Um vielleicht auf (s)aints editierte Frage nach dem gordischen Knoten der Frage nach dem Verhältnis von Krieg und Zivilisation zu antworten: Abseits rein moralistischer Einforderungen von Gewaltfreiheit, gar dem Ideal eines "Weltfriedens" sollten wir uns eher dieser Realität des permanten Konflikts bejahend an die Seite stellen. Die Frage ist eben, wogegen wir Krieg führe, wer die Akteure sind, welche Mittel angewandt werden.
Im Grunde kann man hier auch auf den Kony-Thread verweisen: Anstatt der Propaganda imperialistischer westlicher Nationen auf den Leim zu gehen, sollten wir im Einklang mit Karl Liebknecht erkennen: Der Hauptfeind steht im eigenen Land. Wenn wir wirklich gegen Krieg, Ausbeutung und Elend aktiv werden wollen, müssen wir unsere eigene Lebensführung radikal überdenken und zugleich die Strukturen und Institutionen ins Visier nehmen, die weltweit von den Kriegen profitieren.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lonewolf am 13.03.2012 17:07.
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
Um vielleicht auf (s)aints editierte Frage nach dem gordischen Knoten der Frage nach dem Verhältnis von Krieg und Zivilisation zu antworten:
Sorry4edit
Ich konnte ja nicht ahnen, dass hier derart aufmerksam mitgelesen wird
Zitat von Lonewolf:
Abseits rein moralistischer Einforderungen von Gewaltfreiheit, gar dem Ideal eines "Weltfriedens" sollten wir uns eher dieser Realität des permanten Konflikts bejahend an die Seite stellen.
Den Krieg "bejahen" - ihn evtl gar. mit dem Status eines Naturgesetzes versehen - ihn als etwas "Gott"-gegebenes hinnehmen - der permanente Konflikt - der "Kampf" ums Dasein - give war a chance? Sollten "wir" das ???
Wenn ich zu entscheiden haette zwischen der "Realitaet des Krieges" und dem "Ideal eines Weltfriedens", so zoege ich zweiteres vor.
Zitat von Lonewolf:
Die Frage ist eben, wogegen wir Krieg führe, wer die Akteure sind, welche Mittel angewandt werden.
Im Grunde kann man hier auch auf den Kony-Thread verweisen: Anstatt der Propaganda imperialistischer westlicher Nationen auf den Leim zu gehen, sollten wir im Einklang mit Karl Liebknecht erkennen: Der Hauptfeind steht im eigenen Land.
Dies bedeutet ein Krieg sei "gerechtfertigt", insofern er "ehrbare" Ziele und Absichten verfolgt - es gibt imho keinen guten oder gar gerechten Krieg.
Zitat von Lonewolf:
Wenn wir wirklich gegen Krieg, Ausbeutung und Elend aktiv werden wollen, müssen wir unsere eigene Lebensführung radikal überdenken und zugleich die Strukturen und Institutionen ins Visier nehmen, die weltweit von den Kriegen profitieren.
Bravo - Der Satz ist druckreif und sollte gerahmt werden.
Das Gegenteil von Krieg ist Pazifismus und Frieden; nicht das Bekaempfen von Feuer mit Feuer. Um Frieden zu schaffen, aechtet die Menschen, die Krieg fuehren, verweigert Eure Zustimmung und persoehnliche Teilnahme und verurteilt die Produktion und den Verkauf von Kriegsgeraet - make war history!
"Alles für alle und zwar umsonst" - Es wäre zu schön diesen Besitzgedanken, dises "besser-sein-wollen" aus den Köpfen der Menschen rauszukriegen... das wird allerdings nicht so schnell gehen, selbst wenn man das materielle Besitzdenken durch Aufklärung elendig verrotten lassen kann
Es wird trotzdem nicht so schnell passieren, dass Menschen nicht mehr auf das Aussehen oder sonst was neidisch sind und diesen Neid durch Gewalt Ausdruck verleihen.
Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
Ja, schon.
Jedoch, ich wusste gerade nicht, was ich weiter dazu schreiben könnte. Ich habe an so etwas gedacht, wie "Ja, aber nicht so sehr wie andere Sachen" oder "Ja, aber es gibt andere schlimme Dinge, auch hier vor Ort" oder "Ja, aber ich beschäftige mich in meiner aktuell geringen Freizeit mit genug anderen Sachen und wenn ich mich mit diesem neuen Themenfeld so intensiv, wie es es verdienen würde, auseinander setzen möchte, brauche ich erstmal mehr Zeit".
Diese Sachen eben, warum man sich mit eigentlich interessanten Dingen nicht weiter beschäftigt.
Ich danke dir trotzdem für die beiden Videos, die ich sicher vielleicht demnächst mal ansehen werde.
"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
"Wie man den Krieg fuehrt, das weiß jedermann; wie man den Frieden fuehrt, das weiß kein Mensch. Ihr habt stehende Heere fuer den Krieg, die jaehrlich viele Milliarden kosten. Wo habt ihr eure stehenden Heere fuer den Frieden, die keinen einzigen Para kosten, sondern Millionen einbringen wuerden?" - Karl May, Ardistan und Dschinnistan I, 1909, S. 17
Also ich halte den Afghanisteneinsatz für ne Geldverschwendung, zu viele wollen die Taliban dort, als dass es sich lohnen (oder auch nur funktionieren) würde sie davon zu befreien. Und für uns gibts dort auch keinen Blumentopf zu gewinnen.
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
So lange sich Deutschland nicht in einem Bürgerkrieg befindet, bei dem ich mich aktiv einbringen kann, so lange ann ich leider nicht viel dazu sagen... und muss mich leider deldenker anschliessen, ich beschäfige mich zur Zeit mit anderen Sachen und es wäre fatal ein solches Thema nur oberflächlich anzukratzen.
Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
"Der britische Außenminister Philip Hammond sagte in Berlin, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg hinter sich lassen sollte, um endlich mehr militärische Unterstützung für die Nato bereitzustellen und so entsprechend des politischen und wirtschaftlichen Gewichts zu handeln. Das sei eine Frage der Normalität."
Lasset die Erinnerung an WWII fahren - es gibt noch viel zu tun.
Es gibt noch mehr Gründe, wieso die entwickelte Welt quasi keine Kriege mehr untereinander führt, aber die engen Wirtschaftsbeziehung sind definitiv einer davor.
Und was dein Video angeht: Überprüf die Theorie mal an Norwegen.
"Do you believe in free will?" "I have no choice."
"There never has been, is not, and never will be any authority in this world greater or better for people than the authority of the emperor Tiberius!"
So reden sie daher die Menschen, die einem einreden wollen, Krieg sei Frieden.
Man stelle sich vor, dieser Offizier haette eine Armbinde getragen mit einem altindischen Sonnensymbol und haette erzaehlt, wie wichtig seine Arbeit sei, um fuer Sicherheit zu sorgen, den Wohlstand und die Glorie des Vaterlandes zu mehren und seine Botschaft der universellen Voelkerverstaendigung in die Welt hinauszutragen. Diese Menschen sind von solchen Behauptungen felsenfest ueberzeugt. Sie riskieren ihr Leben dafuer und haben auf ihre Art und Weise seit Menschheitsgedenken bereits unzaehlige Menschen damit beglueckt.
Mit dieser Art von Argumentation koennen Praeventivschlaege und Angriffskriege "gerechtfertigt" werden. Aus diesem Grund wird Zustimmung fuer das "Gewalt-monopol des Staates" in der Bevoelkerung pro-pagandiert. Nun, so sympathisch und ernsthaft diese Menschen auch daherkommen moegen, ich fuer meinen Teil bin anderer Meinung und glaube ihnen kein Wort.