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Zum Ende der Seite springen Elitäres Denken contra Gleichmacherei  
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dian
unregistriert
Elitäres Denken contra Gleichmacherei 07.05.2013 14:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Es zieht sich ja wie ein roter Faden durch die ganze Unity-Historie, dass man mir immer mal wieder unterstellt, wenn ich 95 Prozent der Menschen für verblödete Lemminge (oder seelenlose Zombies, etc.) halte und sie dafür verachte, wäre ich nicht besser als die Faschisten.
Auch Besucher aus dem Plateau-Forum wurden hier vor einiger Zeit stark kritisiert, weil sie so eine elitäre Aura ausstrahlten und bestimmte Menschen, die ihnen geistig nicht reif genug erschienen, aus ihrer virtuellen Gemeinschaft ausschlossen.
Mich würde mal interessieren, wie ihr das seht...
Ist elitäres Denken so etwas wie die Grundlage des Faschismus? Oder ist es nicht eher umgekehrt, und es ist gerade der Ausweg aus dem Faschismus, dass wir uns darauf besinnen, etwas Besseres und Edleres sein zu wollen als die gleichgeschalteten Massen, die sich längst mit ihrem Dasein als Befehlsempfänger und Konsumenten abgefunden haben?

Ich persönlich finde, es ist zunächst einmal nichts Schlechtes dabei, sich deutlich von anderen Menschen abzugrenzen, und auch bestimmte Menschen für wertvoller zu halten als andere.
Die Licht-und-Liebe-Fraktion wird das zwar vermutlich anders sehen... die werden sagen "Wir sind alle gleich und alle Menschen sind miteinander verbunden, weil wir aus der selben Quelle stammen"...
aber ich hab doch Augen im Kopf! Ich hab mir das nicht einfach so ausgedacht, dass mindestens 95 Prozent der Menschen total anders drauf sind als ich.
Beispielsweise sehe ich, wie die meisten Menschen spätestens ab einem gewissen Alter damit aufhören, Schulpflicht als etwas Schlimmes zu empfinden... ja, sie verteidigen sie sogar noch vehement, obwohl sie einst als Kind ebenso darunter gelitten haben.
Und dann gibt es einige wenige, denen dreht sich auch wenn sie längst nicht mehr zur Schule gehen, noch beim Gedanken daran der Magen um, dass man jungen Menschen vorschreibt, was sie wann von wem zu lernen haben und wie sie ihre Zeit verbringen müssen.
Das ist einfach schonmal eine klare Unterscheidung... die Schulpflichtbefürworter und die Schulpflichtgegner. Diese Unterscheidung habe nicht ich getroffen. Die Menschen haben sich unterschiedlich positioniert. Und wenn ich jetzt sage, dass ich Menschen, die Zwangsmaßnahmen wie Schulpflicht befürworten, für geistig unreif halte, weil sie noch nicht kapiert haben, dass eine auf Zwang basierende Gesellschaft immer unfreie Menschen hervorbringen wird, dann soll ich plötzlich ein Faschist sein... weil ja jeder ein Recht auf seine Meinung hat, ich gleichzeitig aber nicht das Recht haben soll, bestimmte Meinungen für primitiv zu halten, weil das ja anderen gegenüber respektlos wäre.
Ist das selbe, wie wenn man mit religiösen Menschen zu diskutieren versucht. Mach mal einem Moslem klar, dass du findest, dass der Koran nur ein dämliches Buch von vielen ist. Er wird dir sofort Intoleranz vorwerfen... Du sollst gefälligst Verständnis für seine Religion aufbringen, obwohl diese Religion selbst es ist, die alle, die anderer Meinung sind, diskriminiert und verteufelt.
Ist man ein Faschist, weil man intolerante Menschen ablehnt und sich von ihnen so weit wie möglich distanziert? Ist es faschistoid, Intoleranz mit Intoleranz zu bekämpfen, oder ist es nicht vielleicht die einzige Möglichkeit, etwas zu ändern, weil Toleranz gegenüber Intoleranz nur dazu führt, dass die Intoleranten die öffentliche Wahrnehmung dominieren?

Für mich wäre es Faschismus, wenn ich andere Menschen zu einer bestimmten Meinung zwingen würde... wenn ich versuchen würde, der ganzen Gesellschaft meinen Willen aufzuzwingen.
Aber wenn ich mich deutlich von anderen abgrenze, ist dies im Grunde eher eine Aktion gegen den Faschismus, gegen die allgegenwärtige Gleichmacherei.
Erinnert mich ein bisschen an die Schulzeit. Da hatten wir so einen Lehrer, der sehr diskussionsfreudig war, und der nichts so wichtig fand, wie uns Schülern eine gute Diskussionskultur näherzubringen. Sprich, egal wie schwachsinnig die Meinung eines anderen war, du durftest nicht sagen, dass du seine Meinung für schwachsinnig hältst, sondern du musstest dich argumentativ damit auseinandersetzen und natürlich für jeden Scheiß Verständnis aufbringen.
Also immer so nach dem Motto "Ich bin gegen Schulpflicht... man kann es aber natürlich auch von einer anderen Seite aus betrachten und Schulpflicht für eine gute Sache halten."
"Ich bin gegen Faschismus, aber man muss ja auch die Nazis verstehen."
Der Lehrer hat wohl versucht, uns dadurch Toleranz zu vermitteln.
Und natürlich... es ist verdammt wichtig, dass junge Menschen lernen, ihre eigene begrenzte Sichtweise zu verlassen und die Dinge auch mal aus der Perspektive eines anderen zu sehen.
Aber wenn das irgendwann dazu führt, dass einem jeder Versuch, sich zu Positionieren und sich von Andersdenkenden zu distanzieren, gleich als antisozialer Akt ausgelegt wird... wenn es zur völligen Beliebigkeit verkommt, welche Meinung ein Mensch vertritt, weil ja ohnehin alles gleich gut und gleich richtig ist... wenn man Mitleid und Verständnis für jeden Scheiß haben muss, um nicht als elitärer Faschist zu gelten...
dann braucht man sich nicht wundern, dass wir heute eine gleichgeschaltete Generation haben, die sich weder gegen ihre Elterngeneration, noch gegen die Alphatierchen aus der eigenen Generation, jemals behaupten können wird, weil es ihnen schlicht und ergreifend an Eiern fehlt.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von dian am 07.05.2013 15:18.


Scumdog

Nightwatch

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RE: Elitäres Denken contra Gleichmacherei 07.05.2013 15:30 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich halte es mal mit deinem Lehrer, der offensichtlich ein weiser Mann war/ist:
Ich diskutiere weiter mit dir, obwohl du wertloses Stück Menschenmüll noch nicht einmal kapiert hast,
was ich dir sagen will und obwohl deine Meinung schwachsinnig ist.
Scheisse, es geht nicht um Pazifismus! Es geht nicht darum, sich nicht positionieren zu dürfen
oder für eine Sache nicht kämpfen zu dürfen.
Pazifismus ist eine schöne Sache und der Gewalt immer zu bevorzugen - so es denn möglich ist.

Es geht um dein Menschenbild, Dian. Einzig darum, daß du glaubst, gegen 95 Prozent der Weltbevölkerung kämpfen zu müssen.
Deine Überzeugung, daß diese 95 Prozent lebensunwertes Gewürm sind, die es auszurotten gilt oder um die es zumindest nicht schade wäre.
Diese Menschen sind genauso Opfer des Systems, wie du und ich. Sie sind nicht deine Feinde.
Deine Feinde sind etwa 1 Prozent der Weltbevölkerung, nicht 95. (Nein, ich rede nicht von den Illuminaten ^^.)

Du läufst durch die Welt und suchst das Schlechte im Menschen. Wer suchet, der findet natürlich auch.
Das ist die Seite der Medallie, die du kennst.
Um dir ein wirklich ausgewogenes Bild schaffen zu können, darfst du aber auch die andere Seite nicht vergessen.
Schau dich doch mal bewußt nach dem Guten um. Klingt wie esoterische Hippiekacke, ist es aber nicht.
Schau dir die Oma im Discounter um die Ecke an, die von ihrer kleinen Rente nur Produkte mit BIO-Stempel kauft.
Wir zwei beide Elitedenker wissen natürlich, welchen Effekt das tatsächlich hat.
Die Oma weiss es wahrscheinlich sogar auch.
Aber sie tut etwas, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, um diese Welt besser zu machen, auch wenn es nur eine Illusion ist.
Die Menschen, die noch zu Demos auf die Straße gehen, weil ihnen etwas wichtig ist.
Vor ein paar Tagen war Hagen Rether hier in dieser kleinen Stadt. Ausverkauft, bis auf den letzten Platz.
Warum sollte ich den Familienvater hassen, der sich dieser Tage auf seine zweite Tochter freut und einer Arbeit nachgeht, die er hasst,
nur um seine Familie zu ernähren, die ihm das wichtigste in der Welt ist? Dieser Mann hat keine Zeit, sich um die Weltrevolution zu kümmern.
Dazu sind wir da.
Sobald du gegen die Menschen kämpfst, führst du einen sinnlosen Krieg.
Da kannst du mit deinen Balls of Steel herumklimpern, soviel du lustig bist.

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VeggiePower

burr

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RE: Elitäres Denken contra Gleichmacherei 07.05.2013 15:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

ich stimme dir, scumdog, ja zu, wobei 1% doch etwas zu gering sind, denke ich. Ich glaube nicht das sich jeder familienvater aufopfert oder jede oma gutes mit ihrer rente tun möchte. was ist mit den ganzen eltern, die ihre kinder "nach dem wege des herrn" erziehen? also mit denen, die ihren kindern irgendwas indoktrinieren und zu mitläufern heranziehen? oder mit eltern, die ihre kinder noch prügeln (von denen es wohl durchaus noch welche gibt) oder mit den männern, die ihre frauen schlagen? oder mit den geschäftsleuten, die auf kosten anderer billiger produzieren wollen oder ihre angestellten klein machen, wenn ihnen ein fehler unterläuft? Klar sind die auch nur ergebnisse ihres eigenen umfeldes, in dem sie aufgewachsen sind und/oder leben, aber wie gehst du mit denen um? oder wie würdest du mit denen umgehen, wenn du die "möglichkeiten" hättest? kann man mit fanatischen christen/moslems oder mit dem prügelndem mann noch reden, um ihn umzustimmen, oder bedarf es da schon mittel, die in die richtung gehen, die dian vorschlägt?

probier mal mit solchen leuten zu reden. das strengt erstens an und zweitens sind die danach genauso stur wie vorher. und ich rede nicht von denen, die vielleicht christlich sind, aber trotzdem irgendwie noch an der nächstenliebe hängen und ihre freizeit aufopfern, um leuten bei der tafel zu helfen oder fremde menschen auf der strasse trösten. ich rede eben von jenen, die solche sachen wie religionen, ihre fäuste oder ihre position ausnutzen, um für sich den größtmöglichen vorteil herauszunehmen ohne auf die anderen acht zu geben, oder auf eben diese noch herabzuspucken, damit das eigene ego sich größer fühlen darf. das sind nicht allzuwenige, jetzt ohne pessimistisch oder misantrophisch klingen zu wollen.

Naja. was ich wissen wollte ist,

- wie würdest du mit den hier beschriebenen ... personen ... umgehen, wenn du eine weltrevolution ins rollen bringen wolltest?
- oder, falls ich wieder mal etwas falsch verstanden habe, was sind deiner meinung nach die 1%?

und zum schluss noch was total deepes:
Mahatma Gandhi: "Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt".


blobb

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Scumdog

Nightwatch

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RE: Elitäres Denken contra Gleichmacherei 07.05.2013 16:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@VP
Wie stellst du dir eine solche Weltrevolution denn vor?
Eine handvoll Revoluzzer zieht los, um gegen den Willen der Bevölkerung die Regierung zu stürzen?
Eine Revolution gegen das Volk funktioniert nicht und kann vor allem nicht von Bestand sein.
Krieg ist Frieden. Sklaverei ist Freiheit.
Die Revolution muß vom Volke heraus geschehen, jenes lebensunwerte Gewürm muß sie wollen.
Wie ich mit den von dir beschriebenen Personen umgehen würde?
Diese Menschen sind Opfer des Systems. Indoktriniert.
Es gibt nur eine wirsame Waffe dagegen:
Educate them. Bildung.
Das ist womöglich anstrengender, als sie zu erschiessen - vor allem aber ist es nachhaltiger.
Allem voran muß eine geistige Revolution stattfinden, ohne diese Grundlage ist deine Weltrevolution zum Scheitern verurteilt.

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reset



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07.05.2013 18:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

irgendwie ähnlich wie die militanz-debatte.
da gibt es auch zwei seiten die sich gegenüberstehen und eben eine weitere gruppe von leuten (zu denen ich mich zähle), die nicht die eine (ultra-pazifistische) oder die andere (militanzbereite) seite ablehnen, sondern beide formen der aktion/revolution unterstützenswert finden.

es gibt extrem dumme und auch beschissene menschen mit denen ich nicht rede, sondern nur noch gegen sie kämpfe. beispielsweise gefestigte nazis oder autoritäre spinner. und dann gibt es leute, die auch ziemlich dumm und beschissen sind, die ich aber nicht so bekämpfe wie die richtig beschissenen leute, sondern ich bin auch zu gesprächen bereit. und so stuft sich das immer weiter ab.

außerdem denke ich, dass es bei diesem thema sehr auf die wortwahl ankommt. wenn ich begriffe wie "des lebens nicht würdig" benutze, dann geht es in eine faschistoide richtung. wenn ich aber sage, diese leute verhalten sich scheiße, sie wissen es und machen weiter und deswegen bekämpfe ich sie, dann geht das schon in eine andere richtung. oder?

nicht jede meinung muss respektiert werden. dieser scheiß wird uns durch die ganze propaganda maschinerie der herrschenden immer eingetrichtert. "auch nazis haben das recht zu demonstrieren". nein. verfickt nochmal nein. diese dummen arschlöcher haben mit ihrer scheiß menschenfeindlichen ideologie nicht das recht zu demonstrieren. ich akzeptiere es nicht wenn diese leute der nächsten generation den hass lehren. egal wie sie es versuchen ich gehe dazwischen wo immer es geht.
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Scumdog

Nightwatch

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07.05.2013 18:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@reset:
Ja, so macht das Sinn.
Wichtig ist einzig, aufgrund vereinzelter Spinner und Vollidioten nicht den Glauben an die Menschheit zu verlieren Augenzwinkern

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Ya2k



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07.05.2013 19:35 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@Dian
Wenn man dir jedesmal ein klatschen würde, wenn du wildfremden irgendeine minderwertigkeit unterstellst... uijuijui.
Das ist bestimmt nicht nur provokation.

Früher hab ich auch gerne auf andere herabgesehen und mich gefragt, was in ihren hirnen vorgeht dass sie so einen scheiss fabrizieren und erzählen. Mittlerweile habe ich für mich akzeptiert, dass ich zwar nicht soviel stuss verzapfe wie viele andere - aber durchaus selbst meine unschönen,unedlen seiten habe.
Das macht das leben viel erträglicher für mich, vielleicht hilft es dir auch.
E-Mail an Ya2k senden Fügen Sie Ya2k in Ihre Kontaktliste ein
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WerBinIch

Dorfkind

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08.05.2013 13:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ja, "educate them" wär ne gute Möglichkeit, wenn es denn funktionieren würde -.-'
Jeder Mensch sucht sich seine eigenen Werte und wenn da Geld und Konsum viel wichtiger ist als Menschenrechte, Friheit oder Ähnliches, dann stößt du auf taube Ohren, denn diese Leute wollen sich nicht ändern! Ihnen geht es gut in ihrer oberflächlichen Welt. Und scheisse ja, ich war auch einmal so ein nichtsahnender Kerl, der immer nur das Gute im Menschen sah. So ein Schwachsinn!
Nennt mich ruhig einen elitären Spinner, aber ich denke es gibt durchaus unwürdiges Gewürm, das es wagt sich "Mensch" zu nennen.
Allein wenn ich wieder höre, dass ein Mädchen vergewaltigt wurde und darauf hin als "Schlampe" beschmpft wurde, so dass sie den einzigen Ausweg im Selbstmord sah... Da will ich wissen, wo du das Gute im Menschen siehst! Solche Schweine haben es nicht verdient zu leben, die einem anderen Menschen so etwas antun!

Ob ich besser bin als diese Menschen? Ja, ich denke schon! Ich habe noch niemanden vergewaltigt, oder ein Vergewaltigungsopfer seelisch misshandelt und als "Schlampe" beschimpft! Es geht hier nicht um verkackte Ideologien, es geht um das Verhalten der Menschen. Von mir aus kann man alte Turnschuhe anbeten, kein Hänchenfleisch essen wollen und sich einen auf eine freie Marktwirtschaft wichsen, so lange man sich nicht verhält wie ein unwürdiges Gewürm, wird man auch nicht so behandelt!

Die Frage ist nur, ob es etwas bringt diese ganzen Idioten zu eliminieren, wenn die gleichen Spinner folgen werden und man den Grund im System sieht und nicht in den Menschen selbst. Oder ob man den Anfang macht und so einem Arschloch alle Knochen zwei mal bricht!

Hat die RAF etwas gebracht? Das waren auch teilweise Arschlöcher, mit einer beschissenen Doppelmoral, die sich selbst nur inszenieren wollten. Aber die Idee einer Roten Armee Fraktion besteht weiterhin. Also, entweder liebe, liebe Blümchen-Aufklärung oder ein paar Idioten das Gehirn rauspusten um die Nachricht zu verbreiten?

Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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dian
unregistriert
08.05.2013 13:22 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Scumdog:
Zitat:
Diese Menschen sind genauso Opfer des Systems, wie du und ich. Sie sind nicht deine Feinde. Deine Feinde sind etwa 1 Prozent der Weltbevölkerung, nicht 95.

Ja, so war das genaugenommen schon zu allen Zeiten. 1 Prozent aktive Unterdrücker, 94 Prozent arme Opfer des Systems, und vielleicht 5 Prozent Rebellen und Aussätzige, die keinen Bock auf den Scheiß haben. (Die Zahlen hier sind natürlich immer nur rein subjektive Schätzungen)
Wenn du so argumentierst, muss man aber konsequenterweise auch sagen, dass es im Dritten Reich auch nicht anders gewesen ist... dass ein Großteil der Bevölkerung liebenswerte Menschen waren, die nur ein bisschen von der bösen 1 Prozent Nazi-Elite manipuliert worden sind.
Mit anderen Worten: Die Masse trifft keine Schuld, sie kann ja nichts für ihre Manipulierbarkeit... der Durchschnittsdeutsche kann ja nichts dafür, dass er ganz automatisch zu marschieren beginnt, sobald irgendwo eine Trommel erklingt. Er will ja eigentlich nur das Beste für seine Familie und sein Land.

Vielleicht verstehst du ja (auch wenn du mich sonst nicht verstehst), worin die Gefahr eines solchen Weltbildes liegt.
Wenn man das Böse der Welt auf ein paar wenige Schultern verteilt und die anderen alle nur als Opfer sieht, hilft das nicht unbedingt dabei, dass die dumme Masse irgendwann aufhört, dumme Masse zu sein.
"Wir haben's halt nicht besser gewusst"... werden sie nach dem nächsten Krieg schulterzuckend sagen, und dann spucken sie in die Hände und machen sich an den Wiederaufbau.
Das wirklich Dämonische in unserer Welt sind nicht die 1 Prozent. Die 1 Prozent bösartiger Manipulierer könnten überhaupt nichts ausrichten, wenn sie sich einer aufgeklärten, kritischen Bevölkerung gegenübersehen würden.
Das, was ich hier wirklich dämonisch finde, sind die Gruppendynamiken, die aus harmlosen Familienvätern und freundlichen Nachbarn plötzlich eine gesichtslose Masse macht, die nicht einschreiten wird oder sogar applaudiert, wenn die Polizei mal wieder den falschen einsperrt oder sich ihre Führer irgendwelche Eskapaden erlauben.
Ich finde, das muss man nicht nur ansprechen, das muss man auch verurteilen und bekämpfen. Auf keinen Fall sollte man es entschuldigen mit so Binsenweisheiten wie etwa "Auch Durchschnittsmenschen können ihre liebenswerten Seiten haben".
Natürlich können sie das. Mein Opa war ein supernetter Familienmensch und gleichzeitig überzeugter Nationalsozialist. Das ist alles kein Widerspruch, sollte aber auch nicht wirklich als Entschuldigung durchgehen dürfen.
Man muss klar sagen, dass es schon immer eine breite Masse gab, die wie die Lemminge dem Mainstream gefolgt sind.... und dass es zu jeder Zeit auch schon Außenseiter und Rebellen gab, die sich gegen diese Gleichmacherei gewehrt haben.
Natürlich gibt es unterschiedliche Grade von Mitläufern und von Rebellen... der eine ist es mehr, der andere weniger. Dennoch finde ich, man tut den Rebellen vergangener Zeiten unrecht, wenn man sie nicht dafür ehrt, dass sie anders waren, sondern nur sagt: "Ach, so viel besser waren die ja auch nicht. Eigentlich sind ja alle Menschen gleich viel wert."
Ich denke eher, es ist an der Zeit, stolz zu sein, wenn man von der Masse abweicht, anstatt, wie heute üblich, lieber das Maul zu halten, weil man sonst ja arrogant oder überheblich rüberkommen könnte.

Nebenbei bemerkt geht es mir in diesem Thread aber überhaupt nicht darum, irgendwen zu meinen Ansichten zu bekehren.
Wenn ich mich irren sollte, und ihr die dumme Masse durch Verständnis und aufklärende Worte dazu bringt, dass irgendwann alle aufwachen und gemeinsam eine bessere Welt schaffen, dann werde ich damit überhaupt kein Problem haben.
Wäre ja großartig, wenn es so funktionieren würde.
Die Erfahrungen, die ich bislang mit Menschen gemacht habe, lassen mich nur eben eher andere Rückschlüsse ziehen... und das wollte ich eigentlich hier nur mal klarstellen. Dass man meine Sicht der Dinge nicht zu teilen braucht... aber dass es mehr als genug gute Gründe dafür gibt, die Massenmenschen und deren innere Hässlichkeit zu verachten.
Ich sag ja nicht, dass jeder von Geburt an bis zum Tod so ein Massenmensch bleiben muss. Die kleinen Kinder sind's noch nicht, aber sie werden es im Lauf der Schulzeit fast unausweichlich... und die allermeisten bleiben es dann leider bis zu ihrem natürlichen Ende. Daran kann ich nicht viel liebenswertes erkennen. Da ist mir jedes wilde Tier sympathischer.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von dian am 08.05.2013 13:26.


(s)AINT



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08.05.2013 13:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wenn man wie Dian bereits 13 Jahre lang vergeblich "Aufklaerung" betreibt (oder wie der Herr Wanderprediger sogar noch laenger), dann steht man irgendwann einmal vor der Entscheidung. Entweder mein Gehirn ist nicht in der Lage, Realitaet als solche richtig zu interpretieren oder meine Sichtweise der Dinge ist korrekt und daraus folgt frueher oder spaeter die Erkenntnis "people equal shit".

Ich persoenlich halte nichts von Gleichmacherei. Jeder Mensch, sei er so auch dumm wie ich, hat eine Meinung. So gut wie jeder-mann-frau bildet sich ein, ihre-seine Meinung gaelte genau so viel wie jede beliebig andere. Das ist voellig absurd. Man muss nicht studiert sein, um instinktiv zu erkennen, dass gewisse Menschen (z.B. LoL-o-caust-leugner oder creationists) voellig fehlgeleitet sind. Man weiss mitunter nicht genau zu sagen, warum dem so ist, der Gruende dazu gibt es derer viele, aber es ist diese Form der Erkenntnis, die einen Menschen u.A. dazu befaehigt, Scheisse von Schuhcreme unterscheiden zu koennen.

Es geht dabei weder um prinzipielle Rechthaberei, noch um das Gefuehl anderen Menschen ueberlegen sein zu wollen. Jeder vernuenftige Mensch wird sich gerne eines besseren belehren lassen, wenn denn die von der Gegenseite ins Feld gefuehrten Argumente die schlagkraeftigeren sind. Jeder freiheitsliebende Mensch hat auch kein Problem damit, die individuellen Eigenheiten eines anderen Menschen zu akzeptieren und diesen so zu lassen, wie er nun einmal ist.

Aber wenn es um das große Ganze geht - die Gesellschaft, die Welt, in der wir leben - so gilt fuer mich der Spruch: Jedes Volk hat die Regierung, die es sich ver-dient hat - und sollte trotz aller Bemuehungen, dem entgegen zu wirken - jemals der grosse thermo-nukleare Ernst-fall eintreten, dann hat der homo sapiens seine Chance vertan und dies dann auch voellig zu Recht. Fuck'em! Gegen Dummheit kaempfen Goetter gar vergebens ...

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Scumdog

Nightwatch

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08.05.2013 16:28 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@WBI:
Ah, 95% der Menschen sind also Vergewaltiger?
Weisst du, ich war auch mal so ein nichtsahnender Kerl, der immer nur
das Böse im Menschen sah. So ein Schwachsinn!
Natürlich gibt es böse Menschen da draussen. Und die verdienen auch tierisch ein paar auf die Fresse,
vielleicht sogar mehr als das. Aber diese Drecksäcke sind nicht die Norm, zu der du sie machen willst.

@dian:
Überlege vielleicht einmal, was die "Masse" ist und weshalb sie als solche unweigerlich ignorant und dumm sein muss.
Dann verstehst du auch, weshalb der Umkehrschluss "Die meisten Menschen sind ignorante Dummköpfe" nicht gelten kann.

@(s)AINT:
Ui, 13 Jahre! Ich komme knapp auf 20. Wer hat noch nen längeren... rebellischen Background?
(Langhaarige Blondinen sind von der Teilnahme ausgeschlossen!)

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dian
unregistriert
08.05.2013 18:44 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Überlege vielleicht einmal, was die "Masse" ist und weshalb sie als solche unweigerlich ignorant und dumm sein muss.

Was die Masse ist und wie sie meiner bescheidenen Meinung nach funktioniert, habe ich in diesem Video recht ausführlich dargestellt:

Vielleicht schaust du es dir wenigstens mal an, wenn du dir schon zu fein bist, auf meine Argumente einzugehen.
Wenn es dir hingegen nur darum ging, klarzustellen, dass du mich scheiße findest, dann betrachte es hiermit als zur Kenntnis genommen.

reset



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08.05.2013 22:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

es gibt menschen, die sind sehr empfänglich für propaganda, welche mit hass und angst arbeitet, wie es in diesem system der fall ist.

es gibt menschen, die sind nicht unbedingt empfänglich für propaganda, haben aber auf grund ihrer sozialisation und lebenserfahrung bestimmte eigentlich beschissenen "werte" verinnerlicht.

es gibt menschen, die sind sehr intelligent, aber nurtzen diese intelligenz nur für in unseren augen unehrenwerte ziele.

es gibt kein allheilmittel um die menschen zu ändern. bei manchen reichen worte. andere müssen neue erfahrungen machen um ihr altes weltbild zu hinterfragen. und dann gibt es leute, die haben nur noch auf die fresse verdient, weil sie völlig imun gegen aufklärung sind und klare gegner einer freien gesellschaft.
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Lonewolf



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08.05.2013 22:31 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat von reset:
es gibt menschen, die sind sehr empfänglich für propaganda, welche mit hass und angst arbeitet, wie es in diesem system der fall ist.

es gibt menschen, die sind nicht unbedingt empfänglich für propaganda, haben aber auf grund ihrer sozialisation und lebenserfahrung bestimmte eigentlich beschissenen "werte" verinnerlicht.

es gibt menschen, die sind sehr intelligent, aber nurtzen diese intelligenz nur für in unseren augen unehrenwerte ziele.

es gibt kein allheilmittel um die menschen zu ändern. bei manchen reichen worte. andere müssen neue erfahrungen machen um ihr altes weltbild zu hinterfragen. und dann gibt es leute, die haben nur noch auf die fresse verdient, weil sie völlig imun gegen aufklärung sind und klare gegner einer freien gesellschaft.



In wenigen Worten treffend auf den Punkt gebracht Augenzwinkern

Mich stört hier oft, dass meist von Dummheit und notwendiger Aufklärung die Rede ist, als würde es irgendeine umfassende Wahrheit geben, die man einfach mal verinnerlicht haben müsste um zu einer besseren Welt zu kommen.
Ich würde, abseits von der sicherlich himmelschreienden Blödheit mancher Zeitgenossen, dennoch dazu tendieren die Menschen in ihren Absichten einfach mal ernst zu nehmen. Ich will eigentlich niemanden bekehren (und denke auch nicht, dass dies funktionieren würde), sondern Mitstreiter finden.
Was mich oft überkommt ist weniger ein selbstgefälliger Elitismus, sondern eher eine gewisse Frustration, wenn ich an bestimmte Mauern stoße (und diese Mauern sind weitaus öfter aus Apathie, Gewohnheit und Gleichgültigkeit gezimmert als aus reiner Dummheit oder "Unterentwickeltsein").

The Loathsome mask has fallen the man remains
Sceptreless, free, uncircumscribed, but man
Equal, unclassed, tribless and nationless,
Exempt from awe, worship, degree, the king,
Over himself, just, gentle, wise.

Percy Bysshe Shelley


Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, dass wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen. Karl Marx
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WerBinIch

Dorfkind

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09.05.2013 04:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Scumdog Du vermischst da was. Ich habe nie die Zahlen von Dian übernommen. Das war lediglich als sehr krasses Beispiel gedacht. Wobei so etwas öfter vorkommt, als du dir vielleicht denken magst.
Außerdem will ich diese Idioten sicherlich nicht zur Norm machen, ich beziehe mich nur auf meine Erfahrung.

@reset gut getroffen ^^

Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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dian
unregistriert
09.05.2013 13:32 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Lonewolf:
Zitat:
Mich stört hier oft, dass meist von Dummheit und notwendiger Aufklärung die Rede ist, als würde es irgendeine umfassende Wahrheit geben, die man einfach mal verinnerlicht haben müsste um zu einer besseren Welt zu kommen.

Etwas Kenntnis von den sozialen und politischen Zusammenhängen hat sicher noch keinem geschadet. In so fern halte ich Aufklärung nach wie vor für berechtigt... und sei es auch nur, um die "Masse" darüber aufzuklären, dass es da draußen nicht wenige Menschen gibt, die deren Way of Life entschieden ablehnen.
Aber du hast natürlich völlig Recht. Es ist letztlich keine Frage von mangelndem Wissen oder intellektueller Unterentwicklung, was die meisten Menschen zu Mitläufern macht. Daher sollte man auch nicht erwarten, durch kluge Worte und Aufklärungsarbeit ihr Wesen verändern zu können.
Eigentlich müsste man ihnen viel eher bestimmte Gefühle vermitteln. Etwa das Gefühl, das dich überkommt, wenn du marschierende Nazis siehst... oder das Gefühl, das mich überkommt, wenn ich sehe, wie junge Menschen, die eigentlich wie die Helden in meinen Romanen sein könnten, gleichgeschaltet und duckmäuserisch zur Schule gehen... oder das Gefühl, das einen Psychiatriegegner überkommt, wenn er eine Zwangsjacke sieht... das Gefühl, das Tierrechtsaktivisten überkommt, wenn sie einem Viehtransport begegnen...
Dieses Gefühl schreiender Ungerechtigkeit, dieser Drang, etwas dagegen unternehmen zu müssen, dieses Feuer, das in manchen Menschen brennt... das Feuer von Freiheit und dem Wunsch nach Gerechtigkeit...
In den meisten Menschen flackert es leider nur irgendwann in der Jugendzeit kurz auf, und erlischt dann für immer. Einige wenige behalten es jedoch ihr ganzes Leben hindurch.
Ich mag noch so zynisch und misanthropisch werden... aber ihr könnt euch sicher sein, dass ich immer meine Ideale behalten werde, dass ich immer dieses Feuer in mir tragen werde. Und ich weiß auch, dass es vielen hier im Forum genauso geht.
Leider ist das wie gesagt nur bei wenigen Menschen der Fall. Und ich fürchte, wenn das Feuer in ihnen erst einmal erloschen ist, kannst du mit Worten und Aufklärung versuchen, was du willst... es ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, das Feuer in solchen Menschen wieder zu entfachen.

Stellt sich eben nur noch die Frage, warum das ist...
warum manche das Feuer für immer in sich tragen, obwohl sie vielleicht unter den selben Umständen aufgewachsen sind wie ihre "angepassten" Artgenossen. Warum andere nicht länger leuchten als in einer kurzen Phase in ihrer Jugend. Und ob es nicht vielleicht vergeudete Mühe ist, diejenigen, deren Herzen bereits aufgehört haben zu brennen, mit Aufklärung oder Musik oder was auch immer wiederentflammen zu wollen... oder ob man nicht besser einen weiten Bogen um diese Zombies machen sollte, bevor man von ihnen angeknabbert wird.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von dian am 09.05.2013 13:37.


(s)AINT



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09.05.2013 14:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wer die Freiheit nicht im Blut hat, wer nicht fuehlt, was das ist: Freiheit -
der wird sie nie erringen. (Tucholsky)
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Scumdog

Nightwatch

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09.05.2013 16:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

[quote=dian]
Zitat:

Wenn es dir hingegen nur darum ging, klarzustellen, dass du mich scheiße findest, dann betrachte es hiermit als zur Kenntnis genommen.

Nein, so einfach ist es dann doch nicht.
Aber ich habe doch tatsächlich kurz vergessen, wie gut ( Augenzwinkern ) du eigentlich wirklich bist (oder warst), danke für die Erinnerung.
Ich bin nicht ganz deiner Meinung, was die "Huhn oder Ei"-Frage betrifft, das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, in dem Video ist von deiner pauschalen Menschenverachtung nichts zu spüren, die du hier an den Tag legst - ganz im Gegenteil.
Woher kommt das jetzt also?
Wann hast du den Glauben (Glauben... schönes Reizwort....) an die Menschheit verloren, wann und warum bist du zum Einzelkämpfer geworden?
Zitat:
Und ob es nicht vielleicht vergeudete Mühe ist, diejenigen, deren Herzen bereits aufgehört haben zu brennen, mit Aufklärung oder Musik oder was auch immer wiederentflammen zu wollen... oder ob man nicht besser einen weiten Bogen um diese Zombies machen sollte, bevor man von ihnen angeknabbert wird.

Resignieren ist einfach (,aber) das falscheste, was man tun kann.
Zombies lassen sich nur auf eine einzige Weise erledigen.
Aim for the BRAAINS !

Noch etwas Hippiedreck hinterher:

Augenzwinkern


Oh, Edith möchte auch noch was sagen:

Ich glaube, es ist notwendig, damit du verstehst, daß ich dich durchaus verstehe, daß ich weiss, wovon ich rede.
Ich hab nämlich auch mal Musik gemacht. Dieser Song hier ist ziemlich genau 10 Jahre alt - ich glaube, daß er recht gut verdeutlicht,
daß ich zu jener Zeit dort gewesen bin, wo du jetzt stehst. Heute schäme ich mich zutiefst für diesen Text, den ich da verbrochen habe.
Trotzdem habe ich den Song, der Tief in der Mottenkiste ruhte, jetzt noch einmal hochgeladen.
Vielleicht bewirkt er ja auf diese Weise doch noch etwas gutes.

http://youtu.be/3JRRIoSnHv0

Du hast recht, es ist wichtig, sich jenes Feuer im Herzen zu bewahren. Man muß ständig darauf acht geben.
Denn wenn du es vernachlässigst, dann erlischt es - oder es brennt so intensiv, daß es dich verzehrt.
Es ist ebenso schädlich, das Feuer verhungern zu lassen, wie ständig Benzinkanister darüber auszuschütten.

Eine schöne Überleitung zu den... wie nennst du das gleich... "School shootings"?
Was ist daran so glorreich, daß man einem solchen Fehlgeleiteten ein musikalisches Denkmal setzen muß?
Diese in Matrix-Klamotten gekleideten Kinder, die andere Kinder aus Frust mit Papis Pumpgun zu Klump schiessen?
Ich empfinde nur Mitleid, mit den Opfern und den Tätern. Sie alle befanden sich noch in der Entwicklung,
keiner von ihnen hatte auch nur ansatzweise einen gefestigten Charakter, für den man sie hätte ermorden müssen.
Die Täter leiden offensichtlich neben Minderwertigkeitskomplexen zusätzlich unter starkem Geltungsdrang.
Das ist zwar nachvollziehbar aber keinesfalls nachahmenswert. Und eine Message transportiert das schon mal gar nicht,
ausser "Fickt euch alle!" vielleicht. Was soll das bewirken?
Wenn du tatsächlich etwas bewirken willst, dann schnapp dir den Benzinkanister, den du gerade auf dein Herz schütten wolltest
und nehme ihn mit vor den Reichstag. Oder die Börse. Oder das Bildungsministerium, was weiss ich.
Dann entleere diesen Kanister über deinen Kopf und zünde dich an.
DAS ist eine Message, aus purer Verzweiflung geboren und kein terroristischer Akt, bei dem andere sterben müssen.
Vor Leuten, die sich das trauen, habe ich wirklich tiefen Respekt.
Amokläufer hingegen sind arme, selbstverliebte und selbstmitleidige Würstchen, feige noch dazu,
die höchstens etwas Mitleid und ein quäntchen Verachtung verdienen - Respekt aber keinesfalls.

So, der Mainstream hat heute zum Massenbesäufnis ausgerufen und das werde ich mir keinesfalls entgehen lassen!
Juhu, ich bin Massenmensch!

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Scumdog am 09.05.2013 20:58.



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WerBinIch

Dorfkind

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10.05.2013 00:18 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Die Täter sind von Rachegelüsten getrieben. Ein nachvollziehbarer Trieb nach der so hoch angepriesenen Gerechtigkeit. Wenn man psychisch und/oder physisch misshandelt wird, hat man den Drang sich zu rächen.
"Rache" und "Gerechtigkeit" sind sehr wohl eine "Message", egal wie subjektiv diese Ansichten auch sein mögen.

Und wenn man sich öffentlich irgendwo verbrennt kratzt das niemanden. "Da hat sich so ein Spinner verbrannt" sind die meisten Reaktionen. Auch hier stirbt jemand. Allerdings mit viel mehr Leid. Eine Kugel im Kopf ist ein sehr gnädiger Tod. Kaum eine Wiedergutmachung für das Leid, das die meisten Schützen ertragen mussten. Vielen wird es nicht nur um Rache gehen, sondern auch darum, dass ihre Peiniger nicht noch mehr Menschen leiden lassen können. Deshalb verurteile ich die Schützen, die blind auf alles schiessen, was sich bewegt, und fühle für diejenigen, die sich (vor allem/nur) an ihren Peinigern rächen etwas, das sich durchaus "Respekt" nennen lassen würde.
Auch weiss ich nicht, was an einem Amoklauf feige sein sollte. "Feige" sind dann eher die, die so gebrochen sind um sich "nur" selbst das Leben zu nehmen, wobei ich diese als "gebrochen", nicht jedoch als "feige" bezeichnen würde. Kennst du den Film "I spit on your grave"? Dieser sagt wohl mehr über "Rache", "Vergeltung" und "Gerechtigkeit" aus, als ich hier in einer Stunde niederschreiben könnte.

Abermals: Vielen geht es nicht nur darum sich selbst zu rächen, sondern auch andere davor zu schützen. Nur, dass Bestrafung und Schutz heute der Staat in der Hand hat, der oft mit seinen lächerlichen Gesetzen weder das eine, noch das andere ausreichend schafft. Ist es da nicht nachvollziehbar, wenn Menschen sich nach Selbstjustiz sehnen, wenn die "Justiz" mit ihrem wörtlichen Ursprung nichts mehr gemeinsam hat? Es soll sogar "Racheengel" geben, die in Stellvertretung der Opfer Rache an den Tätern nehmen. Nur eben in anderem Maße als es der Staat mit seinen Gutmenschen-"Ich-hau-dir-auf-die-Finger"-Gesetzen jemals tun würde. Man munkelt, man munkelt...

"An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. [...] die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder."

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von WerBinIch am 10.05.2013 00:22.



Wie soll man sich selbst finden, wenn dir die Gesellschaft vorschreibt, wer du zu sein hast?
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Scumdog

Nightwatch

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10.05.2013 02:00 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wenn man Amok läuft, steht...äh, liegt man hinterher natürlich nicht als Spinner da, ist klar.
Bleiben wir mal konkret bei 'ResistantX'.
In dem Abschiedsbrief stehen viele wahre und ebenso viele unwahre Dinge drin -
ich gehe da mal nicht ins Detail, ich diskutiere gemeinhin nicht mit toten.
Deutlich wird aber, daß der sich seine Opfer nicht gezielt ausgesucht hat.
Lehrer dienten als Platzhalter für das System, das ihn gezwungen hat,
Schüler waren Programme, die es zu zerstören galt.
Er schreibt sehr deutlich, daß die Menschen ihm egal waren.
Es ging ihm um das, wofür sie in seinen Augen standen,
gleich ob das bei diesem individuellen Menschen nun gerade zutraf oder nicht.


Das ist gerade die Gefahr, die man sich ständig vor Augen halten sollte.
Irgendwann nimmt man sich selbst und sein vermeintliches Exklusivwissen um das Schlechte in der Welt so
wichtig, daß man sich für unendlich überlegen, vielleicht gar für eine andere Spezies hält.
"Die Anderen", "Die Masse" - austauschbar, keine Menschen, dumme Lemminge, Ignoranten, Roboter des Systems, Gefängniswärter.


Selektive Wahrnehmung.
Realitätstunnel.
Nicht gut.


Zitat:
Michael Kohlhaas

Uh, tiefer Griff ins Antiquariat für antike Weltanschauungen!

Hab auch einen:
Le mieux est l´ennemi du bien.

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