Ich behaupte so ziemlich jeder von uns hat im Laufe seines Lebens gleich mehrere negative Selbstbilder von sich geformt, die uns bis heute in unseren Möglichkeiten stark einschränken. Was ich darunter meine, sind so Vorstellungen die besagen nicht gut zu sein, etwas nicht zu können, schlechter als andere zu sein, nicht geliebt oder gemocht zu werden, nicht schön zu sein etc.
Woher kommen diese Vorstellungen und sind sie wirklich zuverlässig. Beruhen die meisten dieser Annahmen nicht sogar auf Kindheitserinnerungen und auf Erfahrungen und Erlebnissen aus frühester Jugend?
Wer beispielsweise als Kind zu häufig von unzuverlässigen Freunden versetz wurde, bildet sich womöglich ein, es könne an ihm selbst liegen und wird sich dann als Jungendlicher oder Erwachsener entsprechend zurückhaltend oder vorsichtig gegenüber anderen Menschen verhalten. Was dann aber nur wieder dazu führen wird, das andere ihn als abweisenden oder nicht an Freundschaft interessierten Menschen einstufen und ihn daher eher meiden. Was seine Erwartungshaltung nicht gut genug zu sein, wiederum bestätigt und ihn in diesem Verhalten weiter bestärkt. Es ist ein Teufelskreis aus falschen Annahmen und Überzeugungen, die zu falschen Reaktionen und Verhaltensweisen führt. Ich möchte hier noch mal an die Selbsterfüllenden Prophezeiungen erinnern.
Ich selbst trage schon mein ganzes Leben lang einen Haufen negativer Selbstbilder mit mir herum, über die ich mir jetzt erst immer mehr bewusst werde. Das führt zu einer Völlig verzerrten Wahrnehmung der Realität. Diese Selbstbilder haben irgendwann euer ganzes Denken mit falschen Vorstellungen verseucht und erlangen die Kontrolle über euren Verstand und bestimmen von dort aus euer ganzes Verhalten und euer Handeln. Es entstehen so immer neue Selbstbilder, die allesamt auf falschen Annahmen basieren. Und unser Selbstbild bestimmt auch unser Urteilsvermögen und unsere Wahrnehmung.
Und durch unser Verhalten und unsere Vorstellungen ziehen wir immer entsprechende Resultate und Reaktionen von anderen Menschen an. Wenn wir von vornherein glauben etwas nicht zu können, ist unser scheitern durch unseren Glauben daran schon vorprogrammiert. Und wenn wir mit einer Bestimmten Erwartungshaltung auf andere Menschen zugehen, werden wir genau die von uns erwartete Reaktion, als Resultat auf unser Verhalten bekommen.
Wenn man uns als Kind nie etwas zugetraut hat, werden wir uns höchstwahrscheinlich später auch selbst nicht viel zutrauen und so nie über unsere beschränkten Erwartungen hinauswachsen. Es ist ein Tragischer Irrtum, sein Selbstbild auf den Meinungen anderer aufzubauen, das kann uns für den Rest unseres Lebens schädigen. Wenn wir immer nur negatives von uns erwarten, haben wir nur wenig Selbstvertrauen und können nicht über uns hinauswachsen. Wann immer ich Leute traf die gut in etwas waren, hatten sie eine Gemeinsamkeit, sie alle hatten eine gewisse selbstsichere Ausstrahlung und genügend Selbstvertrauen. Jemand der voller Selbstzweifel ist, lässt sich von einer solchen selbstsicheren Ausstrahlung eines anderen leicht einschüchtern und wird nur noch unsicherer.
Ich behaupte aber auch, dass die negativen Selbstbilder nur deshalb entstehen konnten, weil wir uns zu früh haben einschüchtern lassen, von der Selbstsicherheit anderer und wir zu früh aufgegeben haben. Vielleicht hatten wir auch einfach nicht genug Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten. Vielleicht ist ja weniger das Talent entscheidend als vielmehr unser Glaube an uns selbst.
Würd mich mal interessieren was ihr dazu denkt.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Shinobi am 26.02.2014 13:03.
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Das ganze kommt zum einen stark auf die gesamte Ausgangssituation des Individuums an, zum anderen auf die konkrete Situation. Erlebnisse in der Kindheit und Rückschläge in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter können sicherlich prägend sein, andererseits muss man sich im klaren sein, dass es bei "Problemen mit sich und der Gesellschaft" immer schwieriger wird je weiter der Karren schon im Dreck steckt.
Nehmen wir mal den ganz klassischen Fall "ich hab keine Freunde und wenig Sozialkontakte": Wenn jemand nichts hat, wird er mit dem bisschen was er vielleicht hat besonders übervorsichtig umgehen, das führt zu besonderer Zurückhaltung und zu andauernden Selbstzweifeln, die extrem hinderlich sein können. Der Effekt, der genau in die andere Richtung geht ist, die Schuld auf andere zu schieben, obwohl eventuell tatsächlich eigene Fehler passiert sind, die man in Zukunft korrigieren könnte.
Insgesamt wünschenswert wäre natürlich eine realistische Selbsteinschätzung und damit verbunden Mut, sich zu verbessern und mal etwas auszuprobieren. Die realistische Selbsteinschätzung bekommt man aber auch nur, wenn man sich auch mal ruhig in einen knallharten Vergleich setzt zu anderen. Beim Punkt "ich bin zu hässlich" geht das beispielsweise ganz einfach: Schaut einmal in den Spiegel und geht anschließend in die Stadt und seht euch um wie viele offensichtlich wesentlich hässlichere dort mit einer scharfen Braut, einem glücklichen Gesicht, einer Menge Geld oder wie auch immer rumlaufen...dann hat sich dieser Punkt nämlich ganz schnell erledigt.
Ganz ähnlich funktioniert das auch bei anderen Dingen und selbst wenn man tatsächlich irgendwo "schlecht" ist: Das hindert einen noch lange nicht daran dennoch auf seine Art erfolgreich zu sein.
Meine Vermutung bei dieser ganzen Sache ist aber auch, dass die meisten Menschen ihren Alltag und die daraus entstehenden Probleme überbewerten: Man kommt irgendwann an die Stelle an der man mal eine Entscheidung treffen muss auf was es ankommt. Hierbei ist es wichtig gut zu bewerten und die unwichtigen Dinge auch als solche zu behandeln. Ein typisches Beispiel ist der Umgang mit fremden Menschen, die man auf der Straße, auf dem Amt, in der Disko oder wo auch immer trifft: Man fragt sich, was die von einem halten, wie sie reagieren werden, was man nun am besten tut, aber die einzig richtige Antwort ist: Das ist vollkommen scheißegal. Wenn man Unsinn erzählt und sie halten einen für nen Idioten, dann machen sie das halt und man sieht sie nie wieder.
Man kann also im Grunde an die Sache ganz locker und überzeugt herangehen, sich selbst schlecht zu machen oder sich nichts zuzutrauen, obwohl es auf gar nichts ankommt, ist unnötig.
Was evtl. helfen könnte, wäre, sich ne Liste an Dingen zu machen die man gerne können würde, und dann einfach mal durchzuprobieren, ob man für irgendwas ne Begabung hat.
Ein strenger Lehrer kann dabei kontraproduktiv sein, wenn er die Messlatte zu hoch setzt oder Aspekte bewertet, die einem völlig unwichtig sind (Stichwort "Schule"), kann aber auch produktiv sein wenn man sich etwas Selbstdisziplin aneignen will.
Nicht schlecht ist es jemanden zu haben, der einen individuell unterstützt, motiviert, oder kreative Ideen einbringt.
Ansonsten findet man sicher auch so irgendwas, was man gut kann, oder was einen besonders macht - so was hat jeder, auch wenn er es (noch) nicht weiß.
Wichtig ist nicht, wie toll man ist, sondern dass man sich seiner Stärken und Schwächen bewusst wird, und diese nutzt/ausbaut, bzw. berücksichtigt.
Ist eben auch die Frage, was man will: Nur das Gefühl, dass man sich selbst akzeptieren kann, oder auch dass einen andere akzeptieren.
Mir haben meine Eltern früher gezeigt, dass sie mich so akzeptieren, wie ich bin, egal wie ich mich entscheide. Nicht, dass sie jede Entscheidung von mir akzeptiert hätten ohne ein Wort mitzureden, aber mich selbst hätten sie immer akzeptiert.
Und dieses Gefühl hatte mir auch geholfen mich selbst zu akzeptieren, unabhängig davon was andere von mir denken.
Zum Stichwort Schule: Ich glaube da ist es für viele am allerschlimmsten weil man sich schnell einredet dass man nichts kann, nur weil einem kein Schulfach besonders liegt. Aber auch wenn man zb. eigentlich gut Zeichnen kann und Künstlerisch sehr begabt ist kann man in der Schule in dem fach ne scheiß Note bekommen, ich war im Kunstunterricht immer mega unkreativ, aber Zuhause nicht. Genau so mit anderen Fächern, die Lehrer haben das Nichtmal verstanden. Ich hatte dann das Glück einen richtig guten Lehrer zu bekommen der uns beibrachte dass wir alle viel können, aber jeder auf seine eigene Art. Wenn man von der Kindheit an eingetrichtert bekommt dass man zwar nicht wirklich dumm ist aber da ganz ganz viele sind die viel schlauer und besser sind und man mit dem Traum auch mal so viel zu erreichen abschließen soll ist das Gefühl natürlich mega schwer wieder weg zubekommen... Und wenn man sich selbst wirklich akzeptiert hat ist es auch egal ob die anderen das tun.
dian unregistriert
28.02.2014 16:02
Ja, das erinnert mich an den Deutsch-Unterricht früher, wo ich regelmäßig schlechte Noten bekam, nur weil ich halt keine Erörterungen schreiben konnte oder wollte über irgendwelche Scheiß-Themen, die mich nicht interessieren. Und ich war auch nicht gut im Gedichte interpretieren von irgendwelchen schöngeistigen Emo-Jammerlappen aus dem 18.Jahrhundert.
Das sagt halt mal überhaupt nichts darüber aus, ob man selber gut schreiben kann oder nicht. Genau wie eine schlechte Note im Fach Musik nichts darüber aussagt, ob man musikalisch ist oder nicht.
Diese ganze Bewertung von Leistung und der ständige Schwanzvergleich in unserer Gesellschaft tragen sicher einen großen Teil dazu bei, dass sich viele lieber gar nichts mehr zutrauen. Ist in gewisser Weise genau wie bei DSDS... letztlich geht es nicht darum, ob man singen kann, sondern ob man dem Idealbild der Jury entspricht. Wer also auf das Urteil der Jury vertraut und sein Leben danach ausrichtet, hat eigentlich schon verloren, egal ob diese Jury jetzt aus Eltern, Lehrern oder Mitschülern besteht.
Wobei das wirklich nicht nur ein Problem der Erwachsenenwelt ist, sondern eher ein allgemein menschliches Problem zu sein scheint.
Ich erinnere mich, wie ich im Vor-Teenie-Alter unbeholfen versuchte, irgendwelche Freundschaften zu knüpfen, und dabei von einem Fettnäppfchen ins nächste stolperte, weil ich die Kriterien, nach denen die anderen einen beurteilten, einfach nicht verstand.
Manche Mitschüler galten eben allgemein als cool, andere nicht. Wenn man dann aber versuchte, sich ein Beispiel an denen Coolen zu nehmen und sie nachzumachen, war es auch wieder falsch, weil es dann vielleicht zu gezwungen oder nicht authentisch wirkte. (auch wenn die allermeisten von den "Coolen" im Nachhinein betrachtet eigentlich auch nicht wirklich authentisch waren... aber vielleicht gingen sie einfach mehr in ihrer sozialen Rolle auf als ich und wirkten deshalb authentischer)
Jedenfalls war ich da zeitweise schon ziemlich am Boden deshalb und hielt mich für den totalen Versager.
Ich musste da schon erstmal raus aus dem ganzen sozialen Gefüge (vor allem auch geistig), um zu begreifen, dass das Leben eigentlich viel zu kostbar ist, um die Rolle, die man darin spielen möchte, von der Meinung anderer abhängig zu machen.
Zum Stichwort Schule: Ich glaube da ist es für viele am allerschlimmsten weil man sich schnell einredet dass man nichts kann, nur weil einem kein Schulfach besonders liegt. Aber auch wenn man zb. eigentlich gut Zeichnen kann und Künstlerisch sehr begabt ist kann man in der Schule in dem fach ne scheiß Note bekommen, ich war im Kunstunterricht immer mega unkreativ, aber Zuhause nicht. Genau so mit anderen Fächern, die Lehrer haben das Nichtmal verstanden.
BESONDERS schlimm ist es in der Schule.
Da sagen viele Lehrer zu mir und meinen Eltern;"Na, eigentlich könnt'/-est der Junge/du ja locker 2+ stehen bei uns."
Alle fragen sie sich, warum so viele "helle" Köpfe im Unterricht so still sind.
Aber dann erinnert sie niemand daran, wie der Lehrplan aussieht;
>50 mal nach dem selben Schema eine Gleichung lösen
>Ausswendiglernen von rigiden Metren und Reimschemata
>langweilige Reproduktion von Sachtexten
Nein, danke, da kritzel ich auch lieber auf meinem Collegeblock rum.
Der Musik- und Kunstunterricht hat mich besonders enttäuscht, da ich da noch Erwartungen hatte. Nein, keinerlei Freiheit, musikalisch sein zählt garnicht. Stattdessen werden uns Flöten in die Hand gedrückt und wir sollen so eine Scheiße wie stille Nacht lernen, um es dann vor Weinachten im Chor unseren Eltern vorzutragen. Wer es nicht schafft, dem wird ne 6 aufgeschrieben und nach dem Auftritt sollen wir auch noch Lächeln wie irgendwelche Affen.
Dann hoffe ich für dich dass du gut kritzelst. Ohne mathe kommst du nicht weit und als Künstler geld verdienen ist schwer.
Also bleibt einem wohl nur noch
was für eine schöne Welt...
@Owsenmann Wichtiger als ein guter Schulabschluss ist dass du das tust was dir richtig erscheint! Allerdings und das möchte ich dir auch nicht vorenthalten, wenn du keiner dieser Affen sein möchtest, die auf Kommando irgendwelche tricks vorführen und dafür Bananen bekommen, wirst du eventuell sehr bald ziemlich alleine dastehen. Denn kein Zirkus möchte einen Affen der ihm keinen Gewinn einbringt und der nicht gehorcht und die anderen Affen möchten nicht, dass jemand die Routine stört, in der sie sich zu bequem eingerichtet haben. Aber wenn du bereit bist dieses Opfer zu bringen und die vorgefertigten Wege zu verlassen wird dein Leben eine ganz andere Qualität haben und du hast die Chance etwas zu entdecken, was den dressierter Zirkusaffen auf ewig verborgen bleiben wird, nämlich deine Freiheit!
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Aber wenn du bereit bist dieses Opfer zu bringen und die vorgefertigten Wege zu verlassen wird dein Leben eine ganz andere Qualität haben und du hast die Chance etwas zu entdecken, was den dressierter Zirkusaffen auf ewig verborgen bleiben wird, nämlich deine Freiheit!
Und diese Freiheit sieht heutzutage genau wie aus? Als obdachloser auf der Straße umherirren oder als Hartz 4 Empfänger dauernd Probleme mit irgendwelchen Behörden haben? Ist nicht böse gemeint, interessiert mich nur ernsthaft. Der beste Weg scheint mir nämlich zu sein, einfach mit den Affen mitzuschwimmen, bis man soviele Bananen hat, um sich wirklich sinnvoll ausklinken zu können. Oder bis es einen einfach garnicht mehr stört, ist mir einerlei.
Oder einen Betrieb finden, in dem man nicht als Affe behandelt wird, ja so etwas gibt es, so selten es auch vorkommen mag. Man brauht neben der Anstrengung natürlich auch eine gehörige ortion Glück, wie gut, dass ich zum Beispiel quasi aus 4blättrigen Kleeblättern bestehe
Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
Man muss eben immer die gesamten Folgen im Überblick behalten. Die Schule zu schmeißen und was anderes zu machen mag für den einen oder anderen sogar eine ganz reizvolle Lösung sein.
Den Unterricht zu besuchen und trotzdem KOMPLETT abzublocken ist hingegen ziemlich dämlich. Dann sitzt man ewig rum und hat doch gar nix gelernt, dabei könnte man mit sehr wenig Aufwand wenigstens ein bisschen was mitnehmen wenn man eh schonmal da ist. Dann ist man notenmäßig auch schnell irgendwo im mittleren Bereich, Genialität verlangt ja niemand.
Oder bis es einen einfach garnicht mehr stört, ist mir einerlei.
Stimmt, dann kann man sich auch
sparen, weil man dann eh schon nichts mehr spürt.
Wer diese Freiheit besitzt von der ich da rede, der fragt nicht nach Erfolg oder Sicherheit, oder danach wie Freiheit in einer unfreien Gesellschaft überhaupt verwirklicht werden kann, er nimmt sie sich einfach. Solange man noch zweifelt und Angst hat wird man niemals wirklich frei sein können. Zur Freiheit gehört halt immer auch eine gehörige Portion Mut und das Risiko auf die Schnauze zu fallen. Aber wer nicht bereit ist auch mal einen Fehler zu riskieren und sich für eine falsche Abzweigung zu entscheiden, wählt den bequemen weg und der führt nirgendwo hin.
Zitat von WerBinIch:
Oder einen Betrieb finden, in dem man nicht als Affe behandelt wird, ja so etwas gibt es, so selten es auch vorkommen mag.
Das wäre schon mal nicht verkehrt, aber auch nur wenn man das was man dort macht auch gerne macht und nicht nur um seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen oder weil die Eltern das halt so wollten. Wenn man dann nämlich in einer Bank sitzt oder Ingenieur ist, obwohl man lieber freischaffender Künstler wäre, oder etwas anderes machen möchte was man ohnehin gerne tut, auch wenn man dafür kein so großes Honorar erhält, dann sollte man das auch tun. Wenn man dann nämlich Tag ein Tag aus in seinem Büro sitzt, am Band steht, in der Werkstadt schuftet oder auf der Baustelle malocht, aber in Gedanken ganz wo anders ist, wird man dabei ganz sicher nicht glücklich werden. Und man lebt nur einmal, aber sterben werden wir alle und dann war es egal, wie lange und wie sicher du gelebt hast, gehen wirst du mit leeren Taschen.
Zitat von Weinhaus:
Dann sitzt man ewig rum und hat doch gar nix gelernt, dabei könnte man mit sehr wenig Aufwand wenigstens ein bisschen was mitnehmen wenn man eh schonmal da ist. Dann ist man notenmäßig auch schnell irgendwo im mittleren Bereich, Genialität verlangt ja niemand.
Nein, eher Konformität und die Fähigkeit sich unterzuordnen und anzupassen, Genialität oder Kreativität wird da eher abgetötet.
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Zur Freiheit gehört halt immer auch eine gehörige Portion Mut und das Risiko auf die Schnauze zu fallen. Aber wer nicht bereit ist auch mal einen Fehler zu riskieren und sich für eine falsche Abzweigung zu entscheiden, wählt den bequemen weg und der führt nirgendwo hin.
hä? welche freiheiten hat man wenn man, frei von allen ängsten und sorgen, unter einer brücke wohnt oder dauernd seinen finanzplan beachten muss damit essen reinkommt? und woher weisst du, dass der bequeme weg nirgends hinführt?
jeder muss sterben irgendwann, also werde ich mir bis ich an dem punkt ankomme doch lieber ein first-class ticket besorgen als im gepäckraum mitzufliegen....
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von VeggiePower am 20.04.2014 23:48.
hä? welche freiheiten hat man wenn man, frei von allen ängsten und sorgen, unter einer brücke wohnt oder dauernd seinen finanzplan beachten muss damit essen reinkommt?
Das kannst du doch auch erst wissen wenn du es mal gemacht hast.
Spreche ich von Freiheit meine ich damit vor allem geistige Freiheit, denn in erster Linie sind wir Gefangene unseres eigenen Denkens, nichts beengt dich so sehr wie deine Vorstellungen und Erwartungen. Die Angst vor dem was passieren könnte, wenn du dich mal trauen würdest, über den selbstgeschaffenen Tellerrand aus vorgefertigten Meinungen und Annahmen zu steigen, ist es was dich daran hindert zu erkennen was sicher dahinter verbirgt und was frei zu sein wirklich bedeutet. Es ist eine geistige Barriere die dich gefangen hält, eine unsichtbare Mauer an deren grenze du nie stößt, weil dein Leben aus Routine und Bequemlichkeit besteht. Das Leben der meisten Menschen besteht quasi aus den immer gleichen Abläufen und solange sich diese nicht ändern, bräuchtest du nicht mal eine Mauer um jemanden drum herum zu ziehen, um ihn gefangen zu halten... Diese Abläufe sind größtenteils bereits von der Gesellschaft vorgegeben und bilden quasi den Rahmen des späteren Lebens in das man hineingeboren wird.
Stell dir vor du bewegst dich durch dein Leben wie ein Zug auf vorgegebenen Gleisen, niemals bist du aus dem Zug ausgestiegen, also woher willst du wissen, das die Landschaft die du aus deinem Zugabteil beobachtest echt ist! Es könnte genauso gut sein, dass diese Landschaft an eine Wand projiziert wurde, herausfinden kannst du es nur indem du selbst nachsiehst. Aber vielleicht fährt der Zug davon sobald du aus ihm austeigst und du könntest dann eventuell nie wieder dahin zurückkehren. Also fürchtest du dich davor auszusteigen, denn der Zug ist dein Leben und dein Leben ist nichts weiter als eine bequeme Gewohnheit, die dir das fragwürdige Gefühl von Sicherheit vermitteln soll, alles was sich außerhalb befindet ist dagegen ungewiss und wird somit als nicht sicher eingestuft. Aber das ist keine Freiheit, sondern lediglich eine Überlegung die auf Angst und Bequemlichkeit basiert. Angst und Bequemlichkeit sind in dem Fall nichts weiter als Ketten und auch alles andere worauf du dich sonst noch durch dein logisches Denken, kalkulieren und überlegen stützt, deine festen Meinungen, Überzeugungen und Vorstellungen sind nichts weiter als eine Barriere in deinem Kopf.
Aber ich will es auch gar nicht so philosophisch werden lassen, denn Freiheit ist ein Gefühl vielleicht auch eine Lebenseinstellung, die es erfordert hin und wieder an seine Grenzen zu stoßen und diese zu überschreiten und etwas zu tun was du dich vorher nicht getraut hast. Freiheit und Sicherheit passen nicht zusammen. Solange du dich immer nur von den negativen Aspekten befreien möchtest, die positiven dagegen aber behalten möchtest, wirst du immer unfrei bleiben.
Zitat von VeggiePower:
jeder muss sterben irgendwann, also werde ich mir bis ich an dem punkt ankomme doch lieber ein first-class ticket besorgen als im gepäckraum mitzufliegen....
''Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden.''
Der der Film auch sehr gut zu meinem Beispiel mit dem Zug passt hier mal eine kleine Filmempfehlung.
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Shinobi am 21.04.2014 12:50.
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Wer beispielsweise als Kind zu häufig von unzuverlässigen Freunden versetz wurde, bildet sich womöglich ein, es könne an ihm selbst liegen und wird sich dann als Jungendlicher oder Erwachsener entsprechend zurückhaltend oder vorsichtig gegenüber anderen Menschen verhalten. Was dann aber nur wieder dazu führen wird, das andere ihn als abweisenden oder nicht an Freundschaft interessierten Menschen einstufen und ihn daher eher meiden. Was seine Erwartungshaltung nicht gut genug zu sein, wiederum bestätigt und ihn in diesem Verhalten weiter bestärkt. Es ist ein Teufelskreis aus falschen Annahmen und Überzeugungen, die zu falschen Reaktionen und Verhaltensweisen führt. Ich möchte hier noch mal an die Selbsterfüllenden Prophezeiungen erinnern.
Da stimm ich auch aus eigener Erfahrung zu. Ich finde aber, das vor allem die Eltern, sei es um die Schulnoten, Freundschaften, Kontaktfähigkeit oder Gesundheit geht, immer eine entscheidende Rolle spielen. Wer strenge Eltern hatte, hatte auch meistens schlechte Schulnoten und oft aggressives sowie zurückhaltendes Verhalten, wobei zurückhaltendes Verhalten eigentlich nicht schlimm ist. Aber durch die Zurückgezogenheit kann natürlich wie du schon sagtest zu falschen Annahmen/Überzeugungen führen und einen weiter isolieren.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Satanist am 21.04.2014 14:31.
Dann sitzt man ewig rum und hat doch gar nix gelernt, dabei könnte man mit sehr wenig Aufwand wenigstens ein bisschen was mitnehmen wenn man eh schonmal da ist. Dann ist man notenmäßig auch schnell irgendwo im mittleren Bereich, Genialität verlangt ja niemand.
Nein, eher Konformität und die Fähigkeit sich unterzuordnen und anzupassen, Genialität oder Kreativität wird da eher abgetötet.
Auch ohne die Fähigkeit sich unterzuordnen und anzupassen bin ich recht mittelmäßig durch die Schule gekommen
Es reicht völlig jedem zu erzählen was er hören will...
In der Schule gehts ja auch eher um auswendig lernen als um die "freie Entfaltung" deiner Persönlichkeit.
Und das is auch völlig ok so.
Zitat von shinobi:
....Freiheit und Sicherheit passen nicht zusammen....
meinst du finanzielle Sicherheit?
Ich verstehe nicht ganz wie geistige Freiheit und Sicherheit nicht zusammen passen. Würdest du da weiter drauf eingehen? Auch wenns ziemlich offtopic ist.
Dunkel, die andere Seite ist....... Schnauze Yoda! Iss deinen Toast!
''Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden.''
--->
Zitat von Veggiepower:
Der beste Weg scheint mir nämlich zu sein, einfach mit den Affen mitzuschwimmen, bis man soviele Bananen hat, um sich wirklich sinnvoll ausklinken zu können.
*hust*
Zitat von Shinobi:
Stell dir vor du bewegst dich durch dein Leben wie ein Zug auf vorgegebenen Gleisen, niemals bist du aus dem Zug ausgestiegen, also woher willst du wissen, das die Landschaft die du aus deinem Zugabteil beobachtest echt ist!
Nur leider ist das leben kein Zug (ja, ich hab das sinnbild schon verstanden). und erst recht ist es nicht einfach mal ein "aussteigen und die gegend erkunden".
meinst du finanzielle Sicherheit?
Ich verstehe nicht ganz wie geistige Freiheit und Sicherheit nicht zusammen passen. Würdest du da weiter drauf eingehen?
Wie erkläre ich das nun ohne wieder falsch verstanden zu werden… Also jemand kann durchaus viel Geld verdienen und gleichzeitig frei sein, aber Geld zu verdienen ist keine Voraussetzung um Frei zu sein. Ich rede eben nicht von materieller Freiheit, die eigentlich auch gar keine wirkliche Freiheit ist, weil diese im Gegensatz zur geistigen Freiheit nicht entscheidend ist, wenn es darum geht aus gewohnten Strukturen, festgefahrenen Mustern und starren Überzeugungen auszubrechen. Du kannst ein armer Penner sein und dennoch die Möglichkeit haben über dich selbst hinauszuwachsen, deine eigenen Grenzen zu erweitern, überall hin zu gehen, dich alles zu trauen und dabei an nichts bestimmtes gebunden sein und einfach du selbst bleiben, das bedeutet es im Rahmen deiner Möglichkeiten frei zu sein. Deine Freiheit hängt nicht davon ab wie viel Kohle du hast, oder wie sicher deine Position in der Gesellschaft ist. Im Gegenteil, je mehr du daran gebunden bist, dich auf bestimmte weise zu verhalten um diesen Status nicht wieder zu verlieren, um so schwerer fällt es dir, auszubrechen aus deinem engen Korsett. Du kannst dann in teuren Restaurants essen, jeden Abend eine andere Frau bumsen und um die ganze Welt jetten, aber du bleibst gefangener deiner selbst.
Wer nun wie VeggiePower meint viel Geld zu benötigen um frei zu sein, redet von materieller Absicherung, was nichts anderes ist als ein Tauschhandel, Freiheit gegen Sicherheit. Und unterliegt damit bereits einem Denkfehler, der Teil der eigenen Unfreiheit ist, nämlich der Glaube daran, erst viel Geld verdienen zu müssen, ein Haus zu bauen, sich einen Namen zu machen etc. ehe man frei sein kann. Sobald man hat was man sich wünscht, benötigt man bereits das nächste, denn Freiheit bleibt eine Illusion in der Ferne.
Ich lehne die Grundübereinkunft des Gemeinwesens ab, insbesondere die Überbewertung von Besitz.
“All authority of any kind, especially in the field of thought and understanding, is the most destructive, evil thing. Leaders destroy the followers and followers destroy the leaders. You have to be your own teacher and your own disciple. You have to question everything that man has accepted as valuable, as necessary.”
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“
Ich behaupte so ziemlich jeder von uns hat im Laufe seines Lebens gleich mehrere negative Selbstbilder von sich geformt, die uns bis heute in unseren Möglichkeiten stark einschränken. Was ich darunter meine, sind so Vorstellungen die besagen nicht gut zu sein, etwas nicht zu können, schlechter als andere zu sein, nicht geliebt oder gemocht zu werden, nicht schön zu sein etc.
Woher kommen diese Vorstellungen und sind sie wirklich zuverlässig.
Angst.
Angst zu versagen, sich zu blamieren, ...
Nee, die sind nicht zuverlässig. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Was unter anderem sehr gut dagegen wirkt: Theater machen! Selber machen. Oder andere Sachen machen. Nebendranstehen und darüber grübeln was man machen könnte ist weit nicht so spaßig.