dian unregistriert
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Anarchonauten - Religion (Lyrics)
18.12.2012 22:42 |
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Es war einmal vor vielen tausend Jahren
Als unsere Vorfahren noch behaarte Affen waren
Und statt den ganzen Tag lang nur zu sammeln und jagen
Damit begannen, ihre Existenz zu hinterfragen
Das war der große Unterschied vom Mensch zum Tier
Dass wir uns fragen konnten, warum sind wir eigentlich hier
Wer hat uns geschaffen, und wo gehen wir hin
Und hat die ganze Plagerei hier überhaupt einen Sinn
Und so suchten sie in Träumen und am Sternenzelt
Nach den Antworten auf alle Fragen dieser Welt
Doch weil die Menschen dabei schnell an ihre Grenzen stießen
Da sich bestimmte Phänomene nicht erklären ließen
Schufen sie sich Wesen, die man Götter nannte
Eine logische Erklärung für alles Unbekannte
Das war praktisch, denn so brauchten sie nicht länger hinterfragen
Und konnten wieder unbekümmert sammeln und jagen
Religion – Auf der Suche nach dem Sinn
Religion – Warum bin ich der der ich bin
Religion – wenn nebenan der Blitz einschlägt
Religion – und man nichts von Physik versteht
Soweit war das alles ja auch überhaupt kein Problem
Der Glaube an einen Gott war einfach ziemlich bequem
Wenn immer etwas geschah, was man nicht ganz verstand
Nannte man’s Gottes Wille, und die Angst davor verschwand
Doch dann fingen Menschen an, in ihrem Größenwahn
Daran zu glauben, dass man diesen Gott bestechen kann
Wenn man ihm Jungfrauen opfert oder zu ihm betet
Und tagein tagaus nur in seinem Namen redet
Es ist, als ob ne Schnecke auf der Autobahn
Dran glaubt, dass sie nicht überfahren werden kann
Wenn sie nur fromm zu den heranrasenden Autos spricht,
sobald sich ein grelles Licht durch die Dunkelheit bricht
Dieser Irrglaube wär vermutlich schnell ihr Ende
Doch wenn sie zufällig den Weg zur andren Seite fände
Kann man sich sicher sein, dass sie noch ihren Enkeln erzählt
Gott hat mich unter allen Schnecken auserwählt
Religion – wer Erfolg hat, den hat Gott belohnt
Religion – wer gesund bleibt, den hat Gott verschont
Religion – wem es schlecht geht, hat das auch verdient
Religion – weil er zu wenig geglaubt hat, oder zu wenig gesühnt
So kam es, dass die Alten auch den Nachwuchs zwingen
An ihren Gott zu glauben und dessen Lieder zu singen
Fünfmal am Tag für diesen strengen Gott zu beten
Für ihn zu fasten, und notfalls auch für ihn zu töten
Inzwischen haben zwar auch schon die meisten Alten kapiert
Dass sich ihr toller Gott nicht wirklich für sie interessiert
Und so predigen sie Enthaltsamkeit und trinken selbst Wein
Sind nach außen furchtbar heilig, doch im Innern ein Schwein
In die Kirche gehn sie vor allem um zu repräsentieren
Um ihren Reichtum zu zeigen, und sich zu produzieren
Im Grunde war jeder Neandertaler spiritueller
Als diese Kirchgänger und religiösen Selbstdarsteller
Ihr Glaube dient nur noch dazu, ihre Macht zu erhalten
Und die aufmüpfige Jugend davon abzuhalten
Ihren eignen Weg zu finden, auf ihren eigenen Straßen
Und die verlogne Welt der Alten dadurch Lügen zu strafen
Religion – Diktatur der Tradition
Religion – Stiefellecken an Gottes Thron
Religion – nur wer den Alten gehorcht, dem ist Gott gewogen
Religion – so hat schon jede Generation die nächste belogen
Denkt ihr wirklich, Gott will, dass alles bleibt wie es ist?
Würde Gott sowas wollen, wär er nur ein Sadist.
Der sich daran erfreut, wenn Menschen für ihn leiden
Und ihren Kindern ein Stück von ihrem Schniedel abschneiden
Wenn die Menschen sich nicht mehr trauen, Spaß zu haben
Und stattdessen ihre Lebenslust im Keller vergraben
Und sich Sex, und Drogen und das Esssen verkneifen
Weil sie denken, dass sie dadurch ihren Gott begreifen
Glaubt ihr, Gott gab euch das Leben, um darauf zu verzichten
Glaubt ihr, er gab euch freien Willen, um euch dann später zu richten
Ja, das ist für euch Gott, ihr glaubt wohl wirklich daran
Doch in Wahrheit betet ihr bloß einen Teufel an
Das Gottesbild der Menschen ist nichts
Als ein Spiegel ihrer eigenen Geistlosigkeit.
Weil sie sich kein Leben vorstellen können
Ohne Angst, ohne Zwänge und gegenseitigen Neid
Und weil sie das auch nicht ändern wollen
Projezierten sie all ihre niederen animalischen Attribute auf Gott
Und machten ihren Gott eifersüchtig,
fordernd, patriarchalisch und verständnislos.
Doch dieser Gott ist nur ein menschgemachter Dämon…
Keine höhere moralische Instanz, kein Leitbild, nach dem wir uns ernsthaft richten sollten.
Ich glaube ja, wenn es Gott wirklich gibt
Dass er frei ist, und nichts so sehr wie Freiheit liebt
Der wahre Gott ist ein kreativer Schöpfergeist
Kein strenger Richter, der uns grimmig in die Schranken weist
Kein Sittenwächter, kein arrogantes Überwesen
Und kein Star-Autor, der will, dass wir seine Bücher lesen
Gott möchte, dass wir unsre Bibel selber schreiben
Und was falsch und richtig ist, für uns selbst entscheiden
Er will dass wir uns’re eig’ne Göttlichkeit finden
Dass wir in uns gehen und uns mit ihm verbinden
Ob man das nun Sonntag morgens in der Kirche macht
In ner Moschee oder nem stillgelegten U-Bahn Schacht
Ob man sich dabei bekreuzigt oder niederkniet
Oder sich extra für ihn ein schickes Kleid anzieht
Das ist dem Schöpfer dieser Welt vermutlich ziemlich egal
Denn er ist nicht so wie ihr, nicht so eindimensional
Nicht so besitzergreifend voller Neid und Gier
Nicht so oberflächlich wie die meisten Menschen hier
Gott ist Vielfalt, Neugier, Chaos und Fantasie
Und sein heiliger Geist, ist der Geist der Anarchie
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naja...is mir viel zu religionsfreundlich und wird zum ende hin immer schlechter.
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Ich finde den Inhalt top, trifft ziemlich genau meine Einschätzung von Religion.
Muss den Text unbedingt meiner "Maria hilft"-Schwiegermutter zeigen
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Ich muss sagen den Text finde ich richtig gut sollte mich mal jemand fragen wie ich zur Religion stehe mache ich einfach das Lied an
Ich finde in dem Text sind viele interessante und wesentliche Punkte drin es spiegelt sehr meiner Einstellung zur Religion wieder
Ich finde das Ende passt gerade sehr gut da man eher am Anfang davon spricht dass es keinen Gott gibt und zum Schluss aber dem Glauben eine (wie ich finde) realistische Chance gibt was mich als Agnostiker sehr anspricht
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Wenn ein Gott überhaupt eine Entscheidungsmacht hat. "Ist Gott also allmächtig oder böse?"
Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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Es könnte doch sein das es mehr als einen Gott gibt, so wie Teufel und Gott. Der eine ist für das Böse und der andere für das Gute verantwortlich, doch kann es sein das wir Menschen auch einfach nur der Unterhaltung dieser größeren Macht dienen und je nach verlangen wird etwas gutes oder böses vollbracht.
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Uh...langsam wirds interessant :3
das wäre evtl. ein thema für einen neuen thread? ich will das hier nicht zuspammen ^^ was sagen die moderatoren dazu?
Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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wurde doch schon gemacht, herr admin
Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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