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Zum Ende der Seite springen schule sinnvoll?  
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komakino



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23.12.2008 18:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Stimmt, hast du Recht. Mir gehts da eben um diese Art von Schule, da diese einem ebendiese Neugier recht arg austreibt. Bei mir war das nicht der Fall, da ich in einem neuen Art Schul-Testprojekt war was Montessori recht ähnlich war.. sprich ich bin da recht "aufgegangen".. und ab dem Gymnasium umsomehr abgestürzt.
Eigentlich könnte man auch einfach garkeine Grenze festlegen, sondern eine pädagogische Beratung einrichten wo man feststellt ob der Schüler überhaupt "schulfähig" ist.. nicht nur hinsichtlich des geistigen Leistungsvermögens.

"And manifest the daydream
Like those who fell before
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Engel des Süden

Engelskind im Exil

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23.12.2008 19:59 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Also Schule wie heute -nein Danke
Lehrer wie heute - nein Danke
Erzieher im Kindergarten wie heute - nein Danke

WIeso ?

Ganz einfach , ich habe Erziehungswissenschaften angefange zu studieren, weil ich Kidner zu freien Wesen erziehen wollte, hab es dann abgebrochen, weil mir das Gegenteil vermittelt wurde, was ich zu tun habe und auch die Aussicht nach dem Studium, eventuell meine Art durch zu ziehen wurde mir plausibel ausgeredet. "Wenn Du es machst bist Du schneller aus dem Job, als drinne".

Selektion halte ich ebenfalls nur aus einem Grund für interessant - zur Einteilung in Lerngruppen. Einfach damit die, die schnell viel aufassen können nicht gebremst werden und die, die langsamer sind nicht überfordert sondern gezielt gefördert werden können.

Ich denke das die Diskussion hier im Kreis läuft, weil einige über Schule in diesem System diskutieren und andere über eine Form der Wissensvermittlung zum Selbstzweck, dazu bedarf es allerdings einen Systemwechsel.

Diese Schule ist für dieses System das Beste. Es formt Systemkonforme Wesen, die innerhalb des Systems am Überlebensfähigsten sind. Reste fallen weg und fallen in den Keller. Das ist auch genauso gewollt.

Jeder der dieses System abmildern will durch z.B. kleien Schritte unterstützt es, weil er dadurch die Notwendigkeit wieder nach hinten verschiebt, etwas radikal zu verändern. Das istd as gleiche wie die Umbenennung des Führers und seiner Manschaft, in Kanzlerin und Minister - klar hat das Volk etwas mehr Rechte als damals, aber am System hat sich nichts geändert. Einzig und allein an der Notwendigkeit etwas zu verändern. Uns geht es doch gut - höre ich sehr oft. Nein es geht nur denen Gut, die sich den Zwänegn unterwerfen, genauso wie es denen Gut ging die in den Jugendorganisationen und Parteien der Diktaturen waren. In diesem Kontext kann man meiner Meinung nach nicht um eine Verbesserung der Schule reden.

Saludos

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Meine Posts erheben keinen Anspruch auf universelles Wissen.
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komakino



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23.12.2008 20:24 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Wärs mir bei dem Thema möglich hätt ichs wohl exakt so ausgedrückt, thx Engel. smile

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Yog-Sothoth




23.12.2008 20:56 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von atreju
Und die Aussage dass sich Kinderarbeit nur durch Schulzwang verhindern lässt nehm ich jetz einfach nicht ganz für voll.

Falls sich das auf meinen Beitrag bezieht solltest du genauer lesen: Ich habe nie behauptet dass sich Kinderarbeit durch Schulzwang verhindern lässt, halte aber an meiner Behauptung fest, dass die Abschaffung von Schulzwang es Eltern leichter macht, ihre Kinder zum Geldverdienen zu schicken statt sie zur Schule gehen zu lassen, wo sie grundlegende Dinge wie lesen/schreiben, rechnen, und sonstige wichtige Dinge lernen könnten. Da würde ich mich auch Xoc anschließen, dass zumindest für ein gewisses Grundwissen eine Schulpflicht existieren sollte.

Zitat:
Original von atreju
Schulzwang ist und bleibt Scheiße, das werd ich mir nicht ausreden lassen. Erziehung ist Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen dass das Kind Bildung bekommt ist Aufgabe der Eltern. Aufgabe des Staats ist es den Kindern & Eltern die Möglichkeit zu geben dies zu tun ohne unter der Brücke wohnen zu müssen.

Ich möchte nicht wissen was dabei rauskommen würde, wenn alle Eltern die Möglichkeit hätten ihre Kinder ohne äußere Einflüsse erziehen zu können. Da halte ich den Schaden, den Schule anrichtet für wesentlich geringer als den Nutzen, gewisse Grundlagen zu vermitteln und über wichtige Dinge wie z.B. Sexualität/Verhütung, die Existenz des Holocausts, Evolution usw. auf zu klären.

Diese unabhängige Erziehung mag bei verantwortungsvollen Eltern die beste Lösung sein, aber wenn man's allen erlaubt halte ich sogar das jetzige Schulsystem für besser.

Zitat:
Original von Engel des Süden
Jeder der dieses System abmildern will durch z.B. kleien Schritte unterstützt es, weil er dadurch die Notwendigkeit wieder nach hinten verschiebt, etwas radikal zu verändern. Das istd as gleiche wie die Umbenennung des Führers und seiner Manschaft, in Kanzlerin und Minister - klar hat das Volk etwas mehr Rechte als damals, aber am System hat sich nichts geändert. Einzig und allein an der Notwendigkeit etwas zu verändern. Uns geht es doch gut - höre ich sehr oft. Nein es geht nur denen Gut, die sich den Zwänegn unterwerfen, genauso wie es denen Gut ging die in den Jugendorganisationen und Parteien der Diktaturen waren. In diesem Kontext kann man meiner Meinung nach nicht um eine Verbesserung der Schule reden.

Das ist definitiv ein sehr wichtiger Punkt über den ich mir auch schon Gedanken gemacht habe! Allerdings denke ich auch wenn man das Schulsystem freier macht, dass die Schüler dann auch freier denken, was es schwerer macht sie Zwängen unter zu ordnen, während man sich heute so stark an die Zwänge gewöhnt hat, dass sie einem oft gar nicht so stark auffallen. Naja, die ganze Sache ist halt ein zweischneidiges Schwert...

...allerdings ist es bei dem anarchistischen Ansatz wichtig, dass man sich in größeren Gruppen zusammenschließt, da man von zwei Eltern nur eingeschränkt lernen kann.
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komakino



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24.12.2008 00:15 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ich würde es allen Eltern frei überlassen ihre Kinder zu erziehen, welche nicht selber durch die Schule zu solchen Robotern wurden, aber irgendwo muss man halt anfangen.

Klar wirds den Eltern einfacher gemacht.. aber wie wärs da einzuwirken anstatt bei der Erziehung?

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quaid

their law


24.12.2008 06:49 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

was falsch oder garnicht rüberkommt - auch von den lehrern - ist mMn die notwendigkeit, sich wissen anzueignen und dauerhaft darauf zurückgreifen zu können.
ich hatte mein ganzes leben lang das gefühl, ich werde zu dingen gezwungen, bei denen sich mir der sinn nicht vollständig erschließt.
ist sicherlich auch ansichtssache; die menschen sind ja bekanntlich verschieden.

was mir bei dir auffällt, @seneca, ist das du deine scheinbar gottgegebene einstellung zum lernen zu schnell auf andere überträgst. weil es dir evntl leicht fiel, dir stoff anzueignen und du die notwendigkeit aus irgendeinem grund rechtzeitig oder schon immer eingesehen hast, beschreibst du dich selbst als gebildet genug. soweit okay. aber wenn du dann sagst, "dann muss man sich mal selbst in den arsch treten", dann lässt du da mMn die individualität zu sehr aus dem spiel.
ich verdeutliche das mal anhand der bundeswehr. wir stellen uns 10 unterschiedlich gebaute jugendliche vor, die einen harten parkour absolvieren sollen. je schwerer es wird, desto eher werden einige mit sich ringen, ob der verstand obsiegen soll, der sagt man solle besser weitermachen, oder der körper der sagt es ist genug, eine pause ist notwendig.
es gab ja schon immer leistungsmenschen, die nie still halten konnten. für jene war es am wichtigsten, jemand zu sein und über andere zu stehen. und es gab auch schon immer menschen, denen soetwas nie viel bedeutete.


Zitat:
Zitat von atreju
Bei Noten & vorallem Prüfungen wird nicht dein Wissen getestet, sondern deine Fähigkeit dich innerhalb eines hierarchischen Systems, dem du dich völlig unterwerfen musst, zu behaupten.. das wars.

dem stimme ich zu. die noten werden am ende absolut gesehen. da ist dann die rede von z.b. "nur einer drei", obwohl das eigentliche wissen und die motivation für einen bestimmten beruf ausreichen würden.
nur vielleicht hatte man in der lernphase eine schwere zeit (ist ja immerhin auch teilweise entwicklungsphase) oder sonstige probleme. da spielen zuviele faktoren mit, als das man noten absolut sehen und einen menschen in seiner leistung darüber definieren könnte.

Zitat:
Zitat von Seneca als Antwort zu atreju
So verallgemeinert halte ich diese Behauptung einfach für falsch.

es ist verallgemeinert, ja. aber schlicht falsch würde ich es deshalb keineswegs bezeichnen.
kommt man mit dem lehrer nicht klar oder wird von der klasse gemobbt, gibt es zuhause stress oder man leidet an depressionen, dann kann das lernverhalten massiv gestört werden. die daraus resultierende zensur sagt kaum etwas über die tatsächliche leistung aus, sondern eher darüber, wie gut man sich in das system eingefügt hat bzw wie gut man es trotz diverser problemstellungen geschafft hat, sich anzupassen.
das ist natürlich immernoch schwammig, da es glückspilze gibt, die nie wirklich probleme hatten wobei andere es dafür umso schwerer hatten.
aber letztendlich ist eine nackte zahl als leistungsbewertung mMn unzureichend.

Zitat:
Der Threadtitel geht finde ich imo völlig am Thema vorbei.. was heißt denn "sinnvoll"? Eher würde ich fragen.."unterstützenswert?" "zu verantworten?". Man sollte schlichtweg endlich mal in Frage stellen, ob man denn wirklich meint der Staat wolle einen BILDEN[..]

das halte ich für haarspalterei. es ist nur ein titel, der ein thema anleiten soll. was wir daraus machen, ist unsere sache.


zum thema autoritäten und gehorsam:
ich kam mal unverschuldet (wetterbedingungen) ein paar minuten zu spät zum matheunterricht in der ersten stunde. die lehrerin sagte, ich solle draussen bleiben, sie wolle den unterricht nicht stören.
wir könnten nun schauen, wie sehr die lehrerin daran interessiert ist,
a) ihren kopf durchzusetzen gemäß ihrem gemütszustand, oder
b) wissen zu vermitteln an alle schüler ihres kurses.
jedenfalls zeigt dieses beispiel klar, dass manche roboter bessere lehrer wären.
ich füge ein weiteres beispiel an, um das bild zu vervollständigen. an einem anderen tag (wochen später) kam ich ein zweites mal ein paar minuten zu spät zum matheunterricht. eigentlich wollte ich mich krankschreiben lassen, weil es mir nicht gut ging. aber ich wollte den stoff nicht verpassen; der schultag war mir zu wichtig. auf dem weg zur schule überlegte ich mir, was m ich dann sagen könnte. letztendlich betrat ich den raum und sagte zur lehrerin:
"entschuldigung, dass ich zu spät bin, aber ich wusste garnicht, dass ich zu spät bin". die ganze klasse fand das weitaus komischer als ich und lachte drauf los. die stimmung war gelockert, ich durfte mich setzen.
wieder ein beispiel für die stimmungsabhängige entscheidungskraft der lehrer, die eigentlich in keinem fall der verstandshörigen entscheidungskraft überlegen sein sollte.


edit:
Zitat:
Zitat von Seneca
Aber es ist ABSOLUT FATAL zu glauben, dass Wissen und Bildung unnötig wären und dass man darauf verzichten könnte, nur weil einen evt das eine oder andere langweilt. Bildung ist eine Waffe fürs Leben, denn nur wenn man einigermaßen gebildet ist, ist man in der Lage seine eigenen Freiheiten zu nutzen und zu verteidigen. Oder um es anders auszudrücken: Wenn man keine Ahnung hat, können einen die anderen nach Strich und Faden verarschen und man merkt es nicht einmal. Merkt man an der Bankenkrise mal wieder: Da lässt sich die Omma, die von Finanzen keinerlei Ahnung hat und noch nicht mal Prozentrechnen kann von einem Banker, der ihr bildungsmäßig in diesem Bereich tausendmal überlegen ist irgendwelche risikoreichen Zertifikate andrehen und verliert nacher.

das ist etwas speziell für meinen geschmack. vom allumfassenden wissen gehst du plötzlich auf ein beispiel ein, dass sich einfach aushebeln ließe, indem man z.b. sagt, man lernt "on demand". wenn die oma eine versicherung, ein zertifikat oder sonstwas haben will, informiert sie sich eben über dieses thema, bevor sie sich zulabern lässt. dieser gedanke hat nichts mit bildung zu tun, eher mit vorsicht und cleverness.
aber sich vorbeugend über alles mögliche zu informieren, damit man in jeder lebenslage gerüstet ist, halte ich persönlich für übertrieben.
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Engel des Süden

Engelskind im Exil

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24.12.2008 13:41 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Alles zu wissen ist auch unmöglich, das erinnert mich an die Touristen, die hier auf meine Insel kommen und alles sehen wollen.

Man kann in 3 Wochen nur 5 % sehen wenn man alles durchhetzt oder aber 2% sehen und dabei erleben, fühlen intensiv wahrnehmen. In beiden Fällen wird man auf jeden Fall über 90 % nicht sehen können.

Lernen on demand finde ich nicht schlecht und dazu einfach wach durchs Leben gehen und sich anschauen was einen interessiert, mal ein Buch lesen, mal sich auf die Strasse setzen und wie ein Obdachloser um Geld bitten, mal in seine Gedankenwelt abtauchen und gar nichts von der Umwelt wahrnehmen, mal auf gewalttätige Demos gehen und etwas abseits die Stimmung aufnehmen, im Wald nach jedem Ast und Halm schauen und ihn wahrnehmen, im Netz nach allen Infos zu einem Thema suchen, oder auch eine Vorlesung an der Uni besuchen zu einem Thema was einen gefältt ...

Immer locker bleiben und neugierig dann kommt das wissen von fast alleine und bleibt.

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Seneca
unregistriert
26.12.2008 02:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Ihr habt im Grunde wirklich nicht Unrecht @engel und @quaid, doch es gibt einen Haken:

Lernen on demand setzt voraus, dass man dazu in der Lage ist. Hierfür wiederum benötigt man eine gewisse Grundbildung. Gebt mal im Wikipedia einen wissenschaftlichen Fachbegriff ein und versucht euch darüber zu informieren. Dann werdet ihr merken, dass man schon alleine zum Lernen ein gewisses Bildungslevel benötigt, ganz einfach weil man sonst noch nicht einmal den Lexikoneintrag versteht.


Zitat:
was mir bei dir auffällt, @seneca, ist das du deine scheinbar gottgegebene einstellung zum lernen zu schnell auf andere überträgst. weil es dir evntl leicht fiel, dir stoff anzueignen und du die notwendigkeit aus irgendeinem grund rechtzeitig oder schon immer eingesehen hast, beschreibst du dich selbst als gebildet genug. soweit okay. aber wenn du dann sagst, "dann muss man sich mal selbst in den arsch treten", dann lässt du da mMn die individualität zu sehr aus dem spiel.


Ich sehe diese Einstellung gegenüber dem Lernen nicht als gottgegeben an, aber es ist einfach ein bisschen meine Art und jeder geht mit solchen Dingen anders um. In den Arsch treten kann sich auch jeder individuell und frei nach seiner Vorstellung. großes Grinsen


Zitat:
obwohl das eigentliche wissen und die motivation für einen bestimmten beruf

Zitat:
es gab ja schon immer leistungsmenschen, die nie still halten konnten. für jene war es am wichtigsten, jemand zu sein und über andere zu stehen. und es gab auch schon immer menschen, denen soetwas nie viel bedeutete.


Du hast die dritte Gruppe vergessen @quaid: Die Leute, die zwar von sich selbst Leistung verlangen, aber eben NICHT, um über anderen zu stehen, sondern weil sie es für sich selbst so wollen.
Wenn ich heute in den Supermarkt gehe und dort die Bekannte an der Kasse treffe, die mit Mühe ihren Hauptschulabschluss geschafft hat und nun als angelernte Kassiererin arbeitet, dann schaue ich auf einen solchen Menschen nicht herab, sondern betrachte ihn als menschlich völlig ebenbürtig und mit Respekt. Denn es hat jeder seine Stärken: Die an der Kasse kann Kunden freundlich bedienen zu Arbeitszeiten, bei denen ich durchdrehen würde.
Und GENAU solche Personen braucht man am Supermarkt an der Kasse: Zuverlässig, freundlich, aufmerksam. In gewisser Hinsicht absolute Spezialisten, denn freundlicher und zuverlässiger Umgang kann auch nicht jeder.
Kurzum: Ich wollte nicht deren Job machen, ich wollte aber auch nicht, dass sie meinen macht. Beides wäre eine Katastrophe für alle Beteiligten. großes Grinsen
Deswegen macht es mir gar nix aus, dass die kein Abitur hat und womöglich nicht 1 und 1 ohne Taschenrechner zusammenzählen kann. Das hindert mich ja nicht daran, an mich selbst höhere Lernanforderungen zu stellen. Augen rollen

quaid

their law


26.12.2008 06:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Ich sehe diese Einstellung gegenüber dem Lernen nicht als gottgegeben an, aber es ist einfach ein bisschen meine Art und jeder geht mit solchen Dingen anders um.

also gottgegeben ^^
ich habn problem mit motivation: was auch immer ich mir vornehme, rede ich mir früher oder später freiwillig selbst aus, weil ich immer demotivierter bin. ich kann einfach nichts durchziehen. aber so bin ich einfach. und du bist eben ganz anders in dieser hinsicht.

mit abitur wird man ja ständig gefragt, ob man denn studieren wolle.
aber für mich war die sache von anfang an klar. ich muss hier weg, geld verdienen und endlich ein leben finden, dass tragbar ist. als student nehm ichn darlehen auf..ob von kredithaien oder bafög-technisch vom staat ist an sich ja erstmal nicht weiter wichtig. dann müsste ich wohl nen teilzeitjob annehmen neben den vorlesungen und dem lernen, um über die runden zu kommen.
das seh ich aber alles garnicht ein, denn am ende steh ich da wie heute, nur dass ich mir nen neuen titel geben könnte. und was bringt einem dieser titel?
irgendwo hier im forum hatte ich es schon geschrieben..wie ein diplom-irgendwas gesucht wurde..die anforderungsliste war SO lang, und was war die art der anstellung? befristete überlassung von arbeitskräften.
ich studiere ganz sicher nicht, um einen teil meines lohnes dann zeitarbeitspennern in den rachen zu werfen und jederzeit gefahr zu laufen, weg vom fenster zu sein. und die chance, nicht bei eben solchen zu landen, ist mir zu gering, als das ich meine jahre für ein studium hingeben könnte.
gab auch schon einige berichte über hochdotierte ärzte, ausgebildete handwerker u.ä., die allesamt für ihren fähigkeitsgrad und bildungsstand minderwertige berufe ausüben mussten, um überhaupt geld zu verdienen.

deutschland könnte gut ausgebildete leute eigentlich brauchen. die abwanderung in andere länder ist nicht zu verachten. aber stattdessen wird lieber der mindestlohn unter den tisch geredet und bewundert, wie sehr die zeitarbeitsbranche blüht, während aber die steuern keinesfalls gesenkt werden.
und das, während man in so manchen nachbarländern schon 2x soviel in vielen berufen verdienen könnte, wenn man einen beruf erlernt hat. wieso ist deutschland im kapitalismuswahn eigentlich so weit vorn? sind die oberen zehntausend allesamt maybach-fahrer auf der überholspur, oder was verstehe ich da nicht?
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Seneca
unregistriert
26.12.2008 12:23 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
als student nehm ichn darlehen auf..ob von kredithaien oder bafög-technisch vom staat ist an sich ja erstmal nicht weiter wichtig. dann müsste ich wohl nen teilzeitjob annehmen neben den vorlesungen und dem lernen, um über die runden zu kommen.
das seh ich aber alles


Das ist in der Tat zunächst mal ein gewaltiger Nachteil eines Studiums. Der Vorteil ist halt, dass man danach gut qualifiziert ist und zumindest in der gewissen Nische als Spezialist keine schlechten Chancen hat.


Zitat:
deutschland könnte gut ausgebildete leute eigentlich brauchen. die abwanderung in andere länder ist nicht zu verachten. aber stattdessen wird lieber der mindestlohn unter den tisch geredet und bewundert, wie sehr die zeitarbeitsbranche blüht, während aber die steuern keinesfalls gesenkt werden.


Naja, die Abwanderung in andere Länder ist, wenn man nicht gerade das Grenzgebiet zur Schweiz betrachtet wohl eher minimal. Mindestlohn hatten wir glaube ich mal in einen anderen Thread. Soviel nur dazu: Dass niedrige Löhne moralisch verwerflich sind, da sind wir uns sicherlich einig. Ich glaube nur, dass die Einführung eines Mindestlohnes MOMENTAN Schwierigkeiten bringen würde, weil die Voraussetzungen dafür noch nicht geschaffen sind. Mittelfristig muss er her, keine Frage.
Wie du das mit den Steuern jetzt mit dem anderen in Verbindung bringst erschließt sich mir nicht. Dass die Steuern nicht gesenkt werden ist logisch, IMHO müsste man, sodenn man vernünftig ist, eher nochmal kräftig erhöhen.

quaid

their law


26.12.2008 12:43 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

die überleitung kam daher, dass man als geringverdiener stärker unter der steuerlast leidet.
es gibt beispiele anderer länder, die über die krisenzeit hinaus die steuern senken.
im übrigen greift der staat schon genug ab. allein die gesetzliche rentenversicherung, die in dieser generation angeblich kaum noch etwas bringt. man könnte anfangen, mal unsinnige straßenschilder gar nicht erst aufzubauen - ich weiß die zahl nicht mehr aber irgendwelche leute sind der meinung, dass hohe summen ausgegeben werden müssen damit an stellen schilder stehen wo keine gebraucht werden.

ontopic:
man sieht am genannten beispiel ja schon, dass eine hohe qualifizierung immernoch keine garantie ist. die zeitarbeitsfirmen schnappen sich immer neue aufträge, um sich selbst ein großes stück vom kuchen zu gönnen. die machen auch vor professoren, doktoren und handwerkern nicht halt. nachteil: niedrigere löhne als branchenüblich und den wegfall der sicherheit des arbeitsplatzes, sowie zusätzlich abverlangte flexibilität für umverteilung in andere arbeitsplätze.
das ist ein recht hohes risiko, dafür dass man wertvolle jahre seines jahres weggibt, und am ende noch 2 risiken mehr hat:
-höheres alter macht zunehmend unattraktiver für arbeitgeber (so unwirklich das auch für mich ist..immerhin bedeutet alter auch erfahrung)
-überqualifizierung gegenüber mitbewerbern eines jobs, falls man sich in anderen branchen umsehen muss


p.s.:
meine ehemalige sozialpädagogik-lehrerin empfand die abwanderungsproblematik in deutschland durchaus als bemerkenswert. teilweise werden die kräfte sogar gut und teuer in deutschland ausgebildet und wandern dann aufgrund der schlechten verhältnisse aus.
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quaid

their law


26.12.2008 16:50 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

# thema geteilt: staat und steuern
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deldenker

Freund der Nacht

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04.01.2009 20:52 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Als freiheitsliebender Mensch bin ich selbstverständlich gegen Schulzwang, aber als vernunftbegabter Mensch ist es mir klar, dass man lesen und schreiben und zumindest ausreichend (wieviel auch immer) Mathe beherrschen sollte.
Dass Menschenkinder, die mit 6 in die Schule gezwungen werden, später eine "Nullbockaufdiescheißschule"-Haltung bekommen, bezweifle ich. Ich hatte als 6-jähriger keinen Bock auf Schule, habe mich dann bei Gesprächen geweigert, den Rektor auch nur anzusehen und wurde daraufhin ein Jahr später eingeschult; zum Glück! Meiner Meinung nach fehlt den meisten Schülern einfach ein "Fight Club"! Einer meiner besten Lehrer ist übrigens derselben Ansicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Von unterbezahlten Lehrern sehe ich eigentlich nichts. Wenn sich meine Lehrer beschweren, dann nicht über Geldmangel, sondern über zu große Klassen und die CDU. Wenn ich mir die Ausrüstung einiger Lehrer ansehe, glaube ich ihnen das aufs Wort (Mercedes/BMW aufm Parkplatz; Vodkaflasche zwischen Mathe- und Biobuch).

@Gesamtschulen: Die Idee Gesamtschule (Eine Schule für alle) ist nicht schlecht. Der Meinung bin ich aber auch erst, seit ich mir Gedanken über frei Schulen mache, also ohne festgelegten Stundenplan und ohne Schulzwang, statt dessen kann sich das Menschenkind ein/zweimal im Jahr in ein paar Fächern anmelden und sehen, ob es ihm gefällt. Natürlich kann man sich wieder abmelden, wenn es einem nicht gefällt.
Auf jeden muss man das Schulsystem so ändern, dass diejenigen, die etwas lernen wollen, nicht mit denen zusammenkommen, die nur Ärger machen. Ich als Geschichts-freak habe es im letzten Jahr kaum ausgehalten, als ich in einer Klasse war, wo fast nur Schüler saßen, die Geschichte kein Stück interessiert hat. Okay, es war lustig, weil ich immer alles wusste und alle dann so da saßen: geschockt .
Aber es macht in meiner jetzigen Truppe einfach mehr Spaß, und ist einfach auch produktiver, wo ich zwar mit großem Abstand der Beste bin, aber meine Mitschüler einfach auch Geschichte lernen wollen...

Und ich meine, dass Schule keinesfalls nur zum lernen da sein sollte, sondern auch zur Erziehung. Schließlich ist die Schule der Ort, wo man Freundschaften schließt, auf Menschen trifft, etc. Wo, wenn nicht da, kann und sollte man zu solchen Dingen wie Nächstenliebe und Toleranz erzogen werden?
Auf jeden Fall sollte enger Kontakt zwischen dem Institut Schule und den Eltern bestehen; und zwar nicht in dem Sinne wie heutzutage, wo Lehrer den Eltern nur Panik machen vor schlechten Noten, sondern wo man gemeinsam Interessen und Fähigkeiten des einzelnen Menschenkindes bespricht und sich überlegt, wie man sie fördern kann.

"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
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Hansi
unregistriert
05.01.2009 11:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Und ich meine, dass Schule keinesfalls nur zum lernen da sein sollte, sondern auch zur Erziehung. Schließlich ist die Schule der Ort, wo man Freundschaften schließt, auf Menschen trifft, etc. Wo, wenn nicht da, kann und sollte man zu solchen Dingen wie Nächstenliebe und Toleranz erzogen werden?


Öhm... 1.) Freundschaften und vernünftige Menschen hab ich in der Schule leider nie gefunden, verrat mir wie das funktioniert, 2.) Was hat das mit Erziehung zu tun? 3.) Nächstenliebe ist mir dann doch ein bisschen doll zu christlich und Toleranz bedeutet nix weiter, als dass die anderen das machen können was sie wollen und es dir selbst am Arsch vorbei geht. Ok, dass hab ich tatsächlich in der Schule gelernt großes Grinsen .

deldenker

Freund der Nacht

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05.01.2009 12:25 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

1.)Wenn ein Idiot, also einer, mit dem Leute wie wir, vernunftbegabte Leute, die Wahl hat, OB er zur Schule geht, meinst du, er würde? Und ich habe einen ganzen Haufen Freunde dort gefunden. Einige sind mehr oberflächlich, aber für Lucker zum Beispiel würde ich durch die Hölle gehen.
2.)Wird man in der Schule nicht auch erzogen? Wenn Menschen in jungen Jahren auf andere Menschen treffen, erziehen die sich gegenseitig, vermute ich. Da kann vielleicht dian als Pädagoge mehr zu sagen, wie ich´s gemeint habe huch .
3.)Ja, Scheiße, dass ausgerechnet die Christen dieses schöne Wort so versaut haben. Aber wenn ich es benutzte kannst du davon ausgehen, dass es nicht im christlichen Sinne benutze, sondern im wörtlichen.

"Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid! Euer Land braucht Geld. Aber ihr könnt leider nicht genug Geld beschaffen. Also sag ich euch, was wir tun müssen: Wir werden die Krankenhäuser zumachen und den Leuten Arbeit geben und mehr Raketen herstellen!!"
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Hansi
unregistriert
05.01.2009 12:36 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
1.)Wenn ein Idiot, also einer, mit dem Leute wie wir, vernunftbegabte Leute, die Wahl hat, OB er zur Schule geht, meinst du, er würde? Und ich habe einen ganzen Haufen Freunde dort gefunden. Einige sind mehr oberflächlich, aber für Lucker zum Beispiel würde ich durch die Hölle gehen.


Ob nun jemand zur Schule will oder nich, stand ja für mich hier gar nich zur Debatte, es ging mir mehr um den zwischenmenschlichen/sozialen Krempel und ausser 1-2 Leuten konnte ich damals in der Schule nie wirklich viel anfangen und nach der Schule hat sich der Kontakt auch Recht schnell wieder erledigt. Ok, dass ist jetzt meine Subjektive Sicht wie du auch eine hast, aber ich für meinen Teil konnte mit 99,9 % der Menschen in der Schule nix anfangen.

Zitat:
2.)Wird man in der Schule nicht auch erzogen? Wenn Menschen in jungen Jahren auf andere Menschen treffen, erziehen die sich gegenseitig, vermute ich. Da kann vielleicht dian als Pädagoge mehr zu sagen, wie ich´s gemeint habe huch .


Erziehen und gegenseitiges "lernen" sind zwei paar Schuhe. Das eine wird zwanghaft durchgeführt, dass andere is ne automatische Wechselwirkung die einfach passiert. Ob nun immer von Vorteil oder nicht sei jetzt mal dahin gestellt.

Zitat:
3.)Ja, Scheiße, dass ausgerechnet die Christen dieses schöne Wort so versaut haben. Aber wenn ich es benutzte kannst du davon ausgehen, dass es nicht im christlichen Sinne benutze, sondern im wörtlichen.


Was bitte an dem Wort ist schön?!? Ich muss doch nicht jeden Menschen mögen oder gar lieben, ich für meinen Teil entscheide das individuell und nicht allgemeingültig wie es dieses Wort tut.
Friedenswächter
unregistriert
05.01.2009 20:40 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Weil laut Xocs Meinung sich alle Kinder nur mehr für Pokemon und nicht Mathematik interessieren.


Brot und Spiele Leute - Brot und Spiele - was im alten Rom klappte, wird sich heute weiterhin zunutze gemacht. Ist meine meinung (okay ichweiß nicht gerade lang - aber es wurde doch schon treffend formuliert - 1. Verweis auf die Unity-Philosophie und zweitens auf die bereits geschriebene Doktorarbeit (über Schule) in meinem gehirn. Das alles aufzuschreiben fände ich allerdings Zeitverschwendung. Dieses "Allgemeinwissen" (die doktorarbeit mein ich) bringt uns nicht wirklich weiter. Beziehungsweise würde uns nicht weiterbringen

quaid

their law


06.06.2009 11:08 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Dass viele Lehrer inkompetent sind, mag sein. Dies beeinträchtigt zwar die Menge und die Qualität des fachlichen Wissens, aber nicht die Dauer, die es sich hält.

wirklich? ich denke, anschaulich und interessant dargestelltes wissen ist leichter vermittelt und bleibt somit auch länger erhalten als "schwerer" stoff, den man sich höchstens bis zur prüfung merkt.
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dian
unregistriert
08.06.2009 22:48 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

@ Seneca:
Zitat:
Wenn ich heute in den Supermarkt gehe und dort die Bekannte an der Kasse treffe, die mit Mühe ihren Hauptschulabschluss geschafft hat und nun als angelernte Kassiererin arbeitet, dann schaue ich auf einen solchen Menschen nicht herab, sondern betrachte ihn als menschlich völlig ebenbürtig und mit Respekt. Denn es hat jeder seine Stärken: Die an der Kasse kann Kunden freundlich bedienen zu Arbeitszeiten, bei denen ich durchdrehen würde.
Und GENAU solche Personen braucht man am Supermarkt an der Kasse: Zuverlässig, freundlich, aufmerksam. In gewisser Hinsicht absolute Spezialisten, denn freundlicher und zuverlässiger Umgang kann auch nicht jeder.
Kurzum: Ich wollte nicht deren Job machen, ich wollte aber auch nicht, dass sie meinen macht. Beides wäre eine Katastrophe für alle Beteiligten.

Hmm... irgendwas behagt mir an dieser Aussage nicht.
Es wirkt trotz deiner Beteuerung ein wenig wie der reiche Architekt, der es gut findet, dass es auch Müllmänner gibt. "Ich persönlich möchte nicht im Müll wühlen. Manche Menschen können das von ihrer Persönlichkeitsstruktur her einfach besser als ich. Dafür kann ich besser Häuser entwerfen."
Mir kommt da die Frage in den Sinn, ob die Bekannte von dir wirklich an der Kasse sitzt, weil es ihrem innersten Wesen entspricht, oder nicht doch eher, weil ihr das System kaum eine andere Wahl gelassen hat?
Oder anders formuliert:
Werden von unserem Schulsystem wirklich diejenigen Menschen zu den "niederen" Jobs delegiert, die dafür am Besten geeignet (weil am dümmsten) sind?
Oder ist es nicht eher so, dass statt dem Vermitteln von Bildung der Test der Konformität im Mittelpunkt steht?
Man will nicht, wie immer wieder gern behauptet wird, jeden nach seinem Bedarf fördern... man will vielmehr sehen, wer wie viel mit sich machen lässt. Diejenigen, die sich wenig gefallen lassen und die Schule schwänzen oder es einfach nicht einsehen, ihre Hausaufgaben zu machen, fallen irgendwann durch und werden dann an die gesellschaftlichen Positionen weitergereicht, an denen sie keinen Einfluss haben.
Diejenigen hingegen, die immer willig das tun, was der Lehrer verlangt, werden früher oder später logischerweise bessere Noten schreiben als jene, die die Aufgaben des Lehrers gar nicht erst an sich ranlassen.
Natürlich wird in der Schule auch Wissen vermittelt... aber eben bevorzugt an die Kompatiblen, die für diese Form der Wissensvermittlung auch empfänglich sind.
Ich behaupte einfach mal: Es gibt ganz viele Kids, die sich instinktiv vor der Bildung verschließen, weil ihnen das ganze Konstrukt "Schule" nicht geheuer ist. Kids, die in unserem heutigen System vielleicht nur mit Ach und Krach den Hauptschulabschluss schaffen und dann immer noch nicht richtig lesen (und sprechen) können.
Die allermeisten von denen sind nicht von Geburt an blöd, sondern wurden nur eben nicht so gefördert, wie es ihrem Wesen entspricht.
Nur diejenigen, die bis zu einem gewissen Grad dazu bereit sind, fremde Erwachsene als Autoritäten zu akzeptieren und sich bestimmten bürokratischen Regeln unterzuordnen, haben überhaupt eine Chance, an die Bildung heranzukommen.
Ich bin überzeugt: Würde man Schule offener gestalten, und auch schon den Kleinsten mehr Wahlmöglichkeiten zu lassen, von wem und wo sie unterrichtet werden wollen, würden garantiert viele, die heute bei Aldi an der Kasse sitzen, ganz anderen Tätigkeiten nachgehen.
Hansi
unregistriert
08.06.2009 23:05 Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Die allermeisten von denen sind nicht von Geburt an blöd, sondern wurden nur eben nicht so gefördert, wie es ihrem Wesen entspricht.
Nur diejenigen, die bis zu einem gewissen Grad dazu bereit sind, fremde Erwachsene als Autoritäten zu akzeptieren und sich bestimmten bürokratischen Regeln unterzuordnen, haben überhaupt eine Chance, an die Bildung heranzukommen.


Manche haben einfach auch gar keine Möglichkeit und Chance. Geld regiert die Welt und wer keins hat, der braucht erst gar nicht über Perspektiven nachdenken, weil der Hunger viel größer ist, dazu noch eine Portion TV- und BILDentertainment gepaart mit ein bisschen Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht plus riesigen Konsumtempeln und wenn alles nichts mehr hilft, dann hilft der liebe Gott. Und gerade wenn du jung bist will dir jeder an jeder Ecke was anderes erzählen, aber was will man eigentlich selber? Darüber denkt dann erst gar keiner mehr nach.
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