MAUS
Too old to die young

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Original von dian
@ Lonewolf:
Ich kann weder Nazis noch Christen besonders gut leiden.
Und doch denke ich, dass es ein paar Christen da draußen gibt, mit denen man durchaus reden kann... weil es eben einen gewissen Unterschied gibt zwischen einem radikalen Zeugen Jehovas und einem modernen evangelischen Pfarrer, der vielleicht sogar schwul ist und Rockmusik hört.
Ich sehe bei dem, was du schreibst, nicht, dass du die selbe Unterscheidung auch im Bezug auf Nazis machen würdest.
Die sind offensichtlich alle exakt gleich, da sie alle aus Adolf Hitlers DNA geklont wurden. |
Hm... also irgendwie habe ich den Eindruck, daß folgende Aussage von Lonewolf überlesen oder schon wieder vergessen wurde, in der er doch eigentlich recht deutlich eine Differenzierung vorgenommen hat und somit auch erklärt hat, welche Gruppe in der "braunen Soße" er genau mit "Nazis" meint (nämlich den dunkel-dunkel-braunen Kern und nicht den hellbraunen Rand) und auf nur die bezogen sich meiner Meinung nach dann auch seine weiteren Aussagen, verbesser mich Lonewolf, wenn ich mich irre...
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Original von Lonewolf 27.01.
Der Begriff "Nazi" bezeichnet schlicht und ergreifend Nationalsozialisten. Konkret organisiert findet man dieses Personenpotential derzeit in Parteien wie der NPD (und auch der DVU), sowie der Jugendorganisation JN und innerhalb der sog. "freien Kräfte" und Kameradschaften, welche in den allermeisten Fällen strukturell personendentisch mit den Parteileuten sind (zumindest bei uns im Süden).
Es ist immer dieses Klientel, das für Aufmärsche, Propaganda und auch gezielte Übergriffe verantwortlich ist. Den x-beliebigen "Bauernfascho", der nicht unbedingt fest organisiert ist aber dennoch ab und zu mal mit dabei, lasse ich mal außen vor. Überschneidungen mit dem rechtskonservativen Lager gibt es insbesondere am rechten Rand der CDU/CSU sowie innerhalb von Burschenschaften. Das bezieht sich meistens auf Dinge wie das Stellen von Referenten (bei den Burschis) oder auch anwaltlicher Vertretung. Offiziell werden diese Verbindungen skandalisiert.
... es existieren genug eindeutige Nazis (siehe oben genanntes Spektrum) SOWIE ein breites Spektrum an Grau- bzw. Braunzonen. |
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HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE
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@dian: Zunächst mal zur Frage der Ideologie: Wenn du der Auffassung bist, dass dem Christentum "Vernichtung, Terror und Unterdrückung des Individuums" bereits inhärent ist, hätte ich dafür gern Belege. Geistesgeschichtlich betrachtet war das Christenum die gedankliche Grundlage dafür, dass dem Individuum überhaupt erst so etwas wie Wert und Einzigartigkeit zugestanden werden konnte.
Versteh mich nicht falsch, es gibt von den konkreten Institutionen und deren Verbrechen abgesehen natürlich auch ideelle Grundlagen im Christentum,die gefährliche Tendenzen aufweisen (z.B. die Leib-Feindlichkeit, die allerdings auch eher in den platonischen Einflüssen verankert ist) -allerdings sehe ich beileibe keinen geraden Weg in die Vernichtungslager, wie dies im NS der Fall ist.
Ich denke eher, dass du hier derjenige bist, der eine bestimmte Personengruppe völlig willkürlich und wohl ohne ausreichend Einsicht in die theologischen Grundlagen als Projektionsfläche für die eigenen Vorurteile missbraucht
Natürlich kannst du bestimmten radikalen religiösen Gruppen attestieren, selbst faschistoide Positionen zu vertreten . Wo dies der Fall ist, werden diese natürlich auch zur Angriffsfläche für antifaschistische Kritik - nimm nur mal die derzeitige Iran-Debatte oder die historischen Verbindungen zwischen Islamismus und Faschismus, die auch in vielen linken Publikationen aufgezeigt werden. Wie ich schon gesagt habe: Ideologiekritik mit der Motivation der radikalen Emanzipation von Herrschaftszusammenhängen ist ein umfassendes Projekt, das sich keineswegs nur auf irgendwelche NPD-Spinner oder Vertreter der Neuen Rechten beschränkt. Wenn du jetzt mir oder meinetwegen den meisten Antifa-Gruppen einen Vorwurf machen willst, dann den dass aufgrund der komplexen Zusammenhänge der Blick für viele Problematiken noch nicht gut genug entwickelt wurde (z.b: "Graue Wölfe") . Den Vorwurf lass ich mir gefallen, aber dann will ich doch gleichzeitig um mehr Unterstützung bitten, um dieser Komplexität gerecht werden zu können.
Zu Sache mit den Nazis: Ich kann nunmal den Leuten schlecht in die Köpfe hineinsehen, sondern muss mich an dem orientieren was sie propagieren, bzw. was man anhand der Äußerungen ableiten kann, die sie wohlwissend nicht öffentlich kundtun, sondern nur wenn sie sich unbeobachtet glauben.
Ich bin kein Sozialarbeiter, und sehe einfach aus Erfahrung keinen Grund zu glauben, dass die Diskussion mit ideologisch gefestigten (!) Aktivisten irgendetwas bringt - zudem, und da bin ich ganz ehrlich, ist mir meine Zeit zu schade um mich an irgendwelchen Spinnern und deren kruden Vorstellungen abzuarbeiten. Wer sich für Nazi-Ideologie entscheidet, tut dies in der Regel vollkommen bewusst - das Bild vom zornigen, fehlgeleiteten Jugendlichen mit gutem Kern halte ich für eine sehr naive Verklärung. Eine typische Entwicklung zum Nazi sieht eher so aus: Hass auf Migranten, Hass auf den Staat der die Migranten ins Land lässt, Hass auf die Juden die den Staat kontrollieren. Der Wille zur progressiven Veränderung der Verhältnisse ist da eher sekundär. Ebenso verhält es sich mit der vermeintlichen "Kapitalismuskritik" von Rechts - denkst du, hier geht es um die Analyse von ökonomischen Bedingungen und deren Konsequenzen? Auch der völkische "Antikapitalismus" dient letztlich nur der Rationalisierung der eigenen Vernichtungswünsche, weil es nicht um Kritik des Systems, sondern um den Hass auf dessen vermeintliche Verursacher geht.
Ich habe mit deiner Auffassung des verhinderten Idealisten und Unity-Anhängers, der nur in die falsche Ecke rutscht, ein entscheidendes Problem: Du bewegst dich größtenteils innerhalb von Allgemeinplätzen ("Bessere Welt", "erkennen was schief läuft" etc.), die nunmal für sich alleingenommen überhaupt keine Entwicklung zwangsläufig befördern. Die Vorstellungen, wie sich Gesellschaften zum Besseren hin entwickeln können, müssen zwangsläufig auf bestimmten Wertvorstellungen fußen. Und wenn die für Manche eben nicht in der Auflösung von Grenzen und Hierarchien, sondern genau im Gegenteil in deren brutaler Aufrechterhaltung und ideeller Verklärung münden, frage ich mich welche Überzeugungsarbeit du leisten willst, außer der dass du halt dein persönliches Glaubensbekentnis verzweifelt gegen ein anderes stellst. Es gibt nunmal keine absolute "Wahrheit", die dein Gegenüber, aus welchen Gründen auch immer, aufgrund eigener Unkenntnis bloß nicht einsehen will.
Wohlgemerkt, ich rede hier von gefestigten Positionen, die auch in der Regel keineswegs von Dummköpfen vertreten werden. Die Arbeit an einer vermittelbaren Vorstellung von radikaler Gesellschaftskritik und Rebellion gegen herrschende Zustände ist für mich die beste Methode, um ein zorniges, unzufriedenes Potential in eine nach meiner Vorstellung fortschrittliche Richtung zu lenken.Bloß funktioniert das nur bei Menschen, die bereit sind bestimmte Maximen und Visionen überhaupt zu übernehmen. Zu sehen, "dass was schief läuft", ist dafür nunmal leider keine hinreichende Grundlage.
Zur Sache mit den Aussteigern: Ich habe dieses Buch nicht gelesen, halte aber diesen Typen, so wie du ihn beschreibst, doch eher für eine Ausnahme. Aussteiger haben meist recht profane Gründe für ihren Rückzug - sie sehen ein bzw. haben das Gefühl, dass sie dieser Weg persönlich nicht nur nicht weiterbringt, sondern ihnen und ihrem Umfeld einen Schaden zufügt, der mit dem vermeintlichen "Gewinn" nicht zu rechtfertigen ist. Meistens hängt der Ausstieg mit einer Vorstrafe zusammen - oder Menschen machen eine typische Entwicklung durch: sie werden älter.
Mit der Elfenbeinturmsache hast du natürlich Recht - man muss den Leuten in einer Sprache begegnen, die sie verstehen. Weshalb auch nicht ein Vortrag über Kritische Theorie, sondern eher der Aufbau von subkulturellen Strukturen in der Regel der erste Schritt ist, um die Grundlage für alternatives Denken sinnvoll zu fördern.
Wahrscheinlich sehen wir das beide ähnlich, denn die Sichtweise auf die Vergangenheit ist tatsächlich ein gravierendes Problem. Es ist völlig verfehlt, hier mit Schuldkomplexen, "besonderer Verantwortung", oder der ständigen Vorführung einer Opfermentalität zu kommen. Ich will mehr Filme wie "Defiance", mehr Berichte über Widerstandkämpfer und deren Visionen, mehr Einsicht, dass der Kampf gegen Faschismus nur ein Teilbereich sein kann innerhalb eines umfassenden Kampfes gegen Herrschaft und Ausbeutung. Bloß liegt das nunmal nicht im Interesse eines bürgerlichen Staates, der Leute wie Stauffenberg abfeiert, und für den die Aufarbeitung der NS-Verbrechen doch nur die Grundlage für neue nationale Identitätsbindung und systemkonformes Verhalten ist.
Also sind es Leute wie du und ich, die dem entgegensteuern sollten, oder?
The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.
Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Hier der zweite Teil meiner Antwort an porcupine:
"Genau dieses Problem hab ich nämlich mit linkem Radikalismus, du wirst nie zu einer Lösung kommen, sondern nur mehr Konflikte hervorrufen. "
Es gibt einen passenden Satz von einem bekannten linken Zusammenhang:
"Als Antifaschisten kämpfen wir dafür, dass es nicht zu reaktionären Krisenlösungen kommt - Als Kommunisten kämpfen wir dafür, diesen Kampf überflüssig zu machen."
Ich persönlich sehe das etwas nüchterner. Die Vorstellung, überhaupt zu so etwas wie einer "Lösung" zu kommen, wie du es einforderst, setzt quasi einen politischen Endzustand voraus, in dem alle Konflkte aufgehoben werden. Ich frage mich, worauf dieser Anspruch fußt - auf der Vorstellung, dass man alles irgendwie "ausdiskutieren", bzw. einen Konsens finden kann?
Ich weiß worauf der zitierte Satz abzielt: Auf die Beseitigung der materiellen Voraussetzungen, die den Faschismus wirkungsmächtig werden lassen.
Woraus nimmst DU deine Gewissheit, dass eine Lösung bzw. Versöhnung zwischen unterschiedlichen radikalen Postionen überhaupt möglich sein kann?
"Nazionalsozialismus sollte nicht toleriert werden, weil vieles ethischen Grundlagen widerspricht, und nicht, weil man um jeden Preis gegen die andersartigen Lager vorgehen "muss"."
Ich bin etwas verwirrt - was sind das für "ethische Grundlagen", und woher nimmst du sie bzw. wieso sollten sie von den Leuten, die auch du aus dieser Sicht als andersartiges Lager begreifen musst, überhaupt angenommen oder auch nur toleriert werden?
"Und ich finde es auch etwas problematisch, Kommunismus dem Faschismus gegenüberzustellen, als ob sie die einzigen zwei Seiten wären.
Gerade du predigst doch, nicht nur am theoretischen hängen zu bleiben. Kommunismus ist das beste Beispiel für eine tolle Theorie, die in der Praxis versagt."
Ich halte die Aussage, der Kommunismus würde grundsätzlich in der PRaxis versagen, für ziemlich fragwürdig - gerade Marx verweist auf die zwingende Verknüpfung von Theorie und Praxis, soll heißen: Kommunismus ist erstmal keine abstrakte Theorie, sondern der Definition nach eine tatsächliche Bewegung, die die Verhältnisse aufhebt die sie kritisiert. Die Theorie als solche würde ich sinnvoll und aktuell aufteilen in
-Kritik der politischen Ökonomie
-Kritik der politischen Formen (Staat, Gesellschaft,)
-Kritik der gesellschaftlichen Ideologien, die die Verhältnisse stützen und verklären
Diese Theorie ist - natürlich - keine feststehende Doktrin oder quasi-religiöse Heilslehre, sondern ein kritische Analyse historischer Voraussetzungen. Welche politischen Konsequenzen aus den Einsichten resultieren, ist eine Sache, über die trefflich gestritten werden kann. Was du als gescheitert bezeichnen kannst, ist also die jeweilige politische Umsetzung, die immer auf bestimmten Voraussetzungen beruht.
Oder ist die Tatsache, dass eine Demokratie nach westlichem Vorbild derzeit in Afghanistan nicht möglich ist, ein hinreichendes Argument dafür, dass die Demokratie eine nette Theorie ist, die in der Praxis versagt?
Für mich ist dieser kritische Zugang das Entscheidende: Die Analyse-Instrumente, die uns Marx und seine Nachfolger hinterlassen haben, lassen viel Einsicht in gesellschaftliche Zusammenhänge zu, bedürfen aber natürlich immer einer Aktualisierung und konkreten Anwendung, die sich auf kein vorgegebenes Dogma stützen kann.
Es gibt eben weder eine Blaupause, nach der man eine bessere Gesellschaft bauen kann, oder eine feste Handlungsanleitung. Insofern ist der Kommunismus, wie ich ihn verstehe, um einiges "ideologiefreier" als beispielsweise die bürgerliche Gesellschaftstheorie mit all ihren naturalistischen Verklärungen und festbetonierten Vorstellungen, wie die politische Organisation (Staat) einer Gesellschaft "vernünftigerweise" auszusehen hat.
Übrigens ist der Stalinismus auch von positivistischen Vorstellungen durchzogen - der Ansicht, es gäbe ein "historisches Projekt", das sich objektiv bestimmen und durchführen lässt, und dabei natürlich in der Umsetzung jeden "Kollateralschaden" rechtfertigt.
Insofern bin ich eben eher der Ansicht, dass es sinnvoller ist mit Marx gegen Stalin, als mit Stalin gegen Marx zu argumentieren. Trotzdem bin ich freilich kein Marxist, schon allein deswegen, weil seine Theorie imho eben bloß Bestandteil einer treffenden Kritik der Gesellschaft ist, aber eben keineswegs erklären kann, wie "die Welt" als Ganze funktioniert.
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Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Letzteres sehe ich nicht ganz so, ich kann sich schon als "Materialist in marxscher Richtung" definieren, der Begriff "Marxist" ist mittlerweile auch dermaßen gedehnt, dass auch ich lieber auf dessen Grundlagen, dem Materialismus zurückgreife als auf den Begriff "Marxist" als solches.
Btw bin ich mir nicht sicher, ob Du am Ende da nicht auch einiges eher vom Leninismus kritisierst als vom Stalinismus. Man kann auch gegen Lenin mit Marx argumentieren. Man muss auch mal berücksichtigen, dass Marx eigentlich nur die ökonomischen Theorien alleine verfaste und sehr viel von den politischen Zwangsläufigkeiten, die dann in späteren Werken auftauchen von Engels beeinflusst waren.
So, das reicht jetzt aber auch erstmal an Haarspalterei und auch an Marxismus-Diskussion hier in der Unity, wenn uns noch jemand (außer MF) folgen können soll.
Eher möchte ich nochmal das hier zuerst aufgreifen:
| Zitat: |
Original von Lonewolf
Zum anderen lebt eben auch noch die DDR-Propaganda in den Köpfen vieler weiter, bei der Bombardierung habe es sich nicht um einen kriegstaktischen Schritt gehandelt, sondern um die gezielte vorsorgliche Zerstörung der Sowjetzone. |
Danke!
Das beantwortet dann evtl. auch Xocs Frage, wieso in der ehemaligen DDR die Anzahl der Menschen mit nationalbezogenen, hier dann eben auch oftmals rechtsradikelen, Gedankengut häufiger auftritt als wie in der BRD in den Grenzen von 1989. (Und auch Dians so gestellt im anderen Thread.)
Interessant ist es jedoch dabei, dass die völlig mangelhafte Diskussion der SED diesbzüglich auf einmal hier ohne Probleme von den Bürgerlichen aufgegriffen wird und dadurch auch ein bürgerlicher Antiamerikanismus z.B. entsteht, der eben seine Ursachen in einer angeblichen marxistischen Herkunft hat.
Dian:
Ich denke, irgendwie diskutierst Du ähnlich wie Lonewolf selbst. Ihr beide nehmt den Gruppenbegriff sehr ernst und definiert "Nazis" per se als "Nazis", wenn sich diejenigen selber so bezeichnen. Das ist widerum mir ziemlich egal, wie die sich nennen, Unangenehm finde ich eben die inhaltliche Komponente, hier eben die Bezeichnung der Deutschen als "Opfer" (wobei, das habe ich neulich mit Xoc mal im Chat auseinandergenommen, der Begriff "Opfer" im Deutschen extrem weit fassbar ist. Ist also nicht mal der Begriff alleine, der einem da aufstoßen muss, sondern eher dass, was man assoziiert mit dem Begriff "Opfer").
In beiden Fällen sehe ich es einfach so, dass Ihr beide etwas die gruppendynamischen, die sozialen Aspekte, warum jemand rechtsradikal denkt, etwas vernachlässigt zugunsten des politischen.
Ich gehe mal davon aus, dass es selten sein wird, dass in der Ausführlichkeit wie ich es z.B. oben gemacht habe, in rechtsradikalen Kreisen überhaupt der Begriff "Faschismus" diskutiert wird.
Erstaunlich ist es dennoch, dass es eben genügend Jugendliche gibt, die trotz Fehlens jedweder politischer Bildung immer eher eine "Anti-Nazi"-Haltung einnehmen. Evtl. auch mit den Nachteilen, dass sie diese Anti-Haltung genausowenig reflektieren wie die Nazis selber ihre.
In dem Sinne habe ich mir dann doch lieber angewöhnt, weniger die Menschen als solches zu bekämpfen (gegen die Bekämpfung des Erlebniswertes von denen bei einer Demo, wie Lonewolf das beschreibt, spricht nix allerdings) als die dahinterstehenden Inhalte.
In dem Zusammenhang aber mal bitte kurz zu dem Satz von Dir:
| Zitat: |
Original von Dian
Wir können im Fernsehen live dabei zusehen, wie israelische Panzer auf palästinensische Kinder schießen... gleichzeitig herrscht ein regelrechter Opferkult, Michel Friedman ist der denkbar schlechteste mediale Repräsentant, den die Juden in Deutschland haben könnten...
Die jungen Leute finden diese ganze Gedenkscheiße, zu der sie keinerlei persönlichen Bezug haben, zunehmend zum Kotzen.
Schau mal dem Volk aufs Maul, hinaus aus deinem Elfenbeinturm! |
Also, erstmal geht es hier um einen Nazi-Gedenkmarsch, dessen Inhalt sich kaum von den Interpretationen der offiziellen Seite unterscheidet.
Zum anderen würde ich als Nichtfernseher natürlich gerne mal das Programm sehen, wo man live sehen kann, wie israelische Panzer auf palästinensiche Kinder schießen und wie Du auf die Idee kommst, dass Israel irgendeinen "Opferkult" beschwört. Ich kenne kaum eine selbstbewusstere Nation als Israel, die, wenn sie eben zuschlägt, in keinster Weise bislang Zweifel daran gelassen hat, dass sie keinerlei Interesse haben, mal wieder Opfer zu werden.
Also, den Zusammenhang, wo Israel auf armes Opfer macht, sehe ich nicht. Die sind eigentlich sehr wehrhaft und machen lieber andere zu Opfern bevor sie es selber werden.
Ebensowenig verstehe ich den Zusammenhang zu Friedmann. Der ist ja nun nicht der einzige, der sich zu Geschichte äußert oder zu Israel. Die Behauptung, wieso der jetzt schädlich für irgendjemand anderes als sich selbst und evtl. irgendwelche ukrainische Nutten sein soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich weiß auch nicht, wen der anderes als sich selbst repräsentieren soll.
Nur, weil er irgendwie semitische Vorfahren evtl. hat, ist der nicht unebdingt Repräsentant irgendeiner Gruppe, es sei denn, Du bist auch automatisch Repräsentant aller Schwaben oder so.
Friedmann ist maximal Repräsentant des deutschen Geschmacks, wen sie gerne in der Öffentlichkeit sehen. Passt eher zu Dieter Bohlen.
Es ist ziemlich unsinnig, jemanden direkt in eine Rolle zu pressen, weil er eben einer bestimmten Ethnie angehört. Das gleiche hat Seneca ja vorher auch schon gemacht und DAS hat wieder einen leicht rassistischen Beigeschmack.
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dian unregistriert
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@ Lonewolf:
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| Wenn du der Auffassung bist, dass dem Christentum "Vernichtung, Terror und Unterdrückung des Individuums" bereits inhärent ist, hätte ich dafür gern Belege. Geistesgeschichtlich betrachtet war das Christenum die gedankliche Grundlage dafür, dass dem Individuum überhaupt erst so etwas wie Wert und Einzigartigkeit zugestanden werden konnte. |
Hier begibst du dich argumentativ schon auf sehr dünnes Eis.
Jemandem, der sich etwas mehr mit der Materie beschäftigt hat als ich, dürfte es ein leichtes sein, zu belegen, dass das Christentum erstmal zu Barbarei und über tausend Jahre Stillstand geführt hat, ehe man sich in der Renaissance zaghaft vom Christentum zu lösen begann und sich wieder eigenständig zu Denken getraute.
Aber erstens wärst du mir in einer philosophischen Zitateschlacht haushoch überlegen, und zweitens ist es auch gar nicht meine Absicht, bei dieser Frage so sehr ins Detail zu gehen.
Ich wollte lediglich darauf hinaus, dass es neben dem Nationalsozialismus noch genügend andere Ideologien gibt, die in der Vergangenheit zu grausamen Verbrechen und Völkermord geführt haben. Dies wird ein intelligenter Nazi in Diskussionen auch zu nutzen wissen, um damit argumentativ den einen oder anderen Zuhörer auf seine Seite zu ziehen.
Nun ist es ja auch gar nicht deine Absicht, mit Nazis zu diskutieren, schon klar... nur genau da beginnt eben das Problem mit der Außenwirkung:
Wenn die Antifaschisten mit dem Argument "Mit Nazis kann man eh nicht diskutieren" auftreten und Krawall machen, während die Nazis sich mit den Bürgern an einen Tisch setzen und Biedermänner spielen, dann wird das sympathiemäßig eher dem rechten Lager in die Hände spielen als dem Linken.
Der durchschnittsdeutsche Spießer dürfte ohnehin zwischen rechten und linken Gewalttätern keinen großen Unterschied machen. Für die sind das alles gleichermaßen Extremisten... die schütteln doch nur den Kopf, wenn sich Antifas mit Rechtsradikalen Straßenschlachten liefern, und bemitleiden die "armen Polizisten", die dabei zu Schaden kommen.
So gesehen wäre es vielleicht die bessere Taktik, man würde die Nazis in Ruhe lassen, damit die mal wieder ein bisschen übermütig werden... früher oder später werden ein paar Spinner mit ein paar Schuss Munition bewaffnet die Reichskanzlei stürmen...
Sie würden gnadenlos scheitern, das Sondereinsatzkommando würde anrücken und ihnen Kopfschüsse verpassen. Danach ginge eine landesweite Hetzjagd auf das braune Gesindel los.
Und die Antifaschisten? Die könnten in der Zwischenzeit bequem und unbehelligt vom Staat eine Parallelgesellschaft errichten, mit eigenen Strukturen, und dann, wenn das Chaos im Land immer schlimmer wird, der Bevölkerung eine sinnvollere Alternative präsentieren.
Ich weiß, das klingt utopisch... aber auch nicht viel utopischer als der Gedanke, dass man den braunen Mob nur lange genug mit Gewalt am hochkommen zu hindern braucht, damit einem die breite Masse der Bevölkerung das irgendwann danken wird.
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| Die Vorstellungen, wie sich Gesellschaften zum Besseren hin entwickeln können, müssen zwangsläufig auf bestimmten Wertvorstellungen fußen. Und wenn die für Manche eben nicht in der Auflösung von Grenzen und Hierarchien, sondern genau im Gegenteil in deren brutaler Aufrechterhaltung und ideeller Verklärung münden, frage ich mich welche Überzeugungsarbeit du leisten willst, außer der dass du halt dein persönliches Glaubensbekentnis verzweifelt gegen ein anderes stellst. |
Ich glaube halt, dass viele Nazis gar nicht wirklich wollen können, was sie da die ganze Zeit postulieren.
Die gefallen sich doch vor allem in der Rolle des Outlaws und Rebellen... in der Rolle des modernen, arischen Robin Hood. Sie finden es toll, sich asozial benehmen zu dürfen, sich mit Zecken und Polizisten zu kloppen, und schätzen dieses Gefühl der Kameradschaft, das dabei entsteht.
Ich glaube, viele von denen würden ganz schön dumm aus der Wäsche schauen, wenn sie eines Morgens tatsächlich im Dritten Reich aufwachen würden, und es statt Wildschweinbraten und Met erstmal einen Spaten in die Hand gäbe, und ein Einberufungsbescheid zum Reichsarbeitsdienst, um dem Führer eine neue Autobahn zu bauen.
Also gerade in ihrer Lust auf Rebellion, Saufgelage und ihrer Verherrlichung irgendwelcher Freiheitskämpfer (wie etwa in dem einen Landser-Song mit der Braveheart-Melodie) sehe ich durchaus Ansatzpunkte, an denen man sie vielleicht "knacken" könnte... aber halt auch nur dann, wenn man ihnen auch Alternativen anbieten kann, die besser zu ihren Bedürfnissen passen als die Naziszene.
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| Wahrscheinlich sehen wir das beide ähnlich, denn die Sichtweise auf die Vergangenheit ist tatsächlich ein gravierendes Problem. Es ist völlig verfehlt, hier mit Schuldkomplexen, "besonderer Verantwortung", oder der ständigen Vorführung einer Opfermentalität zu kommen. Ich will mehr Filme wie "Defiance", mehr Berichte über Widerstandkämpfer und deren Visionen, mehr Einsicht, dass der Kampf gegen Faschismus nur ein Teilbereich sein kann innerhalb eines umfassenden Kampfes gegen Herrschaft und Ausbeutung. |
Ja, ok, darauf können wir uns sicherlich einigen. Nun ist aber "Defiance" meines Wissens an der Kinokasse ziemlich gefloppt... "Inglorious Bastards" war da schon erfolgreicher, was aber wohl vor allem an Tarantino lag. Der könnte auch den Fenstersturz zu Prag verfilmen, und die Massen würden das cool finden, ohne sich danach auch nur ein bisschen näher mit dem dreißigjährigen Krieg befassen zu wollen.
Was die antifaschistische Szene wirklich bräuchte, wäre meines Erachtens sowas wie "Harry Potter"... ein Roman oder ein Film, der eine ganze Generation anspricht und für das Thema sensibilisiert. Mit "Resistance" habe ich versucht, meine Vorstellung davon zu verwirklichen, wie so etwas aussehen könnte.
Spätestens, wenn in jedem Kinderzimmer neben Harry Potter ein Resistance-Plakat hinge, und die Kids auf dem Schulhof versuchen würden, so cool wie Janosch zu sein, hätten Nazis in dieser Gesellschaft keine Chance mehr.
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dian unregistriert
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Und @ Arne:
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| Also, den Zusammenhang, wo Israel auf armes Opfer macht, sehe ich nicht. Die sind eigentlich sehr wehrhaft und machen lieber andere zu Opfern bevor sie es selber werden. |
Ach komm schon... was macht ein Israelischer Ministerpräsident auf Deutschlandsreise? Ja wohl kaum von den militärischen Erfolgen seiner Armee schwärmen. (jedenfalls nicht öffentlich)
Da geht es doch im Normalfall von einer Kranzniederlegung zur nächsten. Zumindest ist das das Bild, das der Öffentlichkeit in der Tagesschau vermittelt wird.
Das trägt nicht gerade zur Beliebtheit der Juden oder Israels in Deutschland bei.
Und mir ist schon auch klar, dass Friedman kein offizieller Repräsentant der Juden ist... aber er ist nunmal neben dem Zentralratsvorsitzenden der einzige in Deutschland lebende Jude, von dem die breite Masse weiß, dass er Jude ist.
Somit prägt er das Bild, das einige Leute von Juden haben, entscheidend mit.
Das führt dann unter anderem dazu, dass auf deutschen Schulhöfen "Du Jude" wieder als Schimpfwort verwendet wird, obwohl die meisten von denen, die das sagen, nie einen Juden persönlich kennengelernt haben.
Ich will jetzt aber gar keine neue Israel-Diskussion anstoßen, sondern lediglich betonen, dass unter weiten Teilen der Jugendlichen heutzutage "Israel" bzw. "die Juden" nicht gerade besonders populär sind... was es den rechten Rattenfängern dann natürlich leicht macht, an dieser Stelle mit ihrer Propaganda anzusetzen.
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Naja, dass Juden unter den jüngeren Moslems z.B. nicht populär sind, ist nun auch nicht so überraschend und eigentlich können die das ja auch handhaben, wie die wollen, die haben ja nun meistens auch nix mit deutscher Geschichte am Hut.
Und natürlich wird ein israelischer Ministerpräsident nicht mit seinen Erfolgen im Krieg gegen die Nachbarstaaten prahlen, wenn er in Deutschland ist, weil das hier einfach nicht ankommt. Das einzige, was die Deutschen einige Jahrzehnte verstanden hatten, war, dass Krieg was schlechtes sein könnte.
Und genau damit beginnt eigentlich das viel größere Dilemma, auch hier:
Letztendlich haben wir alle viel zu wenig Antworten, die eben auch mal das konventionelle Wertesystem in Frage stellt.
Man kann auch Krieg mal unter den Umständen betrachten, dass er manchmal eine Alternative sein kann, wenn es notwendig ist. Er ist es nicht, wenn zwei genauso bekloppte Staaten sich damit irgendwelche materiellen Vorteile hoffen zu erschaffen, ansonsten KANN es als Mittel zur Befreiung durchaus eine sinnvolle Sache sein.
Und das ist ja nicht das einzige Tabu, was hier in dem Thread nur angeschnitten wird.
Die meisten sagen ja schon nix mehr, warum z.B. es auszuschließen ist, dass Ausländer Faschos sein können, wie Seneca behauptete oder warum ein Farbbeutel zu werfen, eher ein Studium verhindert in Deutschland als eben eine Ausweisung durch die bundesdeutschen Behörden bzw. wie ein deutsches Gericht den Holocaust hätte verhindern sollen, wie Xoc meinte.
Genaus so schwammig wird die Argumentation bleiben gegenüber Haltungen, die dem einen oder anderen nicht genehm sind. So kannste dann auch niemanden überzeugen.
Wir haben alleine hier in dem Thread drei, vier verschiedene Ansatzpunkte, über die wir uns selber erstmal Klarheit verschaffen müssten, aber es wird eben nicht weiterdiskutiert oder gefragt.
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"Und genau damit beginnt eigentlich das viel größere Dilemma, auch hier:
Letztendlich haben wir alle viel zu wenig Antworten, die eben auch mal das konventionelle Wertesystem in Frage stellt.
Man kann auch Krieg mal unter den Umständen betrachten, dass er manchmal eine Alternative sein kann, wenn es notwendig ist. Er ist es nicht, wenn zwei genauso bekloppte Staaten sich damit irgendwelche materiellen Vorteile hoffen zu erschaffen, ansonsten KANN es als Mittel zur Befreiung durchaus eine sinnvolle Sache sein."
Ich denke das ist eher das Problem einer Friedensbewegung, die zwar gegen Krieg Stellung bezieht, aber insgesamt oft wenig Vorschläge hat, wie man einen Zustand der Gewalt ohne den Einsatz kriegerischer Mittel beseitigen kann, sofern man das überhaupt will. Ein anderer Schein-Pazifismus kommt als vermeintlicher Antiimperialismus daher und unterstellt, Krieg wäre per se nix anderes als Erschließung öknomischer Ressourcen mit anderen Mitteln durch imperialistische Staaten. Dann wird eben mal völlig verdrängt, dass sich die Befreiung von ganzen Bevölkerungen nunmal ganz praktisch in der Vergangenheit auch kriegerisch vollzogen hat.
Ansonsten sehe ich, was den demokratischen Mainstream angeht, da gar nicht mal soviel Konfliktpotential. Carl Schmitt hat schon treffend festgestellt, dass eine ethische Kategorisierung des Politischen in demokratischen Staaten dazu führen wird, dass eben keiner mehr Krieg führen wird, sondern stattdessen "Interventionen", "Friedensmissionen" etc.
Wird ja auch an der ganzen Afghanistan-Debatte sichtbar, die mit einer scheinbaren Überraschung in dem Einsatz plötzlich eine kriegerische Auseinandersetzung entdeckt, wenn sich " die eigenen Leute" mal die Finger schmutzig machen oder selbst immer mehr Verluste aufweisen.
Ansonsten geb ich dir Recht was den Rest angeht, und bin selbst überrascht wie unkritisch selbst hier in der Beziehung gedacht wird. Umso schlimer, dass die Kategorien, die auch von rechtsaußen bemüht werden, hier nichtmal hinterfragt, sondern auch noch verteidigt werden - vom "Ausländer", mit dem man mal Stress hatte bis zum "Juden" in der Öffentlichkeit, der gefälligst zu akzeptieren hat dass er mit jedem geäußerten Wort als Repräsant eines "Volkes" wahgenommen wird, das irgendwo ein anderes "Volk" unterdrückt. Ich frag mich echt was diese Argumentation soll, erst die Durchschnittsbevölkerung für so blöd zu halten, dass sie anscheinend gar nicht anders kann als in verqueren Menschenbildern zu denken, und dann mehr oder weniger zu verlangen dass man ihr auf diesem Weg auch noch entgegenkommt, da eine Kritik dieser gesellschaftlichen Ideologien wohl zu sehr "elfenbeinturm", und zu wenig " dem Volk aufs Maul schauen" beinhaltet.
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Percy Bysshe Shelley
Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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Naja, wir können ja hoffen, dass aus dem Tatbestand, dass viele Fragen hier nicht mehr von den Usern beantwortet wurden, da gerade ein Nachdenkprozeß ansetzt, den es abzuwarten gilt.
Man sollte diese ganzen Punkte aber für die nächste Debatte im Kopf behalten, ob sich bis dato wenigstens hier was in den Köpfen getan hat.
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Arne, ich les hier durchaus mit, ich hab aber grad leider nicht viel Zeit dafür. Ich hatte eigentlich vor, mich am Sonntag noch mal hinzusetzten und die Diskussion weiterzuführen, wozu ich dann leider nicht gekommen bin, und halbdurchgedachte Posts will ich euch dann ja auch ersparen.
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Ach, halbdurchgedachte Post sind manchmal gar nicht das schlechteste, aber hier in dem Falle haste wohl Recht, dass man das mal etwas bedachter angehen soll.
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Eastwood unregistriert
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Eastwood am 11.02.2010 15:24.
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Eastwood unregistriert
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Habe heute mich spontan entschieden zum Buchladen zu gehen, da ich im Fachbereich Sport nichts neues fand, wollte im Wirtschaftsabteilung umschauen in der Hoffnung mal wieder was lustiges von Sarah Wagenknecht zu finden, wurde aber auf ein anderes Buch aufmerksam "Die Menschen sind Idioten und ich kann es beweisen" von Larry Winget. Das ganzen nachzuweisen ist ja gar nicht schwierig man wird ja überall mit Idioten konfrontier im Berufsleben, auf der Strasse in Geschäften, im Verkehr und nicht zu letzt im Internet, es ist so ich natürlich der Tatsache der ich längst bewusst bin. Nichtsdesto war ich gepannt was Larry Winget dazu bringt. Die Begründungen waren oft richtig doch ziehmlich oberflächlich, vieles wurde auch in falschen Zusammenhang gebracht, gleich wurde typisches amerikanisches Denken offensichtlicht: Erfolg, Reichtum, Karriere, gutes und gesundes Aussehen, harmonische Partnerschaft, gute Kindererziehung, Glück usw. dass das ganze im heutigem politischem System nicht funktionieren kann und schon gar nicht zusammen ist dem Autor nicht bewusst. Die Gesellschaftskritik wird in eizelnen Sparten geäussert: da möchte jemend nicht fett aussehen doch ist ständig bei den Fat Food Ketten, oder statt sich gesung zu ernähern und Sport zu treiben, geht einer zu den ernäherung Beratern, gibt ne Menge Geld für Light Produkte aus; Da will jemand reich sei doch statt die kredite pünklich abzuzahlen, geht liebr tuer essen und wundert sich irgend mal dass die zinsen dann hoch wachsen. Und jede Menge ähnliche Beispiele.
Weiter meint der Autor das die meinsten Menschen sich eine bessere Welt, eine bessere Beziehung, eine Bessere Regierung oder vielleich auch bessere menschliche Verhältnisse sich wünschen und vieles mehr. Doch ihrem handeln erzielen sie eben das Gegenteil und wundern sich dann.
Die wichtigste Erknntnis aus meiner war festzustellen: Die Menschen sind den Konquesen ihrer Handlungen nicht bewusst" das zu erkennen ist gar nicht so schlecht für eienen durchschnitts Amerikaner irgendwie ahnlich hat er eine der 10 Grüden formuliert die die menschliche Idiotie beweisen.
Nicht dass ich das Buch empfehlen will, absulut nicht weil auch einige Behauptungen für falsch halte, besondes die wo die Menschen als faul bezeichnet, dabei er selbst auch sogar zu faul grünglich über Thema nachzudenken, wenn er schon ein Buch schreibt.
Und beim lesen habe irgendwie daran gedacht, sogar @Lonewolf @Skeptiker @Xoc oder @porcu in der Tiefe ihren Herzens sich eine undefinierte bessere Welt wünschen doch in ihren Handeln tuen sieverhart alles um eben jeden Fortschritt und jede Verbesserung zu verhindern.
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Eastwood unregistriert
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13. Februar 2010 - 1 US-Dollar = 1,435 Deutsche Mark - Gold: 1.562,58 DM - Rohöl: 104,98 DM -
65. Jahrestag eines der schlimmsten Verbrechen des 2. Weltkriegs, der Bombardierung Dresdens
Als kleines Dankeschön an meine Leser hole ich die erste Woche Tageskommentare aus dem Archiv. Sie bekommen also zwei zum Preis von einem:
13. Februar 2005
Heute vor 60 Jahren fand mit der Bombardierung Dresdens eines der großen Verbrechen der Kriegsgeschichte statt. Die Städte des Ruhrgebietes zu bombardieren, lieferte die dortige Schwerindustrie einen militärischen Grund. Berlin war als Hauptstadt ein militärisches Ziel und Hamburg durch seinen Hafen - auch wenn dort nicht der Hafen, sondern die Innenstadt in Trümmer gelegt wurde. Dresden hingegen barg keinerlei kriegswichtige Industrie, in der Stadt lag kein Militär und es gab nicht einmal eine Luftverteidigung. Dafür Lazarette und zahllose Flüchtlinge, welche der Grausamkeiten der Roten Armee entgehen wollten. In der Mordnacht lebten dort 600.000 Einwohner und ebenso viele Flüchtlinge.
Offiziell starben in Dresden 35.000 Menschen. In Würzburg, das am 16. März 1945 bombardiert wurde, starben 5.000 von 100.000 Einwohnern. War der Angriff auf Dresden ähnlich "effizient", so gab es 60.000 Tote - bei der ERSTEN Angriffswelle. In das Chaos nach diesem ersten Angriff wurden noch zwei weitere Angriffe geflogen. Schätzungen des Roten Kreuzes beliefen sich auf 275.000 Tote, andere Zahlen gingen bis hinauf zu 400.000 Toten - also mehr als bei den anderen beiden Großverbrechen der Luftkriegsführung in Hiroshima und Nagasaki zusammen. Diese Städte wurden aus dem gleichen Grund zerstört: Man wollte dem auftrumpfenden Verbündeten Stalin die Wirkung angloamerikanischer Waffen vorführen, zur Warnung. Genutzt hat es nichts, der kalte Krieg begann trotzdem.
Beim Angriff auf Würzburg wurde die Familie meiner Mutter ausgebombt, und die Familie meines Vaters entging diesem Schicksal nur deshalb, weil mein Großvater unter Lebensgefahr die Brandbomben vom Dach des Hauses geklaubt hatte. Jene, die damals die Bomberflotten losgeschickt hatten, sind in meinen Augen Verbrecher und sie hätten dafür bestraft gehört. Gegen die Leute in jenen Fliegern empfinde ich keinerlei Haß, auch nicht gegen England oder die Briten. Das war lange vor meiner Geburt und es hat keinen Sinn, auf ewig in jener Vergangenheit zu leben.
In der Esoterik gibt es ein Gesetz des Ausgleichs, wonach jeder erntet, was er säht. Wer Friede und Versöhnung säht, wird in Frieden und versöhnt leben. Wie dieses Gesetz wirkt, sieht man an Juden und Deutschen nach 1945. Deutschland hat seitdem Frieden, es wurde in Frieden wiedervereinigt. Israel erlebt seit seiner Gründung ständig Kriege und innere Unruhe. Für Dresden, für Würzburg und für so viele zerstörte deutsche Städte wurde nie Entschädigung oder Wiedergutmachung gefordert. In Deutschland herrscht seitdem Frieden.
Wir gedenken heute der Opfer des Bombenangriffs auf Dresden und ihrer fortgesetzten Verhöhnung, durch staatliche und staatlich geduldete Stellen. Im Gegensatz zu einer anderen Opfergruppe, bei der jeder Zweifel an der Zahl die inquisitorische Selbstgeißelungs-Justiz auf den Plan ruft und auch der widersprüchlichste Augenzeugenbericht noch als göttlich beglaubigte Offenbarung zu gelten hat, darf bei Dresden jede Zahl genannt und sogar behauptet werden, die Flugzeuge hätten statt Bomben Ostereier abgeworfen. Tatsache ist, daß eine von Flüchtlingen überfüllte und unverteidigte Stadt in drei Wellen angegriffen wurde, um auch noch die Feuerwehren und das Sanitätspersonal niederzumetzeln. Glaubhafte Opferzahlen beginnen bei 200.000 Toten und gehen bis 600.000 Toten. Anders als die brennstoffknappen Krematorien von Auschwitz war der Feuersturm mit über 2000° Hitze in der Lage, Menschen zu Asche zu verbrennen. Eventuelle Knochenreste fallen im Schutt der Häuser nicht auf. Die amerikanischen Bomber der dritten Welle führten bei ihrem Tagangriff Jagdschutz mit. Deutsche Gegenwehr gab es nicht mehr, deshalb halte ich es für glaubhaft, daß diese heldenhaften Jagdpiloten aus lauter Langeweile Tiefflug-Angriffe auf die hilflosen Überlebenden an den Elbufern geflogen haben.
Krieg ist immer grausam, doch es gibt einen großen Unterschied zwischen der unvermeidlichen Grausamkeit der Schlachtfelder, des Angriffs auf militärische Ziele, und der anglo-amerikanischen Spezialität der gezielten und organisierten Vernichtung von Zivilisten, von Frauen und Kindern, der Bombardierung von Kirchen und Krankenhäusern, der Fliegerangriffe auf waffenlose Feldarbeiter. Dresden war ein Verbrechen, bei dem mehr Menschen ermordet wurden, als in Hiroshima und Nagasaki zusammen. Dresden ist ein immerwährendes Schandmal der Barbarei von Engländern und Amerikanern. Für dieses Verbrechen hat sich niemals einer der Verantwortlichen oder auch nur einer der untergeordneten Mittäter vor Gericht verantworten müssen. Wenn ein Shimon Peres im Reichstag nach "erzieherischer Gerechtigkeit" ruft - wer klagt die Mörder von Dresden an? Wegen Beihilfe zum Mord in 600.000 Fällen?
In Köln sind beim Bau der U-Bahn Bügel der Stahlarmierung gestohlen und an Schrotthändler verkauft worden. Angeblich ginge dadurch, daß in den Schlitzwänden stellenweise nur 17% der erforderlichen Bügel verbaut wurden, keinerlei Gefahr aus, sobald der Beton ausgehärtet sei. Und ebenso angeblich seien nicht die fehlenden Bügel daran schuld, daß eine Schlitzwand gebrochen und das Stadtarchiv eingestürzt ist. Ich habe elf Jahre in einem Betrieb gearbeitet, der solche Bügel fertigt und zugeschnittenen Stahl an die Baustellen liefert. Dort wird der Stahl von den Verlegern ausgelegt und montiert, bevor der Beton darüber gegossen wird. Die Verleger arbeiten nach Bauplan und werden sowohl von der Bauleitung als auch vom Architekten kontrolliert. Jedem Baufachmann sollte auf den ersten Blick auffallen, wenn nur ein Sechstel der erforderlichen Bügel verarbeitet werden. Der Stahl steckt im Beton nicht deswegen, damit die darbende Stahlindustrie ein wenig Eisen verkauft, sondern als wichtige Komponente der Statik. Beton ist sehr stabil gegen Druck, aber anfällig gegen Zug. Diese Zugkräfte nimmt der Stahl auf, er sorgt dafür, daß ein Gebäude stabil wird.
Ich bezichtige eine Frau Merkel nicht, daß sie persönlich die Stahlbügel auf den Laster geladen hat, aber diese Dame steht an der Spitze dieses sogenannten Staates. Solche Geschehnisse, wie der Diebstahl von Baumaterial, der weder den beteiligten Ingenieuren noch den prüfenden Beamten aufgefallen ist, zeigt die fortgeschrittene Fäulnis im Staatsapparat. Ich muß es wiederholen: Merkel-Deutschland ist verrottet bis ins Mark! Solche Diebstähle gab es früher nur in korrupten Staaten in Afrika oder während des Zerfalls der Sowjetunion. Wenn die Korruption in die unteren Ebenen der Gesellschaft vordringt, so ist das eine Folge der Korruption an der Spitze, am schlechten Vorbild der Oberschicht. Eine Bundeskanzlerin, die sich ständig Preise verleihen läßt, aber zugleich dafür sorgt, daß die Milliardenschädlinge an der Spitze von Banken ihre Bonuszahlungen erhalten, ist ein denkbar schlechtes Vorbild. Jeder Politiker, der seine Diäten oder seine weit überzogenen Pensionszahlungen mit überaus einträglichen "Nebentätigkeiten" aufbessert, ist ein Symptom der Dekadenz, des Verfalls, des moralischen Niedergangs und der Korruption.
Erinnern Sie sich an das Märchen vom Aufschwung? Von der allmählichen Erholung? Ich habe mir schon damals die Freiheit genommen, dies als Propagandalüge der Merkel-Regierung hinzustellen. Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch: Das vierte Quartal 2009 war ebenso schlecht wie das dritte Quartal, es gab nicht den Hauch einer Verbesserung oder gar eines Aufschwungs. Natürlich stellen die "Qualitäts"-Medien diese Zahl unkommentiert in den Raum, ohne auch nur den Ansatz einer Entschuldigung für ihre früheren Falschmeldungen. Das ist eben die wahre Qualität dieser Medien, das Vertrauen in die Dummheit der Gebührenzahler.
Wie lange hält unsere Arbeitsverweigerin im höchsten Regierungsamt noch durch? Merkels Ansatz, jetzt erst mal ein halbes Jahr nichts zu tun und die Wahlen in Nordrhein-Westfalen abzuwarten, verschlimmert die Situation beträchtlich. Ich hatte wenigstens ein bißchen Intelligenz und Einsicht bei Merkel und ihren Komplizen erwartet, nach der monatelangen Lähmung des Landes in den Wahlkämpfen 2009. Die totale Arbeitsverweigerung der "Wunschkoalition" schwarz-gelb hat mich überrascht. Damals habe ich vorhergesagt, daß diese Untätigkeit zwar den Knall hinauszögert, die fühlbaren Versorgungsmängel der Phase 3, durch diese Verzögerung die Lage aber immer weiter verschlimmert wird. Inzwischen gibt es auch dazu Zahlen: Die Steuereinnahmen der Bundesländer sind im Januar um zehn Prozent eingebrochen und die des Bundes sogar um zwölf Prozent. Die Kassen sind leer, der Kanzlerin entgleitet nach dem Willen nun sogar die Möglichkeit zum Handeln. Ich rechne für die nahe Zukunft mit Panikhandlungen, mit Sparmaßnahmen im Stundentakt.
Ein gewisser Herr Dr. Westerwelle hat kritisiert, daß die Empfänger von Steuergeldern immer mehr beachtet würden, während kaum noch jemand die Bezahler dieser Steuergelder berücksichtige. Wer ist eigentlich dieser Herr Dr. Guido Westerwelle? Ein Blick ins Internet verrät, daß dieser mannesähnliche Mitmensch als Bundestagsabgeordneter und Bundesaußenminister bezahlt wird - und zwar vom Steuerzahler. Er ist also ein klassischer Empfänger von Steuergeld, der dem Volk auf der Tasche liegt. Und das nicht nur mit seinen diversen Gehältern, sondern auch mit seinem Dienstwagen, seinem Personenschutz, seinem Lebensgefährten. Was dieser Herr Dr. Westerwelle arbeitet? Er reist mit seinem Bettgenossen auf Kosten des Steuerzahlers um die Welt und schadet dem Ansehen von Merkel-Deutschland. Ansonsten hilft er der trägen Kanzlerin bei der Arbeitsverweigerung. Wenn sich in diesem Land nur Leistung lohnen würde, müßte ein Herr Dr. Guido Westerwelle ab der Monatsmitte regelmäßig von Knäckebrot und Leitungswasser leben.
http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html
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Na, dieser Michael Winkler muss ja noch zu den ganz alten SED-Bonzen gehören, denn genau wie der argumentiert der.
Ich bin jetzt nicht ganz der Experte, was die Dresdener Luftangriffe anbelangt, habe dazu nur zwei Bücher gelesen, was leider nicht mit allen Quellenangaben im Internet zu lesen ist, daher schwer zu ziteiren, aber nehmen wir mal ausnahmsweise Wiki. Ich weiß zwar, dass da auch eine Menge Unsinn drin stehen kann, aber solange niemand dazu einen Gegenbeweis liefert, verlassen wir uns mal auf die Quellen, die dort aufgeführt sind.
Gehen wir mal durch, welche alten SED-Fantasien der da rauskramt:
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Dresden hingegen barg keinerlei kriegswichtige Industrie, in der Stadt lag kein Militär und es gab nicht einmal eine Luftverteidigung. |
Es gab noch viel weniger, es gab nichtmal Luftschutzbunker in der Stadt, das ist aber nicht der Fehler von den USA oder Großbrittanien, sondern wohl eher Schuld des damaligen, später von den Sowjettruppen sicherlich zu Recht erschossenen Nazi-Gauleiters in Dresden, Mutschmann, der eben Kriegsindustrie in Dresden anzusiedeln wichtiger fand als Luftschutzbunker. Meine Tante und meine Oma sind auch kurzweilig in Dresden gewesen, als im Ruhrgebiet alles zerbombt war, weil Dresden die letzte noch intakte deutsche Stadt war und sind, wie btw auch angeordnet, nach einem Tag wieder abgehauen, worüber sie auch ganz froh waren, weil es eben keinerlei Luftschutzbunker dort gab und sie dann doch im Ruhrgebiet sicherer waren als dort.
Industrie, die angeblich kriegsunwichtig war, gab es in Dresden lt. dem Statistischen Handbuch von Deutschland 1928 bis 1944 folgendes (zitiert nach Wiki, dort alles mit Quellenangaben auch belegt):
| Zitat: |
Nach den Angaben der Dresdner Industrie- und Handelskammer von 1941 war die Stadt „einer der ersten Industriestandorte des Reiches“. Bis 1944 war die Mehrzahl der Betriebe fast vollständig auf Rüstung umgestellt. Nach Angaben der USAAF waren im Februar 1945 „mindestens 110“ Fabriken und Unternehmen in Dresden ansässig, die „legitime militärische Ziele“ darstellten. 50.000 Arbeiter habe allein die Rüstungsindustrie beschäftigt, darunter auch Zulieferindustrie für die Flugzeugwerke in Dresden-Klotzsche. Die Archive des Hauptstaatsarchives Dresden zeigen die wirtschaftliche Bedeutung und Produktivität des intakten und mit Zwangsarbeitern gut versorgten Großraums: Sie nennen z. B. 44 Betriebe des Geld-, Bank- und Versicherungswesens, 29 Maschinenbauwerke, 13 auf Elektrotechnik und Gerätebau spezialisierte Industriebetriebe, zwölf Betriebe der Lebens- und Genussmittelindustrie, vorwiegend der Zigarettenindustrie, sechs feinmechanische und optische Industriebetriebe sowie weitere Werke, die bis dahin weitgehend auf die Kriegswirtschaft umgestellt und unzerstört waren. Als militärisch bedeutsam werden außerdem insbesondere nach lokalen Quellen folgende Betriebe genannt:
* Chemische Industrie in Niedersedlitz,
* Waffenfabrik Lehmann, Friedrichstadt,
* Optische Werke, vor allem Zeiss Ikon im Stadtzentrum und in Reick,
* Stahlbau Kelle & Hildebrandt[10] in Großluga,
* Fabrik für Transformatoren und Röntgengeräte Koch & Sterze in Mickten,
* Schaltanlagen- und Apparatebau Gebrüder Bassler und
* Funktechnik von Radio-Mende.
Das Sachsenwerk, Avus und MIAG produzierten Maschinenteile in Leuben; das Panzerwerk MIAG-Mühlenbau (ehemals Mühlenbau Gebr. Seck) befand sich im damaligen Zschachwitzer Ortsteil Sporbitz. Betriebe in Dresden-Löbtau und im südlichen Umland (Erzgebirge) stellten Glasgranaten her. Die Rüstungsfabrik Universelle-Werke J. C. Müller & Co. produzierte in der Südvorstadt (Zwickauer Straße, Florastraße) mit Kriegsgefangenen, die auf dem Gelände des MIAG-Mühlenbaus in Leuben und in mehreren weiteren, über die gesamte Stadt verteilten Zwangsarbeiterlagern interniert waren. Bisher weiß man von 10 Außenstellen der Konzentrationslager Flossenbürg, Auschwitz-Birkenau und anderer in der Stadt. Seit Ende 1944 wurden nochmals weitere 5000 Häftlinge nach Dresden transportiert, darunter etwa 2000 Juden. Sie wurden bis zu den Angriffen zusammen mit Dresdner Juden in überfüllten „Judenhäusern“ untergebracht und u. a. in den Rüstungsbetrieben Goehle-Werke, bei der Osram GmbH, Bernsdorf & Co. und beim Reichsbahnausbesserungswerk zur Arbeit gezwungen (siehe Vernichtung durch Arbeit).
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Und wenn 600000 Menschen in dieser Nacht in Dresden waren, dann hätten die auch nicht viel länger gelebt, wenn kein Luftangriff erfolgt wäre, denn aufgrund der fehlenden Luftschutzbunker hatte der o.g. Gauleiter auch angeordnent, dass die Bevölkerung sich am Stadtrand aufhalten solle. Wenn 600000 Menschen dem Befehl des Gauleiters nicht gefolgt wären, wäre dies für deutsche Verhältnisse mehr als verwunderlich.
Richtig ist, dass sich dort auch Gefangene aus anderen Ländern aufhielten, die eben, wie o.g. durch die Arbeit dort vernichtet werden sollten. Denen dürfte es nun auch egal gewesen sein, ob sie nun starben ohne vorher noch für die deutsche Kriegswirtschaft was zu schaffen.
Desweiteren war Dresden nunmal Verkrehrsknotenpunkt nach Osten.
(Quelle:s.o.)
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Hier kreuzten sich die Bahnstrecken nach Berlin, Prag, Breslau, Warschau, Leipzig und Nürnberg. Da Bahnanlagen anderer Städte bereits schwer beschädigt waren, wurde der Bahnverkehr des Raums Leipzig–Berlin–Dresden ab 1944 großenteils über den Güter- und Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof Dresden-Neustadt abgewickelt. Zudem versorgten die Anlagen die Industriebetriebe Freitals und Bergbaubetriebe im Erzgebirge sowie die Industriegebiete von Pirna, Heidenau, Radebeul, Coswig, Bautzen und Görlitz. Die großen Industriebetriebe Dresdens waren über den Kohlebahnhof mit dem Alberthafen und dem Güterbahnhof in der Leipziger Vorstadt (Neustadt) verbunden. Dresden war Sitz der Reichsbahndirektion Dresden, die den Eisenbahnbetrieb im größten Teil Sachsens und im nordwestlichen Sudetenland organisierte. Weiterhin besaß die Deutsche Reichsbahn in Dresden ein Ausbesserungswerk und ein Bahnbetriebswerk. Auf den verkehrsarmen Strecken im Umland und in Tunnels wurden Lokomotiven und Waggons aus gefährdeteren Regionen Deutschlands abgestellt. |
Die Logik des SED-Typens da ist auch toll, da wundert man sich nicht, dass in der DDR das mit der Planwirtschaft nie geklappt hat:
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Offiziell starben in Dresden 35.000 Menschen. In Würzburg, das am 16. März 1945 bombardiert wurde, starben 5.000 von 100.000 Einwohnern. War der Angriff auf Dresden ähnlich "effizient", so gab es 60.000 Tote - bei der ERSTEN Angriffswelle. In das Chaos nach diesem ersten Angriff wurden noch zwei weitere Angriffe geflogen. |
Klar, ich behaupte einfach, Würzburg und Dresden ist das gleiche und kann deshalb hochrechnen. Nach dem Motto, wenn ich 5000 kg Kartoffel in der LPG Finsterwalde anbauen kann, dann kann ich da auch 5000 kg Bananen anbauen.
Wieder zurück zu den Quellen:
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Eine polizeiliche „Schlussmeldung“ des „Befehlshabers der Ordnungspolizei Berlin“ stellte am 22. März 1945 fest:
18.375 Gefallene, 2212 Schwerverwundete, 13.718 Leichtverwundete.
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Dieses Dokument wurde 1966 im Bundesarchiv Koblenz entdeckt und erwies eine bislang bekannte Version davon, bei der an alle Zahlen eine Null anhängt worden war, als Fälschung. David Irving, der sich darauf gestützt hatte, räumte in einem Leserbrief an die Times am 7. Juli 1966 ein, sich geirrt zu haben. Eine weitere Lagemeldung vom 3. April 1945 schreibt:
Die Zahl der geborgenen Gefallenen beträgt nach dem Stand vom 31.3.45: 22096 Personen.
Akten des Bestattungs- und Marstallamtes, die 1993 im Dresdner Stadtarchiv gefunden wurden, bestätigten diese niedrigeren Angaben. Sie führen rund 25.000 Tote auf, die bis zum 17. April 1945 beigesetzt wurden. |
Dabei können, wie gesagt, noch die Toten hinzu kommen, die sowieso von den Nazis vernichtet werden sollten, denn die werden mit Sicherheit nicht beigesetzt worden sein.
Zumindest ist die Zahl von 60000 bei dem ersten Luftangriff alleine völlig unbelegt und völlig unseriös.
Wenn dem Typen das nicht passt, muss er sich bei denjenigen beschweren, die eben den Krieg anfingen und ihn dann nicht gewonnen haben, Geschichte schreiben die Sieger muss man diesem Winkler wohl noch mal erklären, nicht die ewigen Versager, sprich: die Deutschen.
Und auch diejenigen, die diesen Krieg anfingen, bestreiten, dass es in Dresden noch Phosphorbomben gab. Goebbels zumindest behauptete zutreffend, dass „in Deutschland noch niemals Phosphor abgeregnet“ worden und dies eine optische Täuschung beim Aufschlag anderer Bombentypen sei. Inwieweit Goebbels glaubhaft ist, überlasse ich mal dem Leser, ansonsten kann man sich auch auf die Darstellung der Allieierten verlassen, die dieses ebenfalls, was Dresden anbelangt bestritten.
Lustig ist auch das hier von Winkler:
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In der Esoterik gibt es ein Gesetz des Ausgleichs, wonach jeder erntet, was er säht. Wer Friede und Versöhnung säht, wird in Frieden und versöhnt leben. Wie dieses Gesetz wirkt, sieht man an Juden und Deutschen nach 1945. Deutschland hat seitdem Frieden, es wurde in Frieden wiedervereinigt. Israel erlebt seit seiner Gründung ständig Kriege und innere Unruhe. Für Dresden, für Würzburg und für so viele zerstörte deutsche Städte wurde nie Entschädigung oder Wiedergutmachung gefordert. In Deutschland herrscht seitdem Frieden. |
Thx für den ausdrücklichen Hinweis nochmal von dem, welchem Blödsinn er sich nach nicht funzenden real existierenden Sozialismus dann zugewandt hat: Der Esoterik.
Und das verstellt ihm dann wohl völlig das Gehirn.
Deutschland ist ja auch so unglaublich zufrieden, wie er dann später anhand von Merkels und Westerwelles beschreibt. Insbeondere die Wiedervereinigung war ja bekanntlich das Beste, was der BRD und deren Einwohnern in den Grenzen von 1989 passieren konnte. Spätestens seitdem ist das ein neoliberales Horrorland, das nicht mal annähernd den Wohlstand hat, den es hatte, als noch kaum jemand aus dem Osten hierhin kommen konnte.
Und nach Zählungen verschiedener Quelle hat Israel seitdem Unabhängigkeitskrieg ca. 7000 Menschenleben zu beklagen (Die Staaten, die es angegriffen haben, dafür das 10fache). Das ist das, was Deutschland in zwei Jahren an Verkehrstoten zu beklagen hat.
Nach 1945 sind noch ca. 40000 Deutsche in Kriegsgefangenenlager alleine in Rußland an Hunger krepiert.
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ERFOLGREICH VERHINDERT, IHR LAPPEN!
"Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten"
von Götz Alzmann abgewandeltes Zitat eines Tucholski- Spruches
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Hansi unregistriert
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Sauber!!! Da hat man was von Köln gelernt
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Eastwood unregistriert
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Original von Arne Reload
Die meisten sagen ja schon nix mehr, warum z.B. es auszuschließen ist, dass Ausländer Faschos sein können, wie Seneca behauptete oder warum ein Farbbeutel zu werfen, eher ein Studium verhindert in Deutschland als eben eine Ausweisung durch die bundesdeutschen Behörden bzw. wie ein deutsches Gericht den Holocaust hätte verhindern sollen, wie Xoc meinte. |
Unterstell mir doch bitte nicht Sachen, die ich nie gesagt habe.
Ich habe über heute geredet.
Falls das noch nicht bemerkt wurde, Hitler ist tot, Geschichte, Vergangenheit.
Und es gibt reichlich Gesetze, imho sogar zu viele, die sich gegen alle möglichen Ausprägungen des Rechtsextremismus anwenden lassen.
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"Do you believe in free will?" "I have no choice."
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Nenne doch einfach mal welche, die Dir zuviel sind.
Um ehrlich zu sein, stören mich gerade da keinerlei Gesetze. Ich sehe zumindest keine, die mich irgendwie einschränken würden und noch weniger sehe ich ein, warum ich mir da den Kopf der Nazis zerbrechen sollte.
Und wenn Du das auf die Situation der BRD, also dem Staat beziehst, der jetzt umgangssprachlich als Deutschland bezeichnet wirst, beziehst, dann ist das einfach eine Aussage, die nicht zutreffend ist im Ursprungskontext. Da haben wir weder unabhängige Gerichte noch Urteile bislang gehabt in der BRD.
Die BRD hat bereits an mehreren Angriffskriegen mitgewirkt, die zum Teil völkerrechtswidirg waren und es hatte keinerlei Konsequenzen von der juristischen Seite, geschweige denn ein massives Verweigern der Exekutive gegeben.
Demzufolge ist es eher sinnvoll, wenn dann andere handeln, wenn es eben die angebliche Gewaltenteilung nicht mehr schafft.
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