinung aufzwingen zu müssen.
Eine Nachbarin von mir musste neulich ihre Hecke schneiden, weil die 10 Zentimeter auf die Straße rausstand und sich ein anderer Spießernachbar darüber bei der Gemeinde beschwert hat.
Anderen vorschreiben zu wollen, wie sie ihre Hecke zu wachsen lassen haben... DAS ist für mich kleinkariertes Spießbürgertum.
Anderen dies nicht vorzuschreiben, und jeden selbst entscheiden zu lassen, wie er seine Hecke wachsen lassen möchte, ist Anarchie, und damit meines Erachtens das genaue Gegenteil von Spießertum.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von dian am 17.06.2012 18:58.
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Kann ich generell zustimmen, wobei das Beispiel "Hecke" hier jetzt wieder konkrete Probleme aufwirft. Zb wenn der Gehsteig unpassierbar wird und irgendwann insbesondere Rollstuhlfahrer und kleine Kinder beim Passieren Probleme haben, weil sie die Straßenseite wechseln müssten. Wann dieser Zustand, der dann eine Beschwerde rechtfertigt, erreicht ist, kann man schwer vom Hörensagen beurteilen. Ok, 10cm dürften es nicht ausmachen, aber wo ist dann die Grenze?
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| Zitat von dian: |
@ Lonewolf:
| Zitat: |
| Langsam fange ich an der marxistischen These zuzustimmen, dass der Anarchismus (bzw was sich so nennt)) oft nichts anderes ist als kleinbürgliche Ideologie. |
Ich finde deine These, dass der konsequente Rückzug aus der Gesellschaft ins Private mit spießbürgerlicher Anpassung verglichen werden kann, schon etwas arg kurz gegriffen... und es erscheint mir in etwa genauso polemisch, wie wenn ich im Gegenzug behaupten würde, dass jeder Versuch, politische Arbeit zu leisten und Andersdenkende zu bekämpfen, mit Faschismus gleichzusetzen ist.
Das Problem bei den Spießbürger ist nebenbei bemerkt nicht, dass sie sich ins Private zurückziehen, weil sie auf die Gesellschaft scheißen... sondern dass sie sich einerseits in ihrer künstlichen Idylle einzementieren, gleichzeitig aber auch noch glauben, der Gesellschaft gegenüber verantwortlich zu sein und anderen die eigene Meinung aufzwingen zu müssen.
Eine Nachbarin von mir musste neulich ihre Hecke schneiden, weil die 10 Zentimeter auf die Straße rausstand und sich ein anderer Spießernachbar darüber bei der Gemeinde beschwert hat.
Anderen vorschreiben zu wollen, wie sie ihre Hecke zu wachsen lassen haben... DAS ist für mich kleinkariertes Spießbürgertum.
Anderen dies nicht vorzuschreiben, und jeden selbst entscheiden zu lassen, wie er seine Hecke wachsen lassen möchte, ist Anarchie, und damit meines Erachtens das genaue Gegenteil von Spießertum. |
Ich habe eigentlich nicht von spießbürgerlicher Anpassung gesprochen, sondern von (klein-) bürgerlicher Ideologie. Und die schließt "Leben und leben lassen" auch nicht aus, im Gegenteil.
Ein konsequenter (?) Rückzug ins Private wäre vielleicht Subsistenzwirtschaft, die so weit wie möglich tatsächlich ohne die Gesellschaft dort draußen auskommt.
Ich denke was du meinst ist eher "Rückzug in die Innerlichkeit", in die ästhetische (Künstler-) Existenz. Das mag auf ideeller Ebene nonkonform, erhaben oder sonstwas sein, bleibt aber halt trotzdem im Grunde bürgerlicher Individualismus (trotz aller eventuellen Verachtung für die bürgerliche Gesellschaft).
Sollen wir das wirklich Anarchsmus nennen? Ich verbinde damit immer noch den Kampf gegen Herrschaft und Ausbeutung, und den wird man durch elitären (?) Rückzug wohl schwerlich führen können.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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@Bazinga
Mein " Schwarz Weiß Denken" brauchst du nicht schade finden. Ich komm wirklich gut damit klar. Ich sehe auch keinen Wiederspruch in Bezug auf den Braunen.
Nur weil ich denke das jemand ne politische Einstellung hat die ich nicht teilen kann macht das noch lange keinen schlechten oder wertlosen Menschen aus ihm. Das hatte ich im ersten Post aber bereits erwähnt.
Ich für meinen Teil habe das Leben als weitaus weniger komplex kennen gelernt als es von den meisten empfunden wird. Und auch die meisten Menschen sind glücklicherweise weniger komplex oder kompliziert als sies selber gerne hätten oder vorspielen.
Allerdings muss ich sagen, dass muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Wenn du das alles lieber in verschiedenen Graustufen siehst, viel Spaß. Meine Erfahrung ist das man am Ende doch bei Schwarz oder Weiß landet.
Auf die Sache mit dem Opfer kann ich grad nich viel zusagen. Mir fehlt grad einfach die Zeit um den Thread nochmal durchzugehen. Entschuldige bitte. Vielleicht ein anderes mal.
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Dunkel, die andere Seite ist....... Schnauze Yoda! Iss deinen Toast!
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Manche Menschen mag man mehr als andere, das hängt doch nur davon ab was man selbst als wertvoll,richtig, angenehm etc. empfindet.
Geschmackssache, vom Auge des Betrachters abhängig.
Gut es gibt gewisse Dinge, die sehen die meisten Menschen ähnlich aber wer soll das entscheiden was nun entgültig wertvoll ist und was nicht? So allgemeingültig halt. Da müßte man einen Gott haben oder etwas ähnliches über dem Menschen stehendes, so nach dem Motto der Schöpfer entscheidet was seine Kreation taugt. Glaub ich aber nicht dran dass es sowas gibt.
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Bazinga
jeder Moment ist wie ein ganzes Leben

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@anarchist:
was ist denn "der mensch" für eine komische pauschalisierung? du meinst also alle, einschließlich dir selbst? auch leute, die nicht nach krebsmitteln forschen? ;-)
dass aufrecht ist, sich nur zu nehmen was man braucht, ist eine möglich sicht. aber nicht die einzige und auch nicht die einzig richtige.
außerdem braucht man eigentum nicht ablehnen, wenn man nicht viel davon hält... gerade dann nicht.
und ansonsten: kannst dich ja aktiv für anti krebs essen oder so einsetzen, wenn's dich stört.
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| Zitat von Bazinga: |
| was ist denn "der mensch" für eine komische pauschalisierung? du meinst also alle, einschließlich dir selbst? auch leute, die nicht nach krebsmitteln forschen? ;-) |
Es gibt eben Menschenaffen die von uns auch als Orang Utans, Gorillas, Schimpansen, Bonobos, Menschen u.s.w. bezeichnet werden. Das sind meiner Meinung nach klar abgrenzbare Gruppen! Wenn uns der Bonobo wohl am ähnlichsten ist, so ist er doch kein Mensch und der Mensch eben kein Bonobo. Ohne da wertend zu sein! "Der Mensch" als ein Begriff für jene Gattung, ist sicherlich keine komische Pauschalisierung.
| Zitat von Bazinga: |
dass aufrecht ist, sich nur zu nehmen was man braucht, ist eine möglich sicht. aber nicht die einzige und auch nicht die einzig richtige.
außerdem braucht man eigentum nicht ablehnen, wenn man nicht viel davon hält... gerade dann nicht. |
Das, gerade wenn man nicht viel davon hält, brauche man es nicht ablehnen? Diese "Logik" leuchtet mir nun gar nicht ein!
| Zitat von Bazinga: |
| und ansonsten: kannst dich ja aktiv für anti krebs essen oder so einsetzen, wenn's dich stört. |
Um das Leben in der Perversion erträglicher zu gestalten?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Anarchist am 23.09.2012 23:35.
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